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Kindersicherung beim iPhone und iPad einrichten

Kinder mit iPhone und iPad
Kinder mit iPhone und iPad (©thinkstock.com/karelnoppe 2015)

Mit iPhone, iPad & Co. lassen sich in Windeseile die skurrilsten Dinge zutage fördern. Vieles davon ist allerdings nicht für Kinderaugen gedacht. Doch soll Smartphone oder Tablet auch familienintern zum Einsatz kommen, sollte das Gerät zuvor für Kinderhände fit gemacht werden. Wir erklären, wie sich auf iPhone und iPad eine Kindersicherung einrichten lässt.

Nicht für Kinderhände gedacht

Dass auch Kinder schon frühzeitig mit aktueller Technik umzugehen lernen, ist richtig und wichtig. Allerdings sind dem Erfahrungsdrang der Kleinen spätestens dann Grenzen gesetzt, wenn nicht jugendfreie Inhalte ins Spiel kommen. Jedoch sind nicht nur anstößige Bilder oder Videos im Netz ein Problem, schlummern auf den meisten Geräten doch auch sensible Daten. Spätestens, wenn der Nachwuchs über die Kamasutra-App stolpert, alle Facebook-Freunde und Kollegen mit Status-Updates zum Verzweifeln bringt oder Wagenladungen voller Schlumpfbeeren gegen bares Geld ordert, wird die Medien-Nutzung des Sprösslings zum Problem.

Kindersicherung aktivieren

Doch soweit muss es nicht kommen. Auf iOS-Geräten lässt sich mit nur wenigen Handgriffen der Zugriff auf Apps, Netz und In-App-Käufe einschränken. Insbesondere wenn Kinder auch mal unbeaufsichtigt mit dem iPhone oder iPad spielen sollen, solltest Du eine Kindersicherung einrichten. Um die Sicherungsmechanismen auf iOS-Geräten scharf zu schalten, tippst Du auf das Icon "Einstellungen" und klickst hier auf "Allgemein" und anschließend auf "Einschränkungen". Jetzt im Menü den Punkt "Einschränkungen aktivieren" antippen und einen vierstelligen Kindersicherungscode eingeben, um unbefugten den Zugriff auf ausgewählte Funktion zu verwehren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte der Code nicht mit dem Geräte-PIN identisch sein. Aber vorsichtig: Ohne den korrekten Code lässt sich der Modus nicht mehr ändern. Sollte der PIN also verloren gehen oder in Vergessenheit geraten, muss das Gerät erst auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.

Kindersicherung richtig anpassen

Alleine eine Kindersicherung einrichten bringt aber noch keine zusätzliche Sicherheit. Im Folgenden gilt es, die Funktion entsprechend zu konfigurieren. In den Optionen des gibt es nun die Möglichkeit, die Zugriffe für einzelne Apps, Funktionen und bestimmte Inhaltstypen einzuschränken. Um zu verhindern, dass sich die Kleinen im iTunes Store nach neuen Apps umsehen oder im Internet surfen, lässt sich hier der Zugriff auf die entsprechenden Apps mithilfe des Schiebreglers blockieren. Die Kindersicherung von iOS bietet auch die Möglichkeit das Aufrufen von Safari, der Kamera, FaceTime, den iTunes Store, iBooks Store, Siri, AirDrop und CarPlay zu unterbinden. Darüber hinaus findest Du hier die Möglichkeit, die Installation und Deinstallation sowie In-App-Käufe zu deaktivieren.

Geldbörse schonen

Im unteren Bereich des Menüs lässt sich unter "Kennwort erforderlich" zudem einrichten, ob das Kennwort für Einkäufe sofort oder erst nach Ablauf einer 15-minütigen Frist abgefragt werden soll. Um zu verhindern, dass der Nachwuchs auf Shopping-Tour geht, sollte die Option "sofort abfragen" gewählt sein. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Dein Sprössling kurz nach einem Einkauf ebenfalls Apps, Spiele oder Filme über den iTunes Store erwirbt.

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Kindern sollten nicht alle iOS-Funktionen offen stehen. (©thinkstock.com/LDProd 2015)

Weitere Apps sperren

Jede App ist von Haus aus ähnlich wie ein Film mit einer Altersbeschränkung versehen. Auf iPhone, iPad und Co. lässt sich daher das Starten von nicht altersgerechten Anwendungen untersagen. Um nicht von Apple stammende Anwendungen anhand der Altersfreigabe zu sperren, mussst Du unter "Zulässiger Inhalt" auf "Apps" tippen. Je nach Alter des Kindes wählst Du hier zwischen den Stufen 4+, 9+, 12+ oder 17+. Alternativ lässt sich auch "Keine Apps zulassen" auswählen. In dem Fall stehen anschließend nur noch die ungeblockten Standard-Apps zur Verfügung. Hat man die unerwünschten Apps deaktiviert und drückt auf den Home-Button, sind diese anschließend auf dem Gerät nicht mehr auffindbar. Um die Einstellungen rückgängig zu machen, muss wieder der Einschränkungs-Bereich in den Einstellungen des iOS-Geräts aufgerufen werden. Nach erfolgreicher Eingabe des Sicherheitscodes lassen sich die Einschränkungen erneut anpassen.

Feintuning: Altersfreigabe

Nach dem gleichen Prinzip lassen sich im Abschnitt "Zulässiger Inhalt" weitere altersbedingte Freigaben erstellen. Unter "Altersfreigaben für" wählt ihr Deutschland aus, um automatisch die hierzulande geltenden Altersfreigaben zu übernehmen. Die Wiedergabe von Musik und Podcasts mit anstößigem Inhalt verweigert das Gerät, wenn im gleichlautenden Menü-Punkt "Anstößig" gewählt ist. Ähnliches gilt für die Optionen "Filme" und "Sendungen". Mit diesen beiden Punkten stellt ihr ein, ob entweder alle Videos blockiert werden sollen oder nur die, die für ein bestimmtes Alter ungeeignet sind. Hier gelten die deutschen Vorgaben zum Jugendschutz nach der FSK (0, 6, 12, 16 und 18). Bei selbst auf das Gerät kopierten Videos müssen gegebenenfalls noch die passenden FSK-Werte zugewiesen werden.

Altersgerecht mit iPhone und iPad surfen

Soll der Nachwuchs selbstständig das Internet erkunden dürfen, dann sollte unter "Websites" die Option "Jugendfreie Inhalte" gewählt werden. Dann blockiert ein Filter Webseiten mit jugendgefährdenden Inhalten. Zusätzlich lassen sich über die Schaltfläche "Website hinzufügen" weitere Internetseiten blockieren oder freigeben. Gerade bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, den Zugang zum Netz auf kindergerechte Bereiche zu beschränken. Hier hilft beispielsweise die App fragFINN weiter. Innerhalb der App bekommen die Kleinen nur Web-Angebote zu sehen, die von Medienpädagogen geprüft und für kindgerecht befunden wurden.

Zugriff Kontakte, Kalender und Fotos einschränken

Unter dem Punkt "Datenschutz" lässt sich der Zugriff von Apps auf persönlichen Daten regeln. Ist beispielsweise unter "Kontakte" die Option "Änderungen nicht zulassen" ausgewählt, wird Apps der Zugriff auf diese Informationen entzogen. Allerdings wirkt der Eingriff nicht nachträglich. Anwendungen, die bereits Zugriff auf die Daten haben, wird dieser nicht automatisch entzogen. Erst durch das zusätzliche Markieren der entsprechenden Apps in der angeführten Liste lässt sich das Auslesen der Daten im Nachhinein unterbinden.

Kindersicherung wieder deaktivieren

Um wieder vollen Zugriff auf alle Funktionen des iPads oder iPhones zu erlangen, müsst ihr die Kindersicherung deaktivieren. Navigiere dazu erneut in das "Einschränkungen"-Untermenü unter Allgemein und Einschränkungen. An der Stelle fragt das System nach dem vierstelligen Sicherheitscode. Anschließend auf "Einschränkungen deaktivieren" tippen und den PIN erneut eingeben. Jetzt ist das iOS-Gerät wieder vollumfänglich einsatzbereit.

Geführter Zugriff: Ad-hoc-Kindersicherung

Um iPhone oder iPad auf die Schnelle sorgenfrei in Kinderhänden zu übergeben oder Bekannten zu überlassen, ohne gleich alles offenzulegen, steht mit der Option "Geführte Zugriff" eine praktische Alternative zur Kindersicherung bereit. Denn mit diesem Modus lässt sich die Nutzung des iOS-Gerätes auf eine App beschränken. Um die Funktion erstmalig einzurichten, tippen Sie auf "Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Geführter Zugriff". Hier lässt sich der geführte Zugriff ein- und ausschalten sowie Sicherheitscode einrichten, um die Funktion zu steuern.

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Mit dem geführten Zugriff wird das iPhone auf eine einzige App beschränkt. (©thinkstock.com/ASIFE 2015)

Anschließend lassen sich Apps ganz einfach im geführten Zugriff starten. Lediglich die entsprechende Anwendung öffnen und dreimal auf den Home-Button tippen. Im nun erscheinenden Menü lassen sich Einstellungen für die jeweilige Sitzung vornehmen, wie etwa die Beschränkung der Zugriffszeit, die Deaktivierung der Hardware-Tasten oder die Verhinderung des automatischen Wechsels vom Hoch- ins Querformat. Um die Funktion wieder zu verlassen, tippe erneut dreimal auf den Home-Button und gebe den anfänglich vergebenen Code für den geführten Zugriff ein. Alternativ lässt sich, sofern vorhanden, auch Apples Fingerabdruck-Scanner Touch ID nutzen, um die Funktion durch Fingerauflegen zu deaktivieren.

Kindersicherung in iTunes einstellen

Eine weitere Möglichkeit, die angezeigten Inhalte auf iPhone oder iPad zu beschränken, ist die Kindersicherung in iTunes. Damit lässt sich verhindern, dass anstößige Filme oder Podcasts über den iTunes Store auffindbar sind. Zudem lassen sich hier freigegebene Mediatheken für den Zugriff via iPhone oder iPad deaktivieren. Dazu muss die iTunes-Software auf dem PC oder Mac gestartet und in den Einstellungen das Tab Kindersicherung geöffnet werden. Hier lassen sich jetzt entsprechende Inhalte entweder komplett ausblenden, oder der Zugriff auf Filme, Serien oder Apps über die von der FSK bekannten Altersstufen reglementieren. Um zu verhindern, dass der Nachwuchs die Kindersicherung durch nachträgliche Änderungen umgeht, einfach auf das Schlosssymbol klicken. So lassen sich die gemachten Einstellungen mit dem Administratorpasswort des Computers absichern. Zum Abschluss noch auf "OK" klicken um die gemachten Änderungen zu übernehmen.

Zusammenfassung

  1. Wer seinen Kindern iPhone und iPad in die Hand gibt, sollte zuvor einige Sicherungsmaßnahmen ergreifen, denn nicht alles was sich mit den Geräten machen lässt, ist auch für den Nachwuchs geeignet
  2. Unter iOS steht dafür eine eigene Kindersicherung bereit, mit deren Hilfe sich der Zugriff auf bestimmte Funktionen und Apps einschränken lässt
  3. Die Kindersicherungsfunktionen lassen sich unter "Einstellungen > Allgemein > Einschränkungen" aktivieren und anpassen
  4. Hier gibt es die Möglichkeit, den Zugriff auf einzelne Apps zu sperren, die Installation und Deinstallation sowie In-App-Käufe zu deaktivieren oder die ständige Passwortabfrage für Einkäufe im iTunes Store zu aktivieren
  5. Damit der Nachwuchs die Einschränkungen nicht übergeht, sollte ein Sicherheitscode vergeben werden
  6. Mit der Option "Geführter Zugriff" steht zudem eine weitere Möglichkeit zur Verfügung, die Nutzung von iPhone und iPad auf eine App zu beschränken
  7. Auch iTunes ist mit einer eigenen Kindersicherung ausgestattet, die den Zugriff auf Filme, Musik, Serien, Podcasts oder Apps mit anstößigen Inhalten auf iPhone oder iPad einschränkt
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