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Laptop zusammenstellen: Das musst Du beachten

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Einen Laptop vollständig selber bauen, geht nicht – aber Du kannst viele Bauteile selbst wählen.

Du kannst einen Laptop nicht selbst aus Einzelteilen zusammenbauen wie einen Desktop-PC. Bestimmte Anbieter ermöglichen jedoch eine detaillierte Konfiguration, bis hin zur Wärmeleitpaste. Jeder Notebook-Interessent sollte sich überlegen, welche Ausstattung er wirklich benötigt. Wir erklären, wie Du einen Laptop selber zusammenstellen kannst.

Laptop selbst bauen – geht das?

Insbesondere Gamer schrauben sich ihren Desktop-PC gerne selbst zusammen. Die Bauteile dafür gibt es überall online zu kaufen, sei es Prozessor oder Mainboard, Gehäuse oder Lüfter. Bei Notebooks ist das so nicht möglich. Zwar sind einzelne Bauteile wie Akkus, Netzteile und Arbeitsspeicher bei Händlern verfügbar, aber das Angebot reicht nicht über Produkte für das Auswechseln oder Upgraden hinaus. Du kannst Deinen Laptop also nicht vollständig selbst bauen wie einen Desktop-PC.

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Du kannst Deinen Laptop zwar auseinanderlegen, aber nicht komplett selbst bauen.

Notebook konfigurieren

Einige spezialisierte Unternehmen bieten aber die Möglichkeit an, einen Laptop im Detail persönlich zu konfigurieren. Du wählst viele der Bauteile aus einer Liste aus und der Hersteller lässt das Gerät dann zusammenschrauben. In Deutschland tun sich Schenker und Clevo mit einem solchen Angebot hervor.

So hast Du nicht nur die Wahl bei bei Prozessor oder Grafikkarte, sondern teils sogar bei der CPU-Wärmeleitpaste, beim WLAN-Modul und der Akkugröße. Das Notebook-Gehäuse stellt Clevo in Form von sogenannten "Barebones" sogar selbst her. Ziehst Du das in Betracht, solltest Du Dich aber gut mit den Bauteilen auskennen und wissen, welche Du benötigst.

Laptop selbst zusammenstellen

Von praktisch jedem Laptop sind verschiedene Modelle im regulären Handel verfügbar. Diese unterscheiden sich in ihrer Ausstattung. Meist gibt es unterschiedlich starke Prozessoren, unterschiedlich große SSDs, die Größe des Arbeitsspeichers steht zur Auswahl und manchmal sind die Modelle auch mit verschiedenen Grafikkarten oder Displays zu haben.

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So gut wie jeden Laptop gibt es in Form von unterschiedlich gut ausgestatteten Modellen zu kaufen (hier das Razer Blade Advanced von 2019).

Die meisten Notebook-Interessenten haben wohl kein Interesse daran, ihre Wärmeleitpaste selbst zu wählen, aber mit diesen Hardware-Optionen muss sich praktisch jeder ein wenig befassen. Hier erfährst Du das Wichtigste.

Prozessor: Wie viel Rechenpower muss es sein?

Geht es Dir nur um die Bewältigung einfacher Office-Tätigkeiten und um ein wenig Surfen im Internet, dann genügt ein Laptop mit einem Intel Celeron oder einem Intel Pentium beziehungsweise einem Chip der AMD-A-Serie. Mit Intel Core i3 und Ryzen 3 dürfen schon ein paar Browserfenster mehr geöffnet sein und aufwändigere Fotobearbeitung ist hier bereits eine Option. Intel Core i5 und Ryzen 5 bis Ryzen 7 sind die Untergrenze für Computerspiele und prozessorintensive Anwendungen wie Videobearbeitung.

Mit dem Core i7 und dem Core i9 bist Du in der Leistungs-Oberklasse angelangt und zum Beispiel als Gamer gut bedient. Vor allem bei Intel sind außerdem noch die Buchstaben nach dem Prozessornamen zu beachten. Die Intel-Core-U-Chips sparen Strom und stecken in besonders mobilen Laptops, aber haben weniger Leistung als die Intel-Prozessoren mit einem "H" am Ende.

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Der Intel-Core-Prozessor der 10. Generation.

Arbeitsspeicher: 8 GB oder 16 GB?

Für Office und ein wenig Internet genügen 4 GB Arbeitsspeicher, wir raten aber eher zu 8 GB. Damit können auch eine Reihe von Internet-Tabs geöffnet sein, ohne dass der Rechner ausgebremst wird. 16 GB Arbeitsspeicher empfehlen sich für anspruchsvolle Anwendungen wie Videobearbeitung, 3D-Rendering und natürlich Gaming. Wer 3D-Rendern auf einem Profi-Level betreibt, sollte zu 32 GB oder sogar noch mehr Arbeitsspeicher greifen, aber das ist ein Sonderfall. Für die meisten Anwender sind zurzeit 16 GB das ausreichende Maximum.

Festplatte: Wie viel Speicher brauchst Du wirklich?

Grundsätzlich sind heute SSDs den mechanischen Festplatten vorzuziehen. Sie laden Daten viel schneller, sind kompakter und haben keine beweglichen Teile, weshalb sie zumindest potenziell länger halten. Die herkömmlichen Festplatten werden für Laptops manchmal noch als "Datengrab" angeboten, damit Du darauf Datensammlungen wie Musik, Dokumente und Bilder sichern kannst. Sie sind günstiger zu haben als SSDs, allerdings sind auch letztere über die Jahre immer preiswerter geworden. Kommt es Dir nicht auf jeden Euro an, gelten SSDs heute meist als die bessere Option.

Aber wie groß soll der interne Speicher sein? Arbeitest Du nur oder fast nur mit Texten und dem einen oder anderen Programm, genügt auch eine 128 GB große Festplatte. 64 GB sind allein aufgrund der Windows-Programme und -Updates schon etwas knapp. Hier musst Du Dir genau überlegen, welche Programme zusätzlich auf die Platte passen. 256 GB sind für die meisten Anwender als Einsteiger-Größe zu empfehlen, da hier auch noch Computerspiele, mehrere große Programme, Fotosammlungen und so weiter unterkommen.

Wer mit großen Dateien wie 4K-Videos arbeitet oder viele Games installieren möchte, ist mit einer 512 GB großen SSD besser beraten. Tatsächlich werden neue Spiele immer größer, von daher empfehlen sich allmählich sogar noch üppigere SSDs ab 1 TB für Gamer, sofern Du nicht größtenteils ältere Spiele zocken möchtest.

Display: Das Richtige für Zocker, Designer und Co.

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IPS-Displays wie hier das Exemplar des Asus ZenBook 14 sind bei Laptops die Norm.

Fast alle Laptop-Displays setzen heutzutage auf die blickwinkelstabile IPS-Technik. Und diese ist auch für praktisch alle Anwender gut geeignet, sei es für die Bildbearbeitung, für Videospiele oder natürlich für Texten und Surfen im Internet. Unter den IPS-Screens gibt es einige Modelle mit höheren Hertz-Zahlen, die mehr Bilder pro Sekunde darstellen können. Meist werden 144-Hz-Displays oder 240-Hz-Bildschirme angeboten. Diese sind für Computerspieler eine gute Wahl, wobei dann auch eine leistungsstarke Grafikkarte verbaut sein sollte.

Neuerdings sind immer mehr Laptops mit OLED-Bildschirmen zu haben. Dank pixelgenauer Beleuchtung, perfektem Schwarzwert und hohem Kontrast schinden diese Displays mehr Eindruck. Sie haben jedoch auch einige Nachteile wie die Gefahr des Einbrennens von statischen Inhalten und Farbverschiebungen über die Jahre, die sich auf Bild- und Videobearbeitung störend auswirken können. Gegen OLED spricht auch der höhere Preis.

Grafikkarte: Für Videobearbeitung, Rendern und Gaming

Die in Prozessoren integrierte Grafikeinheit ist über die Jahre immer stärker geworden. Daher benötigst Du für viele Anwendungen und selbst für die Betrachtung von 4K-Filmen sowie für die Bildbearbeitung nicht mehr unbedingt eine Grafikkarte. Falls Du allerdings professionell 4K-Clips bearbeitest, empfiehlt sich eine Grafikkarte aus der Mittelklasse. Zockst Du aktuelle Videospiele oder befasst Dich mit 3D-Rendering, dann benötigst Du eine Grafikkarte aus der Mittel- bis Oberklasse. Für ältere Spiele tut es auch ein Einsteiger-Modell.

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Die Grafikkarten in Laptops sind inzwischen sehr leistungsfähig geworden.

Für professionelle Anwendungen wie Rendering stehen optional die spezialisierten Nvidia-Quadro-Grafikkarten bereit. Diese stecken in einigen der sogenannten "Workstation"-Laptops. Grafikkarten bis zur Mittelklasse sind in "Multimedia"-Notebooks und natürlich Gaming-Laptops zu finden. Die stärksten Zocker-Grafikkarten warten ausschließlich in Gaming-Notebooks auf Dich. Nvidia bietet seine Grafikkarten auch als stromsparende "Max-Q"-Modelle an, diese sind aber leistungsschwächer.

Laptop-Grafikkarten (Stand: Dezember 2019)

  • Einsteiger: Nvidia GTX 1050 Ti, GTX 1650, GTX 1660 Ti, AMD Radeon RX 5500M
  • Mittelklasse: Nvidia RTX 2060, RTX 2070
  • Oberklasse: Nvidia RTX 2080

Anschlüsse: Die Zukunft heißt USB-C

Die Hersteller streichen bei neuen Modellen immer mehr Anschlüsse. Der Trend geht in Richtung USB-C  als Universallösung für alle Anschluss-Bedürfnisse. Dieser Port bietet viele Möglichkeiten, von Aufladen über Festplatten-Anschließen bis zur Bildübertragung. Wer allerdings Fotograf ist, profitiert weiterhin vom immer selteneren SD-Kartenslot in voller Größe – meist gibt es hier nur noch microSD, wenn überhaupt.

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Die mangelnde Anschlussvielfalt schauen sich andere Hersteller von Apple ab.

Die meisten Monitore und TVs haben noch keinen USB-C-Eingang und HDMI wäre daher willkommen. Zum Glück ist HDMI zumindest noch weiter verbreitet als der SD-Karteneingang. Und im Business-Bereich sind Beamer mit VGA-Eingang für Präsentationen noch häufig anzutreffen, doch Laptops mit einem solchen Ausgang sind kaum noch erhältlich. Hier muss also ein Adapter her. Bis auch die Endgeräte alle USB-C unterstützen, steht eine Adapter-reiche Übergangszeit an.

Gehäuse: Mobil oder Desktop-Replacement?

Laptops werden generell immer dünner, leichter und flacher. Was mit Subnotebooks und dann mit Ultrabooks angefangen hat, ist inzwischen zum Standard geworden. Sogar bei den Spielenotebooks hat der Trend in Form der "Thin & Light Gaming-Laptops" wie dem Razer Blade 15 oder dem Gigabyte Aero 15 Einzug gehalten. Ärgerlich für Vielschreiber und Excel-Rechner, die auf das Nummernpad Wert legen: Laptops werden außerdem immer kleiner, so gibt es zunehmend 13,3 bis 14 Zoll große Modelle ohne Numpad und immer weniger 15,6 Zoll bis 17,3 Zoll messende Exemplare.

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Das Alienware Area-51m ist ein prototypisches Desktop-Replacement mit üppigen Maßen und hohem Gewicht.

Insofern nimmt auch hier die Auswahl, wie bei den Anschlüssen, eher ab als zu. Immerhin werden Laptops durch ihre Schlankheitskur mobiler, so dürfte das die meisten Anwender nicht stören. Wer ein dickes und großes "Desktop-Replacement" haben möchte, das den Desktop-PC ersetzen soll, der erhält sehr leistungsstarke Modelle. Ein gutes Beispiel ist der Alienware Area-51m, der – ohne Abstriche – die Leistung eines ausgewachsenen Spielerechners bietet.

Schließlich gibt es noch einige Besonderheiten, namentlich 2-in-1-Laptops und Windows-Tablets mit Tastatur. 2-in-1-Laptops haben einen Touchscreen und das Display kann um 360 Grad um die sogenannte Base-Unit mit der fest verbundenen Tastatur gedreht werden. Oft unterstützen sie einen Stylus für Notizen und zum Zeichnen. So lassen sich diese Geräte flexibel einsetzen. Windows-Tablets wie die Microsoft-Surface-Geräte sind besonders leicht, wobei hier die Tastatur nicht fest mit dem Tablet verbunden ist.

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Windows-Tablets wie das Surface Pro 7 bieten eine abnehmbare Tastatur.

Zusammenfassung: Laptop zusammenstellen

  • Du kannst Notebooks nicht selbst bauen.
  • Bei speziellen Anbietern kannst Du Dir viele der Bauteile selbst auswählen und den Laptop zusammenbauen lassen.
  • Die Hersteller bieten praktisch immer Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung an.
  • Informiere Dich vorher, welche Ausstattung Du benötigst.
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