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Laserbeamer: Das sind die Vorteile gegenüber LCD oder DLP

Laserbeamer bieten viele Vorteile, sind aber nicht gerade erschwinglich.
Laserbeamer bieten viele Vorteile, sind aber nicht gerade erschwinglich. (©Sony 2017)

Laserbeamer haben das Potenzial, den Heimkinomarkt zu revolutionieren. Die Technologie ermöglicht im Unterschied zu herkömmlichen Beamern eine längere Lebensdauer der Geräte, ist aber nach wie vor recht teuer. Wir klären, welche Vor- und Nachteile die Laser-Technik im Vergleich zu LCD oder DLP mit sich bringt.

Wer echtes Heimkinofeeling in den eigenen vier Wänden genießen möchte, kommt um den Einsatz eines Beamers kaum herum. Für den Endverbraucher relevant sind derzeit im Grunde nur Beamer mit LCD/LED- oder DLP-Technologie. Mit der Laser-Technik könnte in Zukunft eine weitere Technologie hinzustoßen. Während es für den professionellen Markt bereits einige Laserbeamer gibt, sieht es für den normalen Konsumenten düster aus. Bisher vertrauen nur wenige auf die Vorteile der Laser-Technik. Das liegt nicht zuletzt an den sehr hohen Anschaffungskosten. Für einen Laserbeamer werden locker mehrere Tausend Euro fällig.

1. Diese Vorteile bieten Laserbeamer gegenüber LCD oder DLP

 Laser-Beamer setzen auf eine Laserlichtquelle statt einer Lampe. fullscreen
Laser-Beamer setzen auf eine Laserlichtquelle statt einer Lampe. (©Epson 2016)

Während im Inneren von LCD- oder DLP-Beamern Lampen als Lichtquelle dienen, sind es im Unterschied dazu bei den Laser-Pendants Halbleiter. Der Einsatz der Halbleiter hat insbesondere den Vorteil einer deutlich höheren Lebensdauer. Ist bei herkömmlichen Beamern mit Lampen eine Lebensdauer von rund 5000 Stunden absolut üblich, erreichen Laserbeamer gut und gerne 20.000 Stunden, mitunter gar 30.000 Stunden und mehr.

In puncto Lichtstärke müssen sich Laserbeamer ebenfalls nicht hinter den anderen aktuellen Technologien verstecken. Professionelle Laser-Projektoren starten häufig bei 5000 Lumen, sind dafür aber entsprechend teuer. Langfristig sind deutlich mehr Lumen denkbar. Auf der ISE 2016 hat Hersteller Epson den weltweit ersten Laser-Beamer mit unglaublichen 25.000 Lumen vorgestellt. Zum Vergleich: Ordentliche Beamer bewegen sich im Bereich von etwa 3000 Lumen, Einsteigermodelle beginnen zumeist bei 1000 Lumen. Laserbeamer starten hingegen meist bei mindestens 3000 Lumen.

Bei der Anzahl der Lumen gilt generell: Je mehr, desto besser. Letztendlich spielen die individuellen Räumlichkeiten ebenfalls eine entscheidende Rolle. Mindestens 1000 Lumen sollten es bei einem ideal abgedunkelten Raum schon sein. Wird der Beamer in einem Zimmer mit viel Umgebungslicht betrieben, sollte das Gerät mehr als 3000 Lumen unterstützen. Der Laserbeamer bietet diesbezüglich unbestrittene Vorteile für Zuschauer, die nicht gerade einen perfekt abgedunkelten Heimkinoraum ihr Eigen nennen. Dank des Verzichts auf herkömmliche Lampen muss ein plötzlicher Ausfall des Laserbeamers ebenfalls nicht befürchtet werden.

 Den ersten Laser-Beamer mit 25.000 Lumen präsentierte Epson im Februar 2016. fullscreen
Den ersten Laser-Beamer mit 25.000 Lumen präsentierte Epson im Februar 2016. (©Epson 2016)

2. Laser im Heimkino seit der Compact Disc verankert

Die Idee von Laser-Videoprojektoren ist nicht neu: Bereits in den 90er-Jahren gab es erste Prototypen – unter anderem 1993 von Schneider. Die früheren Modelle waren hingegen für große und weit entfernte Projektionsflächen ausgelegt. Die Anforderungen an einen heimkinotauglichen Laserbeamer sind hoch: Er muss stets komplett ausgefüllte Bilder zeichnen. Konturen reichen nicht aus. Im Videobereich sind die Bilder zeilenweise aufgebaut. Das bedeutet, dass das Gerät bei 576 Zeilen annähernd 600.000 Pixel darstellen muss – und das gleich 50 Mal pro Sekunde. Zudem reduziert sich die Helligkeit pro Pixel drastisch, da das Licht auf ungleich mehr Bildpunkte verteilt werden muss.

 Im Heimkino ist die Laser-Technik längst angekommen, bei Beamern steht sie noch am Anfang. fullscreen
Im Heimkino ist die Laser-Technik längst angekommen, bei Beamern steht sie noch am Anfang. (©Epson 2016)

Die Laser-Technologie an sich ist im Heimkinobereich bereits seit langer Zeit fest verankert – und begann ihren Siegeszug im Grunde Anfang der 80er Jahre mit dem Start der klassischen CD. Bei DVD- und Blu-ray-Playern kommen die Laserstrahlen ebenfalls zum Einsatz. Mittlerweile nehmen aber immer mehr Hersteller die Herausforderung an und entwickeln handelsübliche Laserbeamer, die sich für die Nutzung im eigenen Heimkino bestens eignen.

Namhafte Unternehmen wie Sony oder Epson haben entsprechende Laserbeamer in ihrem Portfolio. Für die breite Masse dürften die Geräte aber bislang kaum erschwinglich sein. So werden für den Sony VPL-FHZ65 beispielsweise mehr als 8000 Euro, für den Epson EH LS10000 immerhin noch etwa 7000 Euro fällig. Ein Durchbruch in den Massenmarkt dürfte wohl angesichts dieser Preiskalkulation beiden Beamern verwehrt bleiben.

3. Epson EH-LS10000: Bis zu 30.000 Stunden Lebensdauer

Dieser Full HD-Beamer mit Laserlichtquelle und 3LCD-Reflective-Paneltechnologie eignet sich besonders für den Einsatz im Heimkino. Auf Wunsch werden Inhalte dank 4K-Enhancement-Technologie auf Ultra HD hochgerechnet. Der Epson LS10000 punktet zudem mit kurzen Aufwärm- und Abkühlzeiten. Vor allem aber weiß der Laserbeamer mit seiner sehr langen Lebensdauer zu überzeugen – bis zu 30.000 Betriebsstunden schafft das Modell. Ein neu entwickeltes Lüftungssystem sorgt im laufenden Betrieb für einen moderaten Lärmpegel. Die Farbhelligkeit beträgt 1500 Lumen. Der Epson EH-LS10000 ist seit April 2015 im Fachhandel erhältlich und kostet derzeit um die 7000 Euro.

4. Sony 4K Ultra Short Throw Projector: Bild per Kurzdistanz

Mit seinem 4K Ultra Short Throw Projector verfolgt der japanische Hersteller Sony ein etwas anderes Konzept. Der Laserbeamer steht, wie der Name bereits erahnen lässt, recht nah an der Wand. Der Projektor passt designmäßig somit perfekt in das Wohnzimmer, mit seiner edlen Optik beschreitet das Modell einen gänzlich anderen Weg als herkömmliche Beamer. Zudem stellt der Laser-Projektor Inhalte in voller 4K-Auflösung von 4096 x 2160 Bildpunkten dar, die Lichtstärke beträgt 2000 Lumen. Der Ultra Short Throw Projector ist seit 2014 erhältlich und kostet in den USA 50.000 US-Dollar. In Deutschland werden um die 50.000 Euro für dieses einzigartige Modell fällig.

Mit einem 4K Laser-Kurzdistanz-Projektor von Optoma bekommt Sony Konkurrenz. Aus fünf Zentimetern Entfernung wirft der UST-Projektor ein Bild mit einer Diagonale von 2,5 Metern an die Leinwand. Der Projektor erreicht 3300 Lumen. Er bietet eine 4K-Auflösung von 3.830 x 2.160 Pixeln.

5. Blick in die Zukunft

Ob Laserbeamer klassische Projektoren in Zukunft ablösen werden, bleibt abzuwarten. Zwar bietet die Technik unbestrittene Vorteile, liefert ausgezeichnete Bilder und eine deutlich längere Lebensdauer. Doch der hohe Anschaffungspreis macht die Geräte für den durchschnittlichen Heimkino-Fan nicht sonderlich attraktiv. Sollten die Preise für Laserbeamer künftig aber fallen, könnte die Technologie den Massenmarkt schnell erobern. Doch eine Investition von mehreren Tausend Euro will wohl überlegt sein.

Zusammenfassung

  1. Laserbeamer bieten im Vergleich zu Geräten mit LCD oder DLP eine deutlich längere Lebensdauer
  2. Laserbeamer punkten meist mit deutlich besserer Lichtstärke
  3. Projektoren mit Laserlichtquelle ermöglichen einen wartungsfreien Betrieb
  4. Anschaffungspreis derzeit noch sehr hoch: Unter 7000 Euro geht fast nichts
  5. Zukunftsaussichten ungewiss, Preisentwicklung dürfte entscheidende Rolle spielen

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