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Luca-App: Das kann die neue Kontaktnachverfolgung fürs Smartphone

Luca App
Digital, datenschutzkonform, unkompliziert: die neue Luca-App soll bei der Nachverfolgung von Kontakten helfen. Bild: © culture4life GmbH 2021

Die Luca-App ist im derzeitigen Lockdown in aller Munde – doch was macht das Programm eigentlich? Es handelt sich hierbei um ein Tool, das eine datenschutzkonforme Kontaktnachverfolgung sicherstellen soll. Wir erläutern, was hinter der App Luca steckt.

Anders als etwa die Corona-Warn-App wurde die Luca-App nicht von öffentlicher Hand entwickelt, sondern von einem Start-up namens neXenio sowie Kulturschaffenden (etwa die Fantastischen Vier). Dennoch soll der Datenschutz eine tragende Rolle spielen, vor allem aber will die Luca-App die Kontaktnachverfolgung digitaler machen und somit deutlich erleichtern. Die App kannst Du kostenlos für Dein Smartphone herunterladen:

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Das kann die Luca-App

Doch was macht die Luca-App eigentlich genau? Ihre Kernfunktion ist es, die Zettelwirtschaft für die Kontaktnachverfolgung in Läden und Restaurants überflüssig zu machen und ins digitale Zeitalter zu überführen. Wir erinnern uns: Als die Restaurants vor dem Lockdown offen hatten, mussten bei jedem Besuch Name, Anschrift und Telefonnummer hinterlegt werden, damit die Gesundheitsämter  sämtliche Kontakte nachverfolgen können. Doch die Zettelwirtschaft ist nicht nur altmodisch und fehleranfällig, sie lädt auch zu Missbrauch ein und ist aus Datenschutzsicht zumindest bedenklich.

Die Luca-App verfolgt einen unkomplizierten Ansatz: Gast und Betreiber müssen jeweils im Besitz der App sein, beim Betreten einer Lokalität kannst Du mit Deinem Handy einfach einen QR-Code scannen. Dadurch werden Deine Daten anonymisiert erfasst, ein handschriftliches Ausfüllen von Zetteln ist nicht mehr erforderlich. Im Falle eines Infektionsgeschehens werden diese Daten mit der zuständigen Gesundheitsbehörde geteilt.

Diese Check-in-Varianten gibt es bei der Luca-App

  • QR-Code-Scan durch Gastgeber (etwa für Veranstaltungen)
  • Tisch- oder Bereich-QR-Code-Scan durch Gast (etwa für Restaurants)
  • Webversion: Für Nutzer ohne Luca-App
  • Kontaktformular: Für Nutzer ohne Smartphone
  • Analoge Schlüsselanhänger: Für Nutzer ohne Smartphone

Wie sieht es mit dem Datenschutz der Luca-App aus?

Gerade in Deutschland herrscht eine hohe Sensibilität, was den Umgang mit persönlichen Daten anbelangt – in kaum einem anderen Land spielt der Datenschutz eine so große Rolle wie bei uns. Doch kann die Luca-App die hohen Ansprüche der Nutzer erfüllen?

Persönliche Daten wie eine Telefonnummer musst Du bei der Anmeldung zwar eingeben, doch sämtliche Daten werden zweifach verschlüsselt gemäß ISO-27001 hinterlegt, auf Servern in Deutschland gespeichert und nach spätestens 30 Tagen gelöscht – nicht einmal die Luca-App kann auf diese Datensätze zugreifen. Übertragen werden die Daten lediglich an das Gesundheitsamt, wenn es ein Infektionsgeschehen gegeben hat.

    Auch der der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von Baden-Württemberg unterstützt die Luca-App. Sie leiste "einen wichtigen Beitrag bei der Nachverfolgung von Kontakten während der Pandemie", heißt es, und erfülle dabei "unseren hohen Datenschutz-Standard".

    Worin unterscheidet sie sich von der Corona-Warn-App?

    Bei der Corona-Warn-App handelt es sich um die offizielle App der Bundesregierung, die vom Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit Partnern wie SAP oder der Telekom entwickelt wurde. Der größte Unterschied ist die Funktionsweise: Während die Luca-App ein aktives Handeln erfordert, funktioniert die Corona-Warn-App weitestgehend passiv. Sie verfolgt ebenso Kontakte, kann aber mit den Daten nur etwas anfangen, wenn Nutzer Infektionen auch über die Corona-Warn-App melden – ansonsten kann die App nicht tätig werden. Auch dient sie nicht als Ersatz dafür, etwa persönliche Kontaktdaten bei Restaurants zu hinterlassen.

    Gibt es Alternativen zur Luca-App?

    Ja, es gibt einige weitere Dienste, die ein ähnliches Angebot haben. Zu nennen sind hier etwa Vida, Shapefruit.de und darfichrein.de. Im Gegensatz zur Luca-App handelt es sich dabei aber um Dienste, die den jeweiligen Anbieter Geld kosten. Ob und welches System sich durchsetzt, bleibt daher abzuwarten. Im Sinne einer effektiven Kontaktnachverfolgung wäre eine Fragmentierung des Marktes mit vielen unterschiedlichen Apps aber nicht hilfreich.

    Wie sieht es mit der Verbreitung in der Praxis aus?

    Luca App fullscreen
    Wie gut die Luca-App bereits angenommen wird, kannst Du über einen Check Deiner Postleitzahl prüfen. Bild: © culture4life GmbH 2021

    Der größte Knackpunkt – die Luca-App kann nur an Standorten genutzt werden, die in den Zuständigkeitsbereich eines Gesundheitsamtes fallen, das bereits an das System angebunden ist. Heißt: eine flächendeckende Nutzung ist aktuell noch nicht in Sicht, doch der Anfang ist gemacht. In Norddeutschland ist die Akzeptanz schon ganz ordentlich, so verwenden bereits 200 Betriebe die Luca-App auf Sylt, etwa in Friseursalons und Arztpraxen. Schulen und Kitas sollen folgen. Auch Kommunen auf Föhr und Amrum, die Stadt Rostock und sowie weitere Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen nehmen die Dienste der Luca-App bereits in Anspruch.

    Ob Luca in Deiner Region zur Verfügung steht, kannst Du mithilfe Deiner Postleitzahl auf der Seite des Anbieters einfach prüfen.

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    Zusammenfassung

    • Die Luca-App steht kostenlos für iPhones und Android-Smartphones zum Download zur Verfügung.
    • Sie erleichtert die Kontaktnachverfolgung, etwa bei Restaurantbesuchen.
    • Kontaktdaten werden anonymisiert durch einen QR-Code ausgetauscht und verschlüsselt gespeichert.
    • Nur im Falle eines Infektionsgeschehens werden die Daten mit dem Gesundheitsamt geteilt.
    • Ob Du Luca in Deiner Region schon nutzen kannst, erfährst Du durch einen PLZ-Check.

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