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mAh beim Smartphone-Akku: Was bedeutet das eigentlich?

Was sagt der mAh-Wert über einen Smartphone-Akku aus?
Was sagt der mAh-Wert über einen Smartphone-Akku aus? (©Thinkstock/iStock/milindri 2017)

Die Größe jedes Smartphone-Akkus wird in mAh angegeben. Doch wofür steht diese Abkürzung eigentlich und was sagt sie über die Laufzeit eines Akkus wirklich aus? 

Gleich nach dem Display ist der Akku das wohl wichtigste Teil eines Smartphones oder Tablets. Ohne ihn funktioniert schließlich das ganze Gerät nicht und er bestimmt auch darüber, wie lange wir unsere Mobiltelefone mit all ihren Funktionen nutzen können, bevor sie zurück an die Steckdose müssen. Trotzdem wissen die meisten Smartphone-Nutzer meist recht wenig über ihren Akku und können oft nur sagen, ob dieser nun kurz oder lange durchhält.

Was für Akkus stecken in unseren Smartphones?

Alle Smartphones verwenden einen Lithium-Ionen-Akku, wie er seit Anfang der 1990er Jahre im großen Stil eingesetzt wird. Dieser zeichnet sich durch eine besonders hohe Lebensdauer und eine grundsätzlich hohe Speicherkapazität bei geringer Größe aus. Im Vergleich zu älteren Akku-Typen besitzen Lithium-Ionen-Akkus keinen sogenannten Memory-Effekt – ihre Landekapazität lässt also auch nach mehreren Ladezyklen nicht nach.

 Ein Lithium-Ionen-Akku steckt in jedem Smartphone. fullscreen
Ein Lithium-Ionen-Akku steckt in jedem Smartphone. (©CC: Flickr/Kārlis Dambrāns 2017)

Wofür steht mAh denn nun?

Die Kapazität von Akkus wird von den Herstellern in der Einheit mAh angegeben. mAh steht dabei für Milliamperestunden. Der Wert gibt an, wie viele Stunden ein Akku durchhalten würde, wenn dieser jede Stunde einen Stromabfluss von einem Milliampere zu verzeichnen hätte. Bei 2000 mAh wären dies also 2000 Stunden oder 83 Tage.

Milliamperestunde und Amperestunde

Eine Milliamperestunde ist ein Tausendstel von einer Amperestunde (Ah). Hat ein Smartphone-Akku also eine Kapazität von 3000 mAh, so könnte man der Einfachheit halber also auch von 3 Ah sprechen. Da 3000 aber besser klingt als 3, setzen die Hersteller weiterhin auf die Angabe in Milliamperestunden.

Was sagt die mAh-Zahl über die Laufzeit aus?

In der Praxis verbrauchen Smartphones natürlich viel mehr Strom und halten daher nicht annähernd so lange durch, wie im Rechenbeispiel oben. Wie hoch der Verbrauch ist, hängt dabei in erster Linie davon ab, was mit dem Gerät gemacht wird. Schon allein im Ruhezustand verbrauchen Smartphones wesentlich mehr als ein Milliampere pro Stunde, hinzu kommen der Stand-by für Mobilfunk und gegebenenfalls auch WLAN und Bluetooth. Sobald das Display aktiviert ist, schnellt der Verbrauch weiter in die Höhe, und wenn die Kamera oder Apps gestartet werden, geht der Batteriespeicher besonders schnell in die Knie.

 Die mAh-Zahl gibt einen wichtigen Hinweis zur Laufzeit des Akkus. Andere Faktoren spielen aber ebenso eine Rolle. fullscreen
Die mAh-Zahl gibt einen wichtigen Hinweis zur Laufzeit des Akkus. Andere Faktoren spielen aber ebenso eine Rolle. (©TURN ON 2017)

Zu bedenken ist dabei, dass viele Apps und Dienste oft auch im Hintergrund weiterarbeiten, wenn das Display geschlossen ist. Programme wie WhatsApp oder Facebook beispielsweise senden und empfangen ohne Änderung bei der Hintergrundaktualisierung permanent Daten, um die Nutzer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Der Akkuverbrauch schnellt auch umso mehr in die Höhe, je mehr Leistung eine App fordert. Denn wenn der Prozessor unter Volllast läuft, benötigt er auch den meisten Strom.

In der Praxis läuft ein Smartphone mit einem 2000-mAh-Akku deshalb auch bei durchschnittlicher Nutzung meist nur einen Tag, bevor es zurück an die Steckdose muss. Das bedeutet nichts anderes, als dass der durchschnittliche Verbrauch pro Stunde zwischen 80 und 100 Milliampere liegt. Je nachdem wie groß der Akku ist, lässt sich daraus also zumindest grob ableiten, wie lange ein Smartphone oder Tablet mit einer Ladung durchhält.

Werden Smartphone-Akkus immer größer?

Ja, es stimmt tatsächlich: Smartphone-Akkus sind mit der Zeit tatsächlich immer größer geworden. Hier ein Vergleich, der zeigt, wie sich die Akkugröße im Verlauf einer Modellreihe verändert hat.

Smartphone Akku-Kapazität
iPhone (2007) 1400 mAh
iPhone X (2017) 2716 mAh
Samsung Galaxy S (2010) 1500 mAh
Samsung Galaxy S8 (2017) 3000 mAh

Tatsächlich sind die Hersteller sogar gezwungen, immer größere Akkus in ihre Geräte zu packen. Das liegt vor allem an anderen Bauteilen: Prozessoren entwickeln sich rasant weiter und werden immer schneller, Displays werden größer, hochauflösender und heller, Kameras knipsen auf einem beängstigend hohen Niveau und Software-Algorithmen sind in der Lage, Virtual-Reality- oder KI-Anwendungen zu berechnen.

Um den höheren Leistungsanforderungen gerecht zu werden, haben Hersteller praktisch gar keine andere Wahl, als größere Akkus in die schmalen und flachen Smartphone-Gehäuse zu pressen. Da der Lithium-Ionen-Akku dabei aber mittlerweile an seine technischen Grenzen stößt, sind die meisten Hersteller mittlerweile aber dazu übergegangen, das Hauptaugenmerk bei der Weiterentwicklung von Prozessoren auf die Energieeffizienz zu legen.

 Akku-Größe ist nicht alles: Immer mehr Hersteller setzen auf die Energieoptimierung des Prozessors. fullscreen
Akku-Größe ist nicht alles: Immer mehr Hersteller setzen auf die Energieoptimierung des Prozessors. (©TURN ON 2017)

Das im Oktober 2017 vorgestellte Huawei Mate 10 Pro soll so beispielsweise bis zu 30 Prozent länger mit einer Akkuladung durchhalten als der Vorgänger Mate 9 – und das, obwohl die Größe des Akkus mit 4000 mAh gleich geblieben ist. Akku-Größe ist eben nicht alles.

Zusammenfassung

  1. In Smartphones kommen sogenannte Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz, die sich seit Anfang der 1990er Jahre durchgesetzt haben
  2. Die Abkürzung mAh steht für Milliamperestunden und steht für die Ladekapazität von Akkus
  3. Der mAh-Wert eines Akkus gibt an, wie viele Stunden der Akku durchhalten würde, wenn er sich konstant um ein Milliampere pro Stunde entleert
  4. In der Praxis verbrauchen Smartphone-Akkus bei durchschnittlicher Nutzung im Schnitt zwischen 80 und 100 Milliampere pro Stunde
  5. Weil immer schnellere Prozessoren und hochauflösendere Display immer mehr Akkuleistung benötigen, sind Smartphone-Akkus mit der Zeit immer größer geworden
  6. Mittlerweile setzen viele Hersteller bei der Weiterentwicklung ihrer Prozessoren eher auf Energieeffizienz als auf Leistungszuwächse

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