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Monitor kalibrieren: So stellst Du den Bildschirm in Windows 10 ein

Kolorimeter dienen zur professionellen Monitor-Kalibrierung.
Kolorimeter dienen zur professionellen Monitor-Kalibrierung. (©stock.adobe.com / coffeekai 2018)

Nach der Kalibrierung sieht das Monitor-Bild realistischer aus. Vor allem Profi-Fotografen werden um einen solchen Schritt kaum herumkommen. Hier erklären wir, wofür eine Kalibrierung gut ist, für wen es sich lohnt und wie Du in Windows 10 vorgehen musst.

Was bedeutet Monitor-Kalibrierung?

Bei der Monitor-Kalibrierung werden Bildeigenschaften wie Helligkeit, Kontrast und vor allem die Farben so angepasst, dass sie der Realität möglichst nahe kommen. Die Farben werden anhand von Industriestandards festgelegt. Zum Beispiel soll ein Regenbogen auf dem Bildschirm möglichst genauso aussehen wie ein echter Regenbogen da draußen. Ebenso sollen Fotodrucke dem Bild auf dem Monitor gleichen.

Wer braucht einen kalibrierten Monitor?

Bei Profi-Monitoren wie dem Dell UltraSharp UP2718Q bietet sich eine Kalibrierung an. (© 2018 Dell)

Abgesehen von Monitoren mit sehr guter Werkskalibrierung, die schon gut kalibriert ausgeliefert werden, kann jeder Monitor nach der Kalibrierung ein etwas realistischeres Bild liefern. Die meisten Anwender brauchen aber keinen kalibrierten Monitor. Das lohnt sich vor allem für Nutzer, die professionell Fotos und Videos bearbeiten. Die Medien sollen für den digitalen Einsatz und beim Druck möglichst exakt aussehen und ihren finalen Look sollte das Monitorbild bereits widerspiegeln.

Tatsächlich können die meisten Anwender mit einer Kalibrierung nicht allzu viel erreichen, weil die meisten Monitore keinen ausreichend großen Farbraum abdecken. Kein Monitor stellt zwar so viele Farben dar, wie wir mit unseren Augen sehen können, aber die meisten begnügen sich noch mit dem relativ kleinen sRGB-Farbraum. Nicht jeder Anwender wünscht sich dabei akkurate Farben, denn manche Nutzer bevorzugen etwa ein knalligeres oder kühleres Bild. Auch reduzieren Anwender, die viel mit Texten arbeiten, gerne die blauen Farben, was die Augen schont. Ein wärmeres Bild bedeutet aber auch ein weniger genaues Bild.

Was sind die Voraussetzungen für einen kalibrierten Monitor?

Kolorimeter wie der Datacolor Spyder 5 Pro messen die Bildwerte eines Monitors und kalibrieren ihn automatisch. (© 2018 YouTube / Datacolor Spyder)

Zunächst einmal muss sich der Monitor für eine professionelle Kalibrierung eignen. Eine 100-prozentige Abdeckung des sRGB-Farbraums ist für Consumer-Monitore schon sehr ordentlich. Profis arbeiten aber häufig mit dem größeren AdobeRGB-Farbraum, von dem der Monitor auch einen großen Teil abdecken sollte. Das Höchste der Gefühle sind aktuell Profi-Monitore mit HDR10-Unterstützung wie der ASUS ProArt PA32UC und der Dell UltraSharp UP2718Q. Sie kosten über 1400 Euro.

Mithilfe der Kalibrierung werden die unterstützen Farben und sonstigen Werte der Monitore dem Optimum im Form von industriellen Farbstandards angenähert. Dafür nutzen Profis allerdings nicht die Bordmittel, die Windows und macOS bereitstellen. Vielmehr setzen sie auf sogenannte "Kolorimeter". Dabei handelt es sich um Geräte, die das Monitorbild scannen, akkurate Profile erstellen und dann mit einer zugehörigen Software die Kalibrierung ermöglichen.

Beispiele sind das Datacolor Spyder 5 Pro, das Eizo Ex3 Colorimeter und das X-Rite ColorMunki Display. Die Kolorimeter sind ab ungefähr 100 Euro erhältlich. Normale Anwender können jedoch auch mit den Bordmitteln von Windows und macOS sowie mit ihren bloßen Augen ein etwas genaueres Bild erzielen.

So kannst Du Deinen Monitor kalibrieren

Schalte zunächst den Monitor an und lasse ihn für ungefähr eine halbe Stunde aufwärmen. Der Monitor sollte mit seiner maximalen nativen Auflösung arbeiten, also bei einem Full-HD-Monitor 1920 x 1080 Pixel. Gib nun "kalibrieren" in der Windows-Suche ein und öffne "Bildschirm-Farbkalibrierung". Bewege das Fenster auf den Monitor, der kalibriert werden soll, und klicke mehrmals auf "Weiter", bis die optimalen Vorlagen für den Gammawert erscheinen.

Auf der nächsten Seite wirst Du den Gammawert einrichten können, also präge Dir die Vorlage für "Gamma OK" ein, an der Du Dich orientieren musst. Klicke auf "Weiter" und verändere den Gammawert mit dem Schieberegler links so lange, bis das Fenster in der Mitte der Vorlage ähnelt. Gehe nun auf "Weiter" bis zu den Helligkeits-Vorlagen. "Gute Helligkeit" ist Deine Referenz für die nächste Einstellung.

Klicke auf "Weiter" bis zur Vorlage mit dem Anzugträger und dem schwarzen X. Nun wird leider kein Schieberegler eingeblendet, denn Du musst vielmehr die Helligkeit mit Hilfe der Buttons an Deinem Monitor regeln. Wo sich die Einstellung verbirgt, ist je nach Monitor unterschiedlich. "Weiter" geht es bis zur Vorlage für den Kontrast. Wieder zeigt das mittlere Bild das Optimum. Auf der nächsten Seite musst Du erneut die Monitor-Tasten verwenden, um den Kontrast festzulegen.

Die Kalibrierung erfolgt in Windows mit Hilfe von Testbildern. (© 2018 Microsoft / Screenshot: TURN ON)

Gehe weiter bis zum "Farbausgleich" und hier stehen erneut Schieberegler zur Verfügung. Klicke am Ende auf "Fertig stellen" und der Bildschirm ist zur Zufriedenheit von Windows kalibriert.

Um den Monitor noch genauer zu kalibrieren, ohne Dir einen Kolorimeter kaufen zu müssen, öffne die Website lagom.nl/lcd-test. Dort findest Du passende Testbilder für Kontrast, Schärfe, Schwarzlevel, Sättigung und noch viel mehr. Nutze die Buttons an Deinem Monitor und orientiere Dich wieder an den Vorlagen, um ein noch genaueres Ergebnis zu erzielen.

Zusammenfassung

  1. Bei der Monitor-Kalibrierung wird das Monitorbild anhand von Industriestandards der Realität angenähert
  2. Die Kalibrierung ist vor allem für professionelle Foto- und Videobearbeitung wichtig
  3. Ein Profi-Monitor mit erweiterter Farbraumabdeckung (insbesondere AdobeRGB) ist empfehlenswert
  4. Profis nutzen zur Kalibrierung Kolorimeter
  5. Unter Windows dient "Bildschirm-Farbkalibrierung" zur Einrichtung des Monitorbildes
  6. Die Testbilder von lagom.nl/lcd-test können auch helfen

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