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MQA: Hi-Res-Audio für die Massen?

MQA möchte die Streaming-Qualität auf Konzertniveau erhöhen.
MQA möchte die Streaming-Qualität auf Konzertniveau erhöhen. (©YouTube / MQA 2017)

Mit MQA macht ein neuer Audiocodec für hochwertiges Musikstreaming von sich reden. Der Streaming-Dienst Tidal ist der wichtigste Unterstützer von MQA. Doch wie funktioniert MQA, was brauchst Du dafür und lohnt sich das eigentlich? Du erfährst es hier.

Was ist MQA?

MQA bedeutet "Master Quality Authenticated". MQA ist ein Verfahren, mit dem qualitativ hochwertige Musik in einer Datei gespeichert wird, die klein genug ist, um online gestreamt werden zu können. Dabei werden in einer Musikdatei im Flac- oder Alac-Format im nicht hörbaren Teil (etwa im Grundrauschen) zusätzliche Musikinformationen aus einer hochwertigen Hi-Res-Aufnahme untergebracht. MQA ist allerdings ein "lossy" oder verlustreiches Format und bietet daher kein echtes Hi-Res-Audio. Die Verluste fallen immerhin weit geringer aus im Vergleich zu beispielsweise MP3.

 MQA verspricht Hi-Res-Audio für Musikstreams. fullscreen
MQA verspricht Hi-Res-Audio für Musikstreams. (©MQA 2017)

Die zusätzlichen Hi-Res-Informationen lassen sich nur mit einem MQA-Decoder entschlüsseln, etwa in Form einer kompatiblen Soundkarte. MQA-Dateien können zwar auch ohne diese Informationen auch als Flac oder Alac abgespielt werden – dann entfällt jedoch der akustische Zugewinn. Nur in diesem Sinne ist MQA abwärtskompatibel. Ein ähnliches Verfahren nutzte bereits HDCD, mit dem Hi-Res-Audio auf CDs und DVDs untergebracht werden sollte. HDCD konnte sich allerdings nicht durchsetzen.

Trotz Komprimierung erfordert das Abspielen eines MQA-Tracks eine Internet-Bandbreite von 1,6 MB pro Sekunde, was fünfmal so viel ist wie ein hochwertiger MP3-Stream. Die meisten Streaming-Anbieter wie Amazon Prime und Juke bieten Musikstücke mit einer Qualität von bis zu 320 kb/s. Aktuellen WLAN-Verbindungen sollten das MQA-Streaming trotzdem problemlos bewältigen können und LTE genauso.

Was brauchst Du für MQA?

 Die USB-Soundkarten DragonFly Black und Red sind dank eines Software-Updates inzwischen mit MQA kompatibel. fullscreen
Die USB-Soundkarten DragonFly Black und Red sind dank eines Software-Updates inzwischen mit MQA kompatibel. (©Audioquest 2017)

Der Streaming-Dienst Tidal stellt in Form seines "Tidalmasters" genannten Angebots Lieder im MQA-Format bereit. Die hochauflösenden Musikalben lassen sich nur mit der Tidal-Desktop-App abrufen und Du benötigst für den Zugriff auf die hochauflösenden Songs ein Tidal-HiFi-Abo für 20 Euro im Monat. 30.000 Musikstücke sind aktuell bei Tidal in MQA verfügbar und der Support der mobilen Apps wird nachgereicht.

Davon abgesehen benötigst Du eine Soundkarte oder einen DAC (Digital-zu-Analog-Konverter), der MQA entschlüsseln kann. Dazu gehören die USB-Soundkarten DragonFly Black und Red für um die 100 Euro, der Netzwerk-Player Pioneer N50AE für 900 Euro oder der mobile Player Pioneer XDP 300R für 700 Euro. Bedenke aber, dass Tidal die MQA-Dateien aktuell nur via Desktop-App anbietet. Falls Du eine kompatible Soundkarte hast, kannst Du MQA-Dateien bei 2L ausprobieren.

 Mit einem Tidal-Masters-Abo erhälst Du Zugriff auf rund 30.000 Musikstücke im MQA-Format – für 20 Euro im Monat. fullscreen
Mit einem Tidal-Masters-Abo erhälst Du Zugriff auf rund 30.000 Musikstücke im MQA-Format – für 20 Euro im Monat. (©Tidal 2017)

Lohnt sich MQA?

Dank MQA lässt sich hochauflösende, wenn auch nicht verlustfreie Musik streamen. Grundsätzlich setzt sich Musik-Streaming gegenüber Musik-CDs und Downloads aufgrund der Bequemlichkeit und der großen, sofort erhältlichen Auswahl immer mehr durch. MQA erfordert jedoch eine umfassende Lizenzierung, was Anbieter, Hersteller und aufgrund des an ihn weitergereichten Preises auch Kunden abschreckt.

Wer mit der Qualität gestreamter Musik jetzt schon zufrieden ist, braucht MQA nicht. Wer höhere Ansprüche an die Musikqualität stellt, ist mit dem Problem konfrontiert, dass MQA aktuell nur von einem Anbieter und nur in Verbindung mit einer Desktop-App erhältlich ist und Du Dir obendrein einen passenden DAC besorgen musst. MQA ist auf jeden Fall ein Blick in die Zukunft: Streaming-Musik wird einst mindestens CD-Qualität erreichen. Ob das MQA-Format bereits die erhoffte Lösung ist, muss sich zeigen.

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