Vergleich

Musik-Streaming-Vergleich: Spotify, Apple Music & Co.

Wir vergleichen die wichtigsten Musik-Streaming-Anbieter.
Wir vergleichen die wichtigsten Musik-Streaming-Anbieter. (©picture alliance / dpa 2015)

Musik-Streaming-Dienste sind weiter auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen besitzen keine Musik mehr, sondern streamen sie nur noch. Der populärste Vertreter ist derzeit Spotify. Doch auch Apple Music, Deezer oder Juke buhlen um die Gunst der Musik-Fans. Wir vergleichen sechs Musik-Streaming-Dienste.

Musik in physischer Form ist ein Auslaufmodell, selbst Plattformen für digitale Downloads wie iTunes haben wohl ihren Zenit mittlerweile überschritten. Streamingdienste wie Spotify oder Apple Music gewinnen hingegen weiter an Bedeutung. Für einen monatlichen Beitrag kann der User aus vielen Millionen Songs wählen – und diese direkt auf das Smartphone, Tablet oder Computer streamen. Unterschiede gibt es unter anderem bei der Anzahl der Tracks und bei der Bitrate der Musik. In unserem Vergleich nehmen wir Spotify, Apple Music, Deezer und Co. unter die Lupe und vergleichen die Dienste miteinander.

1. Spotify: Der aktuelle Platzhirsch aus Schweden

 Spotify kostet in der Premium-Version 9,99 Euro monatlich. fullscreen
Spotify kostet in der Premium-Version 9,99 Euro monatlich. (©Spotify 2016)

Angebot: Mehr als 30 Millionen Songs.

Kosten: Spotify gibt es gratis und als Premium-Version. Wer den Dienst kostenlos nutzen will, muss mit einigen Einschränkungen leben. So wird zwischen den Tracks Werbung eingestreut, einen Offline-Modus gibt es nicht. Auch die Bitrate ist niedriger und bietet nicht die hohe Qualität der kostenpflichtigen Variante. Das Premium-Abo kostet monatlich 9,99 Euro und kann einen Monat gratis getestet werden. Lädt man Familienmitglieder ein, können diese 50 Prozent auf den Monatspreis sparen.

Bedienung: Spotify bietet Apps für iOS, Android und Windows Mobile an – und ist damit auf allen relevanten Plattformen vertreten. Seinen Premium-Kunden bietet Spotify eine Audioqualität von maximal 320 kbit/s an. In der App kann zwischen drei verschiedenen Qualitätsstufen gewählt werden. Dank Spotify Connect findet die gestreamte Musik unkompliziert den Weg auf viele Lautsprecher oder Fernseher.

Fazit: Spotify ist derzeit noch der unangefochtene Platzhirsch. Positiv zu erwähnen ist die kostenlose Variante und die gute Bitrate von bis zu 320 kbit/s. Zudem lässt sich Spotify auf vielen unterschiedlichen Plattformen genießen.

2. Apple Music: Der Streamingdienst des iPhone-Herstellers

 Apple Music kann drei Monate lang kostenlos getestet werden. fullscreen
Apple Music kann drei Monate lang kostenlos getestet werden. (©YouTube/Apple 2015)

Angebot: Mehr als 30 Millionen Songs.

Kosten: Apple bietet eine besonders lange Testphase an: Ganze drei Monate lang können interessierte Nutzer Apple Music ausprobieren. Entscheidet man sich für ein Abo, werden monatlich 9,99 Euro fällig. Mit der Familienmitgliedschaft bietet Apple Music eine günstige Möglichkeit, um Familienmitglieder ebenfalls in den Genuss des Musikangebots kommen zu lassen. Für nur 14,99 Euro kannst Du sechs Familienmitglieder am Abo teilhaben lassen.

Bedienung: Zum Start von Apple Music konnte der Dienst nahezu nur im iOS-Ökosystem genutzt werden. Das Angebot selbst ist komfortabel in die herkömmliche Musik-App eingebunden und bietet somit einen ausgezeichneten Bedienkomfort. Mittlerweile öffnet sich der Dienst jedoch und bietet sogar eine App für Android an, die sich allerdings noch im Beta-Status befindet. Die Qualität wird je nach verfügbarer Bandbreite reguliert, beträgt maximal aber 256 kbit/s – und liegt zumindest in der Hinsicht etwas unter Konkurrent Spotify. Ein Offline-Feature bietet auch Apple Music.

Fazit: Apple Music punktet mit einfacher Bedienung und einer Familienmitgliedschaft, die nahezu konkurrenzlos günstig ist. Die Einbindung in die herkömmliche Musik-App auf iOS-Systemen macht besonders viel Spaß und erleichtert die Bedienung. Die dreimonatige Testphase ist ein weiterer großer Pluspunkt.

3. Deezer: Mehr als 40 Millionen Titel

 Deezer bietet mehr als 40 Millionen Songs für 9,99 Euro im Monat. fullscreen
Deezer bietet mehr als 40 Millionen Songs für 9,99 Euro im Monat. (©Deezer 2016)

Angebot: 40 Millionen Songs.

Kosten: Den ersten Monat gibt es kostenlos, danach verlangt Deezer 9,99 Euro monatlich. Deezer gibt es auch in einer kostenlosen Variante, die aber stark eingeschränkt ist und keinen Zugriff auf die Musikmediathek gewährt.

Bedienung: Hier kann Deezer punkten, auf allen wichtigen Plattformen ist der Anbieter präsent. So gibt es eine App für iOS, Android oder Windows. Auch arbeitet Deezer mit allen wichtigen Multiroom-System zusammen. Der Streamingdienst ist sogar mit Apple CarPlay kompatibel. Das Programm verfügt über einen Offline-Modus, zu den Titeln werden auf Wunsch die Songtexte einblendet. Gestreamt wird die Musik mit bis zu 320 kbit/s.

Fazit: Deezer punktet mit einier riesigen Musikmediathek, außerdem verfügt der Dienst über eine höchstmögliche Kompatibilität. Sogar Songtexte werden auf Wunsch eingeblendet.

4. Juke: Attraktive Festpreis-Pakete

 Juke hat zwei Festpreis-Pakete im Angebot. fullscreen
Juke hat zwei Festpreis-Pakete im Angebot. (©Juke 2016)

Angebot: Mehr als 30 Millionen Songs.

Kosten: Den ersten Monat kann man den Dienst kostenlos testen, anschließend werden monatlich 9,99 Euro fällig. Außerdem bietet Juke zwei Pakete zu drei und sechs Monaten an. Beide Pakete enden automatisch, einer Kündigung bedarf es hierbei nicht. Drei Monate schlagen mit 29,50 Euro zu Buche, ein halbes Jahr gibt es für 58 Euro. Eine Familienmitgliedschaft wird hingegen nicht angeboten.

Bedienung: Neben der Webversion ist Juke mit Apps für iOS und Android vertreten, ein Offline-Modus ist integriert. Durch Kooperationen mit TV-Herstellern kann der Dienst mittlerweile auch auf vielen Smart TVs genutzt werden. Die Songs werden in einer Bitrate mit bis zu 320 kbit/s auf die Endgeräte gestreamt.

Fazit: Wer sich gleich für mehrere Monate an Juke bindet, kann geringfügig sparen. Außerdem verfügt der Dienst über einen umfangreichen Musikkatalog und bietet eine exzellente Soundqualität.

5. Prime Music: Ein Gimmick für Prime-Mitglieder

 Prime Music ist aktuell nicht viel mehr als ein nettes Gimmick für Prime-Mitglieder. fullscreen
Prime Music ist aktuell nicht viel mehr als ein nettes Gimmick für Prime-Mitglieder. (©Amazon 2016)

Angebot: Mehr als 1 Million Songs.

Kosten: Prime Music gibt es nicht als separates Angebot, sondern ist in die normale Prime-Mitgliedschaft integriert. Man kann das Angebot also einen Monat kostenlos testen, muss danach aber jährlich 49 Euro auf den Tisch legen. Allein für Prime Music dürfte sich aber ein Abo für die wenigsten User lohnen. Das Musikangebot ist dafür einfach noch zu klein und der Konkurrenz deutlich unterlegen.

Bedienung: Eine App steht für iOS und Android zur Verfügung, auch mit dem Multiroom-System von Sonos arbeitet Prime Music mittlerweile zusammen. Natürlich ist der Dienst auch auf dem Fire TV oder Fire TV Stick verfügbar. Ansonsten kann Prime Music in Sachen Plattform-Verfügbarkeit nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten, immerhin bietet die App aber einen Offline-Modus. Auch die Soundqualität stimmt: Mit maximal 256 kbit/s werden die Tracks gestreamt.

Fazit: Prime Music punktet mit guter Bedienung, kann aber nicht einzeln gebucht werden, sondern ist Teil der normalen Prime-Mitgliedschaft. Das Abo des Dienstes allein für Prime Music lohnt kaum, ist aber als Teil des Gesamtpakets ein nettes Gimmick. In unserem Vergleich der Anbieter mit den wenigsten Songs.

6. Napster: Hohe Kompatibilität und gute Soundqualität

 Der einstige Filesharing-Pionier hat heute ein legales Streamingangebot. fullscreen
Der einstige Filesharing-Pionier hat heute ein legales Streamingangebot. (©Npaster 2016)

Angebot: Mehr als 40 Millionen Songs.

Kosten: Napster kann einen Monat kostenlos getestet werden, danach verlangt der Dienst 9,95 monatlich. Eine kostenlose Variante gibt es genauso wenig wie eine Familienmitgliedschaft.

Bedienung: Für Android, iOS und Windows gibt es eine entsprechende App. Napster ist ebenfalls mit vielen Multiroom-Systemen wie Sonos oder Denon kompatibel. Die App verfügt auch über einen Offline-Modus. Die Musik kann in einer Qualität von maximal 320 kbit/s angehört werden.

Fazit: Napster setzt auf hohe Kompatibilität und gute Soundqualität von bis zu 320 kbit/s. Auch die riesige Musikmediathek weiß zu überzeugen.

7. Fazit: Kein klarer Sieger feststellbar

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es beim Musik-Streaming nicht. Preislich bewegen sich alle Dienste in etwa auf dem gleichen Niveau, gemessen am reinen Preis ist Prime Music der günstigste Anbieter – hat aber auch deutlich weniger Tracks als die Konkurrenz zu bieten. Apple Music punktet mit einer langen kostenlosen Testphase. Ohnehin muss individuell bei den einzelnen Anbietern geprüft werden, ob die Lieblingsalben vertreten sind oder nicht.

Zwar sind die Anbieter bei den Mainstream-Sachen gut aufgestellt. Wird es etwas spezieller, lohnt es sich aber, einen genaueren Blick auf den jeweiligen Musikkatalog zu werfen. Ansonsten bieten alle Anbieter einen Offline-Modus, die Soundqualität unterscheidet sich minimal. Hier können Spotify und Napster überzeugen, die beide Musik in maximal 320 kbit/s anbieten. Wer einen Anbieter mit günstiger Familienmitgliedschaft sucht, sollte sich Apple Music genauer anschauen.

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