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Online bezahlen: Welche Methode ist sicher, welche nicht?

Immer mehr Menschen kaufen Waren im Internet.
Immer mehr Menschen kaufen Waren im Internet. (©picture alliance / ZB 2015)

Immer mehr Menschen kaufen online ein und müssen daher auch im Internet bezahlen. Aber noch immer gibt es bei vielen Kunden große Unsicherheit darüber, welche Methoden sicher sind und welche nicht. Denn tatsächlich gibt es Zahlungsarten, die weniger Risiko haben als andere.

Für welche Online-Zahlungsmethode Du Dich entscheidest, hängt natürlich auch davon ab, was der jeweilige Händler anbietet. Nicht alle Shops stellen alle Zahlungsmethoden zur Verfügung. Besonders kleinere Anbieter scheuen häufig die Gebühren, die etwa beim Zahlen per Kreditkarte zusätzlich entrichtet werden müssen. Wer viel online bezahlen muss, weil er viel im Internet einkauft, sollte möglichst mehrere Methoden nutzen können.

Noch ein Wort zur Sicherheit: Eine der allergrößten Sicherheitslücken sind heutzutage unsichere Passwörter! Wer immer im Internet online bezahlen muss, sollte seine Konten bei Shops und Zahlungsdienstleistern immer mit sehr sicheren Passwörtern bestücken. Begriffe wie "geheim" oder "mausi" gehören nicht dazu – grundsätzlich eigentlich kein Wort, das etwa im Duden steht. Wer ein sicheres Passwort braucht, bekommt dies beispielsweise bei einem Online-Passwortgenerator.

Methode 1: Bezahlen per Rechnung

Manche Anbieter wollen bei der Bestellung kein Geld sehen, sondern schicken eine Rechnung mit, die Du dann hinterher etwa per Überweisung bezahlen kannst. Das wird aber vor allem bereits bekannten Kunden angeboten und ist daher nicht besonders weit verbreitet. Sicherheit: absolut sicher.

Methode 2: Rechnung an Zahlungsdienstleister

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Unternehmen wie Klarna tragen Risiken, verlangen aber auch spürbare Gebühren. (©Klarna 2015)

Besonders kleinere Anbieter wälzen das Risiko und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs gerne auf externe Dienstleister ab. Du zahlst dann nicht an den Verkäufer, sondern – auch per Rechnung – an den Dienstleister, der dann das Geld an den Verkäufer schickt. Da dieser Dienstleister häufig auch das Ausfallrisiko trägt, wie beispielsweise das schwedische Unternehmen Klarna, fallen hier recht hohe Gebühren an, die zum Teil auf die Kunden umgelegt werden. Andererseits ist es für Dich eine sichere Methode, weil Du die Ware bekommst, bevor Du bezahlen musst und die gekauften Gegenstände prüfen kannst. Sicherheit: sehr sicher.

Methode 3: Lastschrift vom Bankkonto

Du erlaubst dem Verkäufer das Geld von Deinem Bankkonto abzubuchen. Eine gute Methode, da man Lastschriften innerhalb von sechs Wochen rückgängig machen und das Geld zurückbuchen lassen kann. Aber: Du musst Deine Kontoauszüge regelmäßig kontrollieren, ob alle Abbuchungen richtig gemacht wurden. Denn abbuchen kann im Grunde jeder, der die Kontodaten hat. Dabei haben die Banken zwar gewisse Kontrollmechanismen, wenn aber eine Lastschrift plausibel aussieht, wird diese auch eingelöst. Sicherheit: ziemlich sicher.

Methode 4: Bezahlen per Kreditkarte

Mit Kreditkartendaten musst Du immer vorsichtig sein. Nur an seriöse Unternehmen und große Zahlungsdienstleister sollten die Daten weitergegeben werden. Aber auch bei denen kommt es vor, dass die Server gehackt und die Daten geklaut werden. Bei großen und bekannten Anbietern gibt es in der Regel aber eine gute und schnelle Methode, Zahlungen auch rückbuchen zu lassen. Sicherheit: relativ sicher.

Methode 5: Sofortüberweisung & Giropay

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Das Bezahlen per Giropay ist relativ sichern und sehr einfach. (©Giropay 2015)

Hier kann man mit einer TAN-Nummer und dem Zugang zu seiner Bank Überweisungen machen. Die Methode ist mittlerweile sehr weit verbreitet und auch anerkannt. Über sichere Verbindungen können Zahlungen sehr zuverlässig abgewickelt werden. Du musst nur darauf achten, nicht auf kursierende Phishing-Mails versehentlich zu klicken. Aber: Die Methode funktioniert quasi wie Vorkasse, das Geld ist also erst einmal weg. Sicherheit: relativ sicher.

Methode 6: PayPal

PayPal ist ein US-Zahlungsdienstleister, mit dem Zahlungen zwischen Privatleuten etwa bei Versteigerungen über Ebay abgewickelt werden. Aber auch viele gewerbliche Anbieter nutzen PayPal mittlerweile. Die Einrichtung ist ebenso einfach wie die Benutzung, da Du per Passwort relativ einfach Geld anweisen kannst. Hier gilt: Das Passwort muss stark sein. Sicherheit: mit Risiken.

Methode 7: Überweisung, Vorkasse

Manche Anbieter verlangen für ihre Produkte die Bezahlung per Vorkasse und Überweisung. Das bedeutet, Du musst Geld überweisen und erst dann gibt es die Ware. Das ist an sich ok, aber Dein Geld ist natürlich erstmal weg, und Du bekommst erst dann das gekaufte Produkt. Sicherheit: relativ sicher.

Methode 8: Paysafecard

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Das Bezahlen per Paysafecard ist praktisch, birgt aber gewisse Risiken. (©Paysafecard 2015)

Du kaufst eine Wertkarte beispielsweise bei der Tankstelle und löst diese dann bei einem Anbieter ein. Es gibt Karten mit Werten zwischen 10 und 100 Euro, mit denen man Kleinstbeträge bezahlen kann. Vorteil: Man muss keinerlei Daten angeben und kann anonym bezahlen. Aber: Auch der Anbieter ist schwer greifbar, und bezahlt ist bezahlt. Sicherheit: größeres Risiko.

Methode 9: Nachnahme

Hier bestellst du eine Ware und zahlst diese mit Bargeld an der Haustür. Simple Methode, die in der Regel mit recht hohen Gebühren verbunden ist. Und Du zahlst wirklich erst dann, wenn Du die Ware in den Händen hältst. Sicherheit: ziemlich sicher.

Methode 10: SMS/Telefonrechnung

Kleinere Beträge kannst Du gelegentlich auch per SMS oder Telefonrechnung bezahlen. Das ist oft einfach und schnell, aber auch hier sollte man nur bekannten Anbietern vertrauen. Die Telekom etwa rechnet nur ab und prüft nicht nach, ob alles korrekt ist. Sicherheit: mit Risiken.

Methode 11: Bargeld schicken

Keine gute Idee. Bargeld wird immer wieder gerne auch von Omas und Tanten verschickt – und verschwindet ebenso regelmäßig. Solltest Du aufgefordert werden, Bargeld zu schicken – suche Dir einen anderen Anbieter. Sicherheit: absolut unsicher.

 Zusammenfassung:

  1. Nicht alle Händler bieten alle Bezahlmethoden an, deshalb solltest Du am besten mehrere Möglichkeiten haben
  2. Für manche Zahlungsmethoden werden hohe Gebühren fällig, die der Händler ganz oder teilweise auf Dich abwälzt
  3. Sichere Passwörter sind beim Einkaufen im Internet extrem wichtig
  4. Bei allen Methoden, bei denen Du im Vorfeld Geld schickst, musst Du dem Anbieter vertrauen können
  5. Am sichersten ist es für Dich, wenn Du vorher die Ware erhältst
  6. Mit Daten von Konto und Kreditkarte musst Du vorsichtig umgehen
  7. Niemals Bargeld schicken
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