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Windows-10-Start beschleunigen: So fährt Dein PC schneller hoch

Mit ein paar Tricks lässt sich ein Windows-PC beim Start schneller machen.
Mit ein paar Tricks lässt sich ein Windows-PC beim Start schneller machen. (©Pexels 2017)

Startet Dein PC zu langsam? Kein Problem mit einigen Tipps kannst Du den Windows-10-Start beschleunigen. Wir zeigen Dir, welche Möglichkeiten es gibt.

In jedem Fall aber ist nicht gleich ein neuer Computer notwendig, um Windows schneller hochfahren zu lassen. Schon die richtige Konfiguration der Energieeinstellungen kann den Systemstart eines Windows-PC deutlich beschleunigen. Im Grunde kann ein Rechner mit Windows durchaus auch in wenigen Sekunden hochfahren und einsatzbereit sein.

Trick 1: Den Standby-Modus geschickt einsetzen

Wenn Du den PC gar nicht erst vollständig herunterfährst, dann kannst Du ihn auch schneller starten. Beim Ausschalten versetzt Du den PC per "Start > Ein/Aus > Energie sparen" in den Energiesparmodus. In diesem Modus sind Strom fressende Teile  wie etwa die Festplatte oder der Bildschirm deaktiviert. Der Arbeitsspeicher wird aber weiterhin mit Strom versorgt und somit bleiben die gerade in Arbeit befindlichen Daten erhalten. Der Start aus dem Energiesparmodus klappt sehr schnell und dauert je nach Rechner unter Umständen nur wenige Sekunden.

 Mit den richtigen Energieplaneinstellungen lässt sich der PC-Start beschleunigen. fullscreen
Mit den richtigen Energieplaneinstellungen lässt sich der PC-Start beschleunigen. (©TURN ON 2017)

Tipp: Die Methode hat einen Nachteil: Wenn der Strom ausfällt, überleben die Daten im Arbeitsspeicher das nicht. Um das zu verhindern, klickst Du mit der rechten Maustaste auf "Start" und gehst dann über "Systemsteuerung > Hardware und Sound > Energieoptionen". Dort klickst Du dann hinter dem aktiven Energiesparplan – beispielsweise "Ausbalanciert" auf "Energieplaneinstellungen ändern".

In dem kleineren Fenster mit den Grundeinstellungen des Energiesparplans sollte jetzt unter "Energie sparen" die Einstellung "Hybrider Standby-Modus zulassen" aktiviert werden. Diese sorgt dafür, dass das laufende System auch auf die Festplatte gesichert wird und damit zur Verfügung steht, wenn der Strom mal ausfallen sollte.

Trick 2: Strom sparen im Ruhezustand

Wenn Du den PC in den Ruhezustand versetzt statt in den Energiesparmodus, dauert das Starten zwar fast so lange, wie beim Kaltstart – aber Deine Arbeitsumgebung steht sofort so zur Verfügung, wie Du diese verlassen hast, was auch einen gewissen Tempogewinn bringt. Zudem braucht der Rechner im Ruhezustand keinen Strom, sodass der PC auch längere Zeit etwa übers Wochenende ungenutzt und stromlos sein darf.

Trick 3: Den Schnellstart aktivieren

Eine etwas radikalere Option den Start von Windows 10 mit Systemmitteln zu beschleunigen, ist der sogenannte "Schnellstart". Dieser lässt sich unter "Systemsteuerung > Hardware und Sound > Energieoptionen > Systemeinstellungen" aktivieren. Dieser Modus sorgt dafür, das der Rechner nicht wirklich herunterfährt, sondern in einer Art Ruhezustand verharrt.

Der Schnellstart kann allerdings vor allem auf älteren PCs durchaus zu Problemen führen. Zudem raten viele Experten davon ab, den Schnellstart zu verwenden, wenn Windows auf einer SSD installiert ist, da diese sich sonst ungewöhnlich schnell abnutzen kann und Schaden nimmt.

Trick 4: Kaltstart schneller machen

Wenn Du den PC lieber ganz ausschaltest, dann kannst Du noch einige Einstellungen im BIOS oder dem Nachfolger UEFI machen. Einige Sekunden lassen sich damit gewinnen – aber Vorsicht: Wenn Du etwas falsch machst, kann es sein, dass der Computer danach nicht oder nur noch fehlerhaft funktioniert. Alle Änderungen erfolgen deshalb auf eigene Gefahr.

Um ins BIOS oder UEFI-Setup zu gelangen, gibt es je nach Rechnertyp verschiedene Wege: Beim Kaltstart unmittelbar nach dem Anschalten des PCs musst Du entweder die Taste [Entf] oder die Taste [F2] gedrückt halten. Manchmal sind es aber auch andere Tasten, mehr dazu steht in der Bedienungsanleitung des Computers.

Tipp: Als Boot-Laufwerk sollte im Bios die Festplatte eingestellt werden, von der auch das Betriebssystem geladen wird. Das Booten übers Netzwerk sollte komplett ausgeschaltet werden.

Trick 5: Den Autostart ausmisten

Oft werden bestimmte Programme beim Sstemstart im Hintergrund einfach mit geladen, ohne dass Du davon weist. Das macht in manchen Fällen Sinn, kann aber in anderen Fällen völlig überflüssig sein. Zum Glück kannst Du mit den Bordmitteln von Windows 10 selbst überprüfen, welche Apps und Dienste beim Systemstart alles geladen werden und dies gegebenenfalls auch unterbinden.

Das geht sogar ganz leicht: Mit der Tastenkombination Strg + Alt + Entf kommst Du in den Task-Manager. Dort wählst Du dann einfach "Mehr Details"  die erweitere Ansicht und den Reiter "Autostart".

In der Liste kannst Du die Programme sehen, die beim Booten des PCs mit geladen werden. Durch einen Rechtsklick auf das jeweilige Programm und die Schaltfläche "Deaktivieren" kannst Du verhindern, das ein bestimmtes Programm direkt mit geladen wird.

 Über den Task-Manager kannst Du Programme aus dem Autostart werfen. fullscreen
Über den Task-Manager kannst Du Programme aus dem Autostart werfen. (©Screenshot Microsoft/TURN ON 2018)

Trick 6: Mit AutoRuns oder Bootracer das System auf Bremsen prüfen

Microsoft selbst bietet die kleine App AutoRuns an, mit dem Du den PC auf versteckte Tempokiller testen kannst. Das Programm hat weitaus mehr Funktionen als die mitgelieferten Test-Tools. Es listet alle Programme und Treiber auf, die beim Start geladen werden. Darunter sind viele Tempo-Bremsen, die sich nicht allein auf das Booten auswirken, sondern auch den PC später im Betrieb bremsen.

Besonders interessant sind die Register "Logon", "Services", "Scheduled Tasks" und "Drivers". Ist ein Eintrag unbekannt, markiert das Programm diesen rot, ist die Software nicht vorhanden, wird er gelb unterlegt. Mit der Funktion "Entry/Search Online", kannst Du im Internet nach verdächtigen Leistungsbremsen suchen. Auch hier geschieht das deaktivieren von Software jedoch auf eigene Gefahr.

 Unter Autostart sind die Programme gelistet, die beim Systemstart geladen werden. fullscreen
Unter Autostart sind die Programme gelistet, die beim Systemstart geladen werden. (©TURN ON 2017)

Eine sehr gute Alternative zu AutoRuns ist das Programm Bootracer, das ebenfalls kostenlos als Download erhältlich ist.

Trick 7: Turbo-Schnellstart per SSD

Wirklich extrem schnell startet Dein Computer, wenn Du ihm eine SSD spendierst. Das ist eine Festplatte, die wie ein großer USB-Stick ohne bewegliche Teile funktioniert. Der Vorteil der Festspeicher-Technologie ist, dass Daten wesentlich schneller gelesen werden können. Nachteil: SSDs sind noch recht teuer.

Daher ist es momentan am besten eine SSD mit einer herkömmlichen Festplatte zu kombinieren und auf der SSD nur das Betriebssystem zu installieren. Dadurch lassen sich recht dramatische Tempogewinne erzielen. Das gilt sowohl für den Start, wie auch fürs Arbeiten oder Spielen. Damit die SSD ihre volle Leistung bringen kann, braucht der PC eine so genannte SATA-III-Schnittstelle. Die meisten modernen PCs haben diese aber schon ab Werk verbaut. Für eine SSD mit 128 GB Speicher musst Du etwa 60 Euro einkalkulieren.

Zusammenfassung:

  1. Am schnellsten geht der Systemstart aus dem Standby-Modus, der allerdings Strom verbraucht
  2. Auch der stromlose Ruhezustand bringt einen leichten Tempogewinn beim Start.
  3. Auch der Schnellstart-Modus kann das Hochfahren von Windows beschleunigen. Er funktioniert allerdings oft auf Kosten der Hardware-Lebensdauer
  4. Mit einigen BIOS/UEFI-Tricks lässt sich der Kaltstart schneller machen.
  5. Über den Task-Manager von Windows kannst Du prüfen, welche Programme beim Systemstart automatisch mitgeladen werden und dies gegebenenfalls verhindern
  6. Tools wie Bootracer oder Autoruns finden mögliche Bremsen für einen schnellen Systemstart
  7. Eine SSD für etwa 100 Euro kann einen erheblichen Tempozuwachs bringen.
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