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PC und Laptop gebraucht kaufen: Darauf musst Du achten

Wir erklären, was Du bei gebrauchten PCs beachten solltest.
Wir erklären, was Du bei gebrauchten PCs beachten solltest. (©Picture Alliance/ Klaus Ohlenschläger 2016)

Für einen neuen PC oder ein Notebook legt man je nach Ausstattung schon mal eine ganze Stange Geld auf den Tisch. Alternativ lohnt sich manchmal ein gebrauchtes Gerät. Wir verraten Dir, worauf Du achten musst, wenn Du einen gebrauchten PC kaufst.

Der PC ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Nicht nur auf der Arbeit, sondern auch privat erledigen wir viele Dinge direkt am Rechner. Deshalb muss ab und an auch ein neuer Computer her. Kein Problem: Immerhin sind Angebot und Auswahl riesig. Doch muss es immer ein neues Gerät sein?

Was spricht für einen gebrauchten PC?

Der wichtigste Aspekt, der für einen gebrauchten Computer spricht, ist natürlich der finanzielle. Häufig kannst Du deutlich sparen, wenn Du ein Gerät kaufst, das gebraucht ist bereits ein oder zwei Jahre auf dem Buckel hat. Oft sind ordentliche Rechner von Markenherstellern wie Acer, HP oder Lenovo bereits für unter 300 Euro zu haben. Für viele Nutzungsszenarien, wie das Schreiben in Office, das Verwalten von Dateien oder das Surfen im Netz sind ältere PCs oft immer noch vollkommen ausreichend.

Was spricht gegen einen gebrauchten PC?

Zu beachten ist, dass PCs schneller altern als beispielsweise Fernseher oder Soundanlagen. So sind technische Komponenten wie Prozessor oder Grafikkarte oft nach wenigen Jahren schon überholt und können vielen neueren Programmen teilweise nicht mehr genügen. Das liegt vor allem an der Software, die immer besser, aber damit auch immer ressourcenhungriger wird. Wenn Du einen PC sicherlich für mehrere Jahre nutzen möchtest, solltest Du beim Kauf auch darauf achten, dass die Hardware noch ein bisschen Luft nach oben hat, um in zwei oder drei Jahren noch allen Anforderungen gerecht zu werden. So kannst Du bei Bedarf einzelne Komponenten erneuern und das System dadurch über einen längeren Zeitraum aktuell halten.

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Auch ältere PCs lassen sich für viele Anwendungen noch verwenden. (©CC: Flickr/Jeff Wilcox 2014)

Ob sich ein Gebrauchtkauf lohnt, hängt also auch davon ab, wofür ein PC verwendet werden soll. Wer auf seinem Gerät beispielsweise neue Spiele zocken möchte, sollte besser nach einem neuen PC Ausschau halten. Das Gleiche gilt für Nutzer, die ihren Rechner beispielsweise für Videoschnitt oder Grafikbearbeitung verwenden möchten. Auch sind 4 GB RAM an Arbeitsspeicher gerade für Heavy-User nicht mehr unbedingt viel.

Was sollte ein gebrauchter PC bieten?

Für Standard-Büroaufgaben braucht ein PC natürlich keinen High-End-Prozessor. Oft reichen ein Intel Core i3- oder ein AMD A4-Prozessor aus. Auch die etwas schwächeren, aber gleichzeitig auch energiesparenderen Intel Core M- oder AMD Athlon-Chips dürften den meisten Anforderungen gewachsen sein. Wer hingegen etwas mehr Leistung braucht, schaut sich nach Computern mit Intel Core i5 oder AMD A6 um.

Der Arbeitsspeicher sollte nach aktuellem Stand mindestens bei 4 GB RAM liegen. Damit lassen sich fast alle Alltagsaufgaben gut erledigen. Lediglich Heavy-User könnten an ihre Grenzen geraten. Wenn Du etwas mehr Zukunftssicherheit möchtest, solltest Du Dich nach einem Modell mit 6 oder 8 GB RAM umschauen oder einen Rechner wählen, bei dem sich der Arbeitsspeicher ohne große Probleme aufrüsten lässt.

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Die verbaute Hardware ist entscheidend. (©Intel Free Press 2015)

Auch die Festplatte ist ein wichtiger Punkt. Da wir im Alltag mit immer mehr Daten hantieren, lohnt sich ein Kauf unter 500 GB heute kaum noch. Eine Ausnahme sind zusätzlich verbaute SSD-Festplatten. Diese haben oft nur eine Größe zwischen 64 und 256 GB und sind vor allem gedacht, um das Betriebssystem und andere wichtige Programme zu beherbergen. Da Lese- und Schreibgeschwindigkeit bei einer SSD deutlich höher sind als bei einer normalen Festplatte, sind solche PCs im Arbeitsalltag in der Regel deutlich flinker als andere Modelle.

Besonderheiten bei gebrauchten Notebooks

Bei Notebooks gibt es beim Gebrauchtkauf einige Besonderheiten zu beachten. Generell haben die kompakten Rechner eine geringere Lebensspanne als große Desktop-Rechner. Das liegt vor allem daran, dass sie sich aufgrund der Bauweise kaum aufrüsten lassen. So ist es in der Regel nicht möglich, einen neuen Prozessor oder eine neue Grafikkarte einzubauen. Bei vielen Modellen ab 15 Zoll lassen sich aber zumindest Festplatten austauschen oder der Arbeitsspeicher erhöhen. Im Zweifel solltest Du Dich beim Verkäufer über die Möglichkeiten zur Aufrüstung informieren.

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Bei einigen Laptops lässt sich der Arbeitsspeicher aufrüsten. (©Picture Alliance/ Andrea Warnecke 2016)

Ein weiterer Punkt, der insbesondere bei älteren Laptops wichtig ist, ist die Reinigung der Lüfter. Diese setzen sich mit der Zeit mit Staub zu, wodurch die Kühlung von Prozessor und Grafikkarte nachlässt. Hitze in den Teilen entsteht vor allem dann, wenn die Chips unter Volllast arbeiten. Moderne Prozessoren und GPUs takten sich zum Glück bei zu großer Hitze automatisch herunter, um eine Beschädigung zu verhindern. Das bedeutet aber auch, dass Prozessor und Grafikkarte in der Praxis kaum noch unter Volllast arbeiten können. Eine umfassende Reinigung der Lüfter ist allerdings nur dann möglich, wenn sich der Laptop öffnen lässt.

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Der Lüfter setzt mit der Zeit Staub an. (©CC: flickr/ Timo Kuusela 2016)

Je älter ein Notebook ist, desto mehr wurde in der Regel auch der Akku beansprucht. Dessen Leistungsfähigkeit lässt mit zunehmenden Ladezyklen jedoch nach. Es ist also gerade bei gebrauchten Laptops wichtig, auf einen austauschbaren Akku zu achten, sodass sich dieser im Zweifelsfall austauschen lässt.

Das maximale Alter

Je älter ein PC ist, desto weniger lohnt sich ein Gebrauchtkauf. Das liegt nicht nur an veralteten Bauteilen, sondern auch an der allgemeinen Abnutzung der technischen Komponenten. Mit zunehmendem Alter steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit für Defekte. PCs, die fünf Jahre oder älter sind, lohnen sich in der Regel nicht mehr als Gebrauchtkauf. Bei Gaming-Rechnern liegt die Verfallsgrenze niedriger, da hier Komponenten wie Prozessor oder Grafikkarte schneller veraltet sind. Neue Teile sind dann nicht nur kostenintensiv, sondern lassen sich auch oft gar nicht mehr in älteren Systemen integrieren.

Welches Betriebssystem sollte es sein?

Auch das Betriebssystem eines gebrauchten PCs ist wichtig. Davon ist nämlich abhängig, welche Software auf dem Rechner läuft. Mit Windows 7 oder Windows 8.1 machst Du nichts falsch, zumal sich beide bis Ende Juli 2016 noch kostenfrei auf Windows 10 updaten lassen. Ältere Versionen wie Windows Vista oder XP sind jedoch problematischer. Hier kann es mit neuen Programmen zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Bei Windows XP bestehen zudem Sicherheitsrisiken, da das Betriebssystem keine neuen Sicherheitspatches mehr von Microsoft erhält. Wird der PC ohne Betriebssystem angeboten, bleibt nur die Installation einer eigenen Version.

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Windows XP gilt nicht mehr als sicher. (©Screenshot/ Microsoft 2015)

Falls möglich: "Refurbished"-Computer vom Händler kaufen

Wenn es möglich ist, kaufe den gebrauchten PC oder Laptop von einem Händler. Zahlreiche Anbieter verkaufen über das Internet generalüberholte Computer oder Retourenware, welche oft nur minimale Gebrauchsspuren hat. Der große Vorteil: Als gewerbliche Verkäufer müssen Händler auch bei abgelaufener Garantie eine Gewährleistung von mindestens 12 Monaten übernehmen. Stellen sich also zum Beispiel verstecke Mängel heraus, bleibst Du nicht auf dem kaputten Gerät sitzen. Beim Privatverkauf sieht das dagegen ganz anders aus.

Zusammenfassung

  1. Gebrauchte PCs bieten vor allem Vorteile beim Preis
  2. Nicht für alle Zwecke eignet sich ein gebrauchtes Gerät
  3. Als Käufer solltest Du Dich mit der Hardware-Ausstattung auseinandersetzen
  4. Bei Notebooks sollten weitere Faktoren wie Wartungsmöglichkeiten beachtet werden
  5. Gebrauchte PCs sollten am besten ein bis drei Jahre alt sein
  6. Betriebssysteme, die älter als Windows 7 sind, können problematisch sein
  7. Versuche das Gebraucht-Gerät von einem gewerblichen Händler zu kaufen, so besteht mindestens 12 Monate Gewährleistung
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