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Podcast erstellen: Schritt für Schritt erklärt

Für einen ernsthaften Podcast solltest Du ein ordentliches Mikrofon nutzen.
Für einen ernsthaften Podcast solltest Du ein ordentliches Mikrofon nutzen. Bild: © Adobe Stock/BillionPhotos.com 2018

Die Erstellung eines Podcasts erfordert eine gewisse Vorarbeit. Du solltest ein wenig üben, ein Konzept entwickeln und eine bestimmte Technik und Software brauchst Du ebenso. Hier erfährst Du Schritt für Schritt, wie Du einen Podcast erstellst.

Übe Podcasten mit dem Smartphone

Ist ein Podcast überhaupt etwas für Dich? Nicht jeder fühlt sich wohl dabei, öffentlich zu sprechen. Und nicht jeder weiß, was er in einem Podcast sagen sollte – obendrein regelmäßig, in mehreren Folgen. Übe am besten erst einmal, indem Du mit dem Smartphone Probe-Podcasts aufnimmst. Die kannst Du anderen vorspielen, um zu sehen, wie gut sie ankommen. Schließlich kannst Du einen Podcast, mit dem Du zufrieden bist, auf YouTube hochladen. Möglicherweise geben Dir Kommentatoren Hinweise, ob das Podcasten etwas für Dich ist und wie Du es besser machen kannst. Auch die Zugriffszahlen sind aufschlussreich.

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Podcasts kannst Du nicht nur mit dem Handy erstellen, sondern auch damit anhören. Bild: © TURN ON 2019

Wozu ist der Podcast da?

Wozu möchtest Du einen Podcast machen? Vielleicht nur als Hobby, vielleicht beruflich. Ist es Dein Hobby, solltest Du einen Teil Deiner Freizeit für das regelmäßige Podcasting freihalten können. Machst Du es beruflich, sind eine gewisse wirtschaftliche Planung und vielleicht Vorgaben des Arbeitgebers relevant. So oder so musst Du Dir erst überlegen, zu welchem Zweck Du einen Podcast machen möchtest.

Worum geht es in dem Podcast?

Worüber möchtest Du in dem Podcast reden? Hast Du das Interesse und die Kompetenz, regelmäßig Podcasts zu diesem Thema zu machen? Podcasts gibt es zu allen möglichen Themenbereichen wie Kunst, Comedy, Bildung, Sport, Wirtschaft und Gesundheit. Ist das Thema zu nischig wie "Computer aus den 1980ern" dürfte Deine Zuhörerschaft begrenzt sein, ist das Thema hingegen zu weit gefasst wie "Politik", hast Du vielleicht zu viel und zu mächtige Konkurrenz.

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Im Podcast Baywatch Berlin geht es um Themen aus dem Alltag der drei Podcaster. Bild: © Spotify/Screenshot TURN ON 2020

Für wen ist der Podcast gedacht?

Als nächstes solltest Du Dir über Deine Zielgruppe Gedanken machen. Wer könnte an einem Podcast von Dir Interesse haben? Du kannst zum Beispiel einen Ernährungs-Podcast für Kochprofis machen oder für die Laien-Köche zu Hause. Oder Du redest über eine bestimmte Art von Ernährung wie vegetarische Ernährung oder Fleischgerichte. So wirst Du stets unterschiedliche Menschen erreichen – und musst bei jedem Podcast im Hinterkopf behalten, für wen Du das machst. Sonst sind etwa die Kochprofis unterfordert oder die Laien-Köche überfordert. Level Cap Radio, der Podcast der TURN-ON-Redakteure David und Meru, richtet sich zum Beispiel an deutsche Gaming-Fans allgemein.

Level Cap Radio – der Gaming-Podcast auf Deutsch

Welche Art von Podcast soll es sein?

Nächste Frage: Welcher Podcast-Typ soll es werden? Hier bist Du nicht ewig festgelegt, Du kannst etwa als Solo-Podcaster auch gelegentlich ein Interview machen. Auch bekommst Du vielleicht irgendwann Verstärkung durch einen Co-Moderator. Aber den grundlegenden Podcast-Typus solltest Du zunächst einmal festlegen.

Die Solo-Show

  • Vorteile: Du kannst Dich als Autorität für Dein Thema etablieren. Und Du behältst die möglichen Profite alle selbst.
  • Herausforderungen: Du musst alleine Deine Zuhörer bei der Stange halten, alles selbst planen und ausführen.

Die Show mit Co-Moderator

  • Vorteile: Wenn eine weitere Person da ist, musst Du Dir Deinen Gesprächspartner nicht vorstellen. Viele Podcasts leben von der guten Chemie zwischen den Moderatoren, die sich gegenseitig auf die Schulter nehmen, ihre jeweils eigenen Perspektiven einbringen und zu einer lebendigeren Erfahrung beitragen.
  • Herausforderungen: Der Co-Moderator muss stets Zeit für den Podcast haben. Und es stellt sich die Frage, wem der Podcast gehört und wie die Einnahmen verteilt werden sollen. Auch solltest Du die Möglichkeit einplanen, dass sich der Co-Moderator einst anderen Aufgaben widmet.

Die Interview-Show

  • Vorteile: Du kannst mit spannenden Gesprächspartnern wie Experten über Themen sprechen, die Dich interessieren. Die Interviewpartner bringen oft auch ihre eigenen Zuhörer mit, von denen Du vielleicht manche für Deinen Podcast überzeugen kannst.
  • Herausforderungen: Du musst immer wieder neue Interviewpartner auftreiben, Termine absprechen und die Technik muss auf beiden Seiten stimmen. Auch musst Du mit den Partnern vorher abstimmen, dass Dir die Rechte am Interview gehören und dass Du es bearbeiten möchtest, um etwa Sprechpausen zu entfernen.

Runder Tisch

  • Vorteile: Du übernimmst die Rolle des Moderators und sprichst mit einer ganzen Reihe an Gästen über ein Thema. So erhalten Deine Zuhörer mehr Perspektiven und Informationen, auch können solche Runden bei einer guten Chemie der Teilnehmer sehr unterhaltsam werden.
  • Herausforderungen: Der Organisationsaufwand ist hoch, alle Teilnehmer müssen zum selben Zeitpunkt auftauchen. Und das gegebenenfalls regelmäßig. Und jeder muss sich immer wieder neu vorbereiten.

Dokumentation

  • Vorteile: Ein Erzähler führt durch Clips vor Ort, Unterhaltungen und Interviews, um einen Eindruck zu vermitteln von einem Ereignis. Etwa, damit die Zuhörer einen Messebesuch miterleben können.
  • Herausforderungen: Sehr hoher Organisationsaufwand und verschiedene Formate. Allerdings werden Dokumentationen gerne für bestimmte Events eingesetzt und nicht unbedingt regelmäßig.

Gute Namen für Podcast und Folgen wählen

Der Name ist vielleicht das erste, was die Interessenten von Deinem Podcast mitbekommen. Er ist also relativ wichtig. Hier sind mögliche Optionen für einen Podcast-Namen:

  • Der beschreibende Name: Hier bringst Du relevante Schlüsselbegriffe im Podcast-Namen unter, nach denen die Leute auf Google suchen können. Etwa "Der Fitness-Podcast" oder "Der Koch-Podcast". Der Name sollte zudem einprägsam und nicht zu lang sein. Ein schwieriger Spagat.
  • Der originelle Name: Auch Podcasts mit originellem Namen müssen die Leute irgendwie finden können. Im Zweifelsfall bringst Du passende Schlüsselwörter in der Beschreibung unter und nicht direkt im Namen. Denkbar wären etwa "Der Schlauhorst" für einen Wissens-Podcast oder "Die kochende Qualle" für einen Koch-Podcast – aber vielleicht nicht wirklich konkret diese Namen.
  • Dein eigener Name: Du solltest nur Deinen eigenen Namen verwenden, wenn die Leute ihn bereits kennen. "Pascals Podcast" interessiert niemanden, wenn nicht klar ist, welcher Pascal das sein mag.

Kaufe ein Mikrofon für den Podcast

Die Technik ist weniger wichtig als gute Ideen. Aber möchtest Du wirklich professionell durchsteigen, dann brauchst Du eine anständige Ausrüstung. Für den Anfang genügt ein USB-Mikrofon für den PC, die normalerweise auf die Kondensator-Technik setzen. Diese dient eigentlich eher für Instrumenten-Aufnahmen, hat sich aber trotzdem bei USB-Mikrofonen durchgesetzt. Wer Top-Technik möchte, besorgt sich ein gutes dynamisches Mikrofon und ein Audio-Interface für den Rechner.

Redaktions-Tipp: Ich selbst verwende das Elgato Wave:3, das für seine angenehme, für die Stimme optimierte Audioqualität bekannt ist. Die Tontechnik darin stammt von den Profis von Lewitt. Als gute Alternative gilt das Rode NT-USB. Diese Mikrofone haben allerdings einen gehobeneren Preis von 150 - 200 Euro.

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Besorge Dir Recording-Software für den Podcast

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Neben dem Mikrofon brauchst Du eine Recording-Software. Bild: © Pexels 2018

Für die Recording-Software musst Du nicht unbedingt Geld ausgeben. Mac-Nutzer setzen etwa auf GarageBand, das bereits in macOS integriert ist. Für Windows ist die Gratis-Software Audacity empfehlenswert. Nur, wenn Du Interviews führst und etwa mit Skype den Ton aufnehmen möchtest, kostet das Geld für die nötige Software. Mit diesen Programmen zeichnest Du nicht nur den Ton auf, sondern bearbeitest ihn auch – etwa, indem Du Rauschen, Versprecher und Sprechpausen entfernst.

Bestimme Aufbau und Länge des Podcasts

Du solltest für jeden Podcast einen grundlegenden Plan entwerfen. Die optimale Länge liegt bei 20 - 25 Minuten, um die Zuhörer nicht zu überfordern. Ein typischer Aufbau sieht laut Voices.com ungefähr so aus:

  1. Intro: 30 - 60 Sekunden
  2. Intromusik: 30 - 60 Sekunden
  3. Thema 1: 3 Minuten
  4. Thema 2: 3 Minuten
  5. Intermezzo: 30 Sekunden Musik oder Pause
  6. Thema 3: 3 Minuten
  7. Thema 4: 3 Minuten
  8. Abschließende Worte (Zuhörern danken, Gästen danken, über die nächste Folge reden): 2 Minuten
  9. Outromusik (am besten dieselbe wie die Intromusik): 2 Minuten

Wähle Plattform und Coverbild für den Podcast

Randomtainment – der Podcast mit den TURN-ON-Moderatoren Alex und Jens

Wo möchtest Du Deinen Podcast veröffentlichen? Die wichtigsten Podcast-Plattformen sind Apple Podcasts und Spotify. Manche nutzen auch YouTube für Podcasts. Außerdem bieten sich Soundcloud, Deezer, Castbox und Google Podcasts an. Dafür brauchst Du neben Titel und Beschreibung ein Coverbild. In der Regel sollte dieses 1.400 x 1.400 Pixel und unter 500 Kilobit groß sein, wobei sich als Format JPG oder PNG anbietet. Achte dabei sehr auf das Urheberrecht – keine geschützten Bilder verwenden beziehungsweise für die Verwendung bezahlen.

Bewerbe den Podcast

Die Podcast-Plattformen bieten in der Regel eingebaute Werbemöglichkeiten an. Ansonsten eignen sich Links in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter. Praktisch sind auch Tipps von anderen Podcastern und Hinweise auf Blogs bis hin zu Nachrichtenseiten.

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