PPI: Was bedeutet eigentlich die Pixeldichte bei Handys?

Das Samsung Galaxy S9 hat eine Pixeldichte von 568 ppi.
Das Samsung Galaxy S9 hat eine Pixeldichte von 568 ppi. (©TURN ON 2018)
Andreas Müller Hat im vergangenen Jahr so viele Smartphones getestet, dass er einen Orden verdient hätte.

Die Pixeldichte PPI wird gerne zum Vergleich der Schärfe von Smartphone-Displays herangezogen. Aber was bedeutet "PPI" überhaupt und wie wird die Pixeldichte berechnet? Hier erklären wir, wozu die Pixeldichte dient und wie Du einen PPI-Rechner verwendest.

Samsung bewirbt das Flaggschiff-Smartphone Galaxy S9 unter anderem mit seiner hohen Pixeldichte von 570 ppi. Dabei handelt es sich um einen gerundeten Wert – genauer bietet das Smartphone eine Pixeldichte von 568 ppi. Wie Du das ausrechnen kannst, erfährst Du später. Das Kürzel "ppi" bedeutet eigentlich "pixels per inch" und somit "Pixel pro Zoll". Ein Zoll sind 2,54 Zentimeter. Tatsächlich sind mit "ppi" allerdings die Pixel pro Quadratzoll gemeint, also pro Zoll².

Warum "ppi" und nicht "Auflösung"?

Die Pixeldichte eignet sich besser dazu, die Schärfe von Bildschirmen zu vergleichen, als die bloße "Auflösung". Die Auflösung des Galaxy-S9-Displays beträgt zum Beispiel 2960 x 1440 Pixel, was die Pixelanzahl in der Höhe mal die Pixelanzahl in der Breite beschreibt. Das Problem: Das größere Galaxy S9 Plus hat ebenfalls eine Auflösung von 2960 x 1440 Pixel. Sind die Geräte also gleich scharf? Nein, das sind sie nicht.

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Das Motorola Moto G6 Play begnügt sich mit einer Pixeldichte von 282 ppi.

Das Display des Galaxy S9 ist schärfer als jenes des S9 Plus, auch wenn Du den Unterschied mit bloßem Auge vielleicht nicht erkennst. Der Grund: Das Galaxy S9 Plus hat ein 6,2 Zoll großes Display, während der Bildschirm des Galaxy S9 nur 5,8 Zoll misst. Dieselbe Anzahl von Pixeln kommt beim S9+ also auf einer größeren Fläche unter. Damit sinkt die Schärfe. Ein anderes Beispiel: Wenn Du direkt vor einem 24 Zoll großen Monitor mit einer 4K-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln sitzt, wirken Spiele vollkommen scharf, auf einem 75 Zoll großen Fernseher mit derselben Auflösung hingegen nicht mehr.

Das ist die Formel für die ppi-Berechnung

Aus diesem Grund wird die Pixeldichte eingesetzt, um die Schärfe verschiedener Displays miteinander vergleichen zu können. Wer die ppi selbst berechnen möchte, benötigt zunächst die diagonale Punktdichte. Die diagonale Punktdichte ist die Wurzel aus den horizontalen Pixeln im Quadrat plus den vertikalen Pixeln im Quadrat. Beim Galaxy S9 ist das also die Wurzel aus (2960² +1440²). Die diagonale Punktdichte wird anschließend durch die Bildschirmgröße in Zoll geteilt, hier 5,8 Zoll. Das ergibt 567,53 ppi oder eben gerundet 568 ppi.

So berechnest Du die Zahl mit einem PPI-Rechner

Gehen wir davon aus, dass der Mathematikunterricht schon ein paar Jahre her ist oder Du einfach keine Lust hast, die ppi mit mehreren Rechenschritten zu ermitteln. Dann verwende statt Taschenrechner lieber den DPI Calculator / PPI Calculator. Du musst hier lediglich drei Werte eintippen, die Du auf jedem Smartphone-Datenblatt findest. Die ppi geben die Hersteller nämlich nicht immer an.

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Das Xperia XZ2 liegt mit einer Pixeldichte von 424 ppi im Mittelfeld.

In die Zeile "Horizontal resolution" kommt die horizontale Auflösung, die beim Galaxy S9 "2960" beträgt. In die Zeile "Vertical resolution" trägst Du derweil die vertikale Auflösung, also in diesem Fall "1440", ein. Schließlich gibst Du noch die "Diagonal" an, die Bildschirm-Diagonale in Zoll: in unserem Beispiel sind das "5,8". Den Rest erledigt das Browser-Programm automatisch. Du findest das Ergebnis in der fett markierten Zeile darunter: "567,53 PPI" nach Adam Riese.

Ist PPI dasselbe wie DPI?

Aber warum nennen die Entwickler das Programm "DPI Calculator / PPI Calculator", als wären DPI und PPI dasselbe? Ursprünglich waren das tatsächlich zwei unterschiedliche Maßeinheiten, aber heute werden sie meist austauschbar gebraucht. "DPI" bedeutet "Dots Per Inch" und bezeichnet einen Begriff aus der Druckertechnik. Die DPI ist die technische Punktauflösung eines Druckverfahrens.

Das Samsung Galaxy S3 galt mit einer Pixeldichte von 306 ppi einst als scharf.

Heute bedeuten die Kürzel meist dasselbe, nämlich Pixel pro Quadratzoll (PPI). Eine rein praktische Unterscheidung gibt es aber: In Grafikprogrammen am Rechner ist in der Regel von "DPI" die Rede und bei der Pixeldichte von Displays von "PPI". Bei Grafikprogrammen sind nämlich meist digitale Fotos und ihre Auflösung relativ zur Druckgröße gemeint. Das ist eher eine Konvention und daher berechnet der "DPI Calculator / PPI Calculator" nur einen Wert.

Zusammenfassung

  1. "PPI" bedeutet "Pixel Per Inch" oder "Pixel pro (Quadrat-)-Zoll"
  2. Die Auflösung alleine sagt nichts über die Displayschärfe aus
  3. Die Auflösung im Verhältnis zur Displaygröße in PPI ist der bessere Vergleichswert
  4. Die PPI ist die Wurzel aus den horizontalen Pixeln im Quadrat plus den vertikalen Pixeln im Quadrat geteilt durch die Bildschirmgröße in Zoll
  5. Der DPI Calculator / PPI Calculator erleichtert die Berechnung
  6. "DPI" und "PPI" werden heute in der Regel austauschbar verwendet
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