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Ransomware: So kannst Du Dich vor Erpressersoftware schützen

Wer sich vor Ransomware schützen möchte, sollte ein paar Dinge beachten.
Wer sich vor Ransomware schützen möchte, sollte ein paar Dinge beachten. (©CC: Flickr/Yuri Samoilov 2016)

Immer mehr Rechner werden mit sogenannter Ransomware infiziert. Die Schadsoftware verschlüsselt ganze Festplatten und verlangt vom User ein Lösegeld, um diese wieder freizuschalten. Wir verraten Dir, wie Du Dich am besten gegen diese kriminellen Machenschaften schützen kannst.

Ransomware ist in aller Munde: Die Schadsoftware ermöglicht es Hackern, einen PC zu kapern und alle wichtigen Dateien zu verschlüsseln. Anschließend fordern die Angreifer dann ein Lösegeld und drohen andernfalls mit der Lösung der verschlüsselten Daten. Vor allem für Unternehmen und Behörden aber auch für Privatanwender klingt das nach einem echten Horror-Szenario.

Der Name Ransomware ist dabei ziemlich deutlich, denn das englische Wort "ransom" heißt übersetzt nichts anderes als "Lösegeld". Alternativ wird Ransomware auch oft mit Begriffen wie "Verschlüsselungstrojaner" oder "Erpressersoftware" bezeichnet. Beide Bezeichnungen treffen grundsätzlich ebenfalls ins Schwarze.

Wie kann ich mir Ransomware einfangen?

Ransomware kannst Du Dir auf dem gleichen Weg einfangen wie auch alle anderen Arten von Viren. So werden Schadcodes unter anderem über manipulierte Websites, unsichere E-Mail-Anhänge oder Links in sozialen Netzwerken auf den Rechner geschleust. Manche Erpressungstrojaner werden erst nach einer gewissen Inkubationszeit aktiv werden, wenn Du Dich als Nutzer gar nicht mehr daran erinnern kannst, wo sich Dein Rechner infiziert haben könnte.

Wie lässt sich Ransomware erkennen?

Das Fiese an Ransomware ist, dass die Nutzer oft erst zu spät merken, dass sie infiziert wurden. Meistens äußert sich die Erpressersoftware dadurch, dass plötzlich der Bildschirm des Computers gesperrt wird oder sich automatisch ein digitaler Erpresserbrief öffnet, der sich nicht mehr schließen lässt. Wenn Du Glück hast, erkennt jedoch Dein Virenscanner die Schadsoftware frühzeitig, sodass Du diese in Quarantäne nehmen und löschen kannst.

 Einen Virenscanner sollte jeder laufen haben. fullscreen
Einen Virenscanner sollte jeder laufen haben. (©Avira 2017)

Wie kann ich mich vor Ransomware schützen?

Leider gibt es bislang nur vereinzelt Erfolge, wenn es darum geht, Ransomware wieder vom PC herunterzubekommen, ohne dabei sämtliche Daten zu verlieren. Das beste Mittel, um sich vor Erpressungstrojanern zu schützen, ist deshalb eine gute Vorsorge:

Betriebssystem aktuell halten

Es gibt eigentlich keine gute Ausrede dafür, dass eigene Betriebssystem nicht aktuell zu halten. Windows 10 aktualisiert sich sogar regalmäßig selbst und schließt dabei die bekannten Sicherheitslücken. Auch MacOS, das in der Vergangenheit ebenfalls Ziel von Ransomware-Attacken war, kann automatisch aktualisiert werden.

Browser und Zusatzsoftware aktuell halten

Ebenso wichtig wie ein aktuelles Betriebssystem ist ein aktueller Browser. Chrome, Firefox, Opera und Edge erhalten regelmäßig neue Updates und sollten stets aktuell gehalten werden. Angreifer, die Zugriff auf den PC wollen, suchen sich die Einfallstore nämlich besonders häufig im Browser. Das gleiche gilt auch für Software, die im Browser selbst aktiv ist, wie Flash oder Java Script.

Zudem solltest Du unbedingt auf überflüssige Browser-Toolsbars und unnötige Erweiterungen verzichten. Diese sind nämlich ebenfalls potentielle Angriffsziele für kriminelle Hacker und können diesen den Weg auf den PC ebnen.

Sicherheitssoftware nutzen

Jeder PC-Nutzer sollte zudem wenigstens eine rudimentäre Sicherheitssoftware auf seinem System nutzen. Einen grundlegenden Schutz bietet beispielsweise der Windows Defender, der als Standard-Virenscanner von Windows 10 vorinstalliert ist. Auch hier gilt: Die Antivirensoftware ist umso effektiver, je sicherer sie ist.

 Auch der Windows Defender ist in den meisten Fällen ein zuverlässiger Virenschutz. fullscreen
Auch der Windows Defender ist in den meisten Fällen ein zuverlässiger Virenschutz. (©Screenshot TURN ON / Windows Defender 2017)

Backups durchführen

Der beste Schutz gegen eine Ransomware-Attacke ist das Anlegen von regelmäßigen Backups. Dabei muss es noch nicht einmal um das gesamte System gehen, oft reicht es schon, die Ordner mit den wichtigsten Dateien auf einer externen Festplatte, die nicht am Netz hängt, nochmal abzuspeichern. Selbst wenn ein Hacker den Rechner mit einer Ransomware-Attacke sperren sollte, hätte man dann die Möglichkeit, die Forderungen zu ignorieren und den Rechner einfach zurückzusetzen.

Keine zwielichtigen Daten auf den PC laden

Auch wenn das wie ein alter Hut klingt: Der beste Schutz gegen Viren und Hacker ist immer noch ein waches Auge des Nutzers. Grundsätzlich solltest Du immer vorsichtig damit sein, zwielichtige Links im Netz anzuklicken oder unbekannte Mailanhänge zu öffnen. Denn das größte Einfallstor für Hacker ist und bleibt immer noch die eigene Unachtsamkeit.

Sollte ich einfach das Lösegeld zahlen?

Die Frage, ob Du bei einer erfolgreichen Ransomware-Attacke auf Deinen Rechner einfach das Lösegeld zahlen solltest, um Deine Daten zurückzubekommen, können wir nicht endgültig und in jedem Fall für Dich beantworten. Wir würden aber generell davon abraten. Bedenke, dass Du es in so einem Fall mit Kriminellen zu tun hast, deren einziges Ziel darin besteht, an Dein Geld zu gelangen. Es gibt daher keine Garantie dafür, dass diese Deine gesperrten Daten wirklich wieder freigeben, in einigen Fällen haben sie vielleicht auch gar nicht die Mittel dazu.

Zusammenfassung

  1. Ransomware ist Schadsoftware, welche die Dateien auf dem PC verschlüsselt und Geld vom Nutzer erpresst, um diese wieder freizuschalten
  2. Andere Worte für Ransomware sind Erpressungstrojaner oder Erpressersoftware
  3. Die Infektion mit Ransomware holt sich ein PC entweder auf manipulierten Websites oder durch unsichere E-Mail-Anhäge, auch Links in Social-Media-Foren können zur Infektion dienen
  4. Erkannt wird Ransomeware meist erst dann, wenn es zu spät ist durch einen gesperrten Bildschirm oder einen digitalen Erpresserbrief
  5. Den besten Schutz bieten ein aktuelles Betriebssystem und ein aktueller Browser. Auch ein Antivirenprogramm sollte unbedingt installiert sein
  6. Wer immer auf Nummer sicher sein möchte, sollte regelmäßig Backups seiner wichtigsten Daten anlegen und diese auf externen Festplatten speichern, so können die Hacker die Daten nicht wirklich dauerhaft löschen
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