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Rückgaberecht: Die wichtigsten Fakten zum Umtausch

Ist ein Verkäufer zur Rücknahme von Weihnachtsgeschenken verpflichtet und was muss man bei Umtausch und Rückgabe beachten? Unser kleiner Ratgeber.
Weihnachtsgeschenk
Weihnachtsgeschenk (©CC: Flickr/Allie Towers Rice 2014)

Nach Weihnachten müssen wieder Unmengen an Geschenken umgetauscht werden – das bedeutet Stress. Aber wie ist das überhaupt mit der Rückgabe und dem Umtauschrecht? Muss der Verkäufer alles zurücknehmen? Und welche Rechte haben Online-Shopper? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Das Weihnachtsgeschenk gefällt nicht? Kein Problem, einfach umtauschen! Ganz so einfach ist es aber nicht unbedingt, denn sowohl Käufer als auch Verkäufer haben Rechte wie auch Pflichten. Entscheidend ist auch, ob Du die Dinge, die Du gerne umtauschen möchtest, im Laden oder online gekauft hast.

Im Laden: Händler sind nicht zum Umtausch verpflichtet

Hier lauert auch schon der vielleicht größte Rückgabe-Irrtum: Entgegen populärer Meinung ist ein Händler nicht dazu verpflichtet, einen einmal gekauften Artikel umzutauschen oder das Geld dafür zurückzugeben, sofern der Artikel nicht beschädigt oder irgendwie mangelhaft ist. Die Grundregel bei Käufen vor Ort lautet: Gekauft ist gekauft. Sobald die Ware bezahlt und dem Käufer ausgehändigt wurde, ist ein für beide Seiten verpflichtender Vertrag abgeschlossen, von dem keine der beiden Seiten zum Rücktritt gezwungen werden kann.

Nimmt ein Verkäufer die Ware zurück und händigt Dir das Geld dafür aus, ist das reine Kulanz, dazu ist er nicht verpflichtet. Übrigens auch nicht, einen Artikel gegen einen vergleichbaren auszutauschen, etwa ein schwarzes Smartphone gegen ein weißes. Und: Selbst der Umtausch nur gegen einen Gutschein ist ein Entgegenkommen. Nicht vergessen: Gekauft ist nun mal gekauft. Um Dich abzusichern, kannst Du versuchen, vor dem Kauf ein ausdrückliches Rückgaberecht in schriftlicher Form zu vereinbaren – an das muss der Händler sich dann selbstverständlich halten.

Warum tauschen viele Geschäfte ungewollte Artikel trotzdem um? Weil sie das als Kundenservice begreifen. Kein Händler will seinen Kunden verprellen. Also kommen sie Dir lieber entgegen, als dass Du wutschnaubend abziehst und den Laden nie wieder betrittst.

Online: Käufer haben ein Widerrufsrecht

Im Internet sieht es etwas anders aus. Bei Fernabsatzverträgen, also Käufen im Internet, steht Käufern ein Widerrufsrecht zu, im Regelfall innerhalb von 14 Tagen – auch wenn die Ware völlig einwandfrei ist, sie Dir aber einfach nicht gefällt. Wenn Du darauf bestehst, muss der Versandhandel Dir den Kaufpreis erstatten. Denn der Gesetzgeber weiß, dass Du beim Online-Shoppen die Artikel eben nicht so "handfest" begutachten kannst wie im Laden. Mehr noch: Ein Online-Käufer hat das Recht, einen Artikel zu Hause so zu prüfen, wie er es im Laden mit einem Vorführmodell machen würde. Die bestellte Hose kannst Du also durchaus anprobieren, die bestellte Kamera in die Hand nehmen und in einem normalen Rahmen testen. Was natürlich nicht geht: Mit Hose und Kamera ein Ski-Wochenende verbringen und erst dann zurückschicken.

Ausnahmen von der Widerrufsregel sind Software, CDs und DVDs, da sie beim Aufreißen entsiegelt werden, Film- oder Musik-Downloads, verderbliche Waren oder speziell auf Dich zugeschnittene Artikel. Willst Du etwas zurückschicken, musst Du dem Händler gegenüber deine Absicht zum Widerruf klar zum Ausdruck bringen. Das kann schriftlich, online oder am Telefon erfolgen. Meldungen, nach denen Du Retouren begründen musst, sind falsch.

Reklamieren von defekter Ware

Ob online oder im Geschäft, als Käufer kannst Du erwarten, einwandfreie Ware zu erhalten. Beschädigungen, Gebrauchsspuren, Dellen oder Kratzer an Geräten berechtigen Dich zur Reklamation und Rückgabe. In diesem Fall greift das Gewährleistungsrecht. Als Käufer kannst Du darauf bestehen, dass schadhafte Ware repariert oder ersetzt wird. In der Regel hat ein Verkäufer zwei Versuche zur Nachbesserung. Hast Du dann noch immer keinen einwandfreien Artikel, kannst Du den Kaufpreis mindern, vom Kaufvertrag zurücktreten oder gar Schadenersatz verlangen.

Gewährleistung und Garantie

Apropos Gewährleistung: Die wird immer wieder mit der Garantie verwechselt. Dabei besteht ein großer Unterschied zwischen den Begriffen. Vereinfacht gesagt ist die Gewährleistung eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mängelhaftung des Herstellers. Er steht dafür grade, dass eine verkaufte Ware frei von Sach- und Rechtsmängeln ist.

Die Garantie dagegen ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, die die gesetzliche Gewährleistung nicht verringern oder ersetzen kann. Ein Hersteller verspricht damit die Funktionsfähigkeit eines Gerätes oder auch nur einzelner Teile davon über einen bestimmten Zeitraum. Und da spielt auch der Zustand beim Kauf keine Rolle.

Also: Garantie ist eine freiwillige Sache der Hersteller, Gewährleistung eine verbindliche Zusage der Händler.

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