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SD-Karte kaufen: Größe, Typ & Übertragungsgeschwindigkeit

SD-Karte ist nicht gleich SD-Karte: Wir erklären die Unterschiede.
SD-Karte ist nicht gleich SD-Karte: Wir erklären die Unterschiede. (©picture alliance/dpa 2016)

Auf ihr landen Fotos, Filme und sonstige Daten: SD-Karten haben sich im Laufe der letzten 15 Jahre quasi als Speicherstandard in der Digitalfotografie etabliert. Wir erklären Dir, welche unterschiedlichen Typen es gibt und was die verschiedenen Klassen über die Übertragungsgeschwindigkeiten verraten.

SD-Karten gibt es in so vielen verschiedenen Formen und Ausprägungen, dass man schon einmal den Überblick verlieren kann. Es gibt nicht nur verschiedene Speichergrößen – die Flash-Speicherkarten sind auch in verschiedenen Bauformen, in unterschiedlichen Klassen und mit optionalen Zusatzfunktionen wie WLAN oder GPS erhältlich. Wir erklären Dir im Folgenden die wichtigsten Kriterien, die beim Kauf einer "Secure Digital Memory Card", wie die komplette Bezeichnung des Speichermediums lautet, eine Rolle spielen sollten. Das ist nämlich auch davon abhängig, für welches Gerät die Speicherkarte gedacht ist.

Die Bauform: microSD, miniSD & SD-Karte

 Viele Smartphones bieten Platz für eine microSD-Karte. fullscreen
Viele Smartphones bieten Platz für eine microSD-Karte. (©TURN ON 2016)

Früher brauchte man den richtigen Film für die Analogkamera, heute braucht man die richtige Speicherkarte für die Digicam. Aber nicht nur Digitalkameras verlangen nach Speichermedien – wobei es sich in einigen Fällen auch um eine Compact Flash-Karte handelt. In vielen Smartphones, Tablets und MP3-Playern lässt sich ebenfalls eine SD-Karte verwenden, um den internen Speicher der Geräte zu erweitern. Während Digitalkameras in der Regel mit SD-Karten betrieben werden, verlangen viele Smartphones und Tablets nach Karten im micro-Format.

microSD-Karten unterscheiden sich natürlich in ihrer Größe, aber auch anhand der Anzahl ihrer Pins von SD-Karten normaler Größe, die 32 x 24 x 2,1 Millimeter messen. microSD-Karten sind mit Abmessungen von 15 x 11 x 1,0 Millimetern gerade noch fingernagelgroß. Auf ihrer Rückseite sind zudem nur acht Pins zu zählen, SD-Karten besitzen neun Pins, denen unterschiedliche Aufgaben – wie Stromversorgung, Datenleitung oder Masse – zugewiesen sind. microSD-Karten können mit einem entsprechenden Adapter auch in Geräten verwendet werden, die eine SD-Karte benötigen – umgekehrt funktioniert das selbstverständlich nicht.

Übrigens: Zwischen microSD-Karten und SD-Karten gibt es noch miniSD-Karten. Diese werden seit 2009 aber kaum noch produziert. Wer noch ein kompatibles Gerät besitzt, kann das mit microSD-Karten plus miniSD-Adapter aber weiterhin betreiben.

Die Speichergröße: SD, SDHC & SDXC

 Eine microSD mit 4GB kostet aktuell nur noch wenige Euro. fullscreen
Eine microSD mit 4GB kostet aktuell nur noch wenige Euro. (©picture alliance / dpa 2015)

Auf vielen Speicherkarten sind mittlerweile die Aufdrucke SDHC oder SDXC zu lesen. Das sorgt nicht selten für Verwirrung beim Kunden. Im Grunde handelt es sich aber bei beiden Varianten um eine Form der "Secure Digital Memory Card". Die Anhängsel in der Bezeichnung weisen lediglich auf Unterschiede bei den Kapazitäten hin. Als simple SD-Karte wird nur Flash-Speicher bis zu einer Größe von 2 GB verkauft, alles darüber hinaus nennt sich SDHC (HC = "High Capacity") oder SDXC (XC = "Extended Capacity"). SDHC-Karten sind mit bis zu 32 GB erhältlich, SDXC gibt es aktuell mit bis zu 512 GB. Mittelfristig sind aber auch Kapazitäten von 2 TB denkbar.

Mitunter sind SD-Karten auch mit der Bezeichnung SD 1.0 oder SD 1.1, SDHC-Karten mit SD 2.0 und SDXC-Karten als SD 3.0 zu finden. Denn einher mit der Weiterentwicklung der Kapazitäten gingen auch andere Standards, etwa die Formatierung und die Datentransferrate. Da SD-Karten (SD 1.X) maximal 2 GB Speicherplatz bieten, sind sie nach dem Dateisystem FAT16 formatiert. Ab SD 2.0 mit 2 GB Speicher und mehr kommt dann das von Microsoft entwickelte FAT32-Dateisystem zum Einsatz. Bei SDXC-Karten könnten technisch eigentlich alle Dateisysteme verwendet werden, häufig ist das immer noch FAT32, manchmal aber auch exFAT, das speziell für Flash-Speicher entwickelt wurde.

Wichtig zu wissen: Unter FAT16 dürfen einzelne Dateien maximal 2 GB, bei FAT32 maximal 4 GB groß sein. Bei exFAT liegt die empfohlene maximale Dateigröße schon bei 512 TB, theoretisch können sie sogar 64 ZiB (1 Zettabyte = 270 Byte) groß sein. Sollte die SD-Karte zu anderen Zwecken als zum Speichern von Fotos verwendet werden, kann es daher unter Umständen nötig sein, die Karte nach exFAT oder NTFS zu formatieren. Dann können auch größere Dateien hinterlegt werden.

Die Übertragungsgeschwindigkeit: Von Class 2 bis UHS-II

 Auf der Rückseite liegen die Pins, auf der Vorderseite findet sich die Klasse. fullscreen
Auf der Rückseite liegen die Pins, auf der Vorderseite findet sich die Klasse. (©thinkstock.com/Ensup 2015)

Die immer größeren Kapazitäten verlangten aber auch nach immer schnelleren Datentransferraten. Allerdings gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Bezeichnungen für die Lese- und Schreibgeschwindigkeit auf SD-Karten, die nicht immer einfach zu durchschauen sind. Ein Schritt in Richtung Standardisierung war die Einführung definierter Klassen. Class 2, 4, 6 und 10 bieten entsprechend ihrer Nummerierung eine Mindestgeschwindigkeit von 2, 4, 6 bzw. 10 MB/s beim Schreiben. Die Lesegeschwindigkeit ist nicht definiert, liegt aber meist deutlich darüber. Welcher Klasse eine SD-Karte angehört, ist an einem Aufdruck auf der Vorderseite zu erkennen. Dort solltest Du ein großes "C" mit der Klassennummer im Inneren finden.

Siehst Du dort nicht nur ein "C", sondern auch ein "U", dann fällt die Speicherkarte bereits unter die neue UHS-Klassifizierung. UHS steht für "Ultra High Speed" und schreibt eine Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MB/s vor. Außer UHS Class 1 gibt es noch UHS Class 3, die mit mindestens 30 MB/s schreiben können muss. Mittlerweile geht es aber noch schneller: Seit 2015 sind auch Speicherkarten mit UHS-II-Klassifizierung erhältlich (SD 4.0 und 4.1). Theoretisch sind damit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 312 MB/s möglich. Eine Mindestgeschwindigkeit fürs Schreiben ist allerdings noch nicht definiert.

Aber Achtung: Finden sich weitere Angaben auf der Speicherkarte, zum Beispiel  80 MB/s, dann handelt es sich dabei in der Regel um die schnellere Lesegeschwindigkeit. Die Schreibgeschwindigkeit liegt dann meist deutlich darunter. Auch Begriffen wie "Ultra", "Extreme" oder "Pro" sollte nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden. Diese stammen vom Hersteller und dienen lediglich Marketingzwecken.

Die Kompatibilität: Welche Karte für welches Gerät?

 Für 4K-Aufnahmen, z.B. mit einer GoPro, muss eine schnelle microSD-Karte her. fullscreen
Für 4K-Aufnahmen, z.B. mit einer GoPro, muss eine schnelle microSD-Karte her. (©Facebook/GoPro 2014)

Beim Smartphone, Tablet oder MP3-Player ist der Kauf einer SD-Karte in der Regel kein Akt. Passende Bauform auswählen – bei kleinen Mobilgeräten ist das meist microSD – und für eine Speichergröße entscheiden. Dabei gilt natürlich: je größer, desto teurer. Allerdings wird Speicherplatz im Laufe der Zeit immer günstiger, sodass eine externe Speichererweiterung fast immer günstiger ist als der Griff zu einem Modell mit größerem internen Speicher.

Wer eine SD-Karte für seine Digitalkamera kaufen will, sollte schon etwas genauer hinsehen. Hier kann es nämlich nötig sein, zu einer bestimmten Klasse zu greifen. Aktuelle Spiegelreflexkameras oder andere Digicams, die beispielsweise in 4K filmen, verarbeiten sehr viele Daten in kurzer Zeit. Da muss die Speicherkarte natürlich mithalten können, ansonsten kommt es womöglich zu Aussetzern. Während Full HD-Aufnahmen häufig noch mit Karten der Klasse 4, 6 oder 10 möglich sind, sollte man fürs 4K-Filmen mindestens auf Speichermedien mit UHS-II-Klassifizierung zurückgreifen. Stellt die Kamera bestimmte Mindestanforderungen, dann wird der Hersteller aber auch darüber informieren. Vor dem Kauf also unbedingt nachsehen.

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