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Signal-App: So funktioniert die sichere WhatsApp-Alternative

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Der Signal-Messenger macht vieles anders als WhatsApp, besonders was den Datenschutz und die Privatsphäre angeht. Bild: © Signal 2021

WhatsApp ist die beliebteste Messenger-App weltweit. Doch bald gibt es umstrittene neue Nutzungsbedingungen. Wer diese nicht bestätigt, darf WhatsApp künftig nicht mehr einsetzen. Alternativen zum Messenger gibt es genug – die vielleicht sicherste von ihnen heißt Signal und ist seit der AGB-Änderung von WhatsApp besonders beliebt. Hier erfährst Du, wie sie funktioniert und was sie so sicher macht.

Vor ein paar Tagen kündigte ein kleines Pop-up-Fenster in WhatsApp eine Änderung der AGB an. Laut WhatsApp gibt es entgegen anderslautender Meldungen keine zusätzliche Berechtigung, Daten mit Facebook zu teilen. Vielmehr sollen Privatpersonen mehr Optionen erhalten, per WhatsApp mit Unternehmen zu kommunizieren, um auf Wunsch über die Chat-Anwendung einzukaufen. Die Entscheidung, den Nutzungsbedingungen zuzustimmen, kannst Du noch bis zum 15. Mai treffen. Nutzer, die damit nicht einverstanden sind, sollten sich nach einer datenschutzkonformen Alternative umsehen, wie zum Beispiel Signal.

Was ist der Signal-Messenger?

Signal gilt als die beste Messaging-App, wenn es um Sicherheit und Datenschutz geht. Sogar Edward Snowden höchstpersönlich verkündete auf Twitter, dass er die Anwendung nutzt. Das liegt  daran, dass Signal von einer gemeinnützigen Organisation betrieben wird und Nutzerdaten deshalb weder speichert noch an große Unternehmen weiterverkauft. Sie ist unabhängig und hält sich durch Spenden über Wasser. WhatsApp gehört bekanntlich zu Facebook, das Daten auch an Dritte verkauft.

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Mit Signal kannst Du all die beliebten Funktionen eines Messengers nutzen. Bild: © Signal 2021

Möchtest Du Signal nutzen, musst Du keineswegs beliebte Funktionen von WhatsApp einbüßen. Die App bietet Einzel- und Gruppenchats, Text-, Sprachnachrichten und Anrufe an. Diese können sowohl über Video als auch nur Audio geführt werden. Du kannst Fotos, Videos, Audiofiles, Emojis und Sticker an Deine Freunde senden und Bilder sogar mit eigenen Zeichnungen und Texten versehen. Ein nützliches Feature ist außerdem der  Selbstzerstörungs-Timer für verschickte Nachrichten. Nach einer einstellbaren Zeit von fünf Sekunden bis zu einer Woche löschen sich die Chat-Nachrichten automatisch. Auch auch das Blockieren von Screenshots innerhalb der App ist eine Funktion, die sicherstellt, dass brisante Nachrichten den Chatraum nicht verlassen.

Die Signal-App ist für Android und iOS verfügbar, die Desktop-Version für Windows, macOS und Linux, eine Web-Version gibt es nicht.

Datenschutz: Die wichtigsten Unterschiede zwischen Signal und WhatsApp

Genau wie WhatsApp verwendet auch Signal eine End-zu-End-Verschlüsselung. Beide werden vom Open Source-Signalprotokoll unterstützt. Dieses garantiert, dass alle Gespräche sicher und geheim gehalten werden. Konkret bedeutet das: Die Apps verschlüsseln alle Gespräche so, dass nur Sender und Empfänger sie lesen können.

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WhatsApp und Signal – was ist der Unterschied? Bild: © Getty Images 2021

Zwar können die Chat-Nachrichten durch die Verschlüsselung nicht mitgelesen werden, doch bei der Installation lädt WhatsApp alle Daten der gespeicherten Kontakte auf das Handy herunter. Laut den Nutzungsbedingungen sind die WhatsApp-Nutzer selbst dafür verantwortlich, das Einverständnis zur Datenweitergabe von jedem Kontakt einzuholen. Das dürfte aber so gut wie nie geschehen und ist noch dazu ziemlich aufwendig.

Auch die Backup-Funktion von WhatsApp lässt zu wünschen übrig. In der Vergangenheit lagen die Chat-Protokolle hier unverschlüsselt auf den Servern des Unternehmens. Das hat sich mittlerweile gebessert, doch es wäre möglich, dass die unverschlüsselten Metadaten weiterhin einsehbar sind. Im Gegensatz zu WhatsApp sendet Signal bei einem Backup keine Nachrichten in die Cloud. Deshalb sind auch die Backups bei diesem Messenger sicher.

WhatsApp macht eine Ausnahme in Europa

Obwohl sich die AGB von WhatsApp im Mai ändern werden, stellt Europa hierbei eine Ausnahme dar. Die EU-Kommission hat Facebook nämlich bereits 2014 bei der Übernahme von WhatsApp untersagt, eine Vielzahl von Daten abzugreifen. Seitdem wird die Einhaltung dieser Regelung streng überwacht und Facebook musste die Jahre drauf sogar 110 Millionen Euro Strafe zahlen. Die EU-Kommission hatte damals festgestellt, dass der Konzern bei der Übernahme des Messengers irreführende Angaben gemacht hatte. Ein weiterer Grund für die Sonderbehandlung der EU sind die strikteren Datenschutzbestimmungen, die in der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) festgehalten sind.

Trotzdem ist der von WhatsApp angestrebte Umgang mit Daten etwas, das viele Nutzer beunruhigt. Signal ist eine gute Alternative, die einen sicheren Austausch für Dich und Deine Freunde bietet.

Zusammenfassung

  • Signal bietet dieselben grundlegenden Funktionen wie viele andere Messenger, darunter WhatsApp.
  • Signal und WhatsApp unterscheiden sich vor allem in ihrem Umgang mit Sicherheit und Datenschutz.
  • Signal schützt Deine Daten und Inhalte.
  • Für Europa ändert sich durch die AGB-Änderung von WhatsApp vorerst nichts.
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