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Smart Home: Alles rund um die Heimsteuerung

Kein Science-Fiction, sondern schon Realität: Smart Home verwandelt Deine Wohnung in ein vollautomatisches und vernetztes Zuhause.
Heimsteuerung: Das Tablet steuert Dein Smart Home via App.
Heimsteuerung: Das Tablet steuert Dein Smart Home via App. (©picture alliance / dpa 2014)

Du willst die Heizung mit dem Smartphone fernsteuern? Du bist verreist und hast vergessen die Rollläden zu schließen? Smart Home verspricht das intelligente Zuhause der Zukunft, in dem Geräte vernetzt und übers Smartphone fernsteuerbar sind. Auch Dein Zuhause lässt sich schon heute in ein Smart Home verwandeln. Wir zeigen, was dabei zu beachten ist.

Was ist eigentlich Smart Home?

Die Gewissheit, dass im Haus alle Fenster tatsächlich geschlossen sind, ist beruhigend. Ein intelligentes Heizungssystem, dass die Heizleistung dem Wetter anpasst, eine energiesparende Sache. Sobald technische Geräte miteinander vernetzt und fernsteuerbar sind, spricht man von Smart Home. Hierbei ist es egal, ob alle Geräte des Haushalts oder nur ein Teil das Netzwerk bilden. Zu Smart Home-Geräten zählen Leuchtmittel, Küchengeräte, die Heizung und Unterhaltungselektronik. Die Fernsteuerung erfolgt mit einer App auf dem Smartphone oder Tablet.

Vernetzung über ULE: Kein Breitbandübertragung, dafür aber sicher

Die Vernetzung im Smart Home läuft beispielsweise über den ULE-Funkstandard. Das ist eine Funktechnik, die auch bei Schnurlostelefonen zum Einsatz kommt.  Sie bietet zwar keine Breitbandübertragung wie WLAN, dafür aber eine größere Reichweite und Energieeffizienz. Außerdem ist die Übertragung stabiler und der Schutz der übertragenen Daten relativ sicher. Interferenz ist mit ULE nicht zu erwarten: Die miteinander verbundenen Geräte stören sich nicht gegenseitig. Bis zu 100 Sensoren und Aktoren lassen sich so in einem Haushalt problemlos miteinander verbinden und steuern.

Die Alternative WLAN: Geringe Reichweite und Sicherheitsbedenken

Die Geräte lassen sich alternativ über WLAN miteinander zu einem Netzwerk verbinden. Das Problem: Alle Geräte senden auf der gleichen Frequenz und stören sich mitunter gegenseitig. WLAN ist außerdem problematisch, weil die Reichweite eher gering ausfällt und es relativ viel Strom verbraucht. Insofern ist die komplette Smart-Home-Vernetzung über WLAN auch wegen Sicherheitsbedenken mit Vorsicht zu genießen.

Sicherheit: Welche Risiken gibt es?

Smart Home mag sehr praktisch sein, birgt allerdings auch Sicherheitsrisiken. Problematisch ist einerseits der Schutz gegen Angriffe aus dem lokalen Netz. Außerdem ist die Absicherung der Fernsteuerung für manches System problematisch. Bei einigen Systemen könnten Hacker Schadsoftware über den Rechner oder das Smartphone im lokalen Netz installieren und so einen Fremdzugriff zumindest theoretisch möglich machen.

Laut Wirtschaftswoche sind beispielsweise Gigaset Elements und RWE Smart Home sowohl in der Absicherung der Fernsteuerung als auch in der Systemsicherheit gut aufgestellt. Die Starter-Set-Systeme iComfort,  iConnect und tapHome seien gegen Angriffe aus dem lokalen Netz jedoch kaum geschützt.  Bei iConnect ließ sich beim Test sogar die Absicherung der Fernsteuerung aushebeln. Vor dem Kauf eines Systems solltest Du Dich deshalb gut informieren.

Smart Home: Die Branche der Zukunft

Marktforscher rechnen laut ZDNet beim Smart-Home-Systemen mit enormen Steigerungsraten in den nächsten fünf Jahren. Die Tatsache, dass mit Nest Labs ein US-amerikanischer Hersteller von intelligenten Thermostaten und Feuermeldern durch Google übernommen wurde, sendet ein klares Signal. Auch Apple arbeitet mit HomeKit an einer Smart-Home-Lösung, die sogar Türschlösser zentral steuern soll, während Samsung ebenfalls Milliarden in den Sektor Heimsteuerung investiert.

Fünf Smart-Home-Lösungen für Einsteiger

Gegenwärtig bietet der Markt Automatisierungssysteme zur Heimsteuerung zwischen 50 und 300 Euro. Die sind erschwinglich und einfach zu installieren. Wir stellen Dir fünf Smart-Home-Systeme für Einsteiger vor.

  1. Belkin bietet mit der WeMo Switch-Reihe WLAN-fähige Schaltsteckdosen ab 50 Euro an, die Du über das Internet bedienen kannst. Sämtliche Geräte, die an eine 'WeMo Switch angeschlossen sind, kannst Du von jedem beliebigen Ort der Welt über eine Smartphone-App kontrollieren. Es können sogar Zeitpläne erstellt werdem, um die Geräte zu bestimmten Zeiten automatisch ein- und auszuschalten.
  2. Wenn Du Dein Haus intelligent sichern möchtest, dann ist Gigaset Elements eine gute Wahl. Bewegungs-, Fenster- und Türensensoren füttern eine WLAN-fähige Basisstation mit Daten zur Auswertung. Im Falle eines Einbruchsversuchs würde Dein  Smartphone mittels installierter App ein Status-Update empfangen. Das "Safety Starter Set" für Einsteiger kostet etwa 200 Euro. Wer mehr benötigt als die Basisstation mit je einem Tür- und Bewegungssensor, der kann Sensoren beliebig nachbestellen.
  3. Im höheren Preissegment verkauft die Telekom mit Quivicon Home-Base ein Einsteigersystem, das via Smartphone-App steuerbar ist. Für etwa 300 Euro bekommst Du zusammen mit der zentralen Steuereinheit zwei Heizkörperthermostate,  einen Rauchmelder und eine funkgesteuerte Schaltsteckdose. An diese Steckdose schließt Du Gerätegruppen an, die zusammen an- und abschaltbar sind.
  4. Das Unternehmen Codeatelier hat mit Homee ein Smart-Home-System entwickelt, das gewissermaßen mitdenkt. So schaltet sich die Heizung automatisch aus, sobald ein Fenster offen steht. Sollte Regen bei geöffneten Fenstern einsetzen, wird eine Benachrichtigung gesendet. Automatisierungsregeln erstellst Du über sogenannte "Homeegramme" in der App. Über USB kommuniziert "Homee" mit der Fritzbox, ohne die nichts geht. Sensoren, Steckdosen und Heizungsventile kannst Du beliebig kombinieren und aufstocken.
  5. Deine Heizung kannst Du mit dem Smart-Home-System Tado dynamisch kontrollieren. Die gewünschten Einstellungen werden nur einmal festgelegt. Der aktuelle Wetterbericht bestimmt dann die tägliche Heizleistung. Praktisch: Entfernst Du Dich mehr als 200 Meter vom Haus, fahren alle Heizungen runter.  Das normale Thermostat der Heizung ersetzt Du einfach durch das intelligente Thermostat "Connector Kit" und steuerst es dann mit der Smartphone-App. Auf der Produktwebsite kannst Du vor dem Kauf prüfen, ob Deine Heizung unterstützt wird. Tado kann man sowohl kaufen als auch mieten.
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