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Smartphones für Kinder: Das ist zu beachten

Ein Smartphone sollten Kinder erst ab einem Alter von etwa 12 Jahren benutzen.
Ein Smartphone sollten Kinder erst ab einem Alter von etwa 12 Jahren benutzen. (©Thinkstock/SerrNovik 2015)

Im Internet surfen, Apps downloaden oder chatten – mit Smartphones steht Kindern das ganze World Wide Web mit seiner ganzen Informationsflut und all seinen Gefahren zur Verfügung. Um sie vor Kostenfallen und dubiosen Chatpartnern zu schützen, können Eltern spezielle Einstellungen an dem Smartphone vornehmen und ihre Kinder im richtigen Umgang mit dem digitalen Angebot schulen.

Einerseits beruhigt es Eltern, wenn ihr Kind jederzeit telefonisch erreichbar ist, andererseits birgt der Besitz eines eigenen Smartphones andere Gefahren: Welche Inhalte surft das Kind an? Welchen Menschen verrät es unbedarft seinen Namen und den Wohnort? Welche Spuren hinterlässt es im Netz? Bei seinen ersten Schritten im World Wide Web benötigt der Smartphone-Nachwuchs noch wachsame Unterstützung. Kinder im Grundschulalter sollten erst einmal mit einem anderen Gerät üben – dem Notfallhandy.

Notfallhandy mit verschiedenen Sicherheitsfunktionen

Ein Notfallhandy ist für die Kleinsten eine gute Lösung. Dieses spezielle Handy kann jedermann anrufen, ist aber nur mit einem begrenzten Nummernspeicher ausgestattet. Diesen können Eltern mit den wichtigsten Telefonnummern wie die von Mama, Papa, Oma und der Polizei füllen. Über die Kurzwahl erreicht das Kind die gespeicherten Personen – aber niemand anderen. Zudem lässt sich das Notfallhandy bei Bedarf über GPS orten, einige Geräte informieren die Eltern auch per SMS, wenn ihr Kind eine im Vorfeld definierte Zone verlässt.

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Erst ab dem Grundschulalter sollten Kinder ein eigenes Handy besitzen. (©Thinkstock/Poike 2015)

Etwa ab dem neunten Lebensjahr dürfen Kinder nach Meinung von Pädagogen etwas mehr Freiheit genießen und ein Handy besitzen. Auf ein Smartphone sollten die Kids allerdings noch drei Jahre länger warten. Erst in diesem Alter können Kinder die Gefahren des Internets einschätzen und sich selbstständig davor schützen.

Kosten kontrollieren

Kauft das Kind eifrig Klingeltöne, verschickt ständig MMS oder führt Dauergespräche mit der besten Freundin, laufen schnell immense Kosten auf. Für diese haften die Eltern als Erziehungsberechtigte. Bis das Kind die Kosten einschätzen kann, die es durch das Nutzen verschiedener kostenpflichtiger Inhalte verursacht, sollten Eltern den finanziellen Spielraum begrenzen. Über einen Laufzeitvertrag ist diese Kostenkontrolle nicht möglich - eine Prepaid-Karte muss her. Hier legen die Eltern das zur Verfügung stehende Guthaben fest. Zwar fallen die Verbindungskosten bei einem Prepaid-Handy in der Regel höher aus, dafür kann das Kind aber keine Kosten verursachen, die das Guthaben übersteigen. So lernt es den Umgang mit MMS, SMS und Co., ohne dabei Schulden anzuhäufen.

Apps - teure Spielereien

Vor allem der Download von kostenpflichtigen Apps wird schnell zum teuren Spaß. Akzeptiert das Kind jedoch die Regel, dass Apps ausschließlich nach vorheriger Kontrolle durch die Eltern heruntergeladen werden, können diese sowohl die Inhalte als auch die anfallenden Kosten kontrollieren. Auch In-App-Käufe, die häufig bei Spielen anfallen, verursachen Kosten. Fiese Falle: Oftmals wählen die Anbieter der Apps eine Phantasiewährung für die Bezahlung der spielrelevanten Extras. Diese Phantasiewährung lässt keine logischen Rückschlüsse auf den Gegenwert in Euro zu, schlägt sich jedoch sehr real auf die Telefonrechnung nieder. In-App-Käufe lassen sich in den Einstellungen des Betriebssystems durch eine PIN erschweren oder deaktivieren.

Richtiger Umgang mit persönlichen Daten

Auch das sparsame Weitergeben von persönlichen Daten gehört zum Basis-Know-how von Smartphone-Anwärtern. Denn: Nicht alle Fragen, über die Facebook, WhatsApp und Co. nach Informationen fischen, sollten beantwortet werden.

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Eltern müssen Kinder im Umgang mit Handys und dem Internet schulen. (©Thinkstock/Digital Vision 2015)

Einmal gepostet verschwindet ein Bild oder ein Kommentar in der Stratosphäre des World Wide Web. Informationen, die herausgeschickt sind, lassen sich nicht mehr so schnell aus dem Netz löschen. Um gar nicht erst auf die Jagd nach persönlichen Daten gehen zu müssen, die lieber ungepostet geblieben wären, sollten Eltern das Problem an seiner Wurzel bekämpfen: Kinder müssen sorgfältig über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden. Sie sollten wissen, dass sie keine vertraulichen Dinge auf Social-Media-Plattformen preisgeben dürfen – und warum nicht. Auch der richtige Umgang mit vertraulichen Informationen anderer Nutzer, wie Videos, Bilder und Nachrichten, sollte dann thematisiert werden. Denn neben Verstößen gegen das Persönlichkeitsrecht können auch Urheberverletzungen wie das unerlaubte Nutzen und Veröffentlichen von urheberrechtlich geschützten Bildern richtig teuer werden.

Nützliche Einstellungen zum Schutz des Handys

Kinder verbummeln gern einmal etwas. Ärgerlich, wenn das Handy auf dem Schulweg verloren geht. Noch ärgerlicher, wenn es nicht mit einer PIN gesperrt ist und der glückliche Finder so auf Kosten anderer telefonieren kann. Unerlaubter Zugriff lässt sich ganz einfach erschweren, indem Eltern zusammen mit Ihrem Kind Sicherheitsvorkehrungen wie PINs und Passwörter in dem Betriebssystem aktivieren. Über den Anbieter lassen sich auch teure 0190er Nummern sperren. So rauscht das Kind nicht versehentlich in die Kostenfalle.

Jugendschutzsoftware für sicheres Surfen

Jedes Smartphone, das sich in Kinderhänden befindet, sollte mit einer Jugendschutzsoftware ausgerüstet sein. Diese lässt sich ganz einfach im Internet herunterladen und blockiert Webangebote, die nicht kindgerecht sind. Bei der Entscheidung orientiert sich die Software entweder am sogenannten "Whitelistprinzip" oder an dem "Blacklistprinzip". Die Whitelist ist eine Positivliste mit Websites, die von Pädagogen als kindgerecht eingestuft worden sind. Internetseiten, die nicht auf der Whitelist stehen, kann das Kind nicht ansurfen. Die Blacklist sperrt hingegen den Zugang zu Websites, die ein technischer Filter aufgrund verschiedener Merkmale als nicht kindgerecht einstuft. Häufig bietet die Jugendschutzsoftware beide Optionen. Welche für Sicherheit auf dem Smartphone des Kindes sorgen soll, entscheiden die Eltern über den Menüpunkt "Programme".

Zusammenfassung

  1. Notfallhandys empfehlen sich für Kinder unter neun Jahren. Sie sind mit einem begrenzten Nummernspeicher ausgestattet und können bei Bedarf über GPS geortet werden
  2. Kinder ab neun Jahren dürfen aus pädagogischer Sicht ein Handy besitzen. Erst ab zwölf Jahren können sie verantwortungsbewusst mit einem Smartphone umgehen
  3. Über ein Prepaid-Handy können die Eltern den finanziellen Spielraum ihres Kindes festlegen
  4. Kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe verursachen hohe Kosten. Vereinbaren Eltern mit ihrem Kind, dass dieses Apps nur nach vorheriger Rücksprache mit ihnen herunterladen darf und sperren zudem über das Betriebssystem die In-App-Käufe, können beide Kostenfallen nicht zuschnappen
  5. Der Umgang mit persönlichen Daten gehört zum Basis-Know-how eines Smartphone-Anwärters
  6. PINs und Passwörter verhindern den unerlaubten Zugriff, wenn das Smartphone verloren geht
  7. Eine Jugendschutzsoftware kontrolliert die Websites, die das Kind ansurft, auf ihre Eignung

Tipps für eine Kindersicherung speziell bei iPhones und iPads findest Du hier.

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