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Snapchat-FAQ: Das musst Du über den Foto-Messenger wissen

Snapchat
Snapchat (©picture alliance / ZB 2015)

Twitter und Facebook sind out – bei Snapchat tummeln sich die jungen Leute. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Messenger und was kann die App?

Was ist Snapchat?

Snapchat ist eine App für iOS und Android mit der Du Fotos und Videos mit Freunden teilen kannst. Die Bilder sind jedoch nur für eine begrenzte Anzahl von Sekunden sichtbar. Die Anwendung ist überaus erfolgreich und hat durchaus das Potential Facebook, Instagram sowie WhatsApp den Rang abzulaufen. Über 100 Millionen Menschen nutzen inzwischen täglich Snapchat und versenden pro Tag mehr als 700 Millionen Fotos und Videos.

Wie funktioniert Snapchat?

Die Funktionsweise von Snapchat ist relativ simpel. Du nimmst ein Foto oder ein Video auf und sendest dieses an einen Freund, der die App ebenfalls auf dem Smartphone installiert hat. Vorher kann festgelegt werden, wie lange der Empfänger das Bild sehen kann – zehn Sekunden ist die Obergrenze. Ist die Zeit abgelaufen, verschwindet der Snap und kann nicht wieder angeschaut werden. Die Fotos oder Videos können auf Wunsch zusätzlich mit Filtern belegt werden – auch das Hinzufügen von Texten, Stickern und Emoticons ist möglich. Zudem kann auf den Bildern nach Herzenslust herumgemalt werden. Besonders beliebt sind spezielle Videofilter, mit denen man das eigene Gesicht beispielsweise mit Hasenohren verzieren oder einen "Face-Swap" durchführen kann. Fast täglich gibt es neue Filter zu entdecken, was den Suchtfaktor von Snapchat noch weiter erhöht.

Wer steckt hinter Snapchat?

Snapchat wurde 2011 von Robert "Bobby" Murphy und Evan Spiegel in Kalifornien gegründet. Am Anfang war die App, die damals noch "Picaboo" hieß, jedoch alles andere als erfolgreich. Nach der Namensänderung in Snapchat änderte sich das. Zunächst wurde die Anwendung vor allen von Jugendlichen genutzt, die vor allem die unmittelbare Art der Kommunikation schätzten. Durch die Nutzung an Schulen wurde Snapchat immer bekannter – im April 2012 hatten mehr als 100.000 Menschen die App heruntergeladen. Mittlerweile nutzen mehr als 200 Millionen Menschen aktiv Snapchat.

Können Fotos und Videos wirklich nicht gespeichert werden?

Nach Veröffentlichungen der App sorgte Snapchat unter dem Begriff Sexting für Schlagzeilen: Viele User nutzten die Anwendung vor allem, um Nacktbilder auszutauschen. Sie glaubten, dass diese nur für wenige Sekunden sichtbar sind und nicht gespeichert werden können. Jedoch gibt es sehr wohl Wege, die Fotos zu speichern, auch wenn das in der App selbst nicht möglich ist. Allerdings können Bilder mit der Screenshot-Funktion, über die jedes Smartphone verfügt, auf dem Gerät gesichert werden. Hierüber wird der Sender des Snaps allerdings per Einblendung informiert. Eine weitere Methode die nicht zurückverfolgt werden kann: Den empfangenen Snap mit einem anderen Smartphone oder mit einer Kamera abfotografieren.

 Snapchat gibt es für iOS und Android. fullscreen
Snapchat gibt es für iOS und Android. (©CC: Flickr/Adam Przezdziek 2015)

Was kann die App noch?

Die Betreiber haben die Funktionen von Snapchat mittlerweile stark ausgeweitet. So kann inzwischen eine Art visuelles Tagebuch erstellt werden, in dem man seine eigene Geschichte erzählt und andere an seinem Leben teilhaben lässt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Snapchats werden diese Fotos und Videos bis zu 24 Stunden aufbewahrt. Schaut man sich eine dieser Stories erneut an, erhält der Versender darüber eine Benachrichtigung.

Außerdem kann man über Snapchat nun sogar Video-Anrufe und Telefongespräche führen und dabei gleichzeitig Fotos oder Texte austauschen. Mit der integrierten Chat-Funktion können Kommentare zu Snaps versendet oder kurze Voicemails abgeschickt werden. Selbst Geld kann man mit Snapchat inzwischen verschicken. Zusätzlich bietet die App unter "Discover" verschiedene Kanäle von Onlineportalen, welche extra aufbereitete News in Video- und Textform über Snapchat anbieten. Unter "Live" gibt es darüber hinaus Stories zu aktuellen Ereignissen weltweit.

Wie steht es um den Datenschutz?

Snapchat hat immer wieder mit Sicherheitslücken zu kämpfen. Im August 2013 stellten Datenschützer die Daten von 4,6 Millionen Nutzern online, nachdem die Entwickler von Snapchat nicht auf den Hinweis auf eine Sicherheitslücke reagiert hatten. Zudem konnten Hacker den Dienst nutzen, um in kürzester Zeit tausende Spam-Nachrichten an Nutzer zu verschicken. Ein Archiv mit circa 200.000 privaten Bildern tauchte im Oktober 2014 im Internet auf – viele dieser Fotos stammten aus Snapchat. Wie die Bilder ins Internet gelangen konnten, ist ungeklärt.

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