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So sicher ist Windows 10 ohne Virenscanner

Wie viel Sicherheit bietet Windows 10 ohne Virenscanner?
Wie viel Sicherheit bietet Windows 10 ohne Virenscanner? (©CC: Flickr/GotCredit 2015)

Mit Windows 10 verspricht Microsoft das sicherste Betriebssystem aller Zeiten. Und tatsächlich hat die Software einige praktische Sicherheitsfunktionen schon von Haus aus an Bord.

Der Ansatz, Windows mit eigenen Sicherheitsfunktionen auszustatten, ist nicht neu. Bereits seit Windows 7 gibt es beispielsweise die eingebaute Windows Firewall und auch der Virenschutz namens Windows Defender ist bereits ein alter Bekannter. Dennoch geht Microsoft bei Windows 10 in allen Bereichen noch einen Schritt weiter. Wir erklären Dir, wie Du das Betriebssystem mit Bordmitteln sicher machst.

Automatische Updates

Der beste Virenschutz ist ein aktuelles System: Diese Weisheit gilt nicht erst seit gestern, aber mit Windows 10 bekommt sie durchaus eine neue Bedeutung. Das Betriebssystem aktualisiert sich nämlich automatisch, sobald neue Updates zur Verfügung stehen, und lässt dem User nicht die Möglichkeit, wichtige Aktualisierungen einfach zu überspringen. Dadurch ist sichergestellt, das alle bekannten Sicherheitslücken in Windows, den System-Apps und zum Teil auch in den Hardware-Treibern immer zeitnah geschlossen werden.

Die Einstellungen für die Updates lassen sich über das Startmenü unter "Einstellungen > Updates und Sicherheit > Windows Updates" auswählen. Hier kannst Du beispielsweise die tägliche Nutzungszeit einstellen, in der Du nicht durch automatisch startende Updates gestört werden möchtest. Windows 10 wird dann versuchen, ein Update und den damit verbundenen Neustart des PCs außerhalb dieser Zeit durchzuführen.

 Die automatischen Updates von Windows 10 sorgen für erhöhte Sicherheit. fullscreen
Die automatischen Updates von Windows 10 sorgen für erhöhte Sicherheit. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2016)

Windows Defender

Ein Virenscanner ist für die meisten PC-Nutzer mittlerweile unverzichtbar. Schließlich soll dieser das System regelmäßig nach schadhaften Dateien scannen und zudem Alarm schlagen, sobald neue Programme installiert werden, die potenziell schädlich sind. Mit Windows Defender besitzt Windows 10 praktischerweise einen eigenen Virenscanner, der ähnlich wie die meisten anderen Antiviren-Programme funktioniert.

So bietet Windows Defender auf Wunsch einen Echtzeitschutz, mit dem heruntergeladene und neu installierte Dateien automatisch überprüft werden. Auf diese Weise möchte das System feststellen, ob potenzielle Schädlinge auf den PC gelangen wollen und diese schon am Einlass abfangen. Zusätzlich kann der Windows Defender regelmäßig vollständige System-Scans durchführen, mit denen Malware aufgespürt werden soll, die es bereits auf den Rechner geschafft hat.

 Der Windows Defender ist ein eingebauter Virenschutz. fullscreen
Der Windows Defender ist ein eingebauter Virenschutz. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2016)

Aktivieren lässt sich der Windows Defender über das Startmenü in "Einstellungen > Updates und Sicherheit" unter dem Reiter "Windows Defender". Damit der Virenscanner stets die aktuellen Virendefinitionen zur Verfügung hat, solltest Du regelmäßig nachschauen, ob im Defender unter Updates neue Aktualisierungen zur Verfügung stehen. Das Antivirenprogramm wird jedoch im Zuge von größeren Windows-Updates auch regelmäßig automatisch auf den neuen Stand gebracht.

Windows Firewall

Die Windows Firewall bietet erhöhte Sicherheit beim Surfen im Netz und ist bereits ein alter Bekannter aus früheren Windows-Versionen. Unter Windows 10 bietet Microsoft jedoch eine erweitere Version mit dem etwas sperrigen Namen "Windows Firewall mit erweiterter Sicherheit" an. Diese überwacht nicht nur den eingehenden Datenverkehr aus dem Netz, sondern kann Programme auf dem PC auch daran hindern, Daten ins Internet zu senden.

Gestartet wird die Windows Firewall per Rechtsklick auf das Windows-Startsymbol unter "Systemsteuerung > System und Sicherheit > Windows Firewall". Dort kannst Du über die Schaltfläche "Eine App oder ein Feature durch die Windows-Firewall zulassen" festlegen, welche Programme standardmäßig durch die Firewall hindurch mit dem Netzwerk kommunizieren dürfen. In der Regel wählt Windows hier jedoch automatisch die sinnvollste und sicherste Einstellung, sodass du nur in Ausnahmefällen eine Änderung vornehmen solltest.

 In der Windows Firewall lassen sich die Rechte für einzelne Programme definieren. fullscreen
In der Windows Firewall lassen sich die Rechte für einzelne Programme definieren. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2016)

Zugriff auf die Windows Firewall mit erweiterter Sicherheit bekommst Du hingegen über den Menüpunkt "Erweiterte Einstellungen". Hier finden sich sogenannte "Eingehende Regeln" und "Ausgehende Regeln" anhand deren definiert wird, welches Programm auf dem PC welche Rechte zur Kommunikation hat. Normalerweise müssen auch hier keinerlei Änderungen durch den Nutzer vorgenommen werden. Wichtig ist lediglich: So lange keine andere Firewall eines Drittanbieters auf dem PC läuft, sollte die Windows Firewall auf jeden Fall aktiviert werden.

SmartScreen

SmartScreen ist ebenfalls ein Feature, das bereits in Windows 7 und Windows 8.1 vorhanden war. Das Tool überwacht alle Downloads, die mit dem PC durchgeführt werden, unabhängig davon, mit welchem Browser sie durchgeführt werden. Unter Windows 10 überwacht der SmartScreen-Filter zudem alle Apps, die aus dem Windows Store heruntergeladen wurden. Konfigurieren lässt sich die Komponente unter "Start > Einstellungen > Datenschutz > Allgemein".

 SmartScreen überprüft alle Downloads auf den PC. fullscreen
SmartScreen überprüft alle Downloads auf den PC. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2016)

Benutzerkontensteuerung

Die Benutzerkontensteuerung überwacht das Verhalten des Computers aus dem Hintergrund und benachrichtigt den User automatisch, wenn eine App versucht, neue Inhalte zu installieren. Damit hat dieser jederzeit im Blick, welches Programm gerade eigenständig versucht, sich zu aktualisieren und zu erweitern und kann den Vorgang unter Umständen unterbinden. In den allermeisten Fällen meldet sich das Tool jedoch bei ganz normalen Download- oder Startvorgängen, die häufig sogar vom User selbst gestartet wurden. Das kann im Alltag auch schon mal nervig werden.

Wie oft sich die Benutzerkontensteuerung dabei mit Warnungen zu Wort meldet, entscheidest Du selbst. Anpassen lässt sich diese über die "Systemsteuerung > System und Sicherheit > Sicherheit und Wartung > Einstellungen der Benutzerkontensteuerung ändern". Allerdings ist dringend davon abzuraten, die Einstellungen auf dem Schieberegler rein aus Bequemlichkeit herabzusetzen. Im Zweifelsfall kann die Benutzerkontensteuerung nämlich die letzte Warnung für den User sein, bevor ein Programm eigenständig oder fremdgesteuert schädliche Software auf den PC herunterlädt.

 Die Benutzerkontensteuerung informiert über Aktionen von Apps. fullscreen
Die Benutzerkontensteuerung informiert über Aktionen von Apps. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2016)

Braucht Windows 10 einen Extra-Virenscanner?

Im Prinzip bringt Windows 10 die wichtigsten Funktionen, die ein Virenscanner besitzt, bereits von Haus aus mit. Trotzdem kann es sinnvoll sein, den Virenscanner eines Drittherstellers zu verwenden. Tatsächlich schützt ein Virenscanner nämlich immer nur vor den Viren, die er auch kennt. Verantwortlich hierfür ist eine Datenbank, die je nach Anbieter des Programms unterschiedlich gut und unterschiedlich schnell gepflegt wird. Einige Drittanbieter haben dabei immer noch einen Vorteil gegenüber dem Windows Defender. Letztlich lässt sich hier nur schwerlich eine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Virenscanner geben. Nur eines steht fest: Eine hundertprozentige Sicherheit bietet selbst der beste Scanner nicht bieten.

Zusammenfassung

  1. Windows 10 bringt eine ganze Reihe eingebauter Sicherheitsfeatures mit
  2. Für den besten Schutz sorgen die automatisierten Updates, mit denen fortwährend bestehende Sicherheitslücken geschlossen werden
  3. Mit dem Windows Defender verfügt Windows 10 über einen eingebauten Virenscanner, der ebenfalls regelmäßig aktualisiert wird
  4. Die Windows Firewall überprüft die eingehenden und ausgehenden Verbindungen des PCs bei der Kommunikation mit einem Netzwerk
  5. SmartScreen scannt automatisch alle Downloads und Programme, die aus dem Windows Store installiert werden, nach Schädlingen
  6. Die Benutzerkontensteuerung informiert den User darüber, wenn Programme einen Download oder eine Installation durchführen wollen
  7. Virenscanner von Drittanbietern können trotzdem sinnvoll sein, da sie in einigen Fällen schneller aktualisiert werden als der Windows Defender
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