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Spyware vom PC entfernen: Anleitung & nützliche Tools

Spyware will an die Daten des PC-Nutzers, ohne dass er davon weiß.
Spyware will an die Daten des PC-Nutzers, ohne dass er davon weiß. (©Thinkstock/frankpeters 2015)

Wer bei Schadprogrammen ausschließlich an Viren denkt, der vergisst eine weit unauffälliger zu Werke gehende, dabei aber nicht minder gefährliche Schädlingsklasse: Spyware. Sie nistet sich meist unbemerkt auf dem PC ein – mit nur einem Ziel: Dich auszuspionieren. Wir erklären, was es mit den Schnüffel-Programmen auf sich hat und wie man sich schützt.

Was ist Spyware?

Bei Spyware handelt es sich im weitesten Sinne um Programme, die sich ohne Wissen des Nutzers auf dem PC breitmachen und persönliche Daten abgreifen. Dabei reicht die Spannweite der Spionage-Programme vom Aufzeichnen Deines Surfverhaltens bis hin zum Aufzeichen von Tastatureingaben, um so an Zugangsdaten fürs Online-Shops, Facebook oder E-Mail-Konten zu gelangen. Also, egal ob man gerade durchs Web surft, mit Freunden chattet oder den nächsten Urlaub bucht: Spyware schaut Dir dabei über die Schulter und schickt Deine Daten an Dritte.

Allerdings müssen bei Spyware nicht gleich unseriöse Machenschaften im Spiel sein. Manche Programme sammeln Daten über das Nutzungsverhalten, um den Machern der Software Verbesserungspotenziale aufzuzeigen oder dem Nutzer kontextbedingt zusätzliche Informationen oder Funktionen zur Verfügung zu stellen. Doch im Gegensatz zu bösartigen Schnüffelprogrammen passiert das hier nicht ohne ausdrückliche Einwilligung des Nutzers. Das zeigt jedoch, dass es nicht immer einfach ist, Spyware als solche auch zu erkennen.

Spyware vs. Viren, Adware & Co.

Während die meisten anderen Schädlingsprogramme darauf ausgelegt sind, die Kontrolle über den PC zu übernehmen und sich immer weiter auszubreiten, agiert Spyware so gut wie möglich im Verborgenen. Nicht umsonst wird Spyware auch als Schnüffelsoftware oder Spionage-Programm bezeichnet. Ein wesentliches Kennzeichen von Spyware ist somit deren konspiratives Vorgehen. Schließlich lässt sich nur effektiv überwachen, wenn das Opfer nicht weiß, dass es gerade ausgespäht wird. Oftmals werden aber auch Adware und Spyware in einem Atemzug genannt. Doch das ist bei genauer Betrachtung nicht ganz korrekt: Während es klassische Spyware darauf abgesehen hat, sensible Daten zu stehlen, wird Adware genutzt, um Werbung auf dem PC anzuzeigen. In den meisten Fällen zeichnet aber auch Adware das Nutzerverhalten auf, um herauszufinden, für was sich der PC-Benutzer interessiert.

Spyware: Was habe ich falsch gemacht?

Die größte Gefahr, sich Spyware einzufangen, besteht beim Öffnen von Webseiten oder Installieren von zumeist kostenlosen Programmen. Beim Surfen machen sich die Schadprogramme in aller Regel Lücken in Browsererweiterungen wie Java oder Flash zunutze, um beim Seitenaufruf unbemerkt auf den PC zu gelangen. Ebenso beliebt ist es, die Schädlinge in Programmen zu verstecken. Meist kommt hier kostenlose Software als eine Art Köder zum Einsatz. Neben der gewünschten Funktion beinhalten die Programme noch zusätzliche Spionage-Funktionen, auf die in den Klauseln entweder nur versteckt oder gar nicht hingewiesen wird. Als weitere Möglichkeit gibt es die gezielte Infizierung des Rechners mit "professionellen" Überwachungsprogrammen, wie sie beispielsweise die britisch-deutsche Firma Gamma International vertreibt.

Wie kann ich mich vor Spyware schützen?

Einen absoluten Schutz vor Schädlingen gibt es nicht. Mit nur wenigen Handgriffen kann man Hackern das Leben allerdings deutlich schwerer machen. Zunächst einmal solltest du ein Antivirenprogramm installieren und aktivieren. Das kostenlose Avira Free Antivirus für Windows ist ziemlich gut, obgleich es manchmal mit Werbeeinblendungen zum Kauf der Vollversion einlädt. Avira schützt auch vor Spyware. Der Sicherheit dient es außerdem, den PC immer auf dem neuesten Stand zu halten. Das bedeutet, alle sicherheitsrelevanten Updates für Betriebssystem, Browser & Co. zu installieren und nach Möglichkeit auf den Einsatz von nicht mehr unterstützter Software wie Windows XP zu verzichten. Da auch aktuelle Programme Sicherheitslücken enthalten, sollte man weiterhin Schutzprogramme installieren, die Spyware auf dem PC erkennen und notfalls gleich entfernen. Auch hier gilt, das Sicherheitsprogramm immer auf aktuellem Stand zu halten.

Beim Surfen sollte man von allzu zweifelhaften Web-Angeboten Abstand halten und unnötige oder unsichere Browsererweiterungen deaktivieren. In jüngster Vergangenheit hat sich vor allem das Java-Plugin als beliebtes Einfallstor für Schadprogramme einen Namen gemacht. Idealerweise stellt man Chrome, Firefox & Co. so ein, dass der Browser Erweiterungen wie Java oder Flash nicht automatisch ausführt und man diese nur im Bedarfsfall aktiviert. Ebenso sollte man es tunlichst vermeiden, Software von unseriösen Quellen zu laden. Am sichersten ist immer noch der Download direkt beim Hersteller des Programms. Oftmals wird noch empfohlen, eine Firewall zum Schutz vor Spionage-Programmen zu installieren. Diese verhindert, dass Programme unbemerkt nach Hause telefonieren. Allzu sehr verlassen sollte man sich darauf allerdings nicht. Gut gemachte Spyware ist in der Lage, ihre Kommunikation unbemerkt an der der Firewall vorbeischmuggeln.

Wie kann ich Spyware erkennen?

Da es die Spionage-Programme darauf anlegen, möglichst unentdeckt zu bleiben, ist es mitunter gar nicht so einfach, die Schädlinge auszumachen. Allerdings gibt es einige Anzeichen, die auf eine Infizierung mit Spyware hindeuten. Hängt sich der PC selbst bei einfachen Arbeitsschritten regelmäßig auf oder öffnen sich Webseiten trotz guter Internetanbindung nur langsam, kann das ein Indiz dafür sein, dass Schadsoftware im Hintergrund an den Leistungsreserven des PCs nagt oder die Internetleitung auslastet. Zeigt der Browser plötzlich eine andere Startseite oder hat sich die Standardsuchmaschine geändert, dann hat in aller Regel ein ungebetener Gast den PC zu seiner persönlichen Spielwiese erklärt. Gleiches gilt, wenn ständig Werbefenster auftauchen. Spätestens, wenn Firewall und Sicherheitsprogramme Alarm schlagen, sollte man sich die Zeit nehmen, um den eigenen Rechner genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wie kann ich Spyware wieder loswerden?

 Zum Entfernen von Spyware gibt es viele Programme und Tools. fullscreen
Zum Entfernen von Spyware gibt es viele Programme und Tools. (©Thinkstock/ugde 2015)

Am unkompliziertesten lässt sich der Schädling vor die Tür setzen, wenn das Antiviren-Programm den Eindringling erkennt und sich dessen annimmt. Doch leider klappt das nicht immer. In hartnäckigeren Fällen sollte man die Systemsteuerung von Windows öffnen und die Option "Programme deinstallieren oder ändern" unter "Programme und Funktionen" auswählen. Hier ist eine Liste aller Programme zu finden, die derzeit auf dem PC installiert sind. Gehe die Auflistung durch und schaue, ob sich der ungebetene Gast hier zeigt. Entdeckst Du ein Programm, was da nicht hingehört, dann deinstalliere es. Starte anschließend den Rechner neu und überprüfe, ob es sich nicht gleich wieder eingenistet hat. Ist dem Problem auf diesen Wegen nicht beizukommen, dann hilft nur noch, dem Schädling mit Spezialsoftware auf die Pelle zu rücken.

Welche Anti-Spyware-Tools gibt es?

Programme, die versprechen, Spyware den Garaus zu machen, gibt es wie Sand am Meer. Zu den beliebtesten und renommiertesten gehört Spybot – Search & Destroy. Die kostenlose Basisversion des Programms scannt den PC nach Spyware und löscht diese in aller Regel zuverlässig. Zusätzlich spürt das Programm auch lästige Tracking-Cookies auf und geht verdächtigen Änderungen an der Registry des Betriebssystems auf den Grund. Nach einem Suchlauf genügt in der Regel ein Klick, um alle gefundenen Probleme zu beheben. Bevor man das Programm auf die Suche schickt, sollte man händisch eine Aktualisierung vornehmen, denn die kostenlose Basisversion bringt sich nicht von selbst auf den aktuellen Stand. Ebenfalls gefragt ist der kostenlose AdwCleaner. Das Programm hat sich auf das Aufspüren und Entfernen von Toolbars und Adware spezialisiert und entfernt hier sogar hartnäckige Fälle, bei denen andere Programme versagen.

Im Zweifelsfall: Nicht aufgeben

Grundsätzlich ist zu empfehlen, im Verdachtsfall verschiedene Anti-Spyware-Tools einzusetzen. Das erhöht die Chance, auch gut versteckte Schädlinge aufzuspüren. Neben den bereits genannten Spyware-Putzern gehören auch SuperAntiSpyware Free Edition, Spyware Terminator, Emsisoft Anti-Malware (30-Tage-Testversion verfügbar) oder Malwarebytes Anti-Malware zu den empfehlenswerten Schutz-Programmen. Dabei verfügen alle genannten Programme über leicht zu bedienende Oberflächen und werkeln nach dem gleichen Prinzip. Zuerst lässt man die Software einen kompletten Scan des PCs durchführen, um mögliche Probleme aufzuspüren. Wird das Programm fündig, lässt sich das in der Regel mit einem Klick beheben. Aber Achtung: Auch wenn die genannten Programme eine Reihe zusätzlicher Funktionen bieten, ein vollständiges Antivirenprogramm ersetzen sie nicht. Schlagen Bemühungen fehl, weil sich der Schädling so tief im System verschanzt hat, hilft meist nur eine Neuinstallation des Betriebssystems. Dabei wird aber nicht nur die Spyware gelöscht, sondern auch alle Daten und Programme. Anschließend muss der PC daher komplett neu eingerichtet werden.

Zusammenfassung

  1. Bei Spyware handelt es ich um Software, die meist unbemerkt im Hintergrund agiert, um den PC-Nutzer auszuspionieren
  2. Die größten Einfallstore für Spyware lauern beim Surfen oder Installieren von meist kostenlosen Programmen mit zweifelhaftem Ursprung
  3. Um die Gefahr einer Infizierung mit Schadsoftware zu minimieren, sollte ein Antivirenprogramm installiert sein, Betriebssystem, Browser & Co. immer auf aktuellem Stand gehalten und beim Surfen sowie Installieren von Programmen genauer hingeschaut werden
  4. Ein lahmender PC oder ungewöhnliches Verhalten einzelner Programme sind oft ein Hinweis darauf, dass Schadsoftware im Hintergrund ihr Unwesen treibt
  5. Um Spyware wieder loszuwerden, sollte man sein Antiviren-Programm zurate ziehen sowie versuchen, den Eindringling manuell zu deinstallieren
  6. Schlagen die Versuche fehl, hilft meist Spezialsoftware wie Spybot – Search & Destroy oder Adware
  7. Ist Windows irreparabel kompromittiert, dass auch weitere Anti-Spyware-Tools versagen, hilft nur noch eine Neuinstallation des Betriebssystems

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