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SSD-Festplatten sicher löschen: So wird's gemacht

Beim Löschen einer SSD gibt es einige Dinge zu beachten.
Beim Löschen einer SSD gibt es einige Dinge zu beachten. (©Thinkstock/iStockphoto/AdrianHancu 2017)

Das sichere Löschen von Festplatten ist vor allem beim Weiterverkauf des PCs wichtig. Bei SSD-Datenträgern gibt es dabei jedoch einige wichtige Dinge zu beachten.

Das Löschen, Bereinigen oder Formatieren von Festplatten gehört zu den nervigen Pflichtaufgaben, die wohl jeder PC-Besitzer hin und wieder mal durchführen muss. Diverse Tools wie Eraser sorgen dafür, dass gelöschte Dateien nicht wiederhergestellt werden können. Doch bei einer SSD sehen die Dinge schon ein wenig anders aus. Da die Solid-State-Laufwerke völlig anders arbeiten als klassische Magnetfestplatten, müssen hier auch andere Lösungen zum sicheren Löschen von Daten her.

Warum Daten von Festplatten wiederherstellbar sind

Sämtliche Daten, die vom Nutzer auf einer Festplatt gelöscht werden, sind im Normalfall für längere Zeit wiederherstellbar. Das liegt daran, dass diese Daten nicht tatsächlich gelöscht werden. Stattdessen markiert eine Software die belegten Speicherzellen beim Löschen lediglich als wiederbeschreibbar. Das Betriebssystem – und in der Beziehung sind sich Windows, Linux und MacOS einig – erkennt diese Zellen dann als leer und kann neue Daten dort speichern. Bevor die Zellen allerdings wirklich überschrieben werden, bleiben die zuvor "gelöschten" Daten wiederherstellbar.

SSDs speichern Daten anders

Im Vergleich zu einer HDD speichert eine SSD die Daten anders. Da in den schnellen Laufwerken ein Flash-Speicher zum Einsatz kommt, verkraften die Speicherzellen generell nur eine begrenzte Anzahl an Schreibvorgängen. Moderne SSDs können beispielsweise nur 3000 bis 5000 neu beschrieben werden, bevor die Zellen ihre Möglichkeit zum Speichern neuer Daten verlieren.

 SSD-Festplatten haben eine eigene Speicherlogik. fullscreen
SSD-Festplatten haben eine eigene Speicherlogik. (©Thinkstock/iStockphoto/theJIPEN 2017)

Hersteller versuchen die Lebensdauer der SSDs dadurch zu erhöhen, dass sie der Festplatte einen internen Controller erhält, der dafür sorgt, dass Schreibvorgänge gleichmäßig auf alle Speicherzellen verteilt werden. So möchten die Hersteller verhindern, dass einzelne Speicherzellen zu stark belastet werden.

Gezieltes Überschreiben bei einer SSD nicht möglich

Diese Controller-Logik sorgt allerdings auch dafür, dass ein gezieltes Überscheiben von einmal gelöschten Speicherzellen durch Spezialprogramme nicht möglich ist. Aus Geschwindigkeits- und Haltbarkeitsgründen schreibt der Controller neue Daten bevorzugt in Speicherzellen, die zuvor nicht beschrieben waren. Die vormals gelöschten Zellen werden also nicht direkt überschrieben, sondern bleiben wiederherstellbar.

Tatsächlich raten Hersteller und Experten sogar davon ab, Wiederherstellungs-Tools wie Recuva bei SSDs überhaupt anzuwenden, da die Speichermechanik der Festplatten durch das mehrfache Überschreiben unnötig belastet wird.

Daten auf SSDs schwer wiederherstellbar

Prinzipiell ist es nur sehr schwer möglich, Daten auf einer SSD wiederherzustellen. Wirklich sicher funktioniert das meist nur mit einer professionellen Datenrettung, die von Experten mit Spezialsoftware durchgeführt wird. Die Chance, dass Unbefugte die Daten nach dem Löschen wiederherstellen können, ist also viel geringer als bei einer HDD.

SSD sicher löschen mit ATA Secure Erase

Damit sich die Daten auf einer SSD trotzdem sicher und vollständig löschen lassen, bieten alle SSD-Festplatten ein spezielles Löschmodul namens ATA Secure Erase. Der Befehl überschreibt tatsächlich den gesamten Datenträger und damit auch die Bereiche der Festplatte, auf denen sich noch vorhandene Datenreste verbergen könnten. Allerdings ist das Ausführen von ATA Secure Erase nicht so einfach, wie das Formatieren und Überschreiben einer HDD.

 Die Hersteller bieten in der Regel eine eigene Software zum sicheren Löschen von SSDs an. fullscreen
Die Hersteller bieten in der Regel eine eigene Software zum sicheren Löschen von SSDs an. (©Samsung 2016)

Stattdessen wird dafür eine spezielle Software benötigt, die zum Glück in den meisten Fällen vom Hersteller der Festplatte geliefert wird – entweder auf einer beiliegenden Disc oder als Download auf der Support-Website:

Zusammenfassung

  1. SSD-Festplatten verfügen über eine eigene Speicher-Logik und speichern Daten dadurch anders als herkömmliche HDD-Festplatten
  2. Grundsätzlich bleiben Daten nach dem einfachen Löschen von HDD oder SSD wiederherstellbar, da diese nicht sofort gelöscht werden
  3. Bei einer SSD ist die Wiederherstellung aber ungleich schwerer als bei einer HDD
  4. Normalerweise lassen sich die Daten durch ein gezieltes Überschreiben der Speicherzellen endgültig löschen
  5. Die interne Speicherlogik einer SSD verhindert jedoch das gezielte Überschreiben der zuvor gelöschten Speicherzellen in vielen Fällen
  6. Das gezielte Überschrieben der gesamten SSD funktioniert nur über den Befehl ATA Secure Erase, der sich über eine Spezialsoftware des Herstellers ausführen lässt
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