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SSD vs HDD: Was sind die Unterschiede?

Eine moderne SSD im M.2-Format.
Eine moderne SSD im M.2-Format.

Beim Neukauf oder Aufrüsten eines Computers stellt sich oft die Frage: SSD oder HDD? Wir stellen beide Typen Solid-State-Disk und mechanische Festplatte gegenüber und erklären die Vor- und Nachteile.

Was ist eine HDD?

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Eine HDD mit Magnetscheibe und mechanischem Lesearm.

Die Abkürzung "HDD" steht für "Hard Disk Drive" und bezeichnet eine Magnetfestplatte. Ihre Funktionsweise lässt sich am besten mit der eines Plattenspielers vergleichen. Die Daten selbst werden auf einer sich drehenden Magnetscheibe gespeichert und von einem beweglichen Arm gelesen, der über die Scheibe fährt – ganz ähnlich wie das der Tonabnehmer eines Plattenspielers macht. HDDs werden derzeit mit bis zu einem Speicherplatz von 16 Terabyte angeboten. Die größeren Modelle messen 3,5 Zoll, kleinere Speichervarianten gibt es auch in 2,5-Zoll-Größe.

Was ist eine SSD?

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Eine SSD im 2,5-Zoll-Format.

SSD steht für "Solid State Drive" oder auch "Solid State Disk". Hier gibt es keine magnetischen oder beweglichen Teile. Die Daten werden mithilfe von elektrischer Spannung stattdessen auf Halbleiter-Bausteinen gespeichert, die wiederum auf kleinen Platinen sitzen. SSDs gibt es in verschiedenen Größen: Die größeren Ausführungen kommen in einem 2,5-Zoll-Gehäuse daher, kleinere Varianten in Form von M.2-Speichersticks. Eine dritte Variante sind sogenannte PCIe-SSDs, die in den PCI-Express-Slots auf dem Computer-Mainboard Platz finden.

SSD oder HDD: Die Geschwindigkeit

Der wichtigste Unterschied zwischen einer SSD und einer HDD besteht in der Geschwindigkeit, mit der Daten von der Festplatte gelesen beziehungsweise auf die Festplatte gespeichert werden können.

HDDs erreichen im Höchstfall eine Lese- und Schreibgeschwindigkeit von 120 MB/s. In der Praxis fallen die Werte oft noch geringer aus. Angeschlossen werden die Magnetfestplatten an das Mainboard in modernen PCs über SATA-Stecker. Diese würden theoretisch einen maximalen Datendurchsatz von 750 MB/s und somit deutlich schnellere Geschwindigkeiten erlauben, als sie die HDDs ausreizen können.

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Eine HDD kann mit den Geschwindigkeiten von SSDs nicht mithalten.

SSDs sind im Vergleich dazu sehr viel schneller, allerdings gibt es große Unterschiede. Die am weitesten verbreiteten SSDs sind sogenannte "SATA-SSDs". Sie kommen üblicherweise in einem 2,5-Zoll-Gehäuse daher und werden auf dem gleichen Weg mit dem PC-Mainboard verbunden wie die HDDs. Aktuelle SATA-SSDs erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 550 MB/s. In der Praxis sind sie damit etwa fünfmal so schnell wie HDDs.

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Eine typische 2,5-Zoll-SSD mit SATA-Schnittstelle.

Noch deutlich größere Geschwindigkeiten sind mit den neueren NVMe-SSDs möglich. Die Abkürzung "NVMe" steht für "Non-Volatile Memory Express" und beschreibt ein effizienteres Übertragungsprotokoll für Daten. Diese Festplatten kommen entweder in Form von M.2-Speicherchips oder als PCIe-Karten daher und werden direkt in die entsprechenden Slots auf dem Mainboard gesteckt. Die Übertragung erfolgt in beiden Fällen zurzeit noch meist über die Datenschnittstelle PCIe 3.0, die deutlich schneller arbeitet als SATA. Einige moderne SSDs dieses Typs schaffen so Geschwindigkeiten von bis zu 3500 MB/s und sind damit mehr als 30 Mal so schnell wie eine HDD. 

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Eine NVMe-SSD vor der Installation in den Computer.

Doch damit nicht genug: Seit einiger Zeit finden bereits die ersten Computer-Mainboards und SSDs mit Unterstützung von PCIe 4.0 ihren Weg auf den Markt. Die neue Schnittstelle erlaubt eine weitere Verdopplung der Datengeschwindigkeit auf bis zu 7000 MB/s.

Festplatten-Typ Maximale Lesegeschwindigkeit
HDD bis zu 120 MB/s
SSD (SATA) bis zu 550 MB/s
NVMe-SSD (PCIe 3.0) bis zu 3500 MB/s
NVMe-SSD (PCIe 4.0) bis zu 7000 MB/s

Fazit: Beim Punkt Geschwindigkeit gibt es keine zwei Meinungen. Die HDD ist der SSD gnadenlos unterlegen. Dauerte es früher teilweise mehrere Minuten, bis ein Rechner hochgefahren war, so klappt dies mit einer NVMe-SSD Teilweise in knapp über 10 Sekunden.

SSD oder HDD: Der Preis

Beim Preis haben HDDs ihren größten noch verbliebenen Vorteil gegenüber SSDs. Magnetfestplatten mit einem Fassungsvermögen von 4 Terabyte kosten in vielen Fällen nur knapp über 100 Euro. HDDs sind damit immer noch der beste Weg, viel Speicherplatz für wenig Geld zu bekommen.

SSDs sind im Verhältnis dazu mehr als doppelt so teuer. Wer seinen Rechner mit größeren Mengen an SSD-Speicher ausstatten möchte, muss also tief in die Taschen greifen. Vor allem sehr große SSDs mit 2 oder 4 Terabyte kosten schnell mehrere hundert Euro.

Noch kostspieliger sind NVMe-SSDs in Form von M.2-Speicherchips. Diese sind wegen ihrer enormen Geschwindigkeiten aber auch die attraktivste Lösung, vor allem für das Systemlaufwerk eines PCs.

Fazit: Möglichst viel Speicher fürs Geld gibt es weiterhin nur in Form von HDDs. Wer vor hat, einfach nur größere Mengen an Daten zu sichern, die nicht permanent genutzt werden müssen, kann weiterhin zu einer HDD greifen.

SSD oder HDD: Die Haltbarkeit

In der Vergangenheit hatten SSDs oftmals ein Haltbarkeitsproblem, da die einzelnen Speicherzellen nur für eine bestimmte Menge an Schreibzugriffen ausgelegt sind. Mittlerweile stellt dies jedoch kein großes Problem mehr dar.

Speicherzellen moderner SSDs verkraften ungefähr 3.000 Schreibvorgänge. Eine Speicherlösung namens "Wear Leveling" ist jedoch dafür zuständig, dass die einzelnen Schreibvorgänge möglichst gleichmäßig auf alle Speicherzellen eines Datenträgers verteilt werden. Wenn der Nutzer also eine Datei löscht und sie später neu anlegt, sorgt Wear Leveling dafür, dass sie nicht auf den gleichen Speicherzellen wie zuvor gespeichert wird. Mit diesem Verfahren kann eine herkömmlich genutzte SSD mit einem Fassungsvermögen von 500 GB theoretisch mehrere Jahrzehnte problemlos arbeiten.

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Die Lebensdauer einer Festplatte ist aufgrund ihrer Funktionsweise begrenzt.

Die Haltbarkeit von HDDs fällt da meist knapper aus. Weil in den Magnetfestplatten viele bewegliche Teile zum Einsatz kommen, entsteht über die Nutzungsdauer von mehreren Jahren ein mechanischer Verschleiß. Der kann letztlich dafür sorgen, dass keine Daten mehr von der Festplatte gelesen werden können.

Fazit: Auch wenn oft noch eine andere Vorstellung vorherrscht: SSDs weisen mittlerweile eine höhere Haltbarkeit im Vergleich zu HDDs auf. Letztere haben vor allem mit dem mechanischen Verschleiß zu kämpfen, der durch die beweglichen Bauteile im Inneren entsteht.

SSD oder HDD: Die Lautstärke

Ein weiterer Punkt, in dem sich SSD und HDD unterscheiden, ist die Betriebslautstärke. Während Magnetfestplatten aufgrund der beweglichen Magnetscheibe im Inneren ein Betriebsgeräusch abgeben, arbeiten SSDs flüsterleise. Der Einbau einer SSD ist also eine Möglichkeit, die Geräuschemission eines Computers zu reduzieren.

Fazit: Eine SSD hat nur Vorteile – abgesehen vom Preis

Rein vom technischen Standpunkt her ist eine SSD einer HDD haushoch überlegen. Computer, die mit einer SSD ausgestattet sind, booten deutlich schneller, arbeiten schneller und auch die Ladezeiten fallen an allen Ecken und Enden des Systems deutlich kürzer aus. Zudem entwickeln sich die Speichermedien ständig weiter, sodass moderne SSD-Speicher bereits um ein Vielfaches schneller sind als ältere Formate. Auch bei der Haltbarkeit liegen moderne SSDs inzwischen vorne. Eine HDD kann im Vergleich nur noch beim Preis punkten und bietet sich als Datengrab für besonders große Datenmengen an.

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