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Telefonterror melden: Das kannst Du gegen lästige Anrufe tun

Nervigen Anrufen und sonstigem Telefonterror bist Du nicht schutzlos ausgeliefert – wir zeigen Dir, wie Du Dich wehrst.
Nervigen Anrufen und sonstigem Telefonterror bist Du nicht schutzlos ausgeliefert – wir zeigen Dir, wie Du Dich wehrst. (©Thinkstock/iStock/AntonioGuillem 2017)

Telefonterror kann die unterschiedlichsten Formen annehmen: Von lästigen Werbeanrufen und hartnäckigen Callcentern über Stalking durch Bekannte bis hin zu Abzockmaschen durch vermeintlich günstige Versicherungen oder Gewinnspiele. Du bist dem Terror aber nicht schutzlos ausgeliefert. Hier findest Du Tipps dagegen.

Wer noch nie einen unerwünschten Telefonanruf erlebt hat, der verwahrt seine privaten Daten entweder im sichersten Tresor der Welt oder hatte bislang einfach außerordentliches Glück. Den meisten Menschen geht es jedoch anders. Lästige Werbeanrufe oder hartnäckige Callcenter von Unternehmen, mit denen man wirklich in Kontakt steht, sind dabei noch die harmloseste Form des Telefonterrors. Mitunter sind die Anrufer aber noch viel dreister und schwatzen überforderten Gesprächsteilnehmern unnötige Versicherungen, überteuerte Strom- und Gastarife oder anderes auf. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch teuer werden. Wir haben daher einige Tipps gegen Telefonterror für Dich zusammengestellt – von einfach und schnell erledigt bis hin zur offiziellen Beschwerde.

Was tun bei Telefonterror? Weiteres Anrufen untersagen!

Die erste Reaktion auf einen unerwünschten Anruf sollte immer sein, dass Du denjenigen am anderen Ende bittest, nicht mehr anzurufen. Seriöse Unternehmen werden – selbst wenn es sich um Werbeanrufe handelt – Deinem Wunsch nachkommen. Denn in Deutschland sind vom Angerufenen nicht ausdrücklich genehmigte Anrufe durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohen sogar Bußgelder in Höhe von bis zu 300.000 Euro.

Nicht antworten, AB rangehen lassen, Nummer sperren

In der Praxis hilft das Untersagen von Anrufen leider nicht immer. Die Verbraucherzentrale geht sogar von mehreren Hundert Millionen unaufgeforderten Werbeanrufen pro Jahr aus. Auch werden sich Unternehmen, die auf Abzocke aus sind, nicht an geltendes Recht halten.

 Nummern lassen sich ganz einfach sperren: entweder über die Details zum Anruf oder in den Anrufeinstellungen. fullscreen
Nummern lassen sich ganz einfach sperren: entweder über die Details zum Anruf oder in den Anrufeinstellungen. (©TURN ON 2017)

In einem nächsten Schritt kannst Du daher entweder die Anrufe ignorieren oder annehmen und konsequent nicht antworten. Irgendwann wird der Anrufende dann vielleicht einsehen, dass er bei Dir kein Glück haben wird. Alternativ kannst Du auch bereits nach kurzem Klingeln die Mailbox oder den Anrufbeantworter rangehen lassen, wenn Du dadurch nicht andere wichtige Anrufe verpasst. Hilft auch das nicht und erfolgen die Anrufe immer von derselben Telefonnummer, kannst Du die Nummer sperren. Rufe dazu entweder die Details zum Anruf auf und suche den Menüeintrag "Nummer blockieren" oder gehe in die Anrufeinstellungen Deines Smartphones und trage die Telefonnummer unter "Nummer sperren" manuell ein.

Kommt der Anruf hingegen übers Festnetz, hängt es davon ab, welchen Anbieter und welche Hardware Du hast. Einige Router, wie etwa die Fritz!Box, lassen Dich eine Liste mit unerwünschten Telefonnummern anlegen. Bei der Telekom gibt es eine Rufnummernsperre hingegen nur für Kunden, die ein kostenpflichtiges Sicherheitspaket hinzugebucht haben.

Kostenloser Eintrag in einer Schutzliste

Als Schutz vor unerwünschten Werbeanrufen kannst Du Dich auch auf die sogenannte Robinsonliste setzen lassen. Dahinter steckt eine gemeinnützige Einrichtung, die sich genau diesen Verbraucherschutz zum Ziel gesetzt hat. Trägst Du Deine Daten in diese Schutzliste ein, können seriöse Unternehmen sie verschlüsselt mit ihren Versand- und Werbelisten abgleichen. Erfahren sie auf diese Weise, dass Du keine Werbeanrufe wünschst, werden sie dies in Zukunft unterlassen. In der Robinsonliste kannst Du verschiedene Einträge für verschiedene Formen der Werbung vornehmen, etwa für Mobil, Telefon, Post oder E-Mail.

Telefonterror melden: Diese Möglichkeiten hast Du

Bei wiederholten unerlaubten Werbeanrufen und offensichtlichen Verstößen gegen das Gesetz kannst Du auch einen Schritt weiter gehen und den Telefonterror melden. Solche Beschwerden richtest Du an die Bundesnetzagentur. Das ist auf zwei Wegen möglich: Entweder füllst Du das passende Onlineformular auf der Webseite der Bundesnetzagentur aus, oder Du lädst Dir die dort angebotene editierbare PDF-Datei herunter und schickst sie ausgefüllt zurück. Die Agentur bietet verschiedene Formulare für unterschiedliche Formen der Belästigung, etwa für Anrufe mit Bandansage, durch sogenannte Dialer, Ping-Anrufe oder unerlaubte Telefonwerbung.

Lästigen Anrufen vorbeugen: Pass auf Deine Daten auf

 Natürlich solltest Du auch darauf achten, Deine Telefonnummer nicht wahllos herauszugeben. fullscreen
Natürlich solltest Du auch darauf achten, Deine Telefonnummer nicht wahllos herauszugeben. (©Thinkstock/iStock/Poike 2017)

Damit Du erst gar nicht am Telefon belästigt wirst, solltest Du möglichst vorsichtig mit Deinen Daten umgehen und diese immer nur wenn unbedingt nötig herausgeben. Kaufst Du in einem Onlineshop ein und ist die Angabe der Telefonnummer freiwillig, dann lasse dieses Feld einfach aus. Musst Du eine Telefonnummer angeben, um etwas zu bestellen oder an einem Gewinnspiel teilzunehmen, kann Dich ein Service wie "Frank geht ran" oder "Telefon Paul" vor unerwünschten Werbeanrufen bewahren. Dafür gibst Du einfach eine der von diesen Services zur Verfügung gestellten Telefonnummern an – um Werbeanrufe und Co. werden sich dann künftig diese sogenannten Abwimmel-Hotlines kümmern.

Zusammenfassung

  1. Unerwünschte Werbeanrufe sind nicht nur lästig, sondern auch verboten
  2. Erster Schritt ist es daher, das erneute Anrufen zu untersagen
  3. Wirkt das nicht, kannst Du nicht reagieren, annehmen und schweigen, die Mailbox antworten lassen oder die Telefonnummer sperren – das geht häufig auch bei Festnetznummern
  4. Trägst Du Dich in einer Schutzliste wie der Robinsonliste ein, erfahren seriöse Unternehmen, dass Du keine Werbeanrufe wünschst
  5. Offensichtlichen Telefonterror kannst Du der Bundesnetzagentur melden – wahlweise per Onlineformular oder PDF
  6. Um unerwünschten Anrufen vorzubeugen, gehe sorgsam mit Deinen Daten um und gib Deine Telefonnummer nicht wahllos heraus

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