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Tesla-Autopilot: Das steckt hinter dem System

Das Tesla Model S war als erstes Fahrzeug des Herstellers mit Autopilot erhältlich.
Das Tesla Model S war als erstes Fahrzeug des Herstellers mit Autopilot erhältlich.

Autonomes Fahren ist zwar noch lange keine Realität – doch der Tesla-Autopilot kommt dieser Zukunftsvision schon erstaunlich nahe. Wir erklären, was das System bereits kann, wie es funktioniert, wie sicher es ist und welches Potenzial für die Zukunft in ihm steckt.

Wer davon träumt, in ein Auto einzusteigen und sich ohne Zutun (und ohne Chauffeur) ans Ziel fahren zu lassen, muss sich wohl noch eine Weile gedulden. In Sachen autonomes Fahren haben wir derzeit gerade einmal Level 2 erreicht – komplett selbstständig fahren Autos erst bei Level 5. Doch einige Firmen arbeiten mit Hochdruck daran, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, darunter das kalifornische Unternehmen Tesla. Der E-Autobauer hat bereits vor Jahren ein System namens Autopilot eingeführt, das dem Fahrer wichtige Aufgaben abnimmt.

Das kann der Tesla-Autopilot

Schon bei der Einführung vor einigen Jahren war der Tesla-Autopilot also in der Lage, die Spur zu halten, zu lenken, die Geschwindigkeit zu halten oder an den Verkehr anzupassen, die Spur auf Wunsch zu wechseln, selbstständig in eine Parklücke zu manövrieren oder aus der heimischen Garage herauszufahren. Solche oder ähnliche Fahrassistenten sind mittlerweile zwar auch bei anderen Autoherstellern zu finden. Doch Tesla ruht sich nicht auf dieser Technik aus und entwickelt sie stetig weiter. Das letzte größere Update hat der Tesla-Autopilot mit der Software-Version 9.0 Ende vergangenen Jahres erhalten. Der Tesla-Autopilot 2.0 quasi bietet laut Hersteller derzeit folgende Features.

  • Navigate on Autopilot: Auf verfügbaren Strecken gibt der Fahrer die Route vor, das Auto schlägt aktiv Spurwechsel vor, um schnellstmöglich ans Ziel zu kommen. So soll verhindert werden, dass Du hinter langsamen Autos oder Lkws festhängt. Auch Highway-Ausfahrten nimmt der Tesla automatisch.
  • Autosteer+: Das Auto lenkt automatisch und hält so die Spur – im Vergleich zur ursprünglichen Autosteer-Funktion auch auf engeren und komplexeren Straßen.
  • Auto Lane Change: Bekommt das Auto vom Fahrer das Signal zum Spurwechsel (durch Betätigen des Blinkers), nimmt es diesen selbstständig vor, sobald es die Situation zulässt.
  • Autopark: In der Stadt erkennt der Tesla-Pilot parallel zur Fahrbahn verlaufende Parklücken und parkt automatisch ein.
  • Enhanced Summon: Dieses Feature ergänzt Autopark um das Rufen des Autos per App. Auch das automatische Einparken in schwierigeren Umgebungen oder mit Hindernissen ist mittlerweile möglich.

Diese Technik steckt dahinter

Um alle diese Aufgaben zuverlässig übernehmen zu können, ist einiges an Technik nötig. Die aktuellen Tesla-Modelle S und X verfügen über acht Kameras, die insgesamt 360 Grad ums Auto abdecken und bis zu 250 Meter weit reichen. Hinzu kommen zwölf Ultraschallsensoren, die sowohl harte als auch weiche Objekte wahrnehmen können. Nach vorne arbeitet zusätzlich ein Radar, um die Funktionalität des Autopiloten auch bei starkem Regen oder Nebel gewährleisten zu können. Zudem kann der Radar quasi durch ein vorausfahrendes Auto hindurchsehen.

Um die Menge an Daten der unterschiedlichen Systeme verarbeiten zu können, ist natürlich auch ein leistungsstarker Computer an Bord. Dieser nimmt die Daten der visuellen Scanner, der Sonar- und der Radar-Technik auf und sorgt dafür, dass das Auto entsprechend der Situation selbstständig reagiert.

Wie sicher ist der Autopilot?

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Die Sicherheit autonomer Systeme setzt zuverlässige Technik voraus. Dennoch sollte der Fahrer stets eingreifen können.

Einige Unfälle im Verlauf der letzten Jahre, die im Zusammenhang mit dem Tesla-Autopiloten stehen, lassen natürlich die Frage nach der Sicherheit dieses Systems aufkommen. Doch in fast allen Fällen war nicht der Autopilot schuld, sondern der Mensch, der diesen nicht den Vorschriften Teslas gemäß nutzte. So verlangt der Hersteller, dass der Fahrer zu jeder Zeit die Hände am Steuer und den Blick auf die Straße gerichtet hat – auch wenn er gerade per Autopilot unterwegs ist. So soll gewährleistet werden, dass der Mensch sofort eingreifen kann, sobald es einmal nötig ist.

Wichtig ist also, dass Nutzer solcher Systeme verstehen, dass wir noch nicht beim komplett autonomen Fahren angekommen sind und dass sie ihre Verantwortung als Fahrer weiterhin wahrnehmen. Denn noch haftet der Fahrer selbst für Verkehrsverstöße und Schäden.

Autonomes Fahren per Over-the-Air-Update

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Selbstständig aus der heimischen Garage herausfahren oder einparken können Tesla-Modelle schon heute.

Die Grundlagen fürs autonome Fahren sind bei Tesla aber bereits gelegt. Selbst das günstigste Modell des Herstellers, das Tesla Model 3, ist mit Autopilot erhältlich. Damit haben alle neuen Tesla-Fahrzeuge die Hardware-Basis fürs autonome Fahren. Das System wurde so designt, dass es sich später per Software-Update Over-the-Air aufrüsten lässt.

Zukünftig sollen sowohl kurze als auch lange Strecken komplett ohne Eingriff des Fahrers zurückgelegt werden können. Du wirst Deinem Tesla nur noch sagen müssen, wohin Du gefahren werden willst. Sagst Du nichts, checkt das Auto Deinen Terminkalender und fährt Dich zum hinterlegten Ort – oder nach Hause, wenn keine Termine anstehen. Am Ziel angekommen steigst Du einfach aus, das Fahrzeug sucht dann eigenständig einen Parkplatz. Ein Tipp aufs Smartphone, und der Tesla holt Dich wieder ab.

Funktioniert der Tesla-Autopilot in Deutschland?

Tesla Model 3 fullscreen
Das Tesla Model 3 war zunächst nur mit deaktiviertem Autopiloten in Europa nutzbar.

Auch hierzulande erfreuen sich Teslas Elektroautos wachsender Beliebtheit. Aber ist der Autopilot, der ursprünglich für den Einsatz auf Highways konzipiert wurde, auch in Deutschland nutzbar? Zumindest hatten einige europäische Käufer des neuen Tesla Model 3 wohl darauf gehofft und das etwa 5000 Euro teure Extra mitgekauft. Allerdings wurden sie zunächst enttäuscht, wie das Manager Magazin unter Berufung auf die Los Angeles Times berichtet. Der Autopilot war schlichtweg nicht Teil der ursprünglichen Typengenehmigung in Europa. Doch die Genehmigung folgte, und so ist das Assistenzsystem mittlerweile auch in Deutschland zugelassen.

Zusammenfassung

  • Komplett autonomes Fahren ist noch Zukunftsmusik, aber der Tesla-Autopilot nimmt dem Fahrer schon heute zentrale Aufgaben ab
  • Dazu zählen etwa Lenken, Beschleunigen, Bremsen, Geschwindigkeit/Spur/Abstand halten, Einparken, Ausparken und Spurwechsel
  • In aktuellen Tesla-Modellen sind dafür acht Kameras, zwölf Ultraschallsensoren, ein Radar und ein leistungsstarker Computer verbaut
  • Zur Sicherheit ist es erforderlich, dass der Fahrer zu jeder Zeit seine Hände am Lenkrad und den Blick auf die Straße gerichtet hat
  • Spätere Features, die den Weg zum komplett autonomen Fahren ebnen sollen, will Tesla per Software-Update nachliefern
  • Der Tesla-Autopilot hat mittlerweile auch eine Genehmigung in Europa erhalten

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