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Tesla Supercharger: Das musst Du über die Ladestationen wissen

In Deutschland noch ein seltenes Bild: Tesla-Fahrzeuge tanken Energie am Supercharger.
In Deutschland noch ein seltenes Bild: Tesla-Fahrzeuge tanken Energie am Supercharger.

Wer einen Tesla fährt, tankt kein Benzin, sondern lädt diesen mit Strom auf. Dafür stehen vielerorts sogenannte Tesla Supercharger zur Verfügung. Alles, was Du über die Ladestationen des US-Techkonzerns wissen musst, erfährst Du in der folgenden Übersicht.

Jüngst enthüllte Tesla den V3 Supercharger mit höherer Leistung und somit auch kürzerer Ladezeit. Doch was steckt eigentlich hinter den Ladestationen von Tesla, die auch hierzulande immer größere Verbreitung finden? Das Grundprinzip ist klar: Der Tesla wird per Schlauch mit einem Supercharger verbunden und erhält somit den für den Fahrbetrieb notwendigen Strom – schließlich sind alle Tesla-Modelle ausschließlich batteriebetrieben.

kW und kWh
"kW" steht für "Kilowatt", also die Leistung, und "kWh" für "Kilowattstunden", also die Arbeit. Ein Kilowatt entspricht einer Leistung von 1000 Watt. Bei der Berechnung der Kilowattstunden spielt hingegen die Zeit eine Rolle, die ein Gerät in Betrieb ist.

Tesla Supercharger an strategisch ausgewählten Standorten platziert

Der Strom eines Superchargers unterscheidet sich selbstredend nicht von Deinem Strom zuhause. Tesla hat die Ladestationen jedoch strategisch so günstig platziert, meist zwischen Städten und stark frequentierten Autobahnen, dass Tesla-Fahrer möglichst weite Strecken zurücklegen können – ohne Angst haben zu müssen, dass ihnen die Energie ausgeht.

Dank kluger Software profitierst Du als Tesla-Besitzer von zahlreichen Vorzügen. Verwendest Du etwa die Navigation Deines Teslas, wird Dich der integrierte Routenplaner automatisch über die Strecke mit den strategisch am besten platzierten Ladestationen leiten. In der Regel reichen bereits 30 Minuten Ladung, um entspannt weiterfahren zu können. Sobald Dein Tesla wieder einsatzbereit ist, bekommst Du per Smartphone-App direkt eine Benachrichtigung.

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Bislang gibt es in Deutschland etwas mehr als 60 Standorte für Tesla-Ladestationen.

Wie lange dauert der Ladevorgang?

Doch wie lange dauert das Aufladen eines Teslas eigentlich tatsächlich? Zwar kannst Du bereits nach einer halben Stunde an der Ladestation wieder losdüsen – vollgeladen ist das E-Fahrzeug aber nach dieser Zeit natürlich nicht. Das Tesla Model 3 hat in der Basisausstattung etwa eine Batterie mit 50 kWh, während ein anderes Modell, das für höhere Reichweiten ausgelegt ist, einen 75-kWh-Energiespeicher besitzt. Eine Tesla-Ladestation mit einer Leistung von bis zu 145 kW kann pro Station zwei Autos mit jeweils maximal 120 kW mit Strom versorgen.

Das Tesla Model 3 kann innerhalb von 20 Minuten bis auf 50 Prozent aufgeladen werden, nach rund 75 Minuten an der Ladestation erreicht das E-Auto 100 Prozent. Zum Vergleich: Würdest Du Dein Tesla Model 3 zuhause an einem herkömmlichen Stromanschluss mit Energie versorgen, würde dieser Vorgang zwischen 20 und 30 Stunden dauern – im Alltag also kaum praktikabel.

So viel kostet das Laden an Teslas Ladestationen

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In Stufe 1 bei einer Leistungsaufnahme bis 60 kW kostet der Ladevorgang pro Minute 0,2 Euro.

Und was kostet der Spaß eigentlich? Klar ist: Das "Tanken" eines Teslas ist deutlich günstiger als bei Benzin oder Diesel. Während Tesla in den meisten Regionen nach Kilowattstunden abrechnet, erfolgt in Deutschland die Abrechnung auf Basis der Minuten an der Ladestation. Warum Deutschland eine Sonderstellung einnimmt? Ganz einfach: Die Supercharger von Tesla entsprechen schlichtweg nicht dem deutschen Eichrecht. Deswegen muss nach Minuten und nicht nach dem tatsächlichen Kilowattstundenverbrauch abgerechnet, was die fairere Variante darstellt.

Hier unterscheidet Tesla zwischen zwei unterschiedlichen Stufen: Als erste Stufe wird die Leistungsaufnahme bis zu 60 kW bezeichnet, die pro Minute mit 0,2 Euro zu Buche schlägt. Deutlich teurer wird es, wenn es über 60 kW hinausgeht: Dann beläuft sich der Minutenpreis schon auf 0,4 Euro. Stufe 2 ist also doppelt so teuer wie Stufe 1. Die Bezahlung der Ladung erfolgt bequem über das Tesla-Kundenkonto. Große Preissprünge sollen nicht so schnell folgen: Tesla hat sich dazu verpflichtet, die Supercharger nicht zur Gewinnmaximierung zu nutzen. 1000 Kilometer Reichweite per Supercharge kosten demnach rund 45 Euro, eine vergleichbare Tankfüllung 103 Euro (Rechenbasis ist 1,28 Euro pro Liter).

Weltweit gibt es derzeit mehr als 1.400 Tesla Supercharger, die mehr als 12.000 Ladeplätze bereithalten. In Deutschland existieren (Stand: März 2019) etwas mehr als 60 Supercharger-Standorte – Tendenz steigend. Die Standorte finden sich auf dieser Karte von Tesla.

Klar ist auch: Von einem flächendeckenden Netz kann man (noch) nicht sprechen. Das ist aber nicht allzu dramatisch, schließlich können Teslas auch an gewöhnlichen Ladestationen mit Strom versorgt werden. Diese laden im Vergleich zum Supercharger aber langsamer.

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Das Tesla Model 3 kann mit dem V3 Supercharger innerhalb von nur fünf Minuten Ladung 120 Kilometer weit fahren.

V3 Supercharger mit höherer Ladegeschwindigkeit vor Einführung

Jüngst präsentierte Tesla mit dem V3 Supercharger die neueste Generation seiner Ladestation. Mit einer Leistung von 250 kW ist die neue Version deutlich besser als ihr Vorgänger: Das Tesla Model 3 muss für eine Reichweite von rund 120 Kilometern gerade einmal fünf Minuten geladen werden. Bislang ist die neue Generation nur für Teilnehmer von Teslas "Early Access Program" zu nutzen.

Ab April werden weitere Ladestationen aufgestellt, die dann im zweiten Quartal auch von anderen Tesla-Kunden genutzt werden können, nachdem ein entsprechendes Software-Update eingespielt wurde. In Deutschland müssen sich Nutzer noch gedulden: Hierzulande werden erste V3 Supercharger erst im vierten Quartal 2019 aufgestellt. Ältere Teslas sollen ebenfalls für höhere Ladegeschwindigkeiten per Update fit gemacht werden.

Zusammenfassung

  • Tesla nennt seine Ladestationen für E-Autos Supercharger
  • Supercharger sind strategisch zwischen Städten und an stark frequentierten Autobahnen platziert
  • In Deutschland gibt es etwas mehr als 60 Tesla Supercharger – Tendenz steigend
  • Ein Tesla Model 3 erreicht nach 20 Minuten Ladung 50 Prozent Energie, nach 75 Minuten 100 Prozent
  • Während in den meisten Regionen der tatsächliche Verbrauch berechnet wird, wird in Deutschland auf Minutenbasis abgerechnet
  • Tesla unterscheidet in 2 Stufen: Stufe 1 beschreibt die Leistungsaufnahme bis 60 kW, die 0,2 Euro pro Minute kostet
  • Stufe 2 ist die Ladung ab 60 kW, die mit 0,4 Euro pro Minute zu Buche schlägt
  • Eine neue Generation, der V3 Supercharger, wird ab dem vierten Quartal in Deutschland angeboten
  • V3 Supercharger haben eine Leistung von 250 kW und können etwa ein Tesla Model 3 deutlich schneller aufladen
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