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Timeline: So funktioniert das neue Windows-10-Feature

Mit dem Timeline-Feature können Windows-10-Nutzer in der Zeit zurückreisen.
Mit dem Timeline-Feature können Windows-10-Nutzer in der Zeit zurückreisen. (©Microsoft 2017)

Das Timeline-Feature soll mit dem nächsten großen Windows-10-Update Millionen PC-Nutzern zur Verfügung stehen. Doch was ist Timeline genau und wie funktioniert das Feature, das den Rechner in der Zeit zurückspringen lässt?

Dass Windows 10 von Microsoft ständig mit neuen Funktionen erweitert wird, ist kein Geheimnis. Oftmals scheinen die Verbesserungen dabei aber nur kosmetischer Natur zu sein oder sie betreffen nur einzelne Apps. Mit dem neuen Timeline-Feature ist es anders. Ursprünglich bereits für Herbst 2017 angekündigt, soll die neue Funktion nun mit dem nächsten großen Windows-Update im Frühjahr kommen und die Taskansicht, wie wir sie kennen, komplett umkrempeln.

Timeline ist seit Dienstag erstmals in einer Vorabversion von Windows 10 enthalten. Teilnehmer am Insider-Programm von Microsoft können sich die Preview-Version 17063 bereits auf ihren Rechner laden und die neue Funktion ausprobieren.

Was genau ist die Timeline von Windows 10?

Wie etwas weiter oben bereits erwähnt, ersetzt Timeline die klassische Taskansicht von Windows 10. Das bedeutet, dass in der Timeline alle aktuell aktiven Apps angezeigt werden und es mit einem einfachen Mausklick auf das jeweilige Fenster möglich ist, in das jeweilige Programm zu springen.

Die Timeline ist eine Taskansicht, die sich in der Zeit zurückscrollen lässt. (© 2017 Microsoft)

Darüber hinaus bietet Timeline jedoch auch die namensgebende Zeitleiste. Denn ausgehend von den aktuell geöffneten Apps können Nutzer in der Zeit zurückscrollen. Entweder um mehrere Stunden oder sogar um Tage, Wochen oder Monate. Timeline zeigt dabei für jeden Tag und jede Stunde die Programme, Apps oder Dokumente, an denen die User zum jeweiligen Zeitpunkt gearbeitet haben. Doch nicht nur das: Die Zeitleiste zeigt die Apps und Dokumente auch so, wie sie zum jeweiligen Zeitpunkt aussahen.

Wer beispielsweise nach einer Website sucht, auf die er zu einem früheren Zeitpunkt in der Woche gestoßen war, kann diese so wiederfinden. Auch wenn Nutzer versehentlich ein Dokument überschrieben haben, ohne die ursprüngliche Version zu speichern, können sie mit Timeline zu einem Zeitpunkt zurückscrollen, als das Dokument noch in seiner früheren Form erhalten war.

Wie funktioniert die Timeline?

Alle vergangenen Aktivitäten, die Timeline anzeigt, werden in der Cloud gespeichert. Daher ist das Feature natürlich an einen Nutzeraccount und im Speziellen an ein Microsoft-Konto geknüpft. Die Daten darüber, woran Nutzer vor Tagen oder Wochen gearbeitet haben, werden in einem Cloud-Konto gesichert.

Die Timeline funktioniert über die Cloud. (© 2017 YouTube/Windows Insider Channel)

Die Bindung an ein Microsoft-Konto sorgt zudem dafür, dass in der Timeline auch Aktivitäten aufgezeichnet werden, die an einem anderen PC ausgeführt wurden. Wer unterwegs auf dem Laptop das gleiche Microsoft-Konto nutzt, wie zu Hause am Desktop, kann auf beiden Rechnern auf die gleiche Timeline und die gleichen vergangenen Aktivitäten zugreifen. Das gilt sogar für Aktionen, die in Microsoft-Apps unter Android oder iOS durchgeführt wurden. Sofern die jeweiligen Apps mit dem gleichen Konto genutzt wurden, tauchen auch sie später in der Timeline auf.

Nutzer können steuern, was in der Timeline gespeichert wird

Die Nutzer sollen aber natürlich eine gewisse Kontrolle darüber haben, welche Daten und Aktionen in der Timeline gespeichert werden und können dies manuell einstellen. Auch über den Zeitraum, den die Aktionen in der Timeline gespeichert bleiben sollen, können die Nutzer sicherlich selbst entscheiden. Microsoft wird vermutlich ein gewisses Kontingent an kostenlosem Cloudspeicher für jeden Nutzer bereitstellen, mit dem er vergangene Aktionen in der Timeline speichern kann. Wer seine Aktivitäten am PC über Jahre hinweg speichern und zurückverfolgen möchte, wird am Ende aber sicherlich extra zur Kasse gebeten. Das ist aber Spekulation, da ein finales Geschäftsmodell für Timeline noch nicht vorgestellt wurde.

Noch ist das finale Geschäftsmodell für die Timeline nicht bekannt. (© 2017 Microsoft)

Nicht alle Programme und Apps unterstützen die Timeline

Wer sich jetzt schon sehnlichst die Finger danach leckt, endlich alle seine Arbeitsschritte mit Timeline zurückzuverfolgen, sollte eines wissen: Damit das Feature mit allen Programmen und Apps funktioniert, müssen die jeweiligen Entwickler es auch unterstützen und ihre Software anpassen. In der Preview-Version funktionieren beispielsweise bislang nur Microsoft-Programme wie der Webbrowser Edge oder die Office-Programme. Es dürfte auch nach dem offiziellen Launch sicherlich eine Zeit lang dauern, bis andere Entwickler ihre Software anpassen.

Timeline aktivieren: Erst nach dem nächsten Windows-10-Update

Da Timeline die neue Taskansicht ist, versteckt sich das Update unter dem entsprechenden Button für die Taskansicht in der Taskleiste. Das Ganze funktioniert aber im Moment nur mit der schon erwähnten Preview-Version 17063 von Windows 10 für Teilnehmer am Microsoft-Insider-Programm. Alle anderen Nutzer können das Feature vermutlich erst ab März oder April 2018 nutzen, wenn Microsoft aller Voraussicht nach das nächste Funktionsupdate für Windows 10 bereitstellen wird.

Zusammenfassung

  1. Mit dem nächsten großen Windows-10-Update im Frühjahr 2018 möchte Microsoft das neue Timeline-Feature einführen
  2. Seit Mitte Dezember lässt sich die Funktion erstmals in einer Preview-Version von Windows 10 nutzen
  3. Timeline ersetzt die bisherige Taskansicht von Windows 10 zum Wechseln zwischen den aktiven Apps
  4. In der Timeline können Nutzer in der Zeit rückwärts durch die Programme, Apps und Dokumente scrollen, die sie an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit genutzt haben
  5. Die Dokumente und Apps erscheinen in der Timeline so, wie sie zum jeweiligen Zeitpunkt vorgelegen haben
  6. Auf diese Weise lassen sich Dokumente in einer früheren Fassung wieder abrufen oder bestimmte Websites im Webbrowser wiederfinden
  7. Timeline speichert die vergangenen Aktivitäten in der Cloud und ist mit einem Microsoft-Konto verknüpft
  8. Das Feature funktioniert Geräte-übergreifend über mehrere PCs hinweg und sogar bei Android- und iOS-Apps von Microsoft
  9. Zum Start werden voraussichtlich nur Microsoft-Programme Timeline unterstützen, andere Entwickler können ihre Apps jedoch anpassen
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