USB-Stick verschlüsseln: So geht's mit Freeware

Wir zeigen Dir, wie Du USB-Sticks verschlüsseln kannst.
Wir zeigen Dir, wie Du USB-Sticks verschlüsseln kannst. (©TURN ON 2017)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Wenn Du einen USB-Stick verschlüsseln möchtest, stehen Dir verschiedene Freeware-Programme zur Verfügung. Wir verraten Dir, welche davon am sichersten sind.

Im Alltag nutzen wir USB-Sticks oft, um wichtige Daten zu transportieren. Blöd nur, wenn einer dieser Sticks verloren geht. Dann sind die Daten im schlimmsten Falle nicht nur weg, sondern können auch in die falschen Hände geraten.

Verhindern lässt sich zumindest Letzteres mit einer Verschlüsselung des USB-Sticks. Ist diese eingerichtet, können Unbefugte nicht ohne weiteres auf Deine Daten zugreifen. Um eine solche Verschlüsselung einzurichten, gibt es mehrere Möglichkeiten.

USB-Stick verschlüsseln mit Windows-Bordmitteln

Die grundlegenden Tools zum Verschlüsseln bringt Windows 10 schon mit. Genau genommen lässt sich damit allerdings nicht der Stick selbst verschlüsseln, sondern nur die darauf gespeicherten Ordner. Der Trick besteht also darin, alle auf dem Stick gespeicherten Daten in einen Ordner zu packen und diesen dann zu verschlüsseln. Ein Nachteil: Der Stick muss dafür zwingend im NTFS-Dateiformat formatiert werden.

Klicke dazu mit der rechten Maustaste im Datei-Explorer auf den Ordner und wähle "Eigenschaften" aus. Anschließend klickst Du im Eigenschaften-Fenster auf den Reiter "Allgemein" und dann auf das Feld "Erweitert". Im nächsten Fenster musst Du jetzt nur noch vor "Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen" einen Haken setzen und das Ganze mit "OK" bestätigen. Anschließend startet die Verschlüsselung des Ordners, die je nach Größe durchaus mehrere Minuten oder sogar Stunden dauern kann.

Klicke mit Rechts auf den Ordner und öffne "Eigenschaften > Allgemein". Klicke anschließend auf "Erweitert". fullscreen
Klicke mit Rechts auf den Ordner und öffne "Eigenschaften > Allgemein". Klicke anschließend auf "Erweitert". (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
Setze nun einen Haken vor "Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen". fullscreen
Setze nun einen Haken vor "Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen". (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
Klicke mit Rechts auf den Ordner und öffne "Eigenschaften > Allgemein". Klicke anschließend auf "Erweitert".
Setze nun einen Haken vor "Inhalt verschlüsseln, um Daten zu schützen".

Sobald der Ordner verschlüsselt ist, informiert Dich Windows, dass Du nun das Datenverschlüsselungszertifikat sowie den Schlüssel selbst speichern musst. Klicke dazu auf die Banchrichtigung und anschließend im Fenster auf "Jetzt sichern (empfohlen)".

Im Folgenden musst Du eine Verschlüsselungsmethode auswählen – dabei kannst Du die voreingestellte verwenden – und ein Kennwort festlegen. Zum Schluss bittet Dich Windows, noch einen Namen und einen Speicherort für das Zertifikat anzugeben. Standardmäßig wird es auf Deinem Hauptlaufwerk im Ordner "Dokumente" abgespeichert.

Klicke auf "Jetzt sichern (empfohlen)"... fullscreen
Klicke auf "Jetzt sichern (empfohlen)"... (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
...und folge dann den Anweisungen des Programms. fullscreen
...und folge dann den Anweisungen des Programms. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
Schließlich musst Du für die Verschlüsselung ein Kennwort anlegen... fullscreen
Schließlich musst Du für die Verschlüsselung ein Kennwort anlegen... (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
...und das Zertifikat unter einem festgelegten Namen sichern. fullscreen
...und das Zertifikat unter einem festgelegten Namen sichern. (©Screenshot Microsoft/ TURN ON 2018)
Klicke auf "Jetzt sichern (empfohlen)"...
...und folge dann den Anweisungen des Programms.
Schließlich musst Du für die Verschlüsselung ein Kennwort anlegen...
...und das Zertifikat unter einem festgelegten Namen sichern.

Sobald das Datenverschlüsselungszertifikat angelegt und auf dem PC gespeichert wurde, sorgt es dafür, dass sich der verschlüsselte Ordner auf diesem PC öffnen lässt. Auf anderen PCs funktioniert dies hingegen nun nicht mehr, es sei denn, Du kopierst das Zertifikat.

Der verschlüsselte Ordner wird dir übrigens zunächst nicht als solcher angezeigt. Im Datei-Explorer kannst du jedoch unter "Ansicht > Optionen > Ordner- und Suchoptionen ändern" unter dem Reiter "Ansicht" das Feld "Verschlüsselte oder komprimierte NTFS-Dateien in einer anderen Farbe anzeigen" markieren. Der verschlüsselte Ordner wird anschließend im Dateimanager grün dargestellt.

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Auf Wunsch wird der verschlüsselte Ordner grün markiert.

USB-Stick mit Freeware verschlüsseln

Zugegeben, der Einsatz von Bordmitteln ist etwas kompliziert. Viel praktischer und einfacher funktioniert manches Freeware-Tool. Ein gutes kostenloses Programm zum Verschlüsseln von USB-Sticks ist Rohos mini Drive. Es wird auf dem Hauptlaufwerk des Computers installiert und richtet auf dem USB-Stick eine Art verschlüsseltes Unterlaufwerk ein, dass sich nur per Passwort öffnen lässt.

Das Programm erkennt dabei nach dem Starten einen eingesteckten USB-Stick von selbst und führt Dich Schritt für Schritt durch den Prozess. Viel mehr als ein Passwort festzulegen und ein wenig zu warten, musst Du dabei allerdings gar nicht tun. Nach der Einrichtung steht das Laufwerk mit dem Namen Rohos Disk Portable zur Verfügung. Für den Zugriff darauf benötigst Du allerdings das zuvor festgelegte Passwort.

Mit Rohos Mini Drive kannst Du verschlüsselte Bereiche auf einem USB-Stick erzeugen. fullscreen
Mit Rohos Mini Drive kannst Du verschlüsselte Bereiche auf einem USB-Stick erzeugen. (©Screenshot Rohos Mini Drive/ TURN ON 2018)
Für den Zugriff auf das verschlüsselte Rohos-Laufwerk benötigst Du ein zuvor festgelegtes Passwort. fullscreen
Für den Zugriff auf das verschlüsselte Rohos-Laufwerk benötigst Du ein zuvor festgelegtes Passwort. (©Screenshot Rohos Mini Drive/ TURN ON 2018)
Diese Ansicht zeigt den Inhalt der Rohos-Laufwerks. fullscreen
Diese Ansicht zeigt den Inhalt der Rohos-Laufwerks. (©Screenshot Rohos Mini Drive/ TURN ON 2018)
Mit Rohos Mini Drive kannst Du verschlüsselte Bereiche auf einem USB-Stick erzeugen.
Für den Zugriff auf das verschlüsselte Rohos-Laufwerk benötigst Du ein zuvor festgelegtes Passwort.
Diese Ansicht zeigt den Inhalt der Rohos-Laufwerks.

USB-Stick mit VeraCrypt verschlüsseln

Wer es richtig sicher und professionell mag, wird vermutlich gleich zu VeraCrypt greifen. Dieses Programm ist gewissermaßen der Goldstandard, wenn es darum geht, verschlüsselte Laufwerke zu erzeugen und bietet auch eine sehr hohe Sicherheit.

Nach dem Start von VeryCrypt wählst du den Eintrag "Volume erstellen" und anschließend die Option "Verschlüsselt eine Partition / ein Laufwerk". Weiter geht es mit der Auswahl "Standard VeraCrypt Volume". Im nächsten Fenster suchst Du unter "Volume Location" nach dem USB-Stick, den Du verschlüsseln möchtest.

Unter "Volume Creation Mode" stehen Dir nun zwei Varianten zur Verfügung: "Create Encrypted Volume" ist die schnelle Variante, bei der alle zuvor gespeicherten Daten auf dem Stick gelöscht werden. "Encrypt Partition in Place" behält die auf dem Stick gespeicherten Daten bei, dauert aber wesentlich länger.

Über "Volume erstellen"... fullscreen
Über "Volume erstellen"... (©Screenshots VeraCrypt/ TURN ON 2018)
...und "Verschlüsselt eine Partition / ein Laufwerk" kannst Du einen USB-Stick verschlüsseln. fullscreen
...und "Verschlüsselt eine Partition / ein Laufwerk" kannst Du einen USB-Stick verschlüsseln. (©Screenshots VeraCrypt/ TURN ON 2018)
Wähle "Standard VeraCrypt Volume"... fullscreen
Wähle "Standard VeraCrypt Volume"... (©Screenshots VeraCrypt/ TURN ON 2018)
...und suche anschließend nach dem Stick. fullscreen
...und suche anschließend nach dem Stick. (©Screenshots VeraCrypt/ TURN ON 2018)
Es stehen zwei Varianten zur Auswahl. fullscreen
Es stehen zwei Varianten zur Auswahl. (©Screenshots VeraCrypt/ TURN ON 2018)
Über "Volume erstellen"...
...und "Verschlüsselt eine Partition / ein Laufwerk" kannst Du einen USB-Stick verschlüsseln.
Wähle "Standard VeraCrypt Volume"...
...und suche anschließend nach dem Stick.
Es stehen zwei Varianten zur Auswahl.

Nun musst Du noch den Verschlüsselungsalgorithmus wählen, wobei Du jedoch die Standard-Auswahl verwenden kannst. Anschließend legst Du das Passwort fest, mit dem der Stick verschlüsselt werden soll. 

Einen mit VeraCrypt verschlüsselten Stick öffnen

Um einen USB-Stick, der mit Veracrypt verschlüsselt wurde, wieder zu öffnen, muss auf dem entsprechenden Rechner zwingend das Programm VeraCrypt installiert sein. Starte das Programm, wähle einen beliebigen freien Laufwerkbuchstaben aus der Liste, suche unter "Datenträger" nach dem Stick und klicke auf "Einbinden". Anschließend musst Du noch das festgelegte Passwort eingeben, um den Stick zu öffnen.

Zusammenfassung

  1. Wenn Du die Daten auf einem USB-Stick vor dem Zugriff unbefugter Personen schützen willst, solltest Du den Stick verschlüsseln
  2. Windows 10 bietet mit Bordmitteln eine Standard-Verschlüsselung, die jedoch nur mit NTFS-Formatierung funktioniert
  3. Eine Alternative bieten Freeware-Tools, von denen Rohos die simple Variante darstellt
  4. Wesentlich sicherer aber ebenfalls kostenlos ist VeraCrypt. Das Programm verschlüsselt Datenträger nach verschiedenen Algorithmen und gilt als sehr flexibel

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