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Virenschutz für Mac: Das musst Du darüber wissen

Wir erläutern, ob ein zusätzlichen Virenschutz für den Mac einen Sinn ergibt.
Wir erläutern, ob ein zusätzlichen Virenschutz für den Mac einen Sinn ergibt. (©welcomia/iStock/Getty Images Plus 2018)

Die Frage dürfte früher oder später aufkommen: Virenschutz für Mac – ja oder nein? 100-prozentige Sicherheit bietet auch macOS nicht. Apple hat jedoch einige Funktionen eingebaut, um den Mac bestmöglichst vor Angreifern zu sichern. Wir erläutern, was Du zum Virenschutz für den Mac wissen musst.

Ist macOS sicherer als Windows? Das kann man so pauschal nicht sagen. Fakt ist aber: macOS ist deutlich weniger verbreitet als Windows. Während macOS zu Jahresanfang laut Computerworld auf einen Marktanteil von rund 10 Prozent kam, brachte es Microsoft mit Windows auf weit mehr als 80 Prozent Marktanteil. Dadurch ist das Apple-System von Natur aus ein weit weniger beliebtes Ziel als die deutlich weiter verbreiteten Windows-Rechner.

Doch in Sicherheit solltest Du Dich nicht wiegen: Insbesondere in den letzten Jahren gab es immer wieder einmal Berichte über Viren, Malware, Spyware und Co auf dem Mac. Deshalb ist die wichtigste Grundregel: Halte Dein System immer aktuell. Wenn Apple ein neues Softwareupdate anbietet, solltest Du dieses stets umgehend installieren, da die Aktualisierung meist Bugfixes mit sich bringt und Sicherheitslücken stopft.

So schützt der Apple-Dienst Gatekeeper Deinen Mac

 Apps sollten nach Möglichkeit nur aus dem offiziellen App Store heruntergeladen werden. fullscreen
Apps sollten nach Möglichkeit nur aus dem offiziellen App Store heruntergeladen werden. (©Apple 2018)

Generell hat Apple aber mit vielen effektiven Maßnahmen dafür gesorgt, den Mac möglichst vor Viren zu schützen. Dafür arbeiten im Hintergrund einige Dienste, von denen Du gar nichts mitbekommst. Oftmals werden Computer mit Viren durch das Installieren von schadhaften Programmen infiziert. Auf dem Mac ist das so gut wie ausgeschlossen. Apple empfiehlt deshalb, Apps nur aus dem hauseigenen App Store herunterzuladen. Alle Anwendungen werden vor der Freigabe durch Apple geprüft.

Solltest Du Apps aus dem Netz laden, sorgt der Apple-Dienst Gatekeeper für zusätzliche Sicherheit. Da alle Entwickler eine eindeutige Entwickler-ID haben und ihre Apps digital signieren müssen, kann Apple mithilfe von Gatekeeper so bei Verdacht auf schadhafte Software die entsprechende Anwendung direkt sperren. Programme, die von nicht registrierten Entwicklern stammen, werden von Gatekeeper grundsätzlich erst einmal blockiert. Natürlich kannst Du diesen Sicherheitsmaßnahme übergehen und die App dennoch installieren. Aber: Unter macOS unbewusst eine schadhafte App zu installieren, ist zumindest ziemlich schwer. Ein Virenschutz würde in diesem Fall also auch kaum helfen.

Die Apple-Sandbox sorgt für zusätzlichen Schutz

Schadhafter Code wird häufig auch durch ausgeführte Browser-Plugins oder E-Mail-Anhänge eingeschleust. Um aber die Infizierung durch bösartigen Code möglichst zu verhindern, laufen Plugins in Safari, etwa Flash Player oder QuickTime, nur in einem Sandbox-Modus – somit soll der Zugriff auf kritische Systemkomponenten, Daten und andere Apps unterbunden werden. Potenziell gefährdete Apps wie Nachrichten, Mail oder Notizen werden ebenfalls in einer Sandbox ausgeführt.

Schutz vor Malware bietet etwa XD (Execute Disable), das direkt in den Prozessor integriert ist und einen Schutzwall zwischen Datenspeicher und Speicher für ausführbare Befehle stellt. Bösartige Änderungen am Quellcode von Apps werden durch die Speicherverwürfelung (Address Space Layout Randomization, ASLR) erschwert, da die Speicherorte stets geändert werden, an denen Komponenten von Apps abgelegt werden. Damit selbst mit Rootzugriff keine wichtigen Einstellungen oder Systemdateien so einfach verändert werden können, hat Apple eine Schutzmaßnahme namens System Integrity Protection (SIP) integriert.

 Ein Sandbox-Modus sorgt dafür, dass Browser-Plugins in gesicherter Umgebung ausgeführt werden. fullscreen
Ein Sandbox-Modus sorgt dafür, dass Browser-Plugins in gesicherter Umgebung ausgeführt werden. (©YouTube/MacRumors 2017)

So kannst Du die Mac-Firewall aktivieren

Wenngleich Apple unzählige Vorkehrungen getroffen hat, um macOS möglichst sicher zu machen, versprechen auch diese Maßnahmen keinen 100-prozentigen Schutz. Möchtest Du lieber noch mehr auf Nummer sicher gehen, aktiviere zusätzlich die Firewall, damit andere Geräte nicht auf Mac-Dienste zugreifen können. Das funktioniert wie folgt: "Apple > Systemeinstellungen > Sicherheit > Firewall". Klicke auf das Schloss in der linken unteren Ecke und autorisiere diesen Schritt durch Eingabe Deines Administrator-Benutzernamens samt Passwort. Dann: "Firewall aktivieren", um den Dienst zu starten. Unter "Erweitert" kannst Du die Firewall noch konfigurieren.

Virenschutz für Mac? Nicht zwingend nötig

Doch braucht man tatsächlich einen Virenschutz auf dem Mac? Nein, zumindest brauchen Nutzer ihn nicht, die sich mit etwas Vorsicht im Netz bewegen und nicht an jeder Ecke dubiose Software herunterladen. Wer nur Apps aus dem Mac App Store lädt, läuft kaum Gefahr, sich Viren einzufangen. Zahlreiche Virenschutz-Apps für den Mac werden dennoch angeboten, doch gerade bei Macs ohne SSD kann der ständige Zugriff auf die Festplatte das System ziemlich langsam machen. Die Nutzung von Antiviren-Software sollte man sich daher gut überlegen, insbesondere im Verhältnis zum zusätzlichen Gewinn an Sicherheit, der in den meisten Fällen marginal ausfallen dürfte.

    Zusammenfassung

    1. Wichtigster Schutz vor Viren: Halte macOS immer aktuell
    2. macOS hat von Haus aus zahlreiche Dienste zum Schutz vor Viren integriert
    3. Gatekeeper, Sandbox und Co. sorgen für weitreichenden Schutz
    4. Apps nach Möglichkeit nur aus dem Mac App Store installieren, nicht aus dem Internet
    5. Zusätzlich kannst Du die Firewall auf dem Mac aktivieren
    6. Wer im Netz vorsichtig agiert, benötigt nicht zwingend ein separates Virenschutz-Programm
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