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Von Full HD über 4K bis 8K: Ein Leitfaden für den Pixel-Dschungel

HD Ready, Full HD, 4K oder gleich 8K? Wir erläutern die Unterschiede.
HD Ready, Full HD, 4K oder gleich 8K? Wir erläutern die Unterschiede. Bild: © Samsung 2018

HD ready, Full HD, Ultra HD, 4K und 8K – wer soll bei den ganzen Fernseher-Auflösungen eigentlich noch durchblicken? Wir erklären, welche Bildgrößen es überhaupt gibt. Und viel wichtiger: Welche Pixelzahlen im Alltag überhaupt sinnvoll sind.

SD-Fernseher sind von gestern

Fernseher mit SD-Auflösung (Standard Defintion), also 720 x 576 Pixeln, sind heutzutage veraltet und werden kaum noch verkauft. Inzwischen ist in vielen deutschen Wohnzimmern der HD-Fernseher eingezogen – obwohl viele TV-Sender weiterhin in SD senden. So starteten ARD und ZDF erst im Februar 2010 die HDTV-Regelausstrahlung. Die Privatsender waren mit der eigenen Plattform HD+ in Deutschland etwas früher dran. HD-Fernseher können SD-Signale allerdings nur hochrechnen.

Erst bei hochauflösenden Inhalten von Blu-rays oder HD-Sendern entfalten diese Geräte ihr volles Potenzial. Umgekehrt bedeutet das auch: Wer einen großen Fernseher kauft, aber SD-Inhalte anschaut,  der wird eine Menge Pixelbrei zu sehen bekommen.

HD Ready oder Full HD: Lohnen sich HD-Ready-Fernseher noch?

HD-Ready-Fernseher werden immer noch verkauft, allerdings nur in sehr kleinen Größen, wo sie nach wie vor ihre Berechtigung haben. Das Zeichen auf dem Fernseher verspricht lediglich, dass das Gerät hochauflösendes Fernsehen mit 720p oder 1080i wiedergeben kann. 720p bedeutet 1280 x 720 Pixel, das "p" bedeutet "progressive" und steht für die Wiedergabe von Vollbildern.

1080i heißt 1920 x 1080 Pixel, das "i" steht dabei für "interlaced", also Halbbilder mit Zeilensprungverfahren. Dabei wird das Fernsehbild quasi in zwei Hälften geteilt. Pro Bild wird nur jede zweite Zeile übertragen, beim folgenden Bild dann die andere Hälfte der Zeilen. Der Nachteil: Interlaced-Bilder können oftmals deutlich flimmern. Die weiteren Anforderungen für HD Ready sind eine digitale Videoschnittstelle (HDMI oder DVI) und der Kopierschutz HDCP.

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Full HD war lange der Standard

Bei Full HD ist die Auflösung bereits deutlich höher als bei HD Ready. Die Geräte bieten immer 1080p, was für die Wiedergabe von Vollbildern in einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln steht. Full-HD-Fernseher sind nach wie vor in vielen Wohnzimmern vorhanden und eignen sich bei normalen Sitzabständen zwischen 2 und 4 Metern für Displaygrößen bis 65 Zoll.

Der Unterschied zwischen HD Ready und Full HD

Bei kleineren Fernsehern unter 30 Zoll ist der Unterschied zwischen HD-Auflösung und Full HD bei einem Sitzabstand von über 1,5 Metern mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Gerade bei größeren TV-Geräten oder Blu-ray-Filmen fällt der Qualitätsunterschied allerdings deutlich auf – die Bilder ruckeln bei HD-Auflösung nämlich mehr als bei Full HD.

Der neue Standard: Ultra HD oder auch 4K

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Wer jetzt einen Fernseher kauft, kommt an 4K-Geräten nicht vorbei. Bild: © Panasonic 2016

Nachdem inzwischen in fast jedem deutschen Wohnzimmer ein Full-HD-Fernseher steht, haben die TV-Hersteller nun den neuen Trend Ultra HD beziehungsweise Quad-Full-HD ausgerufen. Die Technologie wird oftmals auch als 4K bezeichnet, was sich auf die Pixelzahlen von 3840 x 2160 oder 4096 x 2304 (4K2K) bezieht. Das sind viermal mehr Pixel als bei Full HD. Ultra HD bietet somit deutlich mehr Details, bessere Kontraste und ein schärferes Bild als herkömmliches Full HD.

Kurioserweise beschreibt der Begriff Ultra HD gar keinen einheitlichen Standard. Unter das Label wird auch die 8K-Auflösung mit 7680 x 4320 Pixeln gepackt – die UN-Sonderorganisation Internationale Fernmeldeunion (ITU) konnte sich nämlich nicht auf eine einheitliche Pixelanzahl einigen.

Nachdem es anfangs kaum Inhalte in 4K gab, hat sich das über die Jahre deutlich verbessert: Streaming-Anbieter wie Amazon Prime Video oder auch Netflix haben ein recht umfangreiches Angebot an Titeln in 4K. Außerdem werden eigene Produktionen im Normalfall ebenfalls in 4K angeboten.

Seit längerer Zeit gibt es auch Ultra HD Blu-rays, die Filme in gestochen scharfer 4K-Auflösung wiedergeben. Nachdem die Preise für derartige Abspielgeräte zum Start bei mehreren Hundert Euro lagen, sind diese Summen mittlerweile rapide gesunken. Ordentliche Geräte gibt es schon ab rund 100 Euro.

Wichtig ist auch, dass Ultra HD Blu-rays nicht nur eine höhere Auflösung bieten, sondern auch einen hohen Kontrastumfang (HDR), einen größeren Farbraum (BT.2020) und eine höhere Bildwiederholrate.

Die neuen Ultra HD Blu-rays haben allerdings auch einen Nachteil: 3D-Filme sind damit nicht möglich, was angesichts der längst dramatisch niedrigen Bedeutung des Formats verschmerzbar ist. Für die Wiedergabe von Ultra HD in 60 Hz sind bei Fernsehern mindestens die Videoschnittstelle HDMI 2.0 und der Kopierschutz HDCP 2.2 erforderlich.

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8K: Die nächste Evolutionsstufe

Nach 4K kommt natürlich 8K. Sprich: Die vierfache 4K-Auflösung von 7.680 x 4.320 Pixeln – etwas mehr als 33 Millionen Bildpunkte. Im Vergleich zu Full-HD-Auflösung ist dies das 16-Fache. Dabei ist 8K gar nicht so weit weg, wie man vielleicht denken könnte. Schon 2015 wurden erste Prototyp-Fernseher mit 8K auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Der Hersteller Sharp hatte ein entsprechendes 8K-Modell mit 85 Zoll Bildschirmdiagonale sogar im Heimatmarkt Japan zum Verkauf angeboten. Ein Jahr später hatte LG einen 8K-Fernseher für den asiatischen Raum im Angebot.

Erneut Schwung nahm die Entwicklung von 8K schließlich im September 2018 auf der IFA in Berlin auf. Zwar nur als Technologie-Demonstration gedacht, präsentierte LG unter den Augen des begeisterten Publikums den weltweit ersten 8K-OLED-TV. Zu kaufen geben wird es diesen aber zunächst nicht. Anders Samsung: Der südkoreanische Hersteller stellte auf der IFA seine neue Q900-Serie vor, die in Deutschland in drei Bildschirmdiagonalen (65, 75 und 85 Zoll) seit Oktober 2018 im Handel verkauft werden. Auch LG und Sony verkaufen mittlerweile Fernseher mit 8K-Auflösung.

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Samsung bringt den ersten 8K-TV in den deutschen Handel. Bild: © Samsung 2018

Das Problem an der Sache: Echte 8K-Inhalte gibt es natürlich noch nicht. Mit Ausnahme einiger Tech-Demos spielt 8K im Alltag keine Rolle. In Japan wird 8K hingegen schon seit einigen Jahren getestet, so führte die japanische Anstalt NHK im Jahr 2016 gleich einige Testläufe in 8K erfolgreich durch.

Im Dezember 2018 sollte gar der weltweit erste 8K-Sender in Japan an den Start gehen. Das eigentliche Ziel: Die Übertragung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio in 8K. Bekanntlich kam es anders.

YouTube, Netflix, Amazon und Co. sind seinerzeit schnell auf den 4K-Zug aufgesprungen, haben aber für 8K derzeit noch keine Pläne. Anders die Videoplattform Vimeo, die schon Inhalte in 8K unterstützt. Klar ist aber auch: Bis entsprechender Content in vierfacher 4K-Auflösung in einer gewissen Breite zur Verfügung stehen wird, werden noch einige Jahre ins Land ziehen.

Ein 8K-TV bringt aktuell daher nur wenig Nutzen. Niedriger aufgelöste Inhalte werden zwar von leistungsstarken Upscalern auf 8K-Niveau hochskaliert. Doch allein das dürfte den Kauf eines 8K-TVs derzeit wohl für die wenigsten Leute rechtfertigen. Wer einen 8K-Fernseher kauft, tätigt entsprechend eine Zukunftsinvestition.

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Diese Infografik zeigt: Der Absatz großer Fernseher steigt weiter. Bild: © Samsung 2018

Welche Auflösung ist denn nun sinnvoll?

Laut einer Faustregel ist die Auflösung des Fernsehers dann optimal, wenn man keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann. Je größer der Fernseher und je geringer der Sitzabstand, desto höher sollte zwangsläufig auch die Auflösung des Fernsehers sein.

Während bei kleinen 37-Zoll-Geräten und einem Sitzabstand von mehr als zwei Metern auch heute ein HD-Ready-TV noch ausreicht, sollte bei allen Fernsehern über 40 Zoll Full HD auf der Verpackung stehen. Bei geringem Sitzabstand sollten Fernseher bis 60 Zoll mindestens HD-Auflösung bieten.

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Bei 4K gelten die alten Empfehlungen für den Sitzabstand nicht mehr. Bild: © Samsung 2016

TV-Geräte über 60 Zoll sollten sogar Ultra-HD-Auflösung haben, wenn man kein riesiges Wohnzimmer besitzt. Bei einem Sitzabstand von drei Metern zu einem 40-Zoll-Screen ist der Unterschied zwischen Ultra HD und Full HD mit bloßem Auge hingegen kaum zu erkennen. Ob sich UHD also bereits jetzt lohnt, hängt hauptsächlich vom Geldbeutel ab.

Vor allem bei 3D-Filmen bietet die Technik aber schon heute Vorteile. So ist dank UHD erstmals auch mit passiven Brillen 3D in voller Auflösung möglich. Wer einen HDR-Fernseher sowie einen Blu-ray-Player für Ultra HD Blu-rays besitzt, wird außerdem eine deutliche Verbesserung bei Kontrast, Farben und Helligkeit feststellen.

Zusammenfassung

  1. Obwohl SD-Fernseher selbst als veraltet gelten, strahlen viele TV-Sender ihre Programme noch immer in SD aus
  2. SD-Signale können von HD-Fernsehern hochgerechnet werden, das Ergebnis erreicht allerdings nicht die Qualität von hochauflösenden Bildern
  3. HD Ready ist nicht Full HD: Während HD Ready eine Auflösung von 720p oder 1080i bedeutet, gibt es eine Auflösung von 1080p erst mit Full HD
  4. Bei kleineren Fernsehern ist der Unterschied zwischen HD Ready und Full HD meist nicht zu sehen
  5. Bei größeren Geräten können HD-Ready-Bilder mehr ruckeln als bei Full HD
  6. Ultra HD bietet viermal mehr Pixel als Full HD und somit mehr Details und bessere Kontraste
  7. Ultra HD Blu-rays bieten nicht nur eine 4K-Auflösung, sondern mit HDR auch einen höheren Kontrastumfang, eine höhere Bildwiederholrate und einen größeren Farbraum
  8. 8K bietet vierfache 4K-Auflösung, derzeit sind aber kaum Inhalte in 8K vorhanden
  9. Eine Faustregel: Je größer der Fernseher und je geringer der Sitzabstand, desto höher sollte die Auflösung des Fernsehers sein

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