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Was bringt NFC für das Smart Home?

Mit der NFC-Technik wird das Smart Home noch komfortabler.
Mit der NFC-Technik wird das Smart Home noch komfortabler. (©picture alliance / dpa 2015)

Vernetztes und fernsteuerbares Inventar ist in immer mehr Haushalten zu finden. Doch statt nur das Licht mithilfe des Smartphones einzuschalten oder die Kaffeemaschine zu steuern, bietet die Kombination mit der Funktechnik NFC neue Möglichkeiten, die Haussteuerung an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

Smart Home: Alles ist vernetzt

Neben Smartphone und Smartwatch ist intelligentes Wohnen eines der großen Themen der Technik-Welt. Dabei drängen immer mehr Systeme auf den Markt, welchen die Steuerung des heimischen Geräteparks ermöglichen. Doch bislang beschränken sich die meisten Systeme darauf, auf Knopfdruck Licht einzuschalten, das Garagentor zu öffnen, die Heizung zu steuern oder den Kaffeeautomaten zu starten. Als Steuereinheit dient das Smartphone. Doch wer sich nicht durch endlose Menüs quälen will, um den Einschalter für die Wandlampe zu finden, dem steht mit der NFC-Technik eine clevere Ergänzung zur Verfügung.

NFC: Funktechnik für das Smart Home

Während NFC, also Near Field Communication, noch die Schlagzeilen rund um mobiles Bezahlen dominiert, haben findige Bastler die Funktechnik bereits für sich entdeckt. Denn mithilfe der sogenannten Nahfeldkommunikation lassen sich nicht nur Zahlungsinformationen austauschen, sondern auch Steuerungsbefehle an die Hauselektronik verteilen. Voraussetzung: Sämtliche Haustechnik und Geräte sind miteinander vernetzt und über eine offene Schnittstelle ansprechbar. Entsprechende Systeme zur intelligenten Haussteuerung gibt es beispielsweise von Digitalstrom, HomeMatic oder Loxone. Zudem ist ein NFC-fähiges Smartphone erforderlich, um die jeweilige Aktion an die Hausautomation zu übertragen.

Haussteuerung personalisieren: NFC-Tags machen's möglich

Bei einschlägigen Elektrofachhändlern gibt es für wenige Euro NFC-Sticker in verschiedenen Formen und Größen, die sich auch unsichtbar hinter Tastern und Spiegeln unterbringen lassen. Dank integriertem Datenspeicher und Antenne lassen sich dort Befehle unterbringen und vom NFC-fähigen Smartphone abrufen. Mit der richtigen Android-App – wie etwa Trigger – lassen sich die gewünschten Befehle auf die NFC-Tags bringen. Besitzer von iPhones bleibt dieser Weg vorerst verwehrt, weil die in den aktuellen iPhone-Modellen verbaute NFC-Technik auf die Nutzung des Bezahlsystems Apple Pay beschränkt ist und für Dritt-Entwickler nicht zugänglich ist. Mit HomeKit und iBeacon verfolgt Apple an dieser Stelle auch einen anderen Ansatz.

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Mit der richtigen Android-App lassen sich die gewünschten Befehle auf die NFC-Tags bringen. (©thinkstock.com/BrianAJackson 2015)

Heimsteuerung mithilfe von NFC

Der Vorteil gegenüber der konventionellen Steuerung derartiger Systeme liegt darin, dass sich individuelle Routinen einrichten lassen. Bringt man beispielsweise einen NFC-Tag hinter dem Lichtschalter des Wohnzimmers an, ließe sich der auf das persönliche Nutzungsverhalten des jeweiligen Smartphone-Besitzers abstimmen. Eine denkbare Routine wäre hier, dass sich das Deckenlicht abdimmt, der Fernseher einschaltet und die Heizung den Raum auf eine voreingestellte Temperatur bringt. Ein weiterer NFC-Tag am Bett sorgt beispielsweise dafür, dass alle Jalousien herunterfahren und alle Lichter im Haus ausgehen.

Um die jeweilige Aktion einzuleiten, muss das Smartphone nur an den entsprechenden NFC-Tag gehalten werden. Das NFC-fähige Smartphone erkennt den Tag und schickt die gespeicherten Steuerungsbefehle an die Steuerungszentrale der Heimautomatisierungsanlage, die dann die jeweiligen Anweisungen umsetzt. Zudem ist es möglich, dass das System verschiedene Smartphones erkennen und auseinanderhalten kann. So lassen sich je nach Person unterschiedliche Aktionen über den gleichen Schalter auslösen, also im Wohnzimmer beispielsweise unterschiedliche Spotify-Playlisten abspielen oder in der Küche Wasserkocher oder Kaffeemaschine starten. Der Fantasie sind an dieser Stelle kaum noch Grenzen gesetzt.

Zusammenfassung

  1. Smart Home, also die Vernetzung und Fernsteuerung von Hauselektronik ist auf dem Vormarsch
  2. Mithilfe der in vielen Smartphones eingebauten Funktechnik NFC lässt sich die Haussteuerung flexibel an individuelle Bedürfnisse anpassen
  3. Über frei programmierbare NFC-Tags lassen sich im gesamten Haus oder der Wohnung eigene Szenarien kreieren und beispielsweise Licht, Fernseher, Musik oder Raumtemperatur ganz einfach automatisch anpassen
  4. Ist eine Anlage für die Heimautomatisierung bereits vorhanden, lässt diese sich mit wenig Aufwand und für kleines Geld um die NFC-Technik erweitern
  5. Einmal eingerichtet, reicht es, das Smartphone an die NFC-Tags zu halten, um die einprogrammierte Routine zu starten
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