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Wie unterscheiden sich Mini-USB, Micro-USB und USB Typ-C?

Viele Android-Smartphones werden per Micro-USB-Kabel aufgeladen.
Viele Android-Smartphones werden per Micro-USB-Kabel aufgeladen. (©picture alliance/dpa Themendienst 2016)

Hat jemand mal ein Ladekabel für mich? Wenn diese Frage nur so einfach zu beantworten wäre. Micro-USB, Mini-USB, USB Typ-C oder Lightning – allein für aktuelle Smartphone-Modelle gibt es eine Vielzahl an Ladekabeln mit unterschiedlichen Steckern. Wir klären einmal die wichtigsten Unterschiede zwischen Mini- und Micro-USB und geben einen Ausblick auf eine mögliche Stecker-Zukunft mit USB Typ-C.

USB: Ein Standard, viele Ausprägungen

USB ist nicht gleich USB. Was bei der Einführung des "Universal Serial Bus" eigentlich als Vereinfachung für den Verbraucher gedacht war – nämlich als Standard-Schnittstelle für viele Geräte, hat mittlerweile selbst eine Vielzahl an unterschiedlichen Steckern, Buchsen und Versionen hervorgebracht. Ab dem Jahr 2000 etwa löste USB 2.0 die älteren USB 1.0-Spezifikation nach und nach als Standard bei der Datenübertragungsrate ab. Statt maximal 12 Mbit/s konnten damit effektiv bis zu 480 Mbit/s übertragen werden. Seit 2011 verbreitet sich USB 3.0 mit einer maximalen effektiven Datenrate von 4000 Mbit/s so langsam. Aber auch verschiedene Stecker- und Buchsenausführungen tragen zum Wirrwarr bei. Daher müssen wir uns auch mit verschiedenen USB-Typen beschäftigen, wenn wir über die Eigenschaften von Mini-USB und Micro-USB sprechen wollen.

Mini-USB: 60 Prozent kleiner als USB

 Per Mini-USB-Anschluss werden zum Beispiel einige Kameramodelle geladen. fullscreen
Per Mini-USB-Anschluss werden zum Beispiel einige Kameramodelle geladen. (©picture-alliance/Wiktor Dabkowski 2016)

Insbesondere für den Einsatz in kleineren Geräten, wie Kameras oder MP3-Player, wurden ab dem Jahr 2000 Mini-USB-Verbindungen nach USB 2.0-Spezifikation eingeführt. Zeitweise gab es auch diese noch in verschiedenen Ausführungen: Typ A, B und AB. Mini-A und Mini-AB verschwanden 2007 jedoch wieder vom Markt – seitdem gibt es nur noch Mini-B. Diese werden in Peripheriegeräten, also zum Beispiel der Kamera oder dem MP3-Player eingesetzt.

Im Vergleich zu herkömmlichen USB-Steckern sind Mini-USB-Stecker rund 60 Prozent kleiner. Statt 12 x 4,5 Millimeter messen sie nur 6,8 x 3,0 Millimeter. Dafür besitzen sie einen Pin mehr als die großen USB-Stecker. Allerdings ist dieser ID-Pin bei Mini-USB noch funktionslos. Daher arbeiten die Verbindungen häufig auch nur in eine Richtung – etwa zum Senden oder Empfangen von Daten oder zum Aufladen eines Peripheriegeräts. Mini-USB muss eine Mindestanzahl von 5000 Steckzyklen gewährleisten, also 5000 Einsteck- und Ziehvorgänge. Denn dabei verschleißen die Kontakte mit der Zeit.

Micro-USB: Gleichzeitig laden & Daten übertragen

 Die meisten Smartphones setzen aktuell auf Micro-USB. fullscreen
Die meisten Smartphones setzen aktuell auf Micro-USB. (©TURN ON 2016)

Noch einmal kleiner fällt der Micro-USB-Standard aus. Mit 6,85 Millimetern sind Micro-USB-Stecker zwar minimal breiter als Mini-USB-Stecker, dafür sind sie nur noch 1,80 Millimeter hoch. Im Gegensatz zu Mini-USB gibt es Micro-USB-Stecker in den Ausführungen Typ A und Typ B, die Buchsen gibt es zudem auch als Micro-AB. Micro-A-Stecker sind komplett rechteckig gebaut, während Micro-B-Stecker trapezförmig enden. Zudem kommen unterschiedliche Farben zum Einsatz: Weiß für Micro-A, Schwarz für Micro-B und Grau für Micro-AB. Micro-A kommt auf der Hostseite zum Einsatz, Micro-B wird in das Peripheriegerät gesteckt und Micro-AB ist für die PC-lose Verbindung zweier Endgeräte gedacht.

Ebenso wie Mini-USB besitzt Micro-USB fünf Pins, der ID-Pin erfüllt hier jedoch eine Funktion. Er ist für die Kennzeichnung, ob es sich um einen Micro-A- oder Micro-B-Stecker handelt, verantwortlich. Im Gegensatz zu Mini-USB können Micro-USB-Verbindungen in beide Richtungen arbeiten und mehrere Funktionen zur gleichen Zeit erfüllen. So kann man ein Smartphone per Micro-USB laden und zeitgleich beispielsweise Fotos übertragen. Die kleineren Stecker müssen auch länger durchhalten als Mini-USB: 10.000 Steckzyklen schreibt der Standard vor.

Ausblick: Mit USB Typ-C ein neuer Standard im Anmarsch

 Immer mehr Smartphone-Modelle kommen mit USB Typ-C auf den Markt. fullscreen
Immer mehr Smartphone-Modelle kommen mit USB Typ-C auf den Markt. (©TURN ON 2016)

Die Zukunft könnte dann aber doch wieder einfacher und endlich einheitlich werden – wenn sich USB Typ-C als Standard etabliert. Einige aktuelle Smartphone-Flaggschiffe wie das Nexus 6P, das LG G5 oder das Huawei P9 setzen bereits auf den neuen Anschluss zum Laden und zur Datenübertragung. Dieser bietet nämlich mehrere Vorteile. Praktisch im Alltag ist etwa die punktsymmetrische Form des Steckers, bei dem es nun egal ist, wie herum er in die Buchse gesteckt wird.

Zudem ist USB Typ-C mit allen bisherigen USB-Spezifikationen von USB 1.0 bis hin zu USB 3.1 mit Datenübertragungsraten von bis zu 10 GBit/s. Aber nicht nur Daten werden schneller übertragen. Dank einer verbesserten Energieübertragung von maximal 100 Watt, 20 Volt und 5 Ampere laden Mobilgeräte über USB Typ-C auch schneller als über Micro-USB B. Darüber hinaus bietet der Standard eine Unterstützung für DisplayPort und 4-Kanal-Ton (Lautsprecher und Mikrofon). Trotz dieser Vorteile hat sich USB Typ-C noch längst nicht als Industriestandard etabliert. Das dürfte sich in den nächsten Jahren allerdings ändern.

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