Wasserkühlung im PC: Was genau bringt das eigentlich?

Das Innenleben eines PCs mit Wasserkühlung.
Das Innenleben eines PCs mit Wasserkühlung. (©picture alliance / dpa 2018)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Eine Wasserkühlung im PC kann für manche Nutzer absolut sinnvoll sein, während sie für andere vollkommen überflüssig ist. Wir verraten Dir, was eine Wasserkühlung bringt und welche Vor- beziehungsweise Nachteile das Ganze hat.

Leistungsfähige PCs brauchen sehr viel Kühlung

Je mehr Rechenleistung ein Prozessor oder eine Grafikkarte haben und je höher diese getaktet werden, desto mehr erhitzen sich diese Bauteile im Einsatz.  Wer über einen richtig fetten Rechner verfügt und diesen regelmäßig an die Grenzen seiner Rechenleistung treibt, sollte sich auch über die Kühlung der wichtigsten Komponenten Gedanken machen.

Genau hier kommen dann Wasserkühlungen ins Spiel. Diese arbeiten nämlich wesentlich effizienter als herkömmliche Luftkühlungen über Heatpipes und halten die Temperaturen im Inneren des PC-Gehäuses auch bei einem übertakteten Prozessor auf einem vertretbaren Niveau.

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Je mehr Power die Prozessoren haben, desto stärker müssen diese gekühlt werden.

Die Vorteile einer Wasserkühlung

Eine herkömmliche Kühlung per Lüfter und Heatpipe arbeitet nach dem Prinzip, dem Prozessor und der GPU kühlere Umgebungsluft zuzublasen, während die heiße Luft aus dem Inneren des Gehäuses herausgeführt werden soll.

Diese Methode stößt vor allem dann schnell an ihre Grenzen, wenn die Umgebungsluft sowieso schon zu warm ist und ist dadurch beispielsweise im Sommer oder in stark beheizten Räumen weniger effektiv als im Winter und in kühlen Räumen. Auch ist es dafür wichtig, dass der Rechner selbst nicht zu sehr eingeengt in einer Nische steht, sondern genügend Luft um sich herum hat.

cpu cooler
Eine klassische Kühlung mit Lüfter.

Eine Wasserkühlung arbeitet hingegen mit Wasser oder Kühlflüssigkeit, die von einem Tank aus über Schläuche an den zu kühlenden Komponenten vorbeigeführt wird. Dort nimmt die Flüssigkeit die entstehende Wärme auf und transportiert sie von Prozessor und GPU weg.

Letztlich kommt auch eine Wasserkühlung nicht ganz ohne Lüfter aus, da der Flüssigkeitstank ebenfalls wieder abgekühlt werden muss. Allerdings laufen diese Lüfter viel langsamer und leiser als bei PCs mit einer herkömmlichen Lüfterkühlung. Wassergekühlte Computer kühlen damit nicht nur effizienter, sondern auch viel leiser als herkömmliche Rechner.

Die Nachteile einer Wasserkühlung

Die Vorteile einer Wasserkühlung liegen also klar auf der Hand. Natürlich stellt sich da auch die Frage nach den Nachteilen und die sind leider auch ziemlich schwerwiegend.

Zum einen ist eine Wasserkühlung deutlich teurer als eine Kühlung per Lüfter. Wer seinen Rechner auf eine Wasserkühlung umrüsten möchte, muss eine ganze Menge Komponenten austauschen und zusätzlich einbauen und dabei auch darauf achten, dass alles genug Platz im Gehäuse hat. Die grundlegenden Komponenten einer Wasserkühlung sind:

  • Ein neuer geeigneter CPU-Kühler
  • Ein neuer geeigneter GPU-Kühler
  • Ein Ausgleichsbehälter
  • Eine Pumpe
  • Anschlüsse und Schläuche

Damit wären wir auch schon beim zweiten Nachteil: Der Einbau eines solchen Kühlsystems ist nicht ohne und erfordert je nach PC beinahe ein komplettes Zerlegen des Systems, bevor es an den erneuten Zusammenbau – diesmal mit Wasserkühlung – geht. Das kostet nicht nur Zeit und erfordert ein gewisses Know-how, sondern birgt auch Risiken, dass Komponenten beschädigt werden könnten.

Generell ist das Arbeiten mit Flüssigkeiten in einem High-Tech-Gerät immer mit Risiken verbunden. Sobald sich beim Einbau oder beim Transport des PCs etwas lockert, kann Flüssigkeit über Kabel, Motherboard und andere Komponenten laufen, was deren Defekt zur Folge hätte.

Fertig-PC mit Wasserkühlung

Die einzige echte Alternative zu einem Selbsteinbau der Wasserkühlung ist die Montage durch einen Profi oder der Kauf eines neuen PCs mit integrierter Wasserkühlung. In letzterem Fall werden fast alle Nachteile beseitigt, bis auf den Preis. Solche Fertig-Systeme mit Wasserkühlung sind in der Regel deutlich teurer als vergleichbare Rechner mit herkömmlichem Kühlsystem und liegen preislich fast immer über der 2000-Euro-Grenze.

Zusammenfassung

  1. Eine Wasserkühlung sorgt im PC dafür, dass Prozessor und Grafikkarte auch bei sehr hoher Rechentaktung kühl bleiben und arbeitet dabei deutlich effizienter als eine herkömmliche Lüfterkühlung
  2. Durch den Verzicht auf leistungsfähige Lüfter läuft ein Rechner mit Wasserkühlung auch unter Hochlast sehr leise
  3. Wasserkühlungen haben auch Nachteile: Neben dem hohen Preis, gestaltet sich auch der Einbau aufwendig und kompliziert
  4. Alternativ gibt es auch Komplett-PCs mit eingebauter Wasserkühlung, diese sind allerdings deutlich teurer als Modelle mit herkömmlicher Lüfterkühlung
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