Ratgeber

Welche Belichtungszeit in welcher Situation?

Über unterschiedliche Belichtungszeiten lassen sich verschiedene Effekte erzielen.
Über unterschiedliche Belichtungszeiten lassen sich verschiedene Effekte erzielen. (©TURN ON 2015)

Über die Belichtungszeit kannst Du festlegen, wie scharf ein Motiv auf dem Foto abgebildet wird. Einige Faustregeln helfen Dir dabei, in verschiedenen Situationen die passende Belichtungszeit zu wählen.

Um ein Fotomotiv auf Kleinbildfilm abzubilden oder auf einem Chip abzuspeichern, benötigt die Kamera Licht. Dieses kann entweder natürliches Tageslicht oder das künstlich erzeugte Licht eines Blitzes sowie einer Lampe sein. Das Licht fällt durch die Blendenöffnung des Objektivs hindurch auf den Bildsensor. Dieser nimmt das abgelichtete Motiv auf.

Bei wenig Licht – etwa in der Abenddämmerung – benötigt der Sensor einen größeren und längeren Lichteinfall, um das Motiv aufzunehmen, als bei sonnigem Tageslicht. Den Umfang des einfallenden Lichtes kannst Du über die Größe der Blende variieren. Die Zeitspanne, in der das Licht auf den Sensor fällt, regulierst Du hingegen über die Belichtungszeit.

Belichtungszeit bei bewegten Motiven

Je länger die Belichtungszeit andauert, desto länger ist der Moment, den die Kamera einfängt. Mit der Dauer der Belichtungszeit steigt jedoch auch die Gefahr von Verwacklungen – bewegte Motive werden schnell unscharf oder verwischen. Deswegen benötigst Du bei Sportfotografien oder sich bewegenden Motiven wie einem Fluss eine kurze Belichtungszeit, um sie in der Bewegung einzufrieren. Bei der Berechnung der passenden Aufnahmedauer solltest Du neben der Geschwindigkeit des bewegten Objektes auch dessen Bewegungsrichtung (also etwa auf die Kamera zu oder von ihr weg) sowie den Abstand zum Motiv berücksichtigen.

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Um Bewegungen einzufrieren, ist eine kurze Belichtungszeit nötig (hier: 1/4000 Sekunde). (©CC: Flickr/EmsiProduction 2015)

Gezielt eingesetzt können die Wischeffekte einer langen Belichtungszeit allerdings spannende Fotos ergeben. Da hierbei Bilder schnell verwackeln, solltest Du in diesem Fall nicht aus der Hand fotografieren, sondern ein Stativ einsetzen. Insbesondere im Dunkeln entstehen durch Langzeitbelichtung aber tolle Aufnahmen mit Lichtspuren, zum Beispiel von vorbeifahrenden Autos. Auch für die sogenannte Lichtmalerei kannst Du Dir lange Belichtungszeiten zunutze machen.

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Berechnen der Belichtungszeit für die Freihandfotografie

Die Belichtungszeit wird in Sekunden bzw. Bruchteilen von Sekunden angegeben. Bilder, die mit sehr kurzen Belichtungszeiten unter 1/5000 Sekunde entstanden sind, werden als "Kurzzeitfotografie" bezeichnet. Bilder mit einer Belichtungszeit über fünf Sekunden hingegen als "Langzeitbelichtung". Aber auch zwischen Brennweite und Belichtungszeit gibt's einen Zusammenhang. Zum Errechnen der optimalen Belichtungszeit für die Freihandfotografie ohne Stativ gilt die Faustregel:

Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite.

Demnach benötigst Du bei einem Objektiv mit einer Brennweite von 200 Millimetern eine Belichtungszeit von mindestens 1/200 Sekunden, um ein unbewegtes Motiv ohne Verwackeln aus der freien Hand fotografieren zu können. Bei längeren Zeiten wird es bei langen Brennweiten sehr schwer, das Motiv verwackelfrei abzulichten.

Einsatz der Blendenautomatik

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Die Blendenautomatik bzw. Zeitvorwahl verbirgt sich bei dieser Nikon hinter dem Kürzel "S". (©TURN ON 2016)

Über das Auswahlrädchen Deiner Kamera kannst Du die Einstellung "Blendenautomatik" vornehmen. Nun bestimmst Du die Belichtungszeit und die Kamera wählt automatisch die passende Blende. Für das fotografische Festhalten von schnellen Bewegungen benötigst Du eine kurze Belichtungszeit von 1/500 Sekunden oder kürzer. Auch beim Einsatz von Teleobjektiven solltest Du eine kurze Belichtungszeit wählen, wenn Du aus der Hand fotografierst. So vermeidest Du verwackelte Bilder. Mit etwas Erfahrung gehen Dir die Einstellungen fast automatisch von der Hand.

Zusammenfassung

  1. Um ein Fotomotiv einzufangen, benötigt die Kamera Licht
  2. Bei wenig Licht benötigt der Sensor einen größeren und längeren Lichteinfall als bei sonnigem Tageslicht
  3. Den Umfang des einfallenden Lichtes steuerst Du über die Blende
  4. Die Zeitspanne, in der das Licht auf den Sensor fällt, regulierst Du über die Belichtungszeit
  5. Mit der Dauer der Belichtungszeit steigt die Gefahr von Verwacklungen und Unschärfen
  6. Zum Errechnen der optimalen Belichtungszeit gilt die Faustregel: Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite
  7. Über die Einstellung "Blendenautomatik" bestimmst Du die Belichtungszeit und die Kamera die Blende

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