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WhatsApp-AGB: Was steht da eigentlich drin?

Wer WhatsApp nutzen will, muss auch die AGB des Unternehmens akzeptieren.
Wer WhatsApp nutzen will, muss auch die AGB des Unternehmens akzeptieren. (©CC: Flickr/Álvaro Ibáñez 2017)

Die meisten nutzen es tagtäglich, wissen aber gar nicht genau, womit sie sich alles einverstanden erklärt haben. Oder hast Du Dir die WhatsApp-AGB wirklich genau durchgelesen, als Du den Messenger installiert hast? Nein? Keine Sorge, hier findest Du noch einmal die wichtigsten Infos zu den Nutzungsbedingungen.

Hand aufs Herz: Liest Du Dir die Nutzungsbedingungen jeder App, die Du herunterlädst, wirklich durch? Keine Sorge, Du bist sicher nicht der einzige, der die AGB höchstens durchscrollt und ungelesen Häkchen setzt. Schaust Du Dir die WhatsApp-AGB im Nachhinein noch einmal an, wirst Du auch beinahe erschlagen von der Masse an Text. Wir haben Dir daher einmal die Antworten auf die vermutlich brennendsten Nutzungsfragen zusammengetragen. Auch die wichtigsten Updates im Zuge der DSGVO erläutern wir im Folgenden.

Welche Daten sammelt WhatsApp eigentlich?

Wenn Du den WhatsApp-AGB zustimmst, erklärst Du Dich damit einverstanden, dass der Messenger eine Reihe von Daten sammelt. Dazu gehören laut der Datenschutzrichtlinie von WhatsApp:

  • Deine Account-Informationen: Dazu gehören Deine Telefonnummer, Dein Profilname, die Telefonnummern in Deinem Adressbuch (also auch Deinen Kontakten – unabhängig davon, ob sie WhatsApp nutzen oder nicht), gegebenenfalls auch Deine E-Mail-Adresse, Dein Profilbild und andere Informationen, die Du Deinem Profil hinzufügst.
  • Deine Nachrichten: WhatsApp-Nachrichten werden zwar von den Servern gelöscht, sobald sie zugestellt sind. Gelingt dies jedoch nicht auf Anhieb, werden sie bis zu 30 Tage gespeichert. Die Übertragung erfolgt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
  • Dein Netzwerk: Damit meint WhatsApp Deine Kontakte, die im Smartphone gespeichert sind. Erstellst Du Gruppen und Broadcast-Listen mit diesen Kontakten, werden diese mit Deinen Account-Informationen verknüpft.
  • Deine Nutzung von WhatsApp-Zahlungsdiensten (sofern verfügbar): Für die Verarbeitung von Kauf- und Transaktionsinformationen gibt es sogar noch eine eigene Datenschutzrichtlinie.
  • Customer Support: Dabei handelt es sich um freiwillig zur Verfügung gestellte Informationen, wie eine E-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme mit dem Kundendienst oder Kopien Deiner Nachrichten.
  • Nutzungs- und Log-Informationen: WhatsApp sammelt Informationen über Deine Aktivität, Log-Dateien, Diagnose-, Absturz-, Webseiten- und Performance-Berichte zu Diagnosezwecken. Der Messenger registriert also, welche Funktion Du wann nutzt.
  • Geräte- und Verbindungsdaten: Der Messenger erfasst nicht nur, mit welchem Gerät Du die App nutzt, sondern sammelt auch Informationen zu Betriebssystem, Batteriestand, Signalstärke, App-Version, Browser, Mobilfunknetz, Mobilfunk- oder Internetanbieter, Sprache, Zeitzone, IP-Adresse und Gerätekennungen.
  • Standort-Informationen: Wenn Du Standort-Funktionen von WhatsApp nutzt, also etwa Deinen Standort mit Freunden teilst, nutzt auch WhatsApp diese Information zu Diagnosezwecken und zur Fehlerbehebung.
  • Cookies: WhatsApp nutzt Cookies, um seine Dienste bereitzustellen, das Nutzererlebnis zu verbessern, für die Analyse und die individuelle Anpassung seiner Dienste. Auf Basis solcher Daten werden zum Beispiel FAQ bereitgestellt und Sprachpräferenzen gespeichert.
  • Von anderen über Dich bereitgestellte Informationen: Das können andere Nutzer oder Unternehmen sein, die Deine Telefonnummer, Deinen Namen und andere Informationen über Dich haben.
  • Unternehmen auf WhatsApp: Unternehmen, mit denen Du auf WhatsApp interagierst, stellen ihre Informationen über Dich dem Messenger bereit.
  • Drittanbieter: WhatsApp arbeitet mit Drittanbieter und Facebook zusammen, um seine Dienste zu betreiben und zu verbessern. Beispielsweise können App-Stores Berichte an WhatsApp übermitteln, die Informationen über Dich enthalten.
  • Dienste Dritter: Wenn Du WhatsApp über die Dienste Dritter nutzt, zum Beispiel durch das Teilen eines Facebook-Artikels über den Teilen-per-WhatsApp-Button, dann erhält der Messenger die Information darüber.

Wie nutzt WhatsApp diese Daten?

WhatsApp arbeitet eng mit Facebook zusammen. (© 2018 TURN ON)

All diese Daten nutzt WhatsApp eigenen Angaben zufolge, um seine Dienste zu betreiben, zu individualisieren, zu verbessern und zu vermarkten. Die Informationen werden auch dazu verwendet, um die Sicherheit zu gewährleisten und Verstöße gegen die Bedingungen aufzudecken. Allerdings gibt WhatsApp auch Informationen und Daten an andere Dienste weiter, zum Beispiel, um Unternehmen Messungen und Analysen zu ermöglichen. Wenn Informationen mit Drittanbietern geteilt werden, zum Beispiel mit Facebook, dann sind diese Unternehmen dazu angehalten, die Informationen nur gemäß den WhatsApp-Bedingungen zu nutzen. Zudem verspricht der Messenger in seinen AGB, dass Deine WhatsApp-Nachrichten nicht für andere sichtbar auf Facebook geteilt werden.

WhatsApp & Facebook

Mehr zu der Zusammenarbeit zwischen WhatsApp und Facebook erfährst Du in diesem FAQ von WhatsApp.

Welche Rechte räumst Du der App ein?

Eine weitere wichtige Frage betrifft die Urheberrechte an verschickten Texten, Sprachnachrichten, Bildern und Videos. Eigentlich sollten diese bei Deinen privaten Nachrichten immer bei Dir liegen, oder? Ganz so eindeutig sind die WhatsApp-AGB allerdings nicht. Darin heißt es:

Damit wir unsere Dienste betreiben und bereitstellen können, gewährst Du WhatsApp eine weltweite, nicht-exklusive, gebührenfreie, unterlizenzierbare und übertragbare Lizenz zur Nutzung, Reproduktion, Verbreitung, Erstellung abgeleiteter Werke, Darstellung und Aufführung der Informationen (einschließlich der Inhalte), die Du auf bzw. über unsere/n Dienste/n hochlädst, übermittelst, speicherst, sendest oder empfängst.

Was WhatsApp als solche Informationen versteht, die zum Betreiben und Bereitstellen ihrer Dienste nötig sind, weiß das Unternehmen vermutlich nur selber. Diese Formulierung ist alles andere als eindeutig und kann wahrscheinlich von Fall zu Fall unterschiedlich ausgelegt werden.

Wofür darfst Du WhatsApp nutzen?

Natürlich darfst Du bei WhatsApp nichts Anstößiges oder Illegales schreiben. (© 2018 TURN ON)

Erklärst Du Dich mit den Nutzungsbedingungen von WhatsApp einverstanden, stimmst Du der Forderung zu, die Rechte von WhatsApp, anderen Nutzern und am geistigen Eigentum anderer zu wahren. Du darfst über den Messenger keine rechtswidrigen, obszönen, beleidigenden, bedrohenden, einschüchternden, belästigenden, hasserfüllten, rassistischen, ethnisch anstößigen, illegalen oder unangemessenen Inhalte verbreiten. Unwahrheiten, Falschdarstellungen und irreführende Aussagen sind ebenso verboten. Auch jede nicht-private Nutzung von WhatsApp bedarf der vorherigen Genehmigung.

Was sagen die WhatsApp-AGB zur Altersbeschränkung?

WhatsApp darf erst ab einem Alter von 16 Jahren genutzt werden. Das ist der Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geschuldet. Seit dem 25. Mai 2018 muss der Messenger das Alter seiner Nutzer nun überprüfen. Personen, die die App bereits installiert haben, erhielten daher eine einfache Mitteilung des Messengers, die sie dazu aufforderte zu bestätigen, dass sie mindestens 16 Jahre alt seien. Natürlich kann der Dienst nicht überprüfen, ob nicht auch jüngere App-Nutzer das neue Mindestalter bestätigen. Rechtliche Konsequenzen haben vermutlich weder das Unternehmen noch die Nutzer zu befürchten.

Kommt mit den neuen AGB auch Werbung in WhatsApp?

Diese Sorge treibt WhatsApp-Nutzer um, seit es den Dienst gibt: Wird es irgendwann Werbung in WhatsApp geben? In der Datenschutzrichtlinie vom 24. April 2018 heißt es dazu, dass keine Werbebanner von Dritten auf WhatsApp gestattet sind und dass es keine Absicht gebe, solche einzuführen. Allerdings behält sich der Dienst das Recht vor, diese Richtlinie zu aktualisieren, wenn sich das ändern sollte. Was bereits erlaubt ist, sind Benachrichtigungen von Unternehmen, zum Beispiel das Versenden von Informationen zu Bestellungen und Transaktionen oder Versandbenachrichtigungen. Unternehmen dürfen Dir auch Nachrichten mit Angeboten schicken. Du sollst allerdings die Kontrolle über solche Konversationen behalten.

Zusammenfassung:

  1. Stimmst Du den WhatsApp-AGB zu, erklärst Du Dich damit einverstanden, dass der Dienst eine Menge Daten von Dir sammelt
  2. Dazu gehören etwa Account-Informationen, Telefonnummern, Standort-Informationen, Geräteinformationen und Nutzungsinformation
  3. WhatsApp gibt diese Daten auch an Dritte weiter, etwa an Facebook, um seine Dienste bereitzustellen, zu individualisieren und zu verbessern
  4. Nutzt Du WhatsApp, erlaubst Du dem Messenger theoretisch auch, Deine geteilten Inhalte weiterzuverwenden
  5. In den AGB ist außerdem geregelt, was Du nicht darfst, beispielsweise illegale, obszöne oder falsche Inhalte teilen
  6. WhatsApp-Nutzer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und das seit Inkrafttreten der DSGVO auch per Schieberegler bestätigen
  7. Aktuell ist keine Werbung in WhatsApp geplant, der Dienst behält sich allerdings das Recht vor, dies künftig zu ändern
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