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Windows-11-Systemanforderungen: Wo's läuft – und wo nicht

Die Systemanforderungen für Windows 11 haben es in sich.
Die Systemanforderungen für Windows 11 haben es in sich. Bild: © Microsoft 2021

Die Systemanforderungen für Windows 11 sind nur auf den ersten Blick moderat. Stand jetzt dürfte ein Großteil der weltweit genutzten PCs nicht mit dem Betriebssystem kompatibel sein. Wir klären auf.

Als Microsoft am 24. Juni Windows 11 vorstellte, war die Euphorie zunächst groß. Doch seither überwiegt bei vielen potenziellen Nutzern die Verwirrung darüber, ob Windows 11 auf ihrem PC überhaupt lauffähig sein wird. Der Grund sind die relativ strengen Systemanforderungen, die Microsoft nach der Präsentation des Betriebssystems bekannt gegeben hat und die bislang nicht zu 100 Prozent präzisiert wurden.

Windows 11: Die groben Systemanforderungen

Im ersten Moment klingen die groben Systemanforderungen, die Microsoft für Windows 11 veröffentlicht hat, nicht so dramatisch.

  • Dual-Core-Prozessor (64 Bit) mit mindestens 1 GHz
  • 64 GB Systemspeicher
  • 4 GB RAM
  • 720p-Bildschirm mit einer Mindestdiagonale von 9,0 Zoll

Schaut man nur auf diese Angaben, so dürften die meisten PCs, die in den letzten zehn Jahren veröffentlicht wurden, fit für Windows 11 sein. Doch der erste Blick täuscht hier, denn der Teufel steckt in diesem Falle sehr viel tiefer im Detail.

Windows 11 nur mit aktuellen Prozessoren

Tatsächlich ist die Frage nach den Systemanforderungen von Windows 11 deutlich komplizierter, als es die erste Auflistung seitens Microsoft vermuten ließ. Denn abseits von der reinen Leistung und Speichergröße benötigt das Betriebssystem offenbar auch Hard- und Software-Eigenschaften, die längst nicht jeder PC hat.

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Nur moderne AMD-Ryzen-Prozessoren sind mit Windows 11 kompatibel. Bild: © AMD 2019

Laut einer offiziellen Kompatibilitätsliste von Microsoft werden mit Windows 11 nämlich nur Intel-Prozessoren ab der 8. Generation und AMD-Ryzen-Prozessoren ab der 2. Generation unterstützt. Die kompletten Listen findest Du hier (Intel) und hier (AMD).

Problematisch daran ist, dass beide Prozessorgenerationen gerade einmal drei Jahre alt sind. Bereits hinter vier Jahre alten Intel- und AMD-Prozessoren steht in Bezug auf die Windows-11-Kompatibilität also ein großes Fragezeichen. In einem Blogeintrag teilte Microsoft zwar mit, dass man im Rahmen der Betaphase auch die Kompatibilität mit Intel-Prozessoren der 7. und mit AMD-Ryzen-Prozessoren der 1. Generation testen werde, doch darüber hinaus scheint definitiv Schicht im Schacht zu sein.

Außerdem soll das Betriebssystem auf einer Reihe von ARM-Prozessoren des Herstellers Qualcomm laufen. Auch dabei handelt es sich um Chips, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden.

Windows 11 benötigt TPM 2.0

Doch das ist noch nicht alles. Voraussetzung für die Installation von Windows 11 ist laut Microsoft außerdem ein sogenanntes Trusted Platform Module (TPM) in der Version 2.0. Dabei handelt es sich um einen Sicherheitsmodul, das dafür zuständig ist, den Datenschutz und das Lizenzmanagement zu gewährleisten.

Die gute Nachricht: In den meisten Rechnern, die vier bis fünf Jahre alt sind, ist TPM 2.0 in irgendeiner Form vorhanden. Üblicherweise steckt TPM 2.0 nur bei einigen Business-Laptops und Desktoprechnern mit AMD Ryzen Pro und Intel vPro als physischer Chip auf dem Mainboard. Normalerweise ist es als "Firmware-TPM (fTPM 2.0)" in Rechner integriert. Diese Firmware läuft auf einem speziellen Mikrocontroller-Rechenkern im Prozessor, auf dem Mainboard-Chipsatz oder auf einem System-on-a-Chip. Das Modul muss manchmal erst im BIOS des Computers aktiviert werden, was für sehr viele Nutzer eine Herausforderung darstellen könnte.

Das neue System ist sehr anspruchsvoll

Damit aber immer noch nicht genug. Basierend auf den bislang bekannten Anforderungen hat der Entwickler Robert C. Maehl ein kleines Tool namens WhyNotWin11 entwickelt, welches das eigene System auf Kompatibilität mit Windows 11 checkt. Demnach gibt es noch ein paar andere Stolperfallen. So muss unter anderem der Secure-Boot im BIOS aktiviert und als Boot-Methode muss UEFI ausgewählt sein. Außerdem muss das Systemlaufwerk offenbar in GPT formatiert sein. 

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Selbst recht moderne PCs können leicht im Kompatibilitäts-Check scheitern. Bild: © Robert C. Maehl 2021

Das sind Angaben, die mit Sicherheit einem Großteil der Windows-Nutzer erstmal ein großes Fragezeichen ins Gesicht zaubern dürften. Speziell das Herumtüfteln im BIOS ist für die allermeisten PC-Besitzer keine alltägliche Aufgabe. Wir können deshalb nur hoffen, dass Microsoft viele der notwendigen Einstellungen für diejenigen Nutzer, die ihr System auf Windows 11 upgraden wollen, bis zum Erscheinen des Betriebssystems weitgehend automatisieren kann.

Das sind vermutlich die echten Systemanforderungen von Windows 11

Aus all diesen Informationen ergeben sich folgende inoffizielle Systemanforderungen von Windows 11:

  • Dual-Core-Prozessor (64 Bit) mit mindestens 1 GHz und mindestens zwei Kernen
  • Mindestens Intel-Prozessor der 8. Generation oder AMD-Ryzen-Prozessor der 2. Generation oder Qualcomm-Prozessor
  • 64 GB Systemspeicher
  • 4 GB RAM
  • TPM 2.0
  • Secure-Boot aktiviert
  • UEFI aktiviert
  • Festplatte in GPT formatiert
  • 720p-Bildschirm mit einer Mindestdiagonale von 9,0 Zoll

Die Angaben sind noch nicht final

Nimmt man diese Systemanforderungen zur Grundlage, dann dürften aktuell nur wenige Computer – vor allem Modelle der letzten drei Jahre – mit Windows 11 kompatibel sein.  Der Großteil der Nutzer könnte demnach nicht auf das neue Betriebssystem upgraden. Deshalb hoffen wir, dass Microsoft hier bis zum Release der Software noch nachbessert und vor allem dafür sorgt, dass Besitzer von grundsätzlich kompatiblen Systemen ab 2022 relativ unkompliziert upgraden können.

Zusammenfassung

  1. Nach aktuellem Stand scheinen die Windows-11-Systemanforderungen sehr anspruchsvoll zu sein.
  2. Auf Rechnern der letzten drei Jahre sollte das neue Betriebssystem in der Regel laufen.
  3. Offenbar sind teils bestimmte Bios-Einstellungen für Windows 11 nötig.
  4. Die Anforderungen können sich noch ändern.
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