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Windows 7 auf Windows 10 upgraden: Lohnt sich das?

Solltest Du auf Windows 10 updaten oder kannst Du noch mit dem Upgrade warten?
Solltest Du auf Windows 10 updaten oder kannst Du noch mit dem Upgrade warten? (©Microsoft 2016)

Solltest Du ein Upgrade von Windows 7 auf Windows 10 durchführen? Inzwischen ist das Windows 10-Update kostenpflichtig und Du müsstest Dich ein wenig umgewöhnen. Allerdings gibt es durchaus Gründe, die für ein Update sprechen. 

Auf Nummer sicher: Update wegen Sicherheitsbedenken?

Die gefährliche Ransomware WannaCry hat zum Großteil Windows 7-Rechner befallen. Das schreibt Costin Raiu vom Antivirenprogramm-Entwickler Kaspersky auf Twitter. Ältere Betriebssysteme sind in der Regel anfälliger für Hacker-Angriffe wie diesen. Das liegt nicht ausschließlich an den Sicherheitsupdates. Neuere Betriebssysteme wie Windows 10 wurden auch sicherheitstechnisch weiterentwickelt und haben die Einfallstore für Schadprogramme reduziert.

Trotzdem: Ein Update von Windows 7 auf Windows 10 ist aus Sicherheitsgründen nicht so dringlich wie ein Update von Windows XP oder Windows Vista, weil diese Betriebssysteme im Gegensatz zu Windows 7 keine Sicherheitsupdates mehr erhalten. Für Windows 7 endet der Sicherheits-Support von Microsoft nach aktuellem Stand am 14. Januar 2020. Der erweiterte Support mit Sicherheitsupdates für Windows 10 läuft hingegen noch mindestens bis zum 14. Oktober 2025.

 Windows 10 wird einige Jahre länger mit Updates versorgt als Windows 7. fullscreen
Windows 10 wird einige Jahre länger mit Updates versorgt als Windows 7. (©YouTube/ Windows 2017)

Wird die Software auf Windows 7 noch laufen?

Deine Programme werden auf Windows 7 weiterhin laufen. Theoretisch können die Entwickler der Programme jederzeit entscheiden, dass sie den Windows 7-Support einstellen werden, dann erscheinen Updates nur noch für die Windows 10-Version. Da Windows 7 sehr weit verbreitet ist, dürfte das aber nicht allzu bald zum Problem werden. Es gibt allerdings bereits Windows-10-exklusive Universal Apps im Windows 10-Store.

 Spiele wie "Forza Horizon 3" laufen nur auf PC und Xbox One. fullscreen
Spiele wie "Forza Horizon 3" laufen nur auf PC und Xbox One. (©Microsoft 2017)

Außerdem bietet Microsoft Windows 10-exklusive Spiele wie "Gears of War 4" und "Forza Horizon 3" im Windows-10-Store an. Weitere PC-Spiele wie "Sea of Thieves" und "State of Decay 2" werden ebenfalls nur Windows 10 laufen. Für Gamer gibt es also einen guten Grund zu wechseln.

Nicht upgraden aus Protest oder Bequemlichkeit?

Einige Nutzer älterer Windows-Versionen fühlen sich von Microsoft zum Update genötigt. Sie empfinden Windows 7 als praktisches und benutzerfreundliches Betriebssystem und möchten nicht zum Umstieg gedrängt werden. Zu diesem Empfinden wird sicher auch Microsofts aggressive Werbung für einen Umstieg beigetragen haben, für die sich das Unternehmen teilweise entschuldigt hat.

Gute Gründe sprechen gegen eine zu aggressive Werbung, doch es gilt auch zu bedenken, dass das Upgrade auf Windows 10 immerhin bis Ende Juli 2016 kostenlos erhältlich war. Auch jetzt lässt es sich einigen Berichten zufolge noch auf einigen Rechnern gratis installieren, wofür es aber keine Garantie gibt.

Dazu kommt, dass Microsoft den Käufern von Windows 7 nie garantiert hat, für alle Zeiten die unverzichtbaren Sicherheitsupdates für das Betriebssystem auszuliefern – und dass über zehn Jahre Sicherheitsupdates für Windows weitaus mehr sind als die drei Jahre Support, die Android-Smartphones maximal erhalten.

 Mit dem Creators Update hat Microsoft die Datennutzung transparenter gemacht. fullscreen
Mit dem Creators Update hat Microsoft die Datennutzung transparenter gemacht. (©YouTube / Techn Nation, Microsoft 2017)

Spioniert Dich Windows 10 aus?

Vor allem anfangs wurde Windows 10 aufgrund von Microsofts wenig transparenter Datensammel-Wut kritisiert. Nutzer mussten genau darauf achten, welche Privatsphäre-Einstellungen sie bei der Installation wählten, die nicht alle gut erklärt oder offensichtlich zu konfigurieren waren. Inzwischen hat Microsoft zumindest ein wenig gegengesteuert und bietet spätestens seit dem Creators Update mehr Transparenz und mehr Einstellungsmöglichkeiten für den Datenschutz.

Trotzdem erfasst Microsoft eine ganze Menge Nutzerdaten. Dazu zählen Informationen zum Betriebssystem, zur Hardware, zum Netzwerk sowie statistische Daten zur App-Nutzung. Es geht also nicht um die Inhalte der PC-Nutzung, etwa, was man in einem Chat geschrieben oder in einem Online-Gespräch gesagt hat, sondern es geht um statistische Daten wie die Dauer eines Gesprächs, die Häufigkeit einer App-Nutzung und dergleichen.

 Die Datensammelwut lässt sich bei vielen Unternehmen kritisieren. fullscreen
Die Datensammelwut lässt sich bei vielen Unternehmen kritisieren. (©TURN ON 2017)

Trotzdem steht die Kritik im Raum, dass jemand mit Hilfe dieser Daten teilweise auch auf private(re) Informationen schließen könnte. Microsofts eigene Intention ist die Verbesserung von Windows 10 mit Hilfe der erfassten Daten und teilweise müssen sie auch erfasst werden, damit das Betriebssystem überhaupt wie gewünscht funktionieren kann. Wer Microsoft hier kritisiert, müsste allerdings andere Unternehmen ebenso kritisieren, die Nutzerdaten sammeln und auswerten.

Fazit: Solltest Du updaten?

Windows 10 behebt die Probleme, die viele Nutzer mit Windows 8 hatten. Die zweite Touchoberfläche mit den Kacheln wurde unscheinbar ins Startmenü integriert und dient nicht mehr als Zweit-Benutzeroberfläche. Die Nutzererfahrung von Windows 10 ähnelt wieder der von Windows 7, also fällt der Umstieg nicht so schwer wie einst der auf Windows 8.

 Windows 10 erhält mindestens noch für ein paar Jahre neue Features wie Mixed-Reality-Unterstützung. fullscreen
Windows 10 erhält mindestens noch für ein paar Jahre neue Features wie Mixed-Reality-Unterstützung. (©Microsoft 2016)

Wahr ist, dass Microsoft viele Daten der Windows-10-Nutzer sammelt. Es handelt sich vor allem um Hardware-Infos und statistische Daten. Man kann dies auf jeden Fall kritisch sehen, darf dann aber nicht spezifisch und ausschließlich Microsoft anprangern.

Letzten Endes sollten Windows-7-Nutzer spätestens zum Support-Ende im Januar 2020 auf Windows 10 wechseln – oder auf macOS, wenn sie sich nicht auf Windows 10 einlassen möchten. Bereits jetzt bietet Windows 10 gute Gründe für einen Umstieg wie eine höhere Sicherheit und neue Features wie Cortana, exklusive Spiele und den Spielemodus.

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