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Wir sind #StärkerAlsGewalt – Gewalt erkennen, handeln, Hilfe finden

"Stärker als Gewalt" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
"Stärker als Gewalt" ist eine Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bild: © BMFSFJ 2020

Jeder kann von Gewalt betroffen sein – jeder kann helfen. TURN ON und SATURN unterstützen die Initiative "Stärker als Gewalt". Hier findest Du Tipps dazu, was Du tun kannst und wo Du im Notfall professionelle Hilfe findest – als Betroffener oder Betroffene, als Nachbar oder Nachbarin, Kollege oder Kollegin, Freund oder Freundin.

Normalerweise geht es bei uns um Technik und Entertainment. Die Initiative "Stärker als Gewalt" ist uns aber wichtig – daher wollen wir unsere Reichweite dafür nutzen, auf die Aktion aufmerksam zu machen.

Das steckt hinter der Initiative "Stärker als Gewalt"

"Stärker als Gewalt" ist eine bundesweite Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Ziel ist es, die Gesellschaft für das Thema Gewalt in all seinen Formen zu sensibilisieren und den Zusammenhalt zu fördern. Die Aktion will auf der einen Seite Betroffenen Mut machen, sich zu wehren und Hilfe zu suchen. Auf der anderen Seite will sie die Menschen dazu motivieren, genauer hinzusehen, Gewalt zu erkennen und zu handeln.

Autorin und "Stärker als Gewalt"-Unterstützerin Diana zur Löwen beispielsweise sagt:

"Wir müssen über häusliche Gewalt sprechen. Digital und in der realen Welt. Dieses Thema darf kein Tabu sein! Nur so kann man helfen!"

Mehr häusliche Gewalt in Zeiten des Lockdowns

Zahlen von Sozialforschern zeigen, dass das Problem häusliche Gewalt aktueller ist denn je. Eine Umfrage der Technischen Universität München und des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung im Juni zeigt, dass Frauen während der Corona-Krise mehr häusliche Gewalt erfahren haben. Laut Studien stieg das Risiko für Gewalt, wenn Familien in Quarantäne mussten oder es zu finanzielle Sorgen kam.

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Niemand sollte zu Hause in Angst leben müssen! Bild: © BMFSFJ 2020

Die Kriminalstatistische Auswertung Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes für 2019 zeichnet ebenfalls ein erschreckendes Bild: In dem Jahr wurden 141.792 Opfer von Partnerschaftsgewalt polizeilich erfasst, das entspricht einem Anstieg von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 81 Prozent der Fälle waren Frauen betroffen, zu 19 Prozent traf es Männer. In vier von fünf Fällen sind es Frauen, die unter dieser Form von Gewalt leiden. Konkret bedeutet das: Alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Fast jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Expartner getötet.

Formen von Gewalt erkennen

"Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen", ist auf der Informationsseite der Initiative "Stärker als Gewalt" zu lesen. Aber auch Männer und Kinder werden Opfer von Gewalt. Wichtig ist es daher, dass die Gesellschaft zusammenhält – jeder einzelne sollte in der Lage sein, verschiedene Formen der Gewalt zu erkennen. Dazu zählen laut Initiative:

  • Häusliche Gewalt bezeichnet Gewalt zwischen Menschen, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben oder lebten.
  • Digitale Gewalt findet online statt, zum Beispiel in Chats, sozialen Netzwerken, Messengern oder per E-Mail.
  • Sexualisierte Gewalt äußert sich durch sexuelle Handlungen oder Kommunikation, demütigt und erniedrigt andere Menschen.
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz fasst jedes unerwünschte, sexuell bestimmte Verhalten im beruflichen Kontext zusammen.
  • Stalking beschreibt das Nachstellen gegen den Willen einer Person.
  • Mobbing äußert sich zum Beispiel durch systematisches Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren.
  • Gewalt im Namen der "Ehre" wird von Tätern damit begründet, die "Familienehre" aufrechterhalten oder wiederherstellen zu wollen.
  • Zwangsheiraten werden gegen den Willen der Betroffenen und unter Androhung oder Ausübung von Gewalt geschlossen.
  • Menschenhandel macht sich eine Zwangslage von Menschen zunutze, um sie auszubeuten.
  • Genitalverstümmelung umfasst Praktiken, bei denen das äußere weibliche Genital teilweise oder vollständig entfernt wird, sowie andere Verletzungen am weiblichen Genital.

Richtig handeln: Das kannst Du tun

Wirst Du Zeuge von Gewalt oder vermutest, dass Gewalt in Deinem Umfeld stattfindet, kannst Du aktiv helfen. Aber wie? Die Antwort darauf ist von der Situation abhängig. Wichtig: Wenn Du der Meinung bist, dass eine Straftat vorliegt und polizeiliche Hilfe benötigt wird, rufe die Polizei – entweder über den Notruf 110 oder über die örtliche Dienststelle. Bringe Dich selbst nicht in Gefahr und suche Dir Hilfe.

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Jeder kann etwas gegen Gewalt tun – und sollte das auch! Bild: © BMFSFJ 2020

Grundsätzlich solltest Du Betroffenen von Gewalt immer Deine Hilfe anbieten. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Du kannst ihnen ein Gespräch anbieten oder über Beratungs- und Hilfestellen informieren. Mache sie auf das Angebot der Initiative "Stärker als Gewalt" aufmerksam und gib ihnen die Telefonnummern der Hilfetelefone durch:

  • Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen": 08000 116 116
  • Hilfetelefon "Gewalt an Männern": 0800 1239900
Angst vor Kontrolle durch den Partner?

Wer Partnerschaftsgewalt erlebt, hat womöglich auch Angst, Hilfeseiten im Internet aufzurufen – zum Beispiel, weil der Partner oder die Partnerin das Smartphone oder den PC kontrolliert. Die Seite der Initiative "Stärker als Gewalt" hat deshalb einen "Website verlassen"-Button, der Dich mit einem Klick sofort auf die Google-Startseite führt.

Um im Ernstfall richtig zu reagieren und zu handeln, kannst Du Dir mögliche Situationen, in denen Gewalt eine Rolle spielt, bereits einmal vor Augen führen und mögliche Handlungsstrategien überlegen. Die Initiative "Stärker als Gewalt" bietet dafür einen Hilfe-Typen-Check an. Der Check führt Dich durch konkrete Situationen und gibt Dir Tipps, wie Du Dich verhalten kannst. Welcher Hilfe-Typ bist Du?

Zusammenfassung

  • SATURN und TURN ON unterstützen die Initiative "Stärker als Gewalt" des BMFSFJ
  • Die Initiative will die Gesellschaft für das Thema der Gewalt sensibilisieren, aufklären und den Zusammenhalt fördern
  • In Lockdown-Zeiten ist insbesondere häusliche Gewalt ein wachsendes Problem
  • Jeder ist gefordert, unterschiedliche Formen der Gewalt zu erkennen und zu helfen.
  • Das kannst Du tun: Betroffenen ein Gespräch oder Unterstützung anbieten, über Beratungs- und Hilfestellen informieren, gemeinsam Hilfe suchen, im Notfall die Polizei verständigen
  • Der Hilfe-Typen-Check auf der Seite der Initiative gibt Dir konkrete Tipps für Situationen, in denen Du Zeuge von Gewalt wirst

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