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Bose SoundSport Free im Test: Hammer-Sound ganz ohne Kabel

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Mit den Bose SoundSport Free liefert der Audio-Spezialist seine ersten komplett kabellosen In-Ear-Kopfhörer ab. Im Test konnte das Bluetooth-Headset trotz hoher Erwartungen immer noch positiv überraschen, offenbarte jedoch auch ein paar Schwächen. 

Spätestens seit der Einführung der Apple AirPods stehen Bluetooth-Kopfhörer hoch im Kurs. Vor allem sogenannte True-Wireless-Headsets, die komplett ohne jede Form von Kabel auskommen, sind in den vergangenen Monaten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Ein solches Paar Kopfhörer bietet nun auch der in Massachusetts ansässige Audio-Spezialist Bose mit seinen SoundSport Free an. Doch einem Branchen-Schwergewicht wie Bose reicht es natürlich nicht, einfach nur ein bisschen mitzuspielen. Der Anspruch ist vielmehr, sich an die Spitze zu setzen. Ob das gelingt, wollte ich natürlich wissen und habe mir das kabellose Headset für einen Test geschnappt.

Edle In-Ears mit wuchtiger Erscheinung

Für In-Ear-Kopfhörer fallen die SoundSport Free recht groß aus. Das liegt natürlich an der ganzen Technik, die im Inneren verbaut ist. Neben dem Bluetooth-Chip gibt es auch ein Bedien-Interface mit insgesamt vier Tasten, und dann sind da natürlich noch die Komponenten, die für den Sound an sich sorgen. Gerade an Letzterem hat Bose offensichtlich nicht gespart, worauf wir noch später eingehen.

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Die Bose SoundSport Free sind schick aber auch recht klobig.

Leider sorgt die recht wuchtige Erscheinung der Kopfhörer dafür, dass diese beim Tragen nicht wirklich dezent wirken - auch wenn der Tragekomfort selbst sehr gut ist. Besonders frontal betrachtet ragen die beiden Earbuds doch recht deutlich heraus, und ein bisschen habe ich mich selbst dabei an Frankensteins Monster erinnert, dem rechts und links zwei Schrauben aus dem Kopf ragen. Das ist aber gar nicht übermäßig kritisch gemeint, denn tatsächlich sind kabellose In-Ear-Kopfhörer immer noch ein Anblick, an den man sich im Alltag gewöhnen muss – und kann.

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Pairing leicht gemacht – fast wie bei Apple

Für die Funktionsweise der SoundSport Free hat sich Bose so einiges bei den Apple AirPods abgeschaut. Ausgeliefert werden die beiden Kopfhörer in einem mattschwarzen Case, das gleichzeitig als Transportetui und als Ladestation dient. Ähnlich wie die AirPods begeben sich die Earbuds von Bose automatisch in den Pairing-Modus sobald sie aus dem Case entnommen werden – und auch das Koppeln mit dem Smartphone klappt eigentlich ebenso schnell wie bei den offensichtlichen Vorbildern von Apple. Einzige Voraussetzung dafür ist die Bose-Connect-App für Android bzw. iOS.

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Geliefert werden die Kopfhörer in einem praktischen Case, das auch als Ladestation dient.

Einmal gestartet, sollte Bose Connect die kopplungsbereiten SoundSport Free automatisch erkennen und auf dem Display anzeigen. Nun muss nur noch ein einziges Mal von oben nach unten über den Screen gewischt werden, um den Kopplungsvorgang zu starten. Fortan verbinden sich die SoundSport Free jedes Mal automatisch mit dem gekoppelten Gerät, sobald sie aus dem Case genommen werden – vorausgesetzt natürlich, das Gerät ist in Reichweite und hat seine Bluetooth-Schnittstelle aktiviert.

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Das Koppeln mit dem Smartphone funktioniert über die Bose-Connect-App.

Insgesamt lassen sich die SoundSport Free übrigens mit bis zu sieben Geräten pairen, wobei ein Button am linken Earbud als Umschalter dient. Der integrierte Bose-Sprachassistent teilt seinem Träger hingegen auf dem rechten Hörer mit, mit welchem Gerät er gerade verbunden ist. Wenn die SoundSport Free aus dem Case genommen werden, verbinden sie sich übrigens automatisch erst einmal mit dem Gerät, mit dem sie zuletzt verbunden waren. Das Umschalten zwischen verschiedenen Geräten hat im Test bis auf einen Fall immer gut und zuverlässig geklappt.

Für ein Bluetooth-Headset ist der Sound großartig

Richtig interessant wird es natürlich erst, wenn es ums Musikhören geht, und da haben mich die Bose SoundSport Free dann wirklich überrascht. Natürlich hatte ich angesichts der stolzen UVP von knapp 200 Euro mit einem guten Klang gerechnet. Aber gerade auch im Vergleich zu anderen In-Ear-Bluetooth-Kopfhörern hat Bose meine Erwartungen deutlich übertroffen.

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Der Sound ist für In-Ear-Kopfhörer herausragend.

Die SoundSport Free produzieren einen sehr offenen und klaren Klang. Wo es bei anderen In-Ear-Kopfhörern häufig so wirkt, als würden die Töne in das Ohr hineingepresst, erzeugt dieses Headset tatsächlich die Illusion eines räumlichen Klangerlebnisses. Dabei hilft es auch, dass sowohl Höhen und Mitten, als auch Bässe klar wiedergegeben werden und die Kopfhörer insgesamt ein ausgewogenes aber gleichzeitig sattes Klangbild liefern. Hier kann ich vor Bose nur meinen imaginären Hut ziehen. Die SoundSport Free werden dem Anspruch des Herstellers, einen Premium-Sound zu liefern, wirklich gerecht und stecken den Großteil der Konkurrenz locker in die Tasche.

Die Bedienung ist ordentlich – aber nicht perfekt

Zur Bedienung hat Bose seinem Headset insgesamt vier Tasten spendiert. Am linken Earbud sitzt dabei lediglich der Umschalter, der benötigt wird, um zwischen verschiedenen gepairten Geräten hin und her zu wechseln. Über den rechten Earbud lässt sich über zwei Buttons die Lautstärke regeln, während der Funktionsbutton in der Mitte eine Mehrfachbelegung aufweist. Einmaliges Drücken pausiert die Wiedergabe. Zweimaliges Drücken springt zum nächsten Song, dreimaliges Drücken springt einen Song zurück und langes Drücken aktiviert je nach Smartphone den Google Assistant oder Siri, die dann über das eingebaute Mikrofon auf Sprachbefehle reagieren.

Die Mehrfachbelegung ist sicherlich nicht ideal, aber in diesem Falle für mich ein akzeptabler Kompromiss. Insgesamt ging mir das Bedienkonzept schnell in Fleisch und Blut über und ich hatte keine Probleme im Alltag. Störend empfand ich allerdings den viel zu harten Druckpunkt sämtlicher Kopfhörertasten. Hier wäre durchaus noch Raum für Verbesserungen.

Die Akkulaufzeit reicht nicht für die Spitze

Ein ganz wichtiges Kriterium ist für einen Bluetooth-Kopfhörer natürlich die Akkulaufzeit. Hier kommen die SoundSport Free auf vier bis fünf Stunden an, wobei der interne Akku im Case genug Saft für weitere zehn Stunden speichern kann. Das ist gar kein schlechter Wert, allerdings auch nicht Spitze. Das Case der Apple AirPods speichert beispielsweise genug Saft für 24 Stunden Betrieb, was nochmal ein signifikant besserer Wert ist.

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Über die Pins im Case werden die Kopfhörer aufgeladen.

Verbindungsprobleme trüben den Gesamteindruck

Zu meckern gab es während meines Tests leider auch etwas: Vor allem die Verbindung der beiden Earbuds untereinander war nicht immer perfekt. Ab und an kam es auf dem linken Hörer zu kurzen Aussetzern. Einmal kam es sogar vor, dass der linke Earbud nach dem Herausnehmen aus dem Case partout keine Verbindung zum Smartphone aufbauen konnte, sodass mir die Musik nur auf dem rechten Hörer abgespielt wurde. Beheben ließ sich dieses Problem nur durch das vollständige kappen der Bluetooth-Verbindung und eine Neueinrichtung.

Insgesamt möchte ich diese Probleme gar nicht überbewerten, da sie selten vorkamen und sich insbesondere der Verbindungsverlust nicht reproduzieren ließ. Dennoch stören diese kleinen Kritikpunkte den hochwertigen Gesamteindruck der SoundSport Free ein wenig.

Fazit: Grandiose kabellose Kopfhörer mit Abzügen in der B-Note

Es gibt einige kleinere Kritikpunkte, die den Gesamteindruck der Bose Soundsport Free trüben. Zum einen natürlich der viel zu harte Druckpunkt der Bedien-Buttons, zum anderen die klobige Optik beim Tragen. Der größte Kritikpunkt, der nach meinem Test bestehen bleibt, sind jedoch die kurzen Aussetzer, die immer mal wieder auf dem linken Earbud auftraten.

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Dezentes Tragen ist aufgrund der Form leider nicht möglich.

Unterm Strich fallen diese Kritikpunkte für mich allerdings alle kaum ins Gewicht, denn da wo es drauf ankommt, liefert Bose mit seinem ersten True-Wireless-Headset ordentlich ab. Im Vergleich mit anderen In-Ear-Bluetooth-Kopfhörern wie den Beats X oder den Jaybird X3 spielen die SoundSport Free einfach in einer anderen klanglichen Liga. Der Sound ist transparent und vermittelt einen räumlichen Eindruck. Dabei kommen Höhen, Tiefen und Mitten gleichermaßen zur Geltung und viele Songs offenbaren klangliche Details, die mit anderen In-Ear-Kopfhörern oftmals nicht zu hören sind.

Als Fazit kann ich daher nur eine klare Kaufempfehlung aussprechen, wenn es denn unbedingt komplett kabellose Kopfhörer sein müssen. Alternativ bieten sich jedoch auch die Bose SoundSport Bluetooth an. Die bieten die gleiche Soundqualität, sind jedoch ähnlich wie die Pixel Buds von Google noch mit einem Kabel verbunden.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Grandioser, transparenter Sound - Vereinzelte Aussetzer
+ Kinderleicht einzurichten - Recht klobige Form
+ Clevere Pairing-Mechanik - Tasten haben zu harten Druckpunkt
+ Hoher Tragekomfort

 

Bose SoundSport Free
Bose SoundSport Free
  • Datenblatt
  • Hardware
  • Gerätetyp
    True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer
  • Farbe
    Schwarz, Blau, Orange
  • Preis
    199 Euro
  • Anschlüsse
    Bluetooth
  • Betriebsdauer
    bis zu 5 Stunden Betriebszeit, bis zu 10 zusätzliche Stunden über das Ladecase
  • Besonderheiten
    Transport-Etui mit Ladefunktion, Unterstützung für Google Assistant und Siri
  • Lieferumfang
    Kopfhörer, Etui, Micro USB Kabel, Kurzanleitung
TURN ON Score:
4,7von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    2,5
  • Handling
    4,5
  • Klang
    5,0
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