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Firefox Klar für Android: Der Browser für anonymes Surfen im Test

Firefox Klar verspricht anonymes Surfen für Android und iOS.
Firefox Klar verspricht anonymes Surfen für Android und iOS.

Mit Firefox Klar bietet Mozilla einen Webbrowser für Android und iOS an, der das Bedürfnis der Nutzer nach mehr Privatsphäre befriedigen soll. Wir haben uns im Test angeschaut, wie das anonyme Surfen funktioniert und welcher Opfer wir dafür bringen müssen.

Was muss ein Webbrowser eigentlich alles können? Wenn man sich die Beliebtheit und Verbreitung von Google Chrome anschaut, dann vermutlich eine ganze Menge. Denn der Google-Browser ist nicht nur schnell, sondern, zumindest am PC, auch ein wahres Feature-Wunder mit eigenem Web-Store für Browser-Addons. Doch auf dem Smartphone sieht das Anforderungsprofil naturgemäß ein wenig anders aus. Hier müssen Browser einfacher und übersichtlicher sein und vor allem die Kernfunktionen zuverlässig beherrschen.

Firefox Klar verspricht Nutzern den Schutz der Privatsphäre

Firefox Klar will genau das leisten. Der neue Webbrowser aus dem Hause Mozilla ist neben iOS nun endlich auch für Android erhältlich und verspricht schnelles und unkompliziertes Surfen. Das eigentliche Hauptargument für Firefox Klar ist jedoch das anonyme Surfen im Netz, denn der Browser will keine Spuren hinterlassen, über die Website-Betreiber den Nutzer tracken können. Aber lohnt es sich, für ein Plus an Privatsphäre auf ein paar Komfort-Funktionen zu verzichten? Wir haben den Test gemacht.

Schon beim ersten Starten wird deutlich, dass Firefox Klar herrlich unkompliziert ist. Im Prinzip besteht der Browser nur aus einer Adresszeile, über die der Nutzer zur gewünschten Website surft oder Suchbegriffe eingibt. Als Standardsuchmaschine fungiert dabei von Haus aus Google, doch wer möchte, kann auch in den Einstellungen auch eine andere Search-Engine auswählen.

Schnelles Surfen mit gewissen Einschränkungen

Der Seitenaufbau geht mit Firefox Klar schnell von der Hand, was vielleicht auch daran liegt, dass der Browser nicht wirklich auf dem Standard-Firefox basiert, sondern auf dem in Android eingebauten Feature WebView. Die iOS-Version nutzt entsprechend die ins Betriebssystem integrierte Safari-Engine.

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Das Interface ist übersichtlich und ein Papierkorb erlaubt das permanente Löschen des Verlaufs.

Doch so flink der Browser auch ist, einige Komfort-Funktionen fehlen. So gibt es beispielsweise keine Möglichkeit, mehrere Tabs parallel zu öffnen. Hier muss wohl jeder User selbst, wissen, ob er auf dieses Feature auf dem Smartphone verzichten kann. Auch die Desktop-Ansicht von Websites funktioniert in Firefox Klar nicht und Übersichten über Surf-Historie, Downloads und Cookies sucht man ebenfalls vergebens.

Firefox Klar ist aber ohnehin nicht als alleiniger Browser konzipiert. Dafür spricht allein schon die Tatsache, dass es im Hauptmenü ein Feld "Öffnen mit Firefox" gibt. Mit diesem lässt sich die aktuelle Website direkt in der Hauptversion von Firefox starten, wo dann natürlich der volle Funktionsumfang zur Verfügung steht. Wer möchte, kann über das Auswahlfeld "Öffnen mit…" jedoch auch einen anderen Browser wie Chrome oder Opera wählen.

Privatsphäre im Netz: Diese Einstellungen bietet Firefox Klar

Doch wie privat surft es sich mit Firefox Klar denn nun? Die Hinweise darauf finden wir in den Einstellungen des Browsers. Dort befinden sich unter dem Unterpunkt "Datenschutz" mehrere Schieberegler zum Blockieren von allen möglichen Tracking-Funktionen im Netz. So lassen sich Werbeverfolgung, Analyseverfolgung, die Verfolgung sozialer Netzwerke und andere Arten der Inhaltsverfolgung blocken. Im Klartext heißt das: Die Betreiber der Websites können keine Daten der Nutzer erfassen, wenn diese auf ihrer Seite vorbeischauen und diese nicht verfolgen.

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In den Einstellungen lassen sich viele Tracker deaktivieren, sogar einen Tarnmodus gibt es in Firefox Klar.

Ein "Tarnmodus" sorgt zudem dafür, dass Browser-Daten auch innerhalb des Smartphone-Betriebssystems verborgen bleiben. Nicht einmal Screenshots lassen sich anfertigen, solange der Modus aktiv ist, weshalb wir ihn für diesen Test abschalten mussten.

Der Verlauf des Browser lässt sich übrigens auch während einer Surf-Session jederzeit löschen. Dazu befindet sich rechts unten im Bild stets ein Papierkorb. Einmal angeklickt, löscht Firefox Klar alle bislang aufgeschnappten Daten und schickt die Nutzer zurück zum Startbildschirm. Auf Anhieb fällt uns kein anderer Browser ein, der das Löschen von Verlaufsdaten so einfach macht – und es dem Nutzer so unter die Nase reibt.

Fazit: Privatsphäre verlangt nur kleine Opfer

Ob jemand beim Surfen mit dem Smartphone auf Komfort-Funktionen wie Tabs, Verlaufs-Historie oder Cookies verzichten kann, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ein Versuch lohnt sich jedoch, denn die Vorteile die Firefox Klar beim Schutz der Privatsphäre im Netz bietet liegen klar auf der Hand. Zudem ist der Browser gar nicht darauf ausgelegt, als Alleinherrscher auf dem Smartphone zu regieren, sondern kann Websites jederzeit an Chrome, Safari und Co. weiterleiten.

Insgesamt funktioniert Firefox Klar tadellos und tut dem mobilen Surfvergnügen keinen Abbruch. Im Gegenteil: Das geblockte Tracking sorgt für ein gutes Gefühl und das Fehlen diverser Funktionen führt uns erst einmal vor Augen, wie aufgebläht so manche Software mittlerweile ist und wie wenige Features im Alltag eigentlich wirklich essenziell sind.

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