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Honor 7X im Test: Ein fast perfektes Budget-Smartphone

Mit dem Honor 7X veröffentlicht Huawei ein weiteres Mittelklasse-Smartphone.
Mit dem Honor 7X veröffentlicht Huawei ein weiteres Mittelklasse-Smartphone.

Mit dem Honor 7X veröffentlicht Huawei ein Mittelklasse-Smartphone, das gegen die hauseigene Konkurrenz durch das Huawei Mate 10 Lite und P Smart antritt. Im Test klären wir, ob das 7X ein guter Deal ist und wie es sich neben seinen Brüdern schlägt.

Auch wenn die Schlagzeilen im Smartphone-Segment meist von iPhone und Samsung Galaxy gemacht werden, sollte eines nicht außer Acht gelassen werden: Nicht jeder Nutzer braucht für den Alltag ein High-End-Smartphone, das weit über 500 Euro kostet. Für die meisten Aufgaben reicht ein solides Mittelklasse-Gerät, das den Geldbeutel nicht sprengt, vollkommen aus.

Genau diese Mittelklasse ist aber auch ziemlich unübersichtlich, wenn es darum geht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Gerade der chinesische Hersteller Huawei ist in der Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro sehr aktiv und hat erst in den vergangenen Monaten mit Huawei Mate 10 Lite und Huawei P Smart zwei Geräte veröffentlicht, die dieses Segment ziemlich gut abdecken. Nun erscheint mit dem Honor 7X noch ein weiteres Gerät der Chinesen, das sich preislich und technisch genau zwischen die beiden anderen quetschen will.

Huawei Mate 10 Lite oder doch P Smart?

Wenn wir fies wären, könnten wir unsere Leser an dieser Stelle einfach auf die Tests zum Huawei Mate 10 Lite und zum Huawei P Smart verweisen. Das Honor 7X unterscheidet sich nämlich nur in Details von den beiden Geräten und teilt neben dem Design und den wichtigsten Hardware-Komponenten auch viele der Stärken und Schwächen seiner beiden Huawei-Brüder. Aber wir sind ja zum Glück nicht fies.

Das Honor 7X ähnelt dem Huawei Mate 10 Lite beinahe wie ein Ei dem anderen. fullscreen
Das Honor 7X ähnelt dem Huawei Mate 10 Lite beinahe wie ein Ei dem anderen.
Auffälligster Unterschied ist die Anordnung der Kamera-Linsen. fullscreen
Auffälligster Unterschied ist die Anordnung der Kamera-Linsen.
Geladen wird das Smartphone per Micro-USB. fullscreen
Geladen wird das Smartphone per Micro-USB.
Das Honor 7X ähnelt dem Huawei Mate 10 Lite beinahe wie ein Ei dem anderen.
Auffälligster Unterschied ist die Anordnung der Kamera-Linsen.
Geladen wird das Smartphone per Micro-USB.

Die Verarbeitung ist für ein 300-Euro-Smartphone mehr als ordentlich. Das große 5,93-Zoll-Display kommt im modernen 18:9-Format daher und ist mit nur minimalen Rändern in ein Aluminium-Gehäuse eingelassen. Optisch und haptisch macht das Honor 7X dem iPhone 7 von Apple alle Ehre, wobei es dank des großen Bildschirms sogar etwas moderner wirkt, als das 2016er-Apple-Flaggschiff.

Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich in der linken oberen Ecke die für Huawei beinahe schon obligatorische Dual-Kamera mit ihren zwei runden Linsen. An gewohnter Stelle sitzt der Fingerabdrucksensor, der Hersteller-typisch sehr schnell und zuverlässig reagiert.

Die übliche Mittelklasse-Technik

Wer sich mehr für das technische Innenleben eines Smartphones als die Äußerlichkeiten interessiert, dürfte sich unter anderem für den Hauptprozessor vom Typ Kirin 659 begeistern können. Dieser bietet leistungstechnisch absolut solide Mittelklasse und ist für die allermeisten Alltagsaufgaben bestens gerüstet. Leichte Ruckler und Slow-Downs sind, wenn überhaupt, nur in sehr aufwendigen Spielen zu befürchten.

Neben dem Prozessor gibt es natürlich noch ein paar andere Bauteile, die für die Performance des Smartphones im Alltag wichtig sind. Da wären unter anderem 4 GB RAM und 64 GB interner Speicherplatz – für ein Mittelklasse-Gerät ist das gar nicht mal schlecht. Ganz wie sich das gehört, lässt sich der interne Speicher zudem per microSD-Karte um maximal 256 GB erweitern. Platzprobleme dürften auf dem Smartphone somit nicht auftreten.

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Unter der Haube steckt grundsolide und absolut alltagstaugliche Mittelklasse-Technik.

Bleibt noch der Akku zu erwähnen, der mit 3340 mAh angenehm groß ausfällt und bei normaler Nutzung durchaus bis zu zwei Tage durchhält. Zumindest ein Tag sollte aber selbst bei intensiver Nutzung auf jeden Fall drin sein.

Soweit ist das schon eine ordentliche Ausstattung. Weil das Honor 7X aber "nur" ein Mittelklasse-Smartphone ist, müssen Käufer auch mit einigen Abstrichen leben. Am schwersten dürfte dabei das Fehlen einer Quick-Charge-Funktion zum schnellen Aufladen des Akkus wiegen. Es dauert einfach deutlich länger, das Smartphone wieder voll aufzuladen, als bei aktuellen Android-Flaggschiffen. Auch auf eine NFC-Antenne müssen Nutzer des Honor 7X verzichten.

Software: Viele Features treffen auf überladenes Design

Wer sich ein Honor 7X zulegt, sollte wissen, dass das Gerät aktuell immer noch mit Android 7.0 ausgeliefert wird. Ein Update auf Android 8.0 ist erst in den kommenden Wochen oder Monaten geplant. Obendrauf packt der Hersteller seine eigene Nutzeroberfläche Namens EMUI 5.1, die neben optischen Anpassungen auch zahlreiche Extra-Features im Vergleich zum puren Android bietet.

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Die EMUI-Software hat wirklich viel zu bieten, leidet aber ein wenig am überladenen Interface.

Im Vergleich zu anderen Smartphone-Nutzeroberflächen gilt EMUI als ziemlich potent. Ab Werk gibt es hier mehr Features als beispielsweise in Stock-Android oder iOS. Das geht zuweilen aber ein wenig auf Kosten der Übersichtlichkeit, denn die Menüs wirken teilweise überladen und zu verschachtelt.

Was kann die Dual-Kamera eines Budget-Phones?

Huawei ist bekanntlich der Hersteller, der wie kein zweiter die Verbreitung von Dual-Kameras vorantreibt. Beinahe jedes neue Gerät, das der Hersteller in den letzten zwölf Monaten auf den Markt gebracht hat, ist mit einer Doppel-Kamera ausgestattet. Kaum überraschend also, dass auch das Honor 7X auf eine Dual-Kamera setzt.

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Die Dual-Kamera des Honor 7X knipst auf dem gleichen Niveau wie die des Huawei Mate 10 Lite.

Diese ist technisch identisch zu jener im Huawei P Smart und kommt mit einem 16-Megapixel-Hauptsensor und einem zusätzlichen 2-Megapixel-Sensor daher. Bei normalen Fotos macht dieses Setup immerhin einen ordentlichen Job und fängt Details recht gut ein. Leider wirkten die meisten Bilder, die wir während unseres Tests geknipst haben, aber immer ein wenig zu blass. Das lag natürlich zum Großteil am grauen Hamburger Winterwetter. Der Effekt wurde jedoch von der Kamera merklich verstärkt.

Das Honor 7X knipst schicke Fotos. fullscreen
Das Honor 7X knipst schicke Fotos.
Bei schwachem Licht wirken die Farben aber schnell etwas zu blass. fullscreen
Bei schwachem Licht wirken die Farben aber schnell etwas zu blass.
Ein trüber Tag wirkt dadurch gleich noch etwas trister. fullscreen
Ein trüber Tag wirkt dadurch gleich noch etwas trister.
Details werden von der Dual-Kamera jedoch ordentlich erfasst. fullscreen
Details werden von der Dual-Kamera jedoch ordentlich erfasst.
Als Digitalkamera für den Alltag ist das Honor 7X absolut tauglich. fullscreen
Als Digitalkamera für den Alltag ist das Honor 7X absolut tauglich.
In manchen Situationen mit schwachem Licht weiß die Kamera sogar positiv zu überraschen. fullscreen
In manchen Situationen mit schwachem Licht weiß die Kamera sogar positiv zu überraschen.
Nahaufnahmen sind ebenfalls möglich ... fullscreen
Nahaufnahmen sind ebenfalls möglich ...
... und können sich sehen lassen. fullscreen
... und können sich sehen lassen.
Der Bokeh-Effekt eignet sich nur für Objekte mit klaren Konturen. fullscreen
Der Bokeh-Effekt eignet sich nur für Objekte mit klaren Konturen.
Die Selfie-Cam bietet Huawei-typische Filter zur "Verschönerung" des Gesichts. fullscreen
Die Selfie-Cam bietet Huawei-typische Filter zur "Verschönerung" des Gesichts.
Das Honor 7X knipst schicke Fotos.
Bei schwachem Licht wirken die Farben aber schnell etwas zu blass.
Ein trüber Tag wirkt dadurch gleich noch etwas trister.
Details werden von der Dual-Kamera jedoch ordentlich erfasst.
Als Digitalkamera für den Alltag ist das Honor 7X absolut tauglich.
In manchen Situationen mit schwachem Licht weiß die Kamera sogar positiv zu überraschen.
Nahaufnahmen sind ebenfalls möglich ...
... und können sich sehen lassen.
Der Bokeh-Effekt eignet sich nur für Objekte mit klaren Konturen.
Die Selfie-Cam bietet Huawei-typische Filter zur "Verschönerung" des Gesichts.

Dank des Dual-Kamera-Setups lassen sich mit dem Honor 7X auch Fotos mit Bokeh-Effekt knipsen, wobei nur ein bestimmter Bereich des Bildes scharf gestellt ist und der Rest unscharf erscheint. Das funktioniert meist in Fällen, bei denen sich Objekte in Vorder- und Hintergrund gut voneinander abheben. Die Software stößt jedoch schnell an ihre Grenzen, wenn zu viele Tiefenebenen ins Spiel kommen. So gesehen ist der Bokeh-Effekt ein nettes Gimmick zum Herumprobieren, aber nicht mit dem vergleichbar, was Dual-Kameras in Flaggschiffen wie dem Galaxy Note 8, dem iPhone 8 Plus oder dem Huawei Mate 10 Pro leisten.

Fazit: Tolles Smartphone mit knallharter Konkurrenz

Das Honor 7X macht als Mittelklasse-Smartphone fast alles richtig und weiß mit seinem wertigen Design und einer sehr ordentlichen technischen Ausstattung zu überzeugen. Das große Display im 18:9-Format ist zudem ein Bonus, den in der Preisklasse unterhalb von 300 Euro noch längst nicht alle Geräte bieten. Und auch wenn die Dual-Kamera eigentlich mehr Makulatur als sinnvolles Feature ist, so kann sich die Fotoqualität insgesamt doch sehen lassen. Unterm Strich ist das 7X also ein Mittelklasse-Smartphone, das sich nicht vor der Konkurrenz zu verstecken braucht. Lediglich fehlende Komfort-Funktionen wie Quick-Charge oder NFC trüben den Gesamteindruck ein wenig.

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Das Honor 7X hat vor allem mit der hauseigenen Konkurrenz von Huawei zu kämpfen.

Das größte Problem des Honor 7X hängt deshalb auch nicht mit seiner Hardware oder der Software zusammen, sondern ist von Huawei hausgemacht. Mit dem Mate 10 Lite und dem P Smart hat der Hersteller nämlich aktuell zwei weitere Smartphones im Angebot, die fast identisch zum 7X sind. Wer deshalb kein Problem mit dem etwas kleineren 5,65-Zoll-Display hat, kann bedenkenlos zum günstigeren Huawei P Smart greifen. Alle anderen Käufer können immer noch zwischen dem Huawei Mate 10 Lite und dem Honor 7X wählen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das eindeutig für das neue Honor-Phone spricht, gibt es nämlich nicht.

Das hat uns gut gefallen Das hat uns weniger gefallen
+ Edles Aluminium-Gehäuse - Kein Quick-Charge
+ Großes Display im 18:9-Format - Ab Werk noch kein Android 8
+ Pfeilschneller Fingerabdrucksensor - Kein echtes Alleinstellungsmerkmal
+ Ausdauernder Akku

 

Honor 7X
Honor 7X
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    299 Euro
  • Release
    Januar 2017
  • Farben
    Grau, Schwarz, Blau
  • Lieferumfang
    Honor 7X, Ladegerät, USB-Kabel, Stereo-Kopfhörer, Schutzhülle, Schnellstartanleitung
  • Display-Größe
    5,9 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2160 x 1080 Pixel, IPS
  • Prozessor
    HiSilicon Kirin 659
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Speicherkapazität
    64 GB
  • Betriebssystem
    Android 7.0 Nougat (Stand: Februar 2017)
  • Kameras
    Frontkamera (13 MP) und Dual-Rückkamera (16 MP und 2 MP-Monochrom-Sensor)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Micro-USB 2.0
  • Konnektivität
    LTE-A, WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth 4.2
  • Akkukapazität
    3340 mAh
  • Besondere Merkmale
    Fingerabdrucksensor, LED-Benachrichtigungsleuchte
TURN ON Score:
3,8von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    3,5
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Ausstattung
    3,0
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