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Honor Play im Test: Viel mehr als nur ein Gaming-Smartphone

Mit dem Honor Play will Huawei vor allem Gamer für sich gewinnen.
Mit dem Honor Play will Huawei vor allem Gamer für sich gewinnen.

Das Honor Play ist das erste Gaming-Smartphone aus dem Hause Huawei. Im Test hat sich jedoch gezeigt, dass es viel mehr als nur das ist. Wenigen Schwächen steht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis gegenüber.

Auch wenn Konsolen und der PC bei Gamern immer noch hoch im Kurs stehen, ist es unbestreitbar, dass sich Smartphones in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Gaming-Plattformen überhaupt gewandelt haben. Und das betrifft längst nicht mehr nur Casual-Games, denn spätestens seit dem Release von "PUBG Mobile" und "Fortnite" sind auch ganz aktuelle Blockbuster auf den Mobilgeräten zuhause.

Das Problem mit den Gaming-Smartphones

Bei den Herstellern hat sich dieser Trend natürlich längst herumgesprochen und viele versuchen deshalb auch schon mit speziellen Geräten die Gamer unter den Smartphone-Nutzern zu adressieren. Das Ergebnis sind dann meist sehr eigenwillige Entwicklungen, wie etwa das Razer Phone, die mit auffälligen Designs und teurer Technik versuchen, das Prinzip eines Gaming-PCs auf den Smartphone-Markt zu übertragen. Den Massenmarkt der mobilen Gamer erreichen solche Geräte bislang allerdings nicht.

Das Problem ist nämlich, dass eigentlich niemand ein spezielles Gaming-Smartphone braucht, um Mobile Games zu zocken. Einen superschnellen Prozessor, wie er mit dem Snapdragon 835 im Razer Phone sitzt, bekommt man in nahezu jedem anderen Flaggschiff auch – und das oftmals deutlich günstiger. Spezielle Hardware wie ein 120-Hz-Display und besonders starke Stereo-Lautsprecher ist zwar nett, aber wohl nicht das, wonach die meisten der Mobile-Gamer suchen.

Das Honor Play geht seinen eigenen Weg

Bei Huawei geht man vielleicht auch deshalb einen anderen Weg und hat mit dem Honor Play ein Smartphone im Angebot, dass sich zwar ebenfalls an Gamer richtet, aber dabei viel günstiger daherkommt als die Konkurrenz und auch andere Schwerpunkte setzt.

Rein optisch fällt das Gerät zunächst einmal kaum auf. Das Design selbst stammt von der Huawei-Stange und erinnert stark an andere Geräte wie das Huawei Mate 10 Lite oder das Honor View 10. Es gibt einen handschmeichelnden Aluminium-Unibody, eine Dual-Kamera sowie einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und vorn ein riesiges 6,3-Zoll-Display mit einer kleinen Aussparung (Notch) für Frontkamera und Lautsprecher.

Das große 6,3-Zoll-Display ist ein Hingucker. fullscreen
Das große 6,3-Zoll-Display ist ein Hingucker.
Der Body des Smartphones besteht aus Aluminium. fullscreen
Der Body des Smartphones besteht aus Aluminium.
Auf der Rückseite sitzen Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor. fullscreen
Auf der Rückseite sitzen Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor.
Insgesamt ist das Design zwar unspektakulär aber schick. fullscreen
Insgesamt ist das Design zwar unspektakulär aber schick.
Das große 6,3-Zoll-Display ist ein Hingucker.
Der Body des Smartphones besteht aus Aluminium.
Auf der Rückseite sitzen Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor.
Insgesamt ist das Design zwar unspektakulär aber schick.

Der riesige LCD-Screen ist natürlich ein Hingucker und bietet mit einer Auflösung von 2340 x 1080 Bildpunkten zwar nicht die höchste Pixeldichte, liefert aber immer noch ein scharfes Bild. Die Darstellung auf dem Display selbst hält zwar in den Punkten Helligkeit, Kontrast und Farbechtheit nicht mit iPhone X oder Galaxy S9 mit, kann aber unterm Strich überzeugen.

Gamer schätzen die inneren Werte

Wenn es etwas gibt, für das sich Gamer besonders interessieren, sind das bekanntlich die inneren Werte. Beim PC ist das klar, denn dort entscheiden Prozessor, Grafikkarte und Arbeitsspeicher ganz massiv darüber, welche Games in welcher Qualität spielbar sind. Mit dem Aufkommen von technisch anspruchsvollen Mobile-Games ist dies auch für Smartphone-Zocker zunehmend relevant geworden.

Das Honor Play enttäuscht in dieser Beziehung nicht. Mit dem Kirin 970 bekommen Käufer den gleichen leistungsfähigen Prozessor, der auch im Huawei P20 Pro oder im Honor 10 seinen Dienst verrichtet und die 4 GB RAM sind zum Zocken absolut ausreichend. Der üppige Akku garantiert mit 3750 mAh außerdem längere Spielsessions. Interessant ist jedoch vor allem, was Huawei mithilfe seiner Software aus der Hardware herauskitzelt.

Der GPU Turbo macht einen Unterschied

Das GPU-Turbo-Update, dass der Hersteller derzeit für bestehende Geräte wie das P20 Pro, das Mate 10 Pro oder auch das Honor 10 ausrollt, gibt es beim Honor Play nämlich schon ab Werk. Es sorgt dafür, dass in Spielen mit aufwendiger Grafik höhere Framerates erzielt werden, bei gleichzeitig sinkendem Akkuverbrauch.

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Der GPU-Turbo wird aktuell nur von wenigen Spielen wie "PUBG Mobile" unterstützt.

Dank der GPU-Turbo-Optimierungen bewegt sich das Honor Play in Spielen mindestens auf Augenhöhe mit anderen Android-Flaggschiffen oder dem iPhone X – jedenfalls in den Games, in denen der GPU Turbo auch schon unterstützt wird.

In "PUBG Mobile" etwa lassen sich die Grafikeinstellungen getrost auf das Maximum hochschrauben, ohne das es zu merklichen Rucklern kommt. Unterm Strich wird es aber stark von den einzelnen Entwicklern abhängen, ob diese ihre Titel speziell für die Huawei-Geräte optimieren möchten.

Das macht der GPU Turbo von Huawei

Der Turbo-Modus soll die Grafikleistung der Smartphones um bis zu 60 Prozent erhöhen und gleichzeitig den Akkuverbrauch um 30 Prozent senken. Erreicht wird dies vor allem durch eine Optimierung der Treiber und der Software-Schnittstellen, die dafür zuständig sind, dass Spieleentwickler die Hardware-Ressourcen von Prozessor und Grafikchip möglichst effizient nutzen können.

Beim GPU-Turbo profitiert Huawei unter anderem davon, dass der Hersteller in seinen Geräten fast ausschließlich Prozessoren aus eigener Produktion einsetzt und daher auch die zuständigen Treiber selbst entwickelt. Auch bei der Entwicklung des Android-Betriebssystems selbst legt Huawei mit seiner EMUI-Oberfläche stark Hand an.

Der Smart-Shock-Effekt simuliert Vibrationen

Ein weiteres Feature, dass sich speziell an Gamer richtet, ist der sogenannte Smart Shock. Dabei handelt es sich um einen Rumble-Effekt, wie man ihn auch von Gaming-Controllern seit ewigen Zeiten kennt. Durch Vibrationsmotoren, die in speziellen Spielsituationen angesprochen werden, soll das Spielerlebnis dabei noch intensiver werden. Das klingt in der Theorie nach einer guten Idee, muss in der Praxis jedoch erst einmal von den Spieleentwicklern umgesetzt werden.

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Zumindest in der Theorie unterstützt das Honor Play auch Vibrations-Feedback in Games.

Wir konnten das Feature jedenfalls bislang nur in "PUBG Mobile" ausprobieren. Andere Titel im Google Play Store unterstützen die Funktion bislang nicht.

Starke Kamera mit vielen Optionen

Preislich liegt das Honor Play trotz seiner hervorragenden Performance weit unter den Flaggschiffen anderer Hersteller. Natürlich müssen dafür auch einige Abstriche in Kauf genommen werden und die finden sich zum Teil bei der Kamera.

Tatsächlich ist die Foto-Qualität, die das Honor Play liefert, gar nicht schlecht. Vor allem bei Tageslicht gelingen mit der Dual-Kamera schicke Aufnahmen in maximal 16 Megapixeln. Federn muss das Honor Play hingegen wie so viele Smartphones bei schwächeren Lichtverhältnissen lassen. Hier ist der Abstand insbesondere zum hauseigenen Huawei P20 Pro sehr groß.

Das Honor Play knipst in überzeugender Qualität. fullscreen
Das Honor Play knipst in überzeugender Qualität.
Die Hamburger Innenstadt bei schönem Wetter. fullscreen
Die Hamburger Innenstadt bei schönem Wetter.
In dunklen Bildbereichen gehen Details schneller verloren. fullscreen
In dunklen Bildbereichen gehen Details schneller verloren.
Eine belebte Straßenszene. fullscreen
Eine belebte Straßenszene.
Hamburger Speicherstadt. fullscreen
Hamburger Speicherstadt.
Die Elbphilharmonie – ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg. fullscreen
Die Elbphilharmonie – ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg.
Links ohne und rechts mit Bokeh-Effekt. fullscreen
Links ohne und rechts mit Bokeh-Effekt.
Der Bokeh-Effekt funktioniert besser als bei den meisten Konkurrenz-Smartphones. fullscreen
Der Bokeh-Effekt funktioniert besser als bei den meisten Konkurrenz-Smartphones.
Die vollen 16 Megapixel gibt es nur im 4:3-Format. fullscreen
Die vollen 16 Megapixel gibt es nur im 4:3-Format.
So lange genug Licht da ist, gibt sich die Kamera keine Blöße. fullscreen
So lange genug Licht da ist, gibt sich die Kamera keine Blöße.
Das Honor Play knipst in überzeugender Qualität.
Die Hamburger Innenstadt bei schönem Wetter.
In dunklen Bildbereichen gehen Details schneller verloren.
Eine belebte Straßenszene.
Hamburger Speicherstadt.
Die Elbphilharmonie – ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg.
Links ohne und rechts mit Bokeh-Effekt.
Der Bokeh-Effekt funktioniert besser als bei den meisten Konkurrenz-Smartphones.
Die vollen 16 Megapixel gibt es nur im 4:3-Format.
So lange genug Licht da ist, gibt sich die Kamera keine Blöße.

Trotzdem bekommen Foto-Fans unterm Strich ein üppiges Paket. Das liegt vor allem an den umfangreichen Optionen der Kamera-App. Diese beherrscht dank der zweiten Linse einen überzeugenden Bokeh-Effekt, der sich sogar nachträglich bearbeiten lässt. Die Qualität der Bokeh-Aufnahmen hat sich bei Huawei in den letzten Jahren deutlich gesteigert und so schafft es das Honor Play besser als die meisten anderen Smartphones, die verschiedenen Schärfe-Ebenen sauber zu trennen. Auch Porträt-Aufnahmen, Augmented-Reality-Effekte und diverse Filter sind verfügbar. Das meiste davon sind eher Spielereien, aber die sind ja bei vielen Nutzern mittlerweile sehr beliebt.

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Foto-Fans kommen mit dem Smartphone durchaus auf ihre Kosten.

Als Bonus gibt es die AI-Kamera, die Huawei dank des Kirin 970 bei sehr vielen seiner aktuellen Smartphones anbietet. In diesem Modus erkennt die Kamera automatisch verschiedene Szenen und legt selbstständig die dafür passenden Filter über das Bild. Zudem sorgt die AI-Kamera im Video-Modus für eine Software-gestützte Bildstabilisierung. Letztere kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Videoaufnahmen die größte Schwäche des Honor Play sind. Die sehen zwar nicht grundsätzlich schlecht aus, leiden jedoch schnell unter der mangelhaften Stabilisierung.

Der Preis ist heiß

Das Honor Play wirkt auf den ersten Blick äußerst unspektakulär und trotz durchweg solider technischer Daten wenig beeindruckend – jedenfalls so lange, bis man das Preisschild zu Gesicht bekommt. Mit einer UVP von nur 329 Euro ist das Smartphone nämlich angesichts der gebotenen Ausstattung ein echter Kracher. Mehr Display und Leistung bekommt man andernorts für dieses Geld nicht geboten und die Tatsache, dass der Kirin 970 nicht mehr der neueste Prozessor ist, dürfte angesichts der guten Performance ebenfalls zu verschmerzen sein.

Hinzu kommen dann noch zahlreiche nette Kleinigkeiten wie der ultraschnelle Fingerabdrucksensor, der per microSD-Karte erweiterbare Speicher und der immer noch vorhandene Kopfhöreranschluss. Auch bei der Akkulaufzeit spielt das Honor Play in der oberen Liga mit und liefert mit einer Aufladung genug Energie für einen kompletten Tag und darüber hinaus.

Fazit: Das Honor Play ist nicht nur für Gamer

Eigentlich hatte ich gar keine hohen Erwartungen an das Honor Play. Kein Wunder, wirkt das Gerät doch auf den ersten Blick, als käme es direkt aus dem Huawei-Baukasten für Mittelklasse-Geräte, aus dem in den letzten zwölf Monaten viel zu viele ähnliche Smartphones entsprungen sind.

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Das Honor Play ist nicht nur für Gamer eine Empfehlung.

Doch im Endeffekt frage ich mich angesichts der Kombination aus starker Hardware, großem Display und einem mehr als fairen Preis mittlerweile, wo den eigentlich der Haken ist. Für eine UVP von gerade einmal 329 Euro bekommt man hier nämlich ein Gerät, dass in den meisten Bereichen absolut konkurrenzfähig zur aktuellen Oberklasse ist und sich keine dramatische Schwäche leistet.

Zu empfehlen ist das Smartphone damit längst nicht nur für Gamer, sondern auch für all diejenigen, die nicht bereit sind, Unsummen für ein alltagstaugliches Smartphone auszugeben. Die größte Konkurrenz kommt mit dem Honor 10 aus den eigenen Reihen. Das ist mit 5,84 Zoll merklich kleiner, bietet jedoch eine stärkere Kamera.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Schönes großes Display - Design von der Stange
+ Starke Performance - Nur Mono-Sound
+ Gute Hardware-Ausstattung - Schwache Video-Kamera
+ Preis-Leistung stimmt
+ Gute Foto-Kamera

 

Honor Play
Honor Play
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis
    329 Euro (UVP)
  • Release
    September 2018
  • Farben
    Schwarz. Navy Blau, Ultraviolett
  • Lieferumfang
    Honor Play, Schnellladegerät, USB Type-C-Kabel, Schutzhülle, Schnellstartanleitung, Kopfhörer
  • Display-Größe
    6,3 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2340 x 1080 Pixel, IPS-LCD
  • Prozessor
    HiSilicon Kirin 970
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Speicherkapazität
    64 GB (erweiterbar per MicroSD-Karte)
  • Betriebssystem
    Android 8.1 Oreo (Stand: September 2017)
  • Kameras
    Frontkamera (16 MP) und Dual-Rückkamera (16 MP und 2 MP-Tiefensensor)
  • SIM-Karten-Format
    Dual-Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Klinke 3,5 Millimeter
  • Konnektivität
    LTE-A, WLAN, Bluetooth 4.2, NFC
  • Akkukapazität
    3750 mAh
  • Besondere Merkmale
    LED-Benachrichtigungsleuchte, KI-Kamera
TURN ON Score:
4,3von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    5,0
  • Hardware
    4,0
  • Ausstattung
    4,5
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