Huawei Freebuds im Test: AirPods, seid ihr das?

Die Huawei Freebuds sind die AirPods-Alternative für Android-Nutzer.
Die Huawei Freebuds sind die AirPods-Alternative für Android-Nutzer. (© 2018)
Patrick Schulze Fragt sich, wann VR-Brillen endlich so massentauglich werden wie in "Ready Player One".

Die Huawei Freebuds sind eindeutig von den Apple AirPods inspiriert. Aber bieten die kabellosen Bluetooth-Kopfhörer auch den gleichen Komfort? Und wie sieht es beim Klang aus? Unser Test gibt Aufschluss.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Hersteller in der Tech-Branche gerne von erfolgreichen Ideen "inspirieren" lassen. Eine beliebte Quelle für solche Inspirationen sind dabei die Produkte von Apple. Ganz egal ob iPhone, iPad oder MacBook – vieles was der Konzern aus Cupertino auf den Markt bringt, wird von der Konkurrenz schnell aufgegriffen.

So erklären sich auch die Bluetooth-Kopfhörer Huawei Freebuds, die eine frappierende Ähnlichkeit zu den Apple AirPods aufweisen. Nun hat Apple die Bluetooth-Kopfhörer natürlich nicht erfunden, aber mit den AirPods ein ganz bestimmtes und unverkennbares Design etabliert. Diesen Look hat sich Huawei für die Freebuds ziemlich dreist abgeschaut.

Designed by Apple in California?

Auf den ersten, zweiten und dritten Blick sehen die Freebuds nämlich aus wie die AirPods. Erst bei genauem Hinsehen werden leichte Feinheiten sichtbar, die sich unterscheiden. Grundsätzlich bietet Huawei aber ein sehr ähnlich aussehendes Produkt mit vergleichbaren Features an. Die Frage, die sich dabei nur stellt, ist die, ob die Freebuds auch so gut sind wie die AirPods und eine empfehlenswerte Alternative für diejenigen darstellen, die aus verschiedenen Gründen keine Lust auf Produkte von Apple haben.

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Das Design der Freebuds ist dem der AirPods schon sehr ähnlich. (© 2018)

Die Freebuds gibt es in weiß und auch in schwarz, wobei Huawei zumindest bei der Farbauswahl schon einmal doppelt so viel leistet wie Apple. Tatsächlich wirkt die schwarze Variante in meinen Augen sogar schicker und etwas dezenter, aber für unseren Test hat uns der Hersteller "nur" mit dem weißen Modell beliefert. Geliefert werden die kabellosen Kopfhörer in einem länglichen Case zum Transportieren, das, genau wie bei Apple, auch zum Aufladen dient.

Weitere Alternativen zu den Apple AirPods

Pairen und Einrichten leicht gemacht

Zum Pairen mit einem Smartphone, Tablet oder Laptop müssen beide Ohrhörer in das geöffnete Case gelegt werden, während für zwei Sekunden die am Case befindliche Pairing-Taste gedrückt wird. Eine Option, das Ganze auch blitzschnell per NFC zu machen, wäre zwar nett gewesen, ist aber nicht an Bord. Auch so dauert das Verbinden aber kaum länger als 30 Sekunden.

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Die Einrichtung ist im Handumdrehen erledigt. (© 2018)

Optional lässt sich aus dem Google Play Store auch die Freebuds-Assistant-App herunterladen, die allerdings nur zum Aktualisieren der Firmware benötigt wird. Weitere Funktionen wie etwa einen verstellbaren Equalizer gibt es nicht. Für unseren Test war die App zum Beispiel überhaupt nicht nötig.

Eine Option, die Freebuds an einen Nutzeraccount zu koppeln und sie so nahtlos auch mit anderen Geräten zu verwenden, wie Apple das für die AirPods anbietet, gibt es übrigens nicht. In diesem Bereich haben die AirPods eindeutig einen Vorteil. Die Freebuds sind mehr oder weniger gewöhnliche Bluetooth-Kopfhörer, die mit einem Samsung-Smartphone ebenso gut funktionieren wie mit einem Huawei-Gerät.

Die Nutzung klappt wie gewünscht

Einmal gepairt, baut sich die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und Freebuds immer dann automatisch auf, wenn die Kopfhörer aus dem Case entnommen werden. Sobald sie wieder in der Schale verstaut werden, kappt sich die Verbindung automatisch. Das funktionierte im Test absolut zuverlässig und ist ein Feature, an das man sich schnell gewöhnt. Auch hier dienten die AirPods und andere Bluetooth-Kopfhörer offensichtlich als Vorbild.

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Im Case werden die Kopfhörer geladen. Das Case selbst bekommt seinen Saft per USB-C-Port. (© 2018)

Die Akkulaufzeit der Kopfhörer selbst fällt mit knapp drei Stunden nicht besonders üppig aus. Da diese zwischendurch durch das Case aber immer wieder aufgeladen werden, fällt dies nur sehr selten einmal negativ ins Gewicht. Das Case selbst bietet genug Saft für ungefähr zehn Stunden, was ein guter Wert ist.

Überraschend gute Soundqualität

Ganz egal wie kabellos oder smart Kopfhörer sind – das entscheidende Kriterium ist und bleibt für mich am Ende immer der Klang. Hier haben mich die Freebuds erst enttäuscht und später überzeugt. Tatsächlich liefert Huawei nämlich einen ziemlich neutralen und offenen Sound, bei dem Höhen, Mitten und Tiefen gleichermaßen zur Geltung kommen. Besonders spektakulär wirkte der Sound auf mich deshalb zunächst nicht. Erst nach längerem Hören stellte ich erstaunt fest, welch satten und sauberen Klang die Freebuds auch bei moderaten Lautstärken liefern. Im Gegensatz zu vielen günstigen In-Ear-Kopfhörern gelingt es den Buds, ein sehr räumliches Klangbild zu erzeugen.

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Klanglich wissen die Freebuds wirklich zu überzeugen. (©TURN ON 2018)

Unterm Strich bin ich mit dem Klang also durchaus zufrieden, wobei mich die Bose SoundSport Free noch mehr überzeugt haben. Gut, die kosten auch mehr, also geht das, was Huawei für den Preis liefert, aus meiner Sicht absolut in Ordnung.

Wenige, aber praktische Zusatzfunktionen

Wie sich das gehört, hat Huawei natürlich noch etwas weiter gedacht und eine simple Bedienung in die Kopfhörer eingebaut. Wieder waren die AirPods das Vorbild, weshalb Huawei genau wie Apple eine Tipp-Steuerung implementiert hat. Doppeltes Antippen des rechten Hörers pausiert die Wiedergabe und doppeltes Antippen des linken Hörers startet den Google Assistant. Bei einem eingehenden Anruf kann dieser ebenfalls durch doppeltes Antippen eines beliebigen Hörers entgegengenommen werden. Das Telefonieren selbst klappt übrigens bestens und auch die vier integrierten Mikrofone enttäuschen in dieser Beziehung nicht.

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Einige Komfort-Funktionen machen die Nutzung im Alltag angenehmer. (© 2018)

Leider ist es anders als bei den AirPods nicht möglich, selbst auszuwählen, was die Freebuds beim Antippen tun sollen. Das hin und her wechseln zwischen einzelnen Songs ist so leider nicht möglich, ohne das Smartphone zu zücken.

Fazit: Tolle Wireless-Kopfhörer mit leichten Abzügen in der B-Note

Unterm Strich sind die Huawei Freebuds ziemlich gute kabellose Kopfhörer. Während meines mehrtägigen Tests konnte ich keinerlei Probleme feststellen. Es gab keine Aussetzer, keine Synchronisationsprobleme, Bedienung und Nutzung sind kinderleicht und der Sound ist wirklich nicht von schlechten Eltern. Dem unvermeidlichen Vergleich mit den Apple AirPods halten die Freebuds damit in beinahe jeder Hinsicht stand. Lediglich bei der Synchronisation mit mehreren (Apple-) Geräten kann Huawei nicht mit dem Original mithalten.

Da sich die Freebuds allerdings ohnehin eher an Android-User richten und weniger an iPhone-Nutzer, dürfte dies nur für die wenigsten ein KO-Kriterium sein. Im Konzert hochwertiger Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer kann Huawei jedenfalls auf Anhieb mitspielen.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gefallen
+ Toller Klang - Design stark von Apple "inspiriert"
+ Sehr gutes Handling - Akkulaufzeit nur durchschnittlich
+ Hochwertige Verarbeitung

 

Huawei Freebuds
Huawei Freebuds
  • Datenblatt
  • Hardware
  • Gerätetyp
    True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer
  • Farbe
    Schwarz, Weiß
  • Preis
    159 Euro
  • Anschlüsse
    Bluetooth
  • Betriebsdauer
    bis zu 3 Stunden Betriebszeit, bis zu 10 zusätzliche Stunden über das Ladecase
  • Besonderheiten
    Transport-Etui mit Ladefunktion, Unterstützung für Google Assistant
  • Lieferumfang
    Kopfhörer, Etui, USB-C-Kabel, Kurzanleitung
Turn-On Score:
4,1
  • Akkuleistung
    3,0
  • Design
    2,5
  • Handling
    5,0
  • Klang
    4,5
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