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Microsoft Surface Laptop im Test: Design-Wunder mit Spar-Windows

Der Surface Laptop kommt mit Windows 10 S daher.
Der Surface Laptop kommt mit Windows 10 S daher.

Mit dem neuen Surface Laptop von Microsoft bekommt das MacBook starke Konkurrenz. Allerdings offenbarte der Test eine Schwäche, die eigentlich eine Stärke des Herstellers sein sollte.

Nachdem das Surface Book quasi Microsofts Antwort auf das MacBook Pro war, kommt mit dem Surface Laptop nun der passende Gegenspieler zum 12-Zoll-MacBook ins Spiel. Mutig wirkt dabei vor allem die Entscheidung, den PC als Ersten seiner Art mit dem abgespeckten Betriebssystem Windows 10 s auszustatten.

Meisterhaftes Design mit individuellem Touch

In den fünf Jahren, die Microsoft seine Surface-Reihe nun schon betreibt, ist es dem Hersteller gelungen, eine eigene Design- und Formensprache zu etablieren, die gleichermaßen hochwertig wie unverkennbar ist. Die Symbiose aus geschwungenen Kurven und scharfen Kanten, die vom Surface-Tablet bekannt ist, verleiht dem Notebook eine edle Optik und eine wertige Haptik.

Das Gehäuse ist aus Aluminium... fullscreen
Das Gehäuse ist aus Aluminium...
...beim Tastatur-Cover setzt Microsoft jedoch auf Alcantara. fullscreen
...beim Tastatur-Cover setzt Microsoft jedoch auf Alcantara.
Das Gehäuse ist aus Aluminium...
...beim Tastatur-Cover setzt Microsoft jedoch auf Alcantara.

Als echter Individualist erweist sich das Notebook, sobald man den Deckel hebt und das Display nach oben klappt. Denn während die Außenseiten aus Aluminium gefertigt sind, ist die Innenseite mit dem Mikrofaserstoff Alcantara überzogen, der auch einige Versionen des Type-Cover für das Surface-Tablet schmückt. Hier beweist Microsoft definitiv ein Händchen für das Besondere, denn optisch aus der Masse an superschlanken Laptops herauszustechen, die derzeit den Markt bevölkern, ist gar nicht so einfach. Dem Surface Laptop gelingt dies jedoch mit Bravour.

Schönes Touch-Display im 3:2-Format

Das Display gehört zweifellos zu den Stärken des Surface Laptop. Im Vergleich zu den meisten anderen aktuellen Notebooks setzt Microsoft nicht auf ein 16:9-Format, sondern auf das Seitenverhältnis 3:2, das schon von den Surface-Tablets bekannt ist. Die Auflösung bewegt sich mit 3000 x 2000 Pixeln irgendwo zwischen QHD und 4K und steht dem Screen gut zu Gesicht. Das Display weiß außerdem mit seiner Helligkeit und einer sehr natürlichen Farbdarstellung zu gefallen. Anders als beispielsweise das MacBook Air handelt es sich hier zudem um ein vollwertiges Touch-Display, das tadellos auf Eingaben mit dem Finger oder dem separat erhältlichen Surface Pen reagiert.

Tastatur, Touchpad und Stift

Hervorragend gelungen sind Microsoft die Eingabegeräte. Das Tastatur-Keyboard ist angenehm knackig und bietet einen guten Druckpunkt. Die Tasten selbst sind zudem schön groß und stehen weit genug auseinander, damit ein flüssiges Tippen möglich ist. Überzeugen kann aber auch das große Touchpad, das zu den besten seiner Klasse gehört und eine externe Maus zu keiner Zeit vermissen lässt.

Die Tastatur weiß zu überzeugen. fullscreen
Die Tastatur weiß zu überzeugen.
Die Tasten wirken knackig und fallen angenehm groß aus. fullscreen
Die Tasten wirken knackig und fallen angenehm groß aus.
Auch das Touchpad gefällt und macht eine Maus in den meisten Fällen überflüssig. fullscreen
Auch das Touchpad gefällt und macht eine Maus in den meisten Fällen überflüssig.
Die Tastatur weiß zu überzeugen.
Die Tasten wirken knackig und fallen angenehm groß aus.
Auch das Touchpad gefällt und macht eine Maus in den meisten Fällen überflüssig.

Eine weitere Eingabemöglichkeit gibt es, wie schon erwähnt, mit dem Surface Pen. Mittlerweile hat Microsoft die Stifteingabe zu einem integralen Bestandteil von Windows ausgebaut. So findet der User unter dem Auswahlfeld "Windows Ink" in der Taskleiste eine ganze Reihe von System-Apps, die auf den Surface Pen zugeschnitten sind. Die Stifteingabe ist daher auch beim Surface Laptop viel mehr als nur ein nettes Gimmick und dürfte für bestimmte Nutzer sicherlich ein echtes Kaufargument darstellen. Zudem lässt sich der Stift wie beim Surface Pro magnetisch am Magnesium-Gehäuse des Laptops befestigen. Leider ist der Pen aber nicht im Lieferumfang enthalten und muss daher separat erworben werden.

Die Anschlüsse und ihr Fehlen

Weniger überzeugen kann der Surface Laptop hingegen bei seiner Anschluss-Vielfalt. Klar, bei einem derart schlanken Gerät müssen Nutzer immer Abstriche in Kauf nehmen, aber gerade einmal ein USB-3.0-Port, ein Mini-Display-Port und ein Kopfhöreranschluss schränken die Möglichkeiten für User dann doch sehr stark ein. Immerhin spendiert Microsoft seinem Laptop den magnetischen Stromanschluss Surface Connect, der schon von den gleichnamigen Tablets bekannt ist.

Beim Surface Laptop gibt es nur USB 3.0, Mini-DisplayPort und Klinke. fullscreen
Beim Surface Laptop gibt es nur USB 3.0, Mini-DisplayPort und Klinke.
Strom kommt über den magnetischen Surface-Connect-Anschluss. fullscreen
Strom kommt über den magnetischen Surface-Connect-Anschluss.
Beim Surface Laptop gibt es nur USB 3.0, Mini-DisplayPort und Klinke.
Strom kommt über den magnetischen Surface-Connect-Anschluss.

Die Tatsache, dass Microsoft anstelle von USB Type-C auf einen Standard-Port setzt, ist verständlich. Denn selbst wenn USB-C irgendwann einmal die Zukunft gehören sollte, so gehört die Gegenwart doch eindeutig noch dem Standard-USB-Stecker. Wünschenswert wäre allerdings wenigstens noch ein SD-Kartenleser gewesen. Den bietet heutzutage bekanntlich jedes 100-Euro-Tablet, was sein Fehlen in einem Laptop für über 1000 Euro absolut unverständlich macht. Die Tatsache, dass es beim aktuellen MacBook noch weniger Anschlüsse gibt, ist da leider auch kein Trost.

Der Surface Pen ist optional erhältlich. fullscreen
Der Surface Pen ist optional erhältlich.
Er ist mittlerweile sehr gut ins Betriebssystem integriert. fullscreen
Er ist mittlerweile sehr gut ins Betriebssystem integriert.
Der Surface Pen ist optional erhältlich.
Er ist mittlerweile sehr gut ins Betriebssystem integriert.

Windows 10 S ist ein Problem – und dann auch wieder nicht

Wer hätte gedacht, dass man das ausgerechnet bei einem Microsoft-Produkt mal schreiben würde? Die größte Schwäche des Surface Laptop ist tatsächlich sein Betriebssystem. Statt des normalen Windows 10, dass es mittlerweile schon auf 200-Euro-Laptops serienmäßig gibt, bekommen Käufer hier nämlich die abgespeckte Variante Windows 10 S serviert – und das macht aus dem ansonsten sehr offenen Windows ein hochgradig geschlossenes Betriebssystem.

Im Klartext heißt das:

  • Apps lassen sich nur noch aus dem Windows Store installieren, da klassische Windows-Programme blockiert werden
  • Der Sideload von Windows-10-Apps aus anderen Quellen als dem Windows Store ist ebenfalls nicht möglich
  • Antivirensoftware von Drittentwicklern ist nicht erlaubt
  • Als Webbrowser steht den Nutzern nur Microsoft Edge zur Verfügung
  • Als Standard-Suchmaschine in Edge lässt sich nur Bing verwenden

Gedacht ist Windows 10 S vor allem für Schulen und Bildungseinrichtungen, die günstige Computer mit einer schlanken Software benötigen. Dort mag das abgespeckte Windows-Betriebssystem auch seine Berechtigung haben, auf einem Notebook, das zwischen 1149 Euro und 2499 Euro angeboten wird, ist diese Form der Software jedoch definitiv fehl am Platze.

Windows-Store fullscreen
Der Windows Store ist die einzige App-Quelle von Windows 10 S.

Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht: Aktuell bietet Microsoft den Käufern des Surface Laptop nämlich die Möglichkeit, ein kostenloses Upgrade auf Windows 10 Pro durchzuführen. Damit wird aus dem schlanken PC direkt ein schnittiges Ultrabook und alle Funktionen, die Nutzer von Windows 10 kennen und lieben, stehen plötzlich wieder zur Verfügung. Unklar ist derzeit, wie lange Microsoft dieses Upgrade kostenlos anbieten wird. Wir empfehlen dem Hersteller jedoch, dieses Angebot dauerhaft aufrechtzuerhalten, denn ohne ein vollwertiges Windows 10 dürfte der Surface Laptop praktisch unverkäuflich sein.

Performance-Monster mit vorbildlicher Laufzeit

Auf der Performance-Seite lässt sich dem Surface Laptop hingegen nichts vorwerfen. Angeboten wird das Gerät wahlweise mit Intel Core i5 oder Core i7 der siebten Generation. Beim Arbeitsspeicher reicht die Palette von 4 über 8 bis hin zu 16 GB RAM, wobei wir jedoch von der Version mit 4 GB RAM abraten würden. Für die Grafik-Berechnung kommt in allen Versionen des Surface Laptop die Intel HD-Grafik 620 zum Einsatz, eine dedizierte Grafikkarte gibt es nicht.

Für unseren Test stand uns eine Version des Surface Laptop mit Intel Core i5 und 8 GB RAM zur Verfügung: Ganz gleich ob Office, Grafikprogramme oder Online-Anwendungen – das Notebook hat genug Power, um allen Anforderungen an ein schlankes Arbeitsgerät gerecht zu werden. Selbst Spiele lassen sich auf dem Laptop zocken, sofern es sich nicht gerade um AAA-Titel wie "Gears of War 4" handelt. Mit den meisten Anwendungen aus dem Windows Store sollte das Notebook jedoch problemlos abspielen.

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Arbeitsgeschwindigkeit und Akkulaufzeit des Surface Laptop überzeugen.

Noch beeindruckender als die Performance war für uns im Test jedoch die Akkulaufzeit. Diese fällt, vermutlich dank der sparsamen Prozessoren und Windows 10 S, wirklich hervorragend aus. Deutlich über zehn Stunden konnten wir in der Praxis aus dem fest verbauten Batteriespeicher des Surface Laptop herausholen. Microsoft selbst gibt 14,5 Stunden als Maximalwert für die Wiedergabe von lokalen Videos an – ein Wert, der vielleicht etwas optimistisch ist. Dennoch konnte uns die Laufzeit des Notebook im Test vollauf überzeugen.

Fazit: Ein starker Laptop mit schwachem Betriebssystem

Als MacBook-Konkurrent ist der Surface Laptop absolut gelungen. Der neueste PC aus dem Hause Microsoft bietet im Vergleich zum 12-Zoll-Modell aus Cupertino die gleiche hochwertige Verarbeitung, etwas mehr Anschlüsse, etwas mehr Hardware-Power und obendrein auch noch Extras wie den Touchscreen und die hervorragende Stift-Bedienung. Unterm Strich ist der Surface Laptop deshalb eine Empfehlung für all diejenigen, die ein ultraflaches und mobiles Notebook zum Arbeiten für unterwegs suchen.

Diese Empfehlung gilt allerdings nur so lange, wie Microsoft das Upgrade auf Windows 10 Pro für Käufer kostenlos anbietet. Denn das im Auslieferungszustand installierte Windows 10 S ist leider überhaupt kein akzeptabler Ersatz und kappt den Zugang zu Millionen von Programmen und Apps, die nicht im Windows Store angeboten werden. Damit beraubt Microsoft das eigentlich unheimlich vielseitige Betriebssystem seiner größten Stärke.

Es bleibt daher zu hoffen, dass das Upgrade auf die Pro-Version von Windows 10 möglichst lange kostenlos bleibt – oder, dass sich Microsoft doch noch besinnt und den Surface Laptop von vornherein mit einer vollwertigen Version auf den Markt bringt. Dann hätte das Notebook nämlich das Potenzial, dauerhaft an der Spitze mitzuspielen.

Microsoft Surface Laptop
Microsoft Surface Laptop
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Laptop
  • Abmessungen
    308,1 Millimeter x 223,27 Millimeter x 14,48 Millimeter
  • Gewicht
    Ab 1252 Gramm
  • Farben
    Burgunderrot, Platin, Kobaltblau, Graphit, Gold
  • Lieferumfang
    Surface Laptop, Netzteil, Schnellstarthandbuch, Sicherheitshinweise und Garantieerklärung
  • Preis (UVP)
    1149 bis 2499 Euro
  • Bildschirmdiagonale
    13 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    3000 x 2000 Pixel, PixelSense-Display
  • Prozessor und Taktung
    Intel Core i5 oder Intel Core i7
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM, 8 GB oder 16 GB RAM
  • Speicherkapazität
    128 GB SSD, 256 GB SSD oder 512 GB SSD
  • Anschlüsse und Steckplätze
    1 x USB 3.0, Surface Connect, Headset-Buchse, Mini-DisplayPort, Kompatibel mit Surface Dial
  • Konnektivität
    Bluetooth 4.0, 802.11ac Wi-Fi-Drahtlosnetzwerk
TURN ON Score:
4,2von 5
  • Akkuleistung
    5,0
  • Design
    4,5
  • Preis-Leistung
    3,5
  • Ausstattung
    3,5
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