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Nokia 3 im Test: Gemächliches Einsteiger-Smartphone

Das Nokia 3 möchte mit einem edlen Design in der Einsteigerklasse punkten.
Das Nokia 3 möchte mit einem edlen Design in der Einsteigerklasse punkten.

Mit dem Nokia 3 hat der Traditionshersteller ein neues Einsteiger-Smartphone auf den Markt gebracht. Ein frisches Nokia-Flaggschiff gibt es derweil noch nicht. Der Hersteller geht seine Rückkehr ins Smartphone-Geschäft also langsam an – und das Nokia 3 ist das beste Beispiel dafür, wie unser Test zeigt.

Design und Verarbeitung: Nokia ist wieder da

Die gute Nachricht zuerst: Bei Design und Verarbeitung kann das Nokia 3 überzeugen. Die Rückseite besteht aus solidem Kunststoff und der Rahmen sogar aus Metall. Das altbekannte rechteckige Nokia-Design mit abgerundeten Kanten macht sich auch heute noch gut. Das Nokia 3 ist zwar kein ganz so solider Metallbrocken wie das höherwertige Nokia 6, aber auch der Einsteiger braucht sich in Hinblick auf die Verarbeitung nicht zu verstecken. Mit 141 Gramm und einem fünf Zoll großen Display liegt das Smartphone angenehm in der Hand.

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Dank Metallrahmen und stabiler Verarbeitung lässt sich am Design des Nokia 3 nichts aussetzen.

Urteil: Handlich, schick und gut verarbeitet.

Ausstattung und Leistung: Schnecke mit schönem Häuschen

Bis das Nokia 3 angeschaltet war, konnte man in Ruhe beobachten, wie der Kaffee gemächlich die Kanne füllte. Der relativ leistungsschwache Quadcore-Chip Mediatek MT6737 ist dabei weniger das Problem, als vielmehr der langsame interne Speicher. Dieser sorgt auch für recht ausgiebige Ladezeiten in Apps und Spielen. Dabei laufen aufwendige 3D-Spiele wie "Asphalt 8" sowieso zu langsam, also musst Du sie gar nicht erst laden. Die 2 GB Arbeitsspeicher gehen für die Einsteigerklasse in Ordnung und sorgen dafür, dass auch mehrere Apps zugleich geöffnet bleiben dürfen, ohne dass es zu einem merklichen Geschwindigkeitsabfall kommen würde.

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Der USB-2.0-Eingang unterstützt immerhin USB-OTG.

Das Surfen im Internet gestaltet sich auch eher behäbig, so wartet man schon ein paar Sekunden auf nachladende Bilder. Das HD-Display ist zwar hell genug, hat aber einen sichtbaren Blaustich. Die Ausstattung erscheint derweil grundsätzlich der Klasse angemessen. 16 GB erweiterbarer interner Speicher, USB-OTG, Bluetooth 4.0, NFC, Dual-SIM und UKW-Radio geben keinen Anlass zur Kritik und der Verzicht auf Dual-Band-WLAN überrascht bei einem Preis von 160 Euro auch nicht.

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Der Klinkenanschluss befindet sich an der Oberseite.

Musik klingt über gute Kopfhörer ordentlich – allerdings nicht über die mitgelieferten In-Ears. Der Kopfhörerausgang liefert zudem recht wenig Power. Die Lautsprecher erzeugen einen dünnen Klang und werden auch nicht gerade laut. Immerhin genügt die Akkulaufzeit für einen Tag, ist aber keine Spezialität des Nokia 3. Ein Akkulaufzeit-Riese im Einsteigerbereich ist hingegen das Galaxy A3 (2017), das drei Tage durchhält, aber mit 260 Euro auch deutlich mehr kostet.

Urteil: Vor allem die langen Ladezeiten hätten nicht sein müssen.

Kameras: Arm an Details

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Nokia-3-Selfie

Vorne und hinten ist am Nokia 3 jeweils eine Acht-Megapixel-Kamera mit Autofokus angebracht. Leider stellt der Autofokus die Bilder oftmals nicht wirklich scharf. Die Fotos sind mit HDR-Funktion in der Regel über- und ohne HDR unterbelichtet. Bei schlechten Lichtverhältnissen sollte man auf HDR aber nicht verzichten, sonst verschwimmen die Details und eine Wiese mutiert beispielsweise zu einer grünen Fläche. Insgesamt mangelt es den Bildern an Details und Dynamik. Vor allem die Videokamera leidet unter dem Mangel an optischer Bildstabilisierung, auch wenn man diese angesichts des Preises nicht erwarten darf.

Urteil: Die Kameras haben eine unterdurchschnittliche Qualität.

Fazit: Wie günstig ist zu günstig?

Wie viel Geld sollte man für ein Smartphone mindestens ausgeben? Abgesehen von China-Importen, die ihre eigenen Tücken haben, wird im Bereich von 160 Euro noch nicht viel geboten. Meiner Ansicht nach sind die Kompromisse einfach zu groß. Im Falle des Nokia 3 sind die Leistung mäßig, die Ladezeiten lang, die Kameras unterdurchschnittlich. Das Design überzeugt allerdings und wer ein Smartphone nur für Grundfunktionen wie Chatten, Surfen und Telefonieren braucht, findet sie grundsätzlich hier. Aber selbst genügsame Einsteiger könnte die schwache Leistung gelegentlich ärgern.

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Beim Nokia 3 wurde vielleicht doch etwas zu viel gespart – das Moto G5 bietet mehr zu einem ähnlichen Preis.

Wer nur 20 Euro mehr bezahlt, erhält mit dem Motorola Moto G5 ein anständiges Einsteiger-Smartphone mit genügend Leistung. Soll es ein Nokia sein, bietet sich das Nokia 6 für 250 Euro an, das etwas schneller ist als das Nokia 3 und eine selbst im Flaggschiff-Vergleich herausragende Verarbeitungsqualität bietet.

Nokia 3
Nokia 3
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Betriebssystem
    Android 7.0
  • Display-Größe
    5,0 Zoll
  • Display-Auflösung
    1280 x 720 Pixel
  • Prozessor
    Mediatek MT6737
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Micro-USB, Bluetooth 4.0, NFC
  • Akku
    2650 mAh
  • Besondere Merkmale
    Dual-SIM, UKW-Radio
TURN ON Score:
3,0von 5
  • Akkuleistung
    3,5
  • Design
    4,0
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    3,0
  • Hardware
    2,0
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