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Nokia 6 im Test: Darum solltest Du lieber auf das Nokia 8 warten

Im Test konnte das Nokia 6 an einigen Stellen leider nicht komplett überzeugen.
Im Test konnte das Nokia 6 an einigen Stellen leider nicht komplett überzeugen.

Das Nokia-Comeback beflügelt vor allem Nostalgiker – doch kann das Nokia 6 im Test überzeugen? Was das Smartphone gut macht und was nicht, haben wir überprüft. Vorweg: Liebst Du gute Kameras, solltest Du lieber aufs Nokia 8 warten.

Design: Edles Unibody-Metallgehäuse weiß zu gefallen

Bis zum Release des Nokia 8 Mitte August ist das Nokia 6 tatsächlich das leistungsstärkste Smartphone im Portfolio der Finnen, die seit einiger Zeit zu HMD Global gehören. Dass das Smartphone nur 250 Euro kostet, sieht man ihm zumindest auf den ersten Blick nicht an. Denn: Die Optik weiß durchaus zu überzeugen. Das glatte Unibody-Metallgehäuse hinterlässt einen wertigen Eindruck. Die vergleichsweise kantige Bauweise dürfte hingegen nicht jedermanns Geschmack treffen. Immerhin sind die Kanten leicht abgerundet.

Der 5,5 Zoll große Bildschirm löst in Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln auf. fullscreen
Der 5,5 Zoll große Bildschirm löst in Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln auf.
Das Unibody-Aluminiumgehäuse hinterlässt einen guten Eindruck. fullscreen
Das Unibody-Aluminiumgehäuse hinterlässt einen guten Eindruck.
Geladen wird das Nokia 6 per microUSB-Kabel, eine Schnellladefunktion fehlt aber. fullscreen
Geladen wird das Nokia 6 per microUSB-Kabel, eine Schnellladefunktion fehlt aber.
Der 5,5 Zoll große Bildschirm löst in Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln auf.
Das Unibody-Aluminiumgehäuse hinterlässt einen guten Eindruck.
Geladen wird das Nokia 6 per microUSB-Kabel, eine Schnellladefunktion fehlt aber.

Während sich unterhalb des Displays der Fingerabdrucksensor und die Menütasten befinden, sind oberhalb des Bildschirms die Frontkamera und der dezente Nokia-Schriftzug angebracht. Die Rückseite präsentiert sich schlicht. Im oberen Bereich verrichtet die 16-Megapixel-Kamera samt LED-Blitz ihren Dienst – dort ist auch noch einmal ein Nokia-Schriftzug in vertikaler Form platziert. Die Antennenstreifen verlaufen jeweils am oberen und unteren Ende entlang und somit sehr dezent – ganz wie beim iPhone 7, das hier offensichtlich als Vorbild diente. Auch der Fingerabdrucksensor steht in Sachen Geschwindigkeit einem iPhone 7 in nichts nach, allenfalls die zuverlässige Erkennung ließ im Test das eine oder andere Mal zu wünschen übrig.

Technische Ausstattung: Kein Arbeitstier, aber solide

Das 5,5 Zoll große Display des Nokia 6 löst in Full HD mit 1920 x 1080 Pixeln auf und erreicht somit eine Pixeldichte von 403 ppi. Die Helligkeit beträgt 450 cd/m², womit das Modell auch im Freien eine gute Ablesbarkeit sicherstellt. Im Inneren verrichtet der Snapdragon 430 seinen Dienst, unterstützt von 3 GB Arbeitsspeicher. Während die RAM-Kapazität für ein Gerät dieser Preisklasse völlig in Ordnung ist, hätte es durchaus ein schnellerer Prozessor sein können – oder auch müssen.

Das Nokia 6 bewältigt zwar normale Aufgaben völlig zufriedenstellend, doch die eingeschränkte Performance ist an allen Ecken und Enden zu spüren. Bei etwas anspruchsvolleren Spielen ruckelt es, selbst das Scrollen im Browser ist nicht unbedingt das, was man als durchgängig sanft bezeichnen würde. Schade, Nokia, aber hier wäre mehr drin gewesen.

Kamera: Taugt allenfalls für Schnappschüsse

Und auch die 16-Megapixel-Kamera auf der Rückseite klingt besser, als sie ist. Hier zeigt sich einmal mehr, dass die reine Megapixelzahl nichts über die Qualität der Bilder aussagt. Zwar ist die Schärfe meistens noch ganz akzeptabel. Doch die Aufnahmen werden vielfach einfach zu dunkel, besonders kontrastreiche Fotos mögen mit der Knipse ebenfalls nicht gelingen.

Bilder mit dem Nokia 6 werden oft zu dunkel... fullscreen
Bilder mit dem Nokia 6 werden oft zu dunkel...
... oder auch zu hell... fullscreen
... oder auch zu hell...
...und lassen etwas Schärfe vermissen. fullscreen
...und lassen etwas Schärfe vermissen.
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6. fullscreen
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6.
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6. fullscreen
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6.
Auch die Qualität der Selfie-Kamera lässt zu wünschen übrig. fullscreen
Auch die Qualität der Selfie-Kamera lässt zu wünschen übrig.
Bilder mit dem Nokia 6 werden oft zu dunkel...
... oder auch zu hell...
...und lassen etwas Schärfe vermissen.
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6.
Beispielfoto der Hauptkamera des Nokia 6.
Auch die Qualität der Selfie-Kamera lässt zu wünschen übrig.

Für den Preis kann man zwar keine High-End-Kamera erwarten. Doch nicht wenige potenzielle Käufer dürften mit der Marke Nokia zugleich auch sehr gute Smartphone-Kameras verbinden  – beim Nokia 6, wohlgemerkt das aktuelle Top-Modell der Finnen, ist das leider nicht der Fall. Bleibt zu hoffen, dass das Nokia 8 es mit seiner vermutlichen Carl-Zeiss-Linse besser machen wird. Begeisterung fällt ebenso schwer, wenn man sich die Aufnahmen der Selfie-Kamera betrachtet. Beeindruckende Schnappschüsse sind damit nicht möglich.

Noch ein Minuspunkt: Wird das Nokia 6 beim Fotografieren im Querformat gehalten (auch wenn das in Zeiten der Handy-Hochkant-Fotografie immer seltener zu beobachten ist), muss man höllisch aufpassen, um nicht versehentlich die Menü-Tasten zu berühren. So schließt man die Kamera-App nämlich schneller, als man den Auslöser bedienen kann. Klassische On-Screen-Buttons wären hier wohl besser gewesen.

Software: Stock-Android – größter Pluspunkt des Nokia 6

Bloatware, aufgeblähte Oberflächen und ungewollte Gimmicks – all das findest Du beim Nokia 6 nicht. Man kann HMD Global nur zu der Entscheidung beglückwünschen, als Betriebssystem auf Stock-Android zu setzen. Dadurch ist die Software nicht nur schlank, auch Updates können so deutlich zeitnaher bereitgestellt werden, als es vielfach bei der Konkurrenz der Fall ist. Samsung, HTC und Co. können sich in dieser Hinsicht eine Scheibe abschneiden. Ein Smartphone mit unverändertem Android 7.1.1 ist in dieser Preisklasse höchst selten. Ein sehr großer Pluspunkt des Nokia 6, vor allem in puncto Sicherheit und monatlichen Sicherheitspatches.

Akku: Ordentlich Reserven für locker einen Arbeitstag

Mit dem 3000-mAh-Akku des Nokia 6 kommt man gut über den Tag. fullscreen
Mit dem 3000-mAh-Akku des Nokia 6 kommt man gut über den Tag.
Qualitativ hochwertige Aufnahmen sind mit der 16-Megapixel-Kamera leider nicht möglich. fullscreen
Qualitativ hochwertige Aufnahmen sind mit der 16-Megapixel-Kamera leider nicht möglich.
Das Nokia 6 ist ein solides Smartphone, das aber Potenzial verschenkt. fullscreen
Das Nokia 6 ist ein solides Smartphone, das aber Potenzial verschenkt.
Mit dem 3000-mAh-Akku des Nokia 6 kommt man gut über den Tag.
Qualitativ hochwertige Aufnahmen sind mit der 16-Megapixel-Kamera leider nicht möglich.
Das Nokia 6 ist ein solides Smartphone, das aber Potenzial verschenkt.

Ansonsten verzichtet das Nokia 6 auf Gimmicks oder Besonderheiten. Geladen wird der 3000-mAh-Akku per microUSB-Anschluss, eine Schnellladefunktion unterstützt das Mobiltelefon nicht. Die Akkuleistung ist recht ordentlich, mit dem Nokia 6 sollte man es locker über den Tag schaffen – ohne Zwischenstopp an der Steckdose.

An Bord sind außerdem ein klassischer Klinkenanschluss und sogar ein Dual-Lautsprecher. Dessen Wirkung verpufft zwar ein wenig, da die beiden Speaker direkt nebeneinander angeordnet sind. Echten Stereosound bietet das Nokia 6 demnach nicht, aber das dürfte auch niemand zu diesem Preis erwarten. Der interne Speicher fällt mit einer Kapazität von 32 GB nicht gerade üppig aus, kann aber mühelos via microSD-Karte um 128 GB erweitert werden.

Fazit: Solides Smartphone, aber Potenzial verschenkt

Das Nokia 6 ist ein solides Smartphone der unteren Mittelklasse. Das Gerät punktet mit gelungener Optik, guter Akkukapazität und einem nahezu unveränderten Android-Betriebssystem, dessen Bedienung einfach Spaß macht. Das Arbeitstempo des Nokia 6 ist für diesen Preis noch akzeptabel, könnte aber etwas besser sein. Im Großen und Ganzen ist den Finnen ein ordentliches Gerät gelungen, einzig die Qualität der Kamera lässt zu wünschen übrig. Wer viel und gerne mit seinem Smartphone fotografiert, sollte nach einer Alternative Ausschau halten.

Wer unbedingt ein Nokia-Smartphone sein Eigen nennen möchte, sei es aus Nostalgie oder sonstigen Gründen, sollte eher auf das Nokia 8 warten – das vermutlich mit einem Preis um die 520 Euro allerdings auch deutlich teurer ausfallen dürfte. Wer ein gutes Smartphone in dieser Preisregion sucht, kann sich auch das Honor 6X anschauen, das gegenüber dem Nokia 6 mit einer Dual-Kamera und größerem Akku punktet – und noch dazu deutlich günstiger ist.

Nokia 6
Nokia 6
  • Datenblatt
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Betriebssystem
    Android 7.1.1
  • Display-Größe
    5,5 Zoll
  • Display-Auflösung
    1920 x 1080 Pixel
  • Prozessor
    Snapdragon 430
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    Micro-USB, NFC
  • Akku
    3000 mAh
TURN ON Score:
3,3von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    4,0
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    2,5
  • Hardware
    2,0
  • Ausstattung
    3,0
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