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Nokia 7 Plus im Test: Schicke Mittelklasse mit Zeiss-Kameras

Hat das Nokia 7 Plus mehr zu bieten als ein großes Display?
Hat das Nokia 7 Plus mehr zu bieten als ein großes Display?

Das Nokia 7 Plus ist ein sechs Zoll großes Mittelklasse-Smartphone mit einigen Besonderheiten. So stammen alle drei verbauten Kameras von Zeiss, was hochwertige Fotos verspricht. Obendrein gehört das Nokia 7 Plus zum Android-One-Programm und wird daher lange mit Updates ausgestattet. Im Test haben wir geprüft, ob das Nokia 7 Plus die Mittelklasse aufmischt.

Design und Verarbeitung: Heavy Metal mit Kupfer-Akzenten

Das Nokia 7 Plus möchte mit einem eigenständigen Design die Ästheten-Herzen erobern. So besteht der kupferfarbene Rahmen wie das Gehäuse aus dem sehr stabilen Aluminium der Serie 6000, während die schwarze Rückseite eine Plastik-Anmutung hat, aber dennoch einen erstaunlich wertigen Eindruck hinterlässt. Sie wurde laut Hersteller mit einer "Keramiktexturbeschichtung" versehen. Laut Tech Radar bezeichnet dieser Begriff sechs Schichten einer Farbe, die sich wie Keramik anfühlen soll, und die vermutlich auf ein Plastik-Cover über dem Metall-Gehäuse aufgetragen wurde. Fingerabdruckscanner, Nokia-Logo und Dual-Kamera setzen kupferfarbene Akzente, passend zum Rahmen.

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Die kupferfarbenen Metall-Akzente machen einiges her.

Insgesamt wirkt das Smartphone überaus widerstandsfähig, inklusive der Rückseite. Da verbiegt sich nichts, alles sitzt bombenfest. Das sechs Zoll große IPS-Display mit einer Auflösung von 2160 x 1080 Pixeln wird von Gorilla Glas 3 gegen Kratzer geschützt, was zur Stabilität beiträgt. Der Displayrahmen fällt leider deutlich größer aus als bei aktuellen Flaggschiffen wie dem Galaxy S9, was das ohnehin große Smartphone noch weiter aufbläht.

Urteil: Das Nokia 7 Plus überzeugt mit einem eigenständigen Design und einer hochwertigen Verarbeitung. Nur der große Displayrahmen oben und unten hätte nicht sein müssen.

Ausstattung und Leistung: Runde Sache

Für die Leistung ist der Snapdragon 660 aus der gehobenen Mittelklasse zuständig, der von schnellen 4 GB LPDDR4-Arbeitsspeicher unterstützt wird. Der 64 GB große interne Speicher kann via microSD-Karte erweitert werden. Allerdings handelt es sich nur um relativ langsamen eMMC-Speicher. Bluetooth 5.0, NFC und Dual-Band-WLAN sind alle an Bord. Der Akku hat eine Kapazität von 3800 mAh. Die Laufzeit ist gut und das Smartphone muss erst am zweiten Tag aufgeladen werden. Akku-Überfliegern wie dem Huawei Mate 10 Pro und dem Sony Xperia XZ1 Compact kommt das Nokia 7 Plus aber nicht nahe.

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Leider gibt es nur einen Lautsprecher an der Unterseite (der Ton kommt lediglich aus einer der beiden Öffnungen neben dem USB-C-Anschluss).

Der Snapdragon 660 liefert eine gute Mittelklasse-Leistung zwischen dem Kirin 950 aus dem Huawei P9 (Multi-Core) und dem Snapdragon 820 aus dem LG G5 (Single-Core). Die App-Ladezeiten werden leider vom langsamen Speicher etwas zurückgehalten, aber selbst anspruchsvollere Spiele wie "Asphalt 8", "Iron Blade" und "Jurassic World" lassen sich im Endeffekt flüssig spielen. Die Kombination mit einem schnelleren internen Speicher hätte aus Leistungssicht mehr Sinn ergeben, aber wahrscheinlich auch den Preis erhöht.

Ein Klinkenanschluss ist an Bord, wobei die mitgelieferten In-Ears einen mächtigen Bass liefern. Leider gibt es nur einen Lautsprecher an der Unterseite, der obendrein nicht sonderlich dynamischen oder lauten Klang erzeugt. Für ein Smartphone bietet er eine solide Qualität, aber Flaggschiffe wie das Galaxy S9 und das Huawei P20 Pro zeigen, welchen Druck selbst Handy-Boxen aufbauen können.

Urteil: Ausstattung und Leistung lassen für die Mittelklasse kaum Wünsche offen – außer einen schnelleren Speicher. Der Lautsprecher hätte jedoch etwas kräftiger sein dürfen.

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Im Gegensatz zu den meisten Flaggschiffen bietet das Nokia 7 Plus einen Kopfhöreranschluss.

Kameras: Drei Mal Zeiss

Sowohl die 12-Megapixel-Hauptkamera mit einem Blendenwert von f/1,75 als auch das 13-Megapixel-Teleobjektiv mit einem Blendenwert von f/2,6 hinten wie die 16-MP-Frontkamera sind alle mit Linsen der Firma Zeiss ausgestattet. Unter Profi-Fotografen und -Filmern genießt die Zeiss-Optik einen hervorragenden Ruf, aber sieht man den Unterschied auch beim Smartphone?

Allerdings! Tatsächlich erreichen die Fotos bei Tageslicht eine hervorragende Qualität, welche die Mittelklasse-Konkurrenz weit hinter sich lässt. Die Fotos bieten akkurate Farben und stellen die Motive sehr scharf dar. Besonders beeindruckend ist der Detailgrad der Aufnahmen mit der Dual-Kamera. Selbst feine Details wie Backsteine von Gebäuden und Schriftzüge sind bei weiter entfernten Objekten noch gut zu erkennen. Das ist für Smartphone-Kameras eher untypisch. Bei schlechten Lichtverhältnissen wie in Innenräumen oder bei Nacht schleicht sich jedoch eine Menge Rauschen ein, hier liegen Flaggschiffe wie das Huawei P20 Pro oder das Galaxy S9 klar vorne.

Bei Tageslicht liefern die Zeiss-Kameras scharfe, detailreiche und farbechte Fotos. fullscreen
Bei Tageslicht liefern die Zeiss-Kameras scharfe, detailreiche und farbechte Fotos.
Selbst Details wie einzelne Backsteine bleiben sichtbar. fullscreen
Selbst Details wie einzelne Backsteine bleiben sichtbar.
Weiße Flächen werden manchmal etwas überbelichtet. fullscreen
Weiße Flächen werden manchmal etwas überbelichtet.
Auch bewegliche Motive werden scharf eingefangen. fullscreen
Auch bewegliche Motive werden scharf eingefangen.
Nokia 7 Plus Außenaufnahme fullscreen
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Nokia 7 Plus Außenaufnahme fullscreen
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Nokia 7 Plus Außenaufnahme fullscreen
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Bei schlechten Lichtverhältnissen dominiert das Rauschen. fullscreen
Bei schlechten Lichtverhältnissen dominiert das Rauschen.
Für Nachtaufnahmen eignen sich Flaggschiffe wie das Huawei P20 Pro besser. fullscreen
Für Nachtaufnahmen eignen sich Flaggschiffe wie das Huawei P20 Pro besser.
Bei Tageslicht liefern die Zeiss-Kameras scharfe, detailreiche und farbechte Fotos.
Selbst Details wie einzelne Backsteine bleiben sichtbar.
Weiße Flächen werden manchmal etwas überbelichtet.
Auch bewegliche Motive werden scharf eingefangen.
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Nokia 7 Plus Außenaufnahme
Bei schlechten Lichtverhältnissen dominiert das Rauschen.
Für Nachtaufnahmen eignen sich Flaggschiffe wie das Huawei P20 Pro besser.

Auch die 16-Megapixel-Frontkamera weiß bei Tageslicht qualitativ zu überzeugen. Leider gibt es vorne keinen Blitz, weshalb sie sich nicht für Aufnahmen bei schlechtem Licht eignet. Auf einen Autofokus müssen die Nutzer verzichten und somit das Smartphone im richtigen Abstand halten. Die Videoaufnahmen kommen nicht an die Qualität der Fotos heran. Sie fallen weniger scharf aus und leiden vor allem unter der fehlenden Bildstabilisierung. Die 4K-Clips bei 30 FPS bieten immerhin einen erkennbaren Schärfe-Vorteil im Vergleich zu den Full-HD-Videos.

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Die "Zeiss"-Marke ist nicht nur Werbung – die Dual-Kamera liefert fantastische Tageslicht-Fotos.

Leider bietet die Kamera-Software nur wenige Features, von denen "Live-Bokeh" verzichtbar wäre. Die Funktion soll bei größeren Abständen zum Motiv einen Bokeh-Effekt im Hintergrund erzeugen, was aber nur sehr ungenau umgesetzt wird. Die "Dual"-Funktion erlaubt die zeitgleiche Aufnahme mit der Selfie- und mit den Dual-Kameras. Die beiden Fotos werden dabei untereinander dargestellt. Im Bild-im-Bild-Modus wird das Selfie im Hauptkamera-Foto eingeblendet. Diese Modi stehen auch bei der Videoaufnahme zur Verfügung und bieten sich für YouTuber an, die ihre Reaktionen einblenden möchten. Ansonsten gibt es noch den normalen Foto-Modus sowie einen Panorama- und einen Pro-Modus.

Die Zeiss-Frontkamera knipst bei Tageslicht gute Selfies. fullscreen
Die Zeiss-Frontkamera knipst bei Tageslicht gute Selfies.
Die Bild-im-Bild-Funktion ist vor allem für YouTube-Livestreams praktisch. fullscreen
Die Bild-im-Bild-Funktion ist vor allem für YouTube-Livestreams praktisch.
Farben werden akkurat erfasst, aber den Fokus sollte der Nutzer selbst wählen. fullscreen
Farben werden akkurat erfasst, aber den Fokus sollte der Nutzer selbst wählen.
Der Live-Bokeh-Modus arbeitet sehr ungenau. fullscreen
Der Live-Bokeh-Modus arbeitet sehr ungenau.
Was der Live-Bokeh-Modus scharf stellt und was nicht, wirkt fast willkürlich. fullscreen
Was der Live-Bokeh-Modus scharf stellt und was nicht, wirkt fast willkürlich.
Die Zeiss-Frontkamera knipst bei Tageslicht gute Selfies.
Die Bild-im-Bild-Funktion ist vor allem für YouTube-Livestreams praktisch.
Farben werden akkurat erfasst, aber den Fokus sollte der Nutzer selbst wählen.
Der Live-Bokeh-Modus arbeitet sehr ungenau.
Was der Live-Bokeh-Modus scharf stellt und was nicht, wirkt fast willkürlich.

Dafür fällt die "Hi-Fi-Tonaufnahme" mit drei Mikrofonen positiv auf, die Nokia bewirbt. Tatsächlich liegt die Audio-Aufnahmequalität über jener der meisten Konkurrenten – unmittelbar haben wir sie mit jener des 900 Euro kostenden Huawei P20 Pro verglichen und beim Huawei-Flaggschiff waren mehr Störgeräusche zu hören bei einem weniger klaren Klang.

Urteil: Nokia hat nicht zu viel versprochen. Die Kameras liefern bei Tageslicht herausragend gute Fotos und die Audio-Aufnahmequalität liegt weit über dem Durchschnitt. Nur Nachtfotos, Videos und die Kamera-Software können da nicht mithalten.

Fazit: Gutes Smartphone mit tollen Kameras

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Das Nokia 7 Plus ist ein rundum überzeugendes Mittelklasse-Smartphone.

Wer ein großes Smartphone mit guter Leistung, einer hervorragenden Verarbeitung, einem eigenständigen Design und großartigen (Tageslicht-)Kameras haben möchte, der liegt beim Nokia 7 Plus richtig. Auch der Preis von knapp 400 Euro stimmt für das Gesamtpaket. Auch toll: Das Nokia 7 Plus gehört zum Android-One-Programm von Google und erhält somit mindestens zwei Jahre lang System-Updates und drei Jahre lang Sicherheits-Updates. Das Sony Xperia XA2 Ultra stellt eine insgesamt ähnlich gute Alternative dar, die sich im selben Preisbereich bewegt.

Das hat mir gut gefallen Das hat mir weniger gut gefallen
+ Schönes, eigenständiges Design

+ Sehr gute Verarbeitung

+ Hervorragende Tageslicht-Fotos

+ Gute Ausstattung und Leistung

- Kamera hat bei schwachem Licht Probleme

- Videos verwackeln leicht

- Live-Bokeh-Modus ist verzichtbar

- Minimalistische Kamera-Software

 

Nokia 7 Plus
Nokia 7 Plus
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Preis (UVP)
    399 Euro
  • Release
    April 2018
  • Farben
    Schwarz-Bronze, Weiß-Bronze
  • Lieferumfang
    Nokia 7 Plus, Ladegerät, USB Type-C-Kabel, Stereo-Kopfhörer, Schutzhülle, Schnellstartanleitung
  • Display-Größe
    6,0 Zoll
  • Display-Auflösung und Display-Typ
    2160 x 1080 Pixel, IPS
  • Prozessor
    Qualcomm Snapdragon 660
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Speicherkapazität
    64 GB
  • Betriebssystem
    Android 8.1 Oreo (Stand: April 2018)
  • Kameras
    Frontkamera (16 MP) und Dual-Rückkamera (12 MP und 13-MP-Teleobjektiv)
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM, Dual-SIM (1 x shared)
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Klinkenanschluss
  • Konnektivität
    LTE-A, ac-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC
  • Akkukapazität
    3800 mAh
  • Besondere Merkmale
    Zeiss-Optik bei allen Kameras
TURN ON Score:
4,0von 5
  • Akkuleistung
    4,0
  • Design
    4,0
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Hardware
    3,5
  • Ausstattung
    4,0
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