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Nokia 8 im Test: Die Rückkehr des Königs?

Das Nokia 8 soll die Finnen zurück an die Weltspitze führen.
Das Nokia 8 soll die Finnen zurück an die Weltspitze führen.

Mit dem Nokia 8 wagen die Finnen von HMD Global den Angriff auf Apple und Samsung. Kann das neue Flaggschiff die jahrelange Erfolgsgeschichte von Nokia wiederbeleben? Wir haben das Smartphone einem Test unterzogen.

Nokia is back: Nach Jahren der Abstinenz drängt die Marke aus dem finnischen Espoo wieder zurück auf den Smartphone-Markt. Erste Geräte in der Einsteiger- und Mittelklasse sind mit beispielsweise mit dem Nokia 3 und dem Nokia 6 auch schon seit einigen Wochen erhältlich und mussten sich dem kritischen Test bei TURN ON stellen.

Nun steht mit dem Nokia 8 auch ein echtes Flaggschiff in den Startlöchern, das vermutlich ab September im Handel verfügbar sein soll. Mit dem Smartphone möchte sich der Hersteller auf Augenhöhe mit Samsung Galaxy S8 und iPhone 7 Plus bewegen. Kann der einstige König der Mobiltelefone seinen Thron von der Konkurrenz zurückfordern?

Ein schlichter, aber sehr schicker Handschmeichler

Rein optisch gibt sich das Nokia 8 schlicht und schick. Die komplett schwarze Front beherbergt ein erfreulich kontrast- und lichtstarkes 5,3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Mit den relativ großen Displayrändern erinnert das Smartphone jedoch eher an aktuelle HTC-Modelle als an ein Galaxy S8. Ein Fingerabdrucksensor, der auch als Home-Button dient, befindet sich unter dem Display und auch die Funktionstasten "Zurück" und "Taskmanager" sind nicht auf dem Screen selbst, sondern als kapazitive Buttons am unteren Rand untergebracht.

Das Nokia 8 besticht mit klarer und schnörkeloser Formgebung. fullscreen
Das Nokia 8 besticht mit klarer und schnörkeloser Formgebung.
Die Verarbeitung ist hochwertig und einem Flaggschiff absolut angemessen. fullscreen
Die Verarbeitung ist hochwertig und einem Flaggschiff absolut angemessen.
Auf der Rückseite besticht neben Aluminium vor allem die Dual-Kamera. fullscreen
Auf der Rückseite besticht neben Aluminium vor allem die Dual-Kamera.
Das Nokia 8 besticht mit klarer und schnörkeloser Formgebung.
Die Verarbeitung ist hochwertig und einem Flaggschiff absolut angemessen.
Auf der Rückseite besticht neben Aluminium vor allem die Dual-Kamera.

Die Rückseite besteht komplett aus Aluminium und ist je nach Farbvariante entweder matt oder auf Hochglanz poliert und versiegelt. Lediglich der glänzende Nokia-Schriftzug und die schmale Dual-Kamera unterbrechen das fließende Design. Zwei sehr schmale Antennenstreifen sind oben und unten im Rahmen untergebracht und selbst bei genauerem Hinsehen kaum zu erkennen. Optisch wirkt das Nokia 8 zwar nicht spektakulär, aber doch sehr stylisch. Haptisch ist das Smartphone ein echter Handschmeichler. Die insgesamt tadellose Verarbeitungsqualität passt zum Flaggschiff-Anspruch.

Ein echtes Kraftpaket

Doch ein echtes High-End-Smartphone wird das Nokia 8 natürlich erst durch die im Inneren verbaute Technik. Dort schlummert mit dem Snapdragon 835 der aktuelle Top-Prozessor von Qualcomm, der für eine Top-Performance bei praktisch allen Anwendungen garantiert. Im Benchmark-Test von Geekbench schnitt unter Gerät mit 1928 Punkten im Singlecore- und 6592 Punkten im Multicore-Test nur minimal schlechter ab als das Galaxy S8 und merklich besser als das ebenfalls pfeilschnelle LG G6. Auch die Hitzeentwicklung ist dank einer verbauten Heatpipe überhaupt kein Problem.

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Die Benchmark-Ergebnisse können sich sehen lassen.

Zum schnellen Arbeitstempo tragen auch 4 GB RAM bei, die quasi keine Wünsche übrig lassen. Richtig ist, dass einige andere Top-Smartphones bereits mit 6 GB RAM aufwarten können – in der Praxis ziehen diese Geräte bislang jedoch keinen Vorteil aus dem größeren Arbeitsspeicher. Die Ausstattung mit internem Speicher liegt standardmäßig bei 64 GB. Wer mehr braucht, kann das Nokia 8 jedoch jederzeit per microSD-Karte upgraden.

Das pure Android-Erlebnis mit Update-Garantie

Genauso schlicht und aufgeräumt, wie sich das Nokia 8 äußerlich gibt, sieht es auch bei der Software auf. Viel war im Vorfeld darüber spekuliert worden, wie Android auf einem Nokia-Smartphone aussehen könnte. Die Antwort ist recht simpel: Es sieht genauso aus wie auf einem Google Pixel.

Tatsächlich beschränkt sich der Hersteller auf das pure Android 7.1.1 ohne Schnickschnack und ohne jegliche Bloatware. Es gibt praktisch nichts zu deinstallieren und nichts zu verbergen, was den meisten Nutzern sicherlich ziemlich gut gefallen dürfte.

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Die Frontkamera des Nokia 8 knipst mit 13 Megapixeln.

Fast noch besser ist aber das Update- und Sicherheitsversprechen, das Nokia-Hersteller HMD seinen Kunden gibt. Genau wie Pixel- und Nexus-Smartphones von Google sollen nämlich auch die Nokia-Geräte monatlich mit den aktuellsten Sicherheitspatches versorgt werden – und das über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Wie gut das funktioniert, lässt sich bislang etwa am Beispiel des Nokia 6 erkennen, das in den letzten Monaten jedes neue Update blitzschnell erhalten hat.

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Das sind alle Apps, die auf dem Nokia 8 vorinstalliert sind.

Etwas länger dürfte es naturgemäß bei den Feature-Updates dauern. So wird das neue Android 8.0 Oreo sicherlich nicht innerhalb weniger Tage auf dem Nokia 8 landen, dennoch verspricht der Hersteller auch hier eine relativ schnelle Aktualisierung. Gerade im Android-Lager, wo die Update-Politik der Hersteller oftmals intransparent und unzuverlässig ist, könnte HMD mit dieser Taktik offene Türen einrennen. Für unser Nokia-8-Testgerät stand zum Zeitpunkt des Tests der aktuellste Sicherheitspatch für August 2017 bereit.

Die Zeiss-Dual-Kamera und ihre Tricks

Die Dual-Kamera des Nokia 8 ist mit einer Optik aus dem Hause Carl Zeiss ausgestattet. Diese besteht aus zwei 13-Megapixel-Sensoren, von denen einer ein Monochrom-Sensor ist. Dementsprechend kann das Nokia 8 sowohl Farbfotos als auch Schwarz-Weiß-Fotos knipsen. Auf Wunsch arbeiten beide Sensoren im Verbund, wodurch die Software mehr Bild- und Lichtinformationen zur Verfügung hat und theoretisch bessere Bilder abliefert.

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Die Dual-Kamera von Zeiss ist äußerst vielseitig.

Ähnlich wie bei Huawei-Smartphones lassen sich zudem Bokeh-Aufnahmen knipsen, bei denen die Software dank der Tiefeninformationen der beiden Linsen mit unterschiedlichen Tiefenebenen arbeitet. Der Bokeh-Effekt lässt sich dabei auch nach dem Fotografieren noch über die Bildbearbeitung verändern und anpassen. Dieser eignet sich wie auch bei anderen Smartphones vor allem für Portrait-Aufnahmen. Je mehr Tiefenebenen und Bildinformationen die Software jedoch verarbeiten muss, umso größer ist die Anfälligkeit für Fehler.

Die Kamera des Nokia 8 macht gute Bilder, setzt aber keine Maßstäbe. fullscreen
Die Kamera des Nokia 8 macht gute Bilder, setzt aber keine Maßstäbe.
Foto 2: Nokia 8 fullscreen
Foto 2: Nokia 8
Foto 3: Nokia 8 fullscreen
Foto 3: Nokia 8
Foto 4: Nokia 8 fullscreen
Foto 4: Nokia 8
Foto 5: Nokia 8 fullscreen
Foto 5: Nokia 8
Foto 6: Nokia 8 fullscreen
Foto 6: Nokia 8
Foto 7: Nokia 8 fullscreen
Foto 7: Nokia 8
Foto 8: Nokia 8 fullscreen
Foto 8: Nokia 8
Foto 9: Nokia 8 fullscreen
Foto 9: Nokia 8
Die Kamera des Nokia 8 macht gute Bilder, setzt aber keine Maßstäbe.
Foto 2: Nokia 8
Foto 3: Nokia 8
Foto 4: Nokia 8
Foto 5: Nokia 8
Foto 6: Nokia 8
Foto 7: Nokia 8
Foto 8: Nokia 8
Foto 9: Nokia 8

Insgesamt können wir dem Nokia 8 eine gute, aber keine überragende Kameraleistung bescheinigen. Das Smartphone knipst fast immer schicke Bilder und kann mit einigen Extras wie dem Monochrom- oder dem Bokeh-Modus aufwarten, reicht aber nicht ganz an Galaxy S8 oder Google Pixel heran.

Der Bokeh-Effekt funktioniert vor allem bei Portrait-Aufnahmen. fullscreen
Der Bokeh-Effekt funktioniert vor allem bei Portrait-Aufnahmen.
Hier kommt der Unschärfeeffekt gut zur Geltung. fullscreen
Hier kommt der Unschärfeeffekt gut zur Geltung.
Auch andere Motive profitieren vom Bokeh-Modus. fullscreen
Auch andere Motive profitieren vom Bokeh-Modus.
Allerdings funktioniert dieser nicht immer zuverlässig. fullscreen
Allerdings funktioniert dieser nicht immer zuverlässig.
Der Bokeh-Effekt funktioniert vor allem bei Portrait-Aufnahmen.
Hier kommt der Unschärfeeffekt gut zur Geltung.
Auch andere Motive profitieren vom Bokeh-Modus.
Allerdings funktioniert dieser nicht immer zuverlässig.

Der von Hersteller beworbene Bothie-Modus erlaubt es übrigens, gleichzeitig mit Front- und Rückkamera in 4K zu YouTube oder Facebook streamen. Für Social-Media-Junkies mag das sicherlich eine schöne Sache sein, wir stufen das Feature aber eher als nettes Gimmick ein.

Akku und Fingerabdrucksensor

Wirklich gut gefallen hat uns im Test der ausdauernde Akku des Nokia 8. Mit seinen 3090 mAh reicht dieser selbst bei starker Nutzung problemlos über den Tag. Wer das Smartphone eher moderat nutzt, kann sogar bis zu zwei Tage aus dem Batteriespeicher herauskitzeln. Auch im Vergleich zu anderen Smartphones mit ähnlich großem Akku hält das neue Nokia-Flaggschiff erfreulich lange durch. Der Fingerabdruckscanner an der Vorderseite weiß ebenfalls zu überzeugen und arbeitet in etwa 95 Prozent aller Fälle tadellos. Ganz so flink wie etwa bei Huawei ist der Sensor aber nicht.

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Der Fingerabdrucksensor arbeitet zuverlässig.

Fazit: Nokia ist beinahe schon wieder auf Top-Niveau

Fast wirkt das Nokia 8 etwas bieder. Spektakuläre Neuerungen sucht man im Comeback-Flaggschiff der finnischen Marke vergeblich. Doch wirklich schlimm fanden wir das nicht, denn immerhin glänzt das Gerät in allen Bereichen, die für ein Smartphone im Jahr 2017 essenziell sind. Angefangen beim Design, über Display, Leistung und Akkulaufzeit bis hin zur Kamera-Performance bewegt sich das Nokia 8 überall auf höchstem Niveau. Die absolut schlanke Android-Software rundet das Hardware-Paket ab und das Update-Versprechen des Herstellers setzt dem ganzen dann noch die Krone auf.

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Mit dem Nokia 8 feiern den Finnen ein gelungenes Comeback.

So ganz kommt Nokia aber nicht an Samsung und das Galaxy S8 heran. Die Südkoreaner sind insgesamt einfach innovativer und mutiger und können letztlich auch mehr spannende Features liefern. Auch bei der Kamera-Qualität spielen das S8, das HTC U11 oder das Google Pixel noch eine Liga über dem Nokia 8. Trotzdem gibt es von uns eine Kaufempfehlung für das Finnen-Smartphone, denn was der Hersteller hier abliefert, ist aller Ehren wert und für einen Startpreis von 579 Euro (UVP) zudem auch noch vergleichsweise günstig zu haben.

Insgesamt ist das Comeback von Nokia also wirklich gelungen und beinahe schafft es HMD, das Nokia 8 wieder ganz oben zu platzieren. Wir sind gespannt, wie das Gerät bei den Nokia-Fans da draußen ankommt.

Nokia 8
Nokia 8
  • Datenblatt
  • Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Betriebssystem
    Android 7.1.1 Nougat
  • Release
    September 2017
  • Display-Größe
    5,3 Zoll
  • Preis
    579 Euro
  • Display-Auflösung
    2560 x 1440 Pixel
  • Prozessor
    Snapdragon 835
  • Arbeitsspeicher
    4 GB RAM
  • Interner Speicher
    64 GB per microSD erweiterbar
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Kamera
    Vorn (13 Megapixel), hinten (Dual-Kamera mit 2 x13 Megapixeln)
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB-Typ-C, Kopfhörer
  • Besondere Merkmale
    Dual-Kamera, Bothie-Modus
TURN ON Score:
4,3von 5
  • Akkuleistung
    5,0
  • Design
    4,0
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Ausstattung
    4,0
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