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Sony Xperia XA1 im Test: Eine Frage des Formats

Das Sony Xperia XA1 fällt im Test vor allem mit seiner guten Kamera auf.
Das Sony Xperia XA1 fällt im Test vor allem mit seiner guten Kamera auf.

Von Samsung gab es in diesem Jahr keine neuen Smartphones auf dem MWC zu sehen – von Sony dafür umso mehr! Neben dem Xperia XA1 hatten die Japaner nämlich noch das XA1 Ultra, das XZs und das XZ Premium im Gepäck. Wer sich das Premiummodell nicht leisten kann oder mag, liebäugelt vielleicht mit dem XA1. Was das kann – und was nicht, klärt unser Test.

Das Mittelklasse-Segment bei Smartphones ist heiß umkämpft. Im letzten Jahr mischte Sony in dieser Preisklasse mit dem Xperia XA mit, 2017 schickt man das Sony Xperia XA1 ins Rennen. Auf dem diesjährigen MWC zeigte der Hersteller, auf welche Updates sich Käufer freuen dürfen. Auf technischer Seite zählen dazu vor allem ein neuer Prozessor, mehr Arbeitsspeicher und eine stärkere Kamera – überhaupt eine der größten Stärken von aktuellen Sony-Modellen. Aber auch optisch hat sich im Vergleich zum Vorjahr ein wenig was getan.

Design: Rückkehr zur klaren Kante

Das Sony Xperia XA1 folgt auf das Xperia XA von 2016. fullscreen
Das Sony Xperia XA1 folgt auf das Xperia XA von 2016.
Das Design ist nun wieder kantiger. fullscreen
Das Design ist nun wieder kantiger.
Der Screen misst jedoch weiterhin 5,0 Zoll. fullscreen
Der Screen misst jedoch weiterhin 5,0 Zoll.
Nur ein Power-Button: Einen Fingerabdrucksensor besitzt das XA1 nicht. fullscreen
Nur ein Power-Button: Einen Fingerabdrucksensor besitzt das XA1 nicht.
Typisch für Sony und echt praktisch: ein physischer Kamera-Button. fullscreen
Typisch für Sony und echt praktisch: ein physischer Kamera-Button.
Das Sony Xperia XA1 folgt auf das Xperia XA von 2016.
Das Design ist nun wieder kantiger.
Der Screen misst jedoch weiterhin 5,0 Zoll.
Nur ein Power-Button: Einen Fingerabdrucksensor besitzt das XA1 nicht.
Typisch für Sony und echt praktisch: ein physischer Kamera-Button.

Dabei könnte man in Sachen Design quasi von einem Rückschritt sprechen. Denn das Xperia XA1 besitzt nicht mehr die rundlichere Form des Xperia XA. Stattdessen bekennt sich Sony erneut zur klaren Kante, was Fans der Marke kennen (und wahrscheinlich auch lieben). Dem Ersteindruck kommt das aber nicht unbedingt zugute. Man fragt sich vielmehr, ob das Smartphone damit noch gut in der Hand liegt. Das tut es in der Tat, denn die Seiten bleiben – anders als die ausgeprägt kantigen Ecken – handschmeichelnd abgerundet. Und auch das hübsch changierende Kunststoff der Rückseite fühlt sich angenehm weich an. Beim weißen Testgerät zieht sich ein leicht violetter Schimmer über die Rückseite, wenn das Smartphone hin- und herbewegt wird.

Auffällig ist, dass das Xperia XA1 nicht aus einem Guss ist. Rückseite, Rahmen und Front heben sich recht deutlich voneinander ab. Aufgrund der eingearbeiteten Design-Linien im Rahmen wirkt das aber auch gewollt. Wasserdicht ist das Mittelklasse-Modell somit natürlich nicht. Und noch etwas sticht beim ersten Betrachten ins Auge: das Format. Im Vergleich zu vielen anderen 5-Zoll-Smartphones wirkt das Xperia wie von der Streckbank.

Display: Unter "randlos" verstehen wir etwas anderes

Das liegt vor allem am Display, das Sony in seiner Pressemitteilung zum MWC stolz als "randlos" bezeichnet. Allerdings scheint der Hersteller diesen Begriff dafür sehr weit auszulegen – noch viel weiter als Samsung beim Galaxy S8, dessen Infinity-Display über die Seiten hinausragt und oben und unten nur noch minimale Ränder aufweist. Zwar geht auch das Xperia XA1-Display recht nahtlos in den seitlichen Rahmen über. Aber oben und unten fallen die Ränder dafür umso größer aus. Das sticht beim Testgerät in der weißen Ausführung natürlich besonders ins Auge. Für ein 5-Zoll-Smartphone ist das überarbeitete Xperia XA daher recht hoch.

Was die Auflösung angeht, weist das neue Modell keinen Vorteil gegenüber der Vorjahresversion auf. Käufer des Mittelklasse-Handys müssen sich weiterhin mit 720p begnügen oder etwas mehr Geld für das 6 Zoll große Xperia XA1 Ultra mit Full-HD-Screen in die Hand nehmen. Ob die 720p-Auflösung im Alltag als ausreichend beurteilt wird, ist wohl individuell verschieden. Hochauflösende YouTube-Videos machen auf einem Full-HD- oder UHD-Display natürlich mehr Spaß – aber nicht jeder legt darauf Wert. Die Blickwinkelstabilität des Xperia XA-Screens geht in Ordnung, die Lesbarkeit bei Sonnenlicht könnte etwas besser sein.

Bedienung: Kein Fingerabdrucksensor an Bord

Randloses Display? Oben und unten nicht wirklich... fullscreen
Randloses Display? Oben und unten nicht wirklich...
An den Seiten lassen wir das "randlos"-Argument aber durchgehen. fullscreen
An den Seiten lassen wir das "randlos"-Argument aber durchgehen.
Einen physischen Home-Button gibt es bei Sony nicht. fullscreen
Einen physischen Home-Button gibt es bei Sony nicht.
Highlight des Xperia XA1 ist seine 23-Megapixel-Hauptkamera. fullscreen
Highlight des Xperia XA1 ist seine 23-Megapixel-Hauptkamera.
Der interne Speicher kann per microSD-Karte erweitert werden. fullscreen
Der interne Speicher kann per microSD-Karte erweitert werden.
Anders als beim iPhone 7 gibt es hier noch einen Standard-Kopfhöreranschluss. fullscreen
Anders als beim iPhone 7 gibt es hier noch einen Standard-Kopfhöreranschluss.
Randloses Display? Oben und unten nicht wirklich...
An den Seiten lassen wir das "randlos"-Argument aber durchgehen.
Einen physischen Home-Button gibt es bei Sony nicht.
Highlight des Xperia XA1 ist seine 23-Megapixel-Hauptkamera.
Der interne Speicher kann per microSD-Karte erweitert werden.
Anders als beim iPhone 7 gibt es hier noch einen Standard-Kopfhöreranschluss.

Während es den Full-HD-Screen gegen Aufpreis immerhin beim Xperia XA1 Ultra gibt, fehlt der Fingerabdrucksensor beiden Modellen. Daher findet sich unter den Lautstärketasten an der rechten Seite der von älteren Modellen bekannte, kleine runde Power-Button, im Falle des XA1 vielleicht minimal zu niedrig positioniert für die bequeme Erreichbarkeit. Immerhin lässt sich das 5-Zoll-Modell tatsächlich noch einigermaßen mit einer Hand bedienen, was manch einem Smartphone-Suchenden wichtig ist. Großes Lob hat Sony zudem für seine physische Kamerataste verdient. Der Button ist nicht nur sinnvoll platziert. Er stellt durch seine Schnellstart- und Auslösefunktion auch eine tatsächliche Bereicherung des Smartphone-Alltags dar.

Hardware & Software: Leistungs-Update und neue Android-Version

Im Inneren des Sony Xperia XA1 arbeitet jetzt der MediaTek Helio P20, ein Octacore-Prozessor mit einer maximalen Taktfrequenz von 2,3 GHz. Ihm zur Seite gestellt sind 3 GB RAM, das Vorjahresmodell musste noch mit 2 GB auskommen. Auch der interne Speicher ist von 16 auf 32 GB gewachsen und lässt sich per microSD-Karte um bis zu 256 GB erweitern. Im Test machte sich der Chip des XA1 überwiegend gut, nur grafisch aufwendigere Spiele sorgten für einige Ruckler. Beim Multitasking reicht die Leistung natürlich nicht an die der aktuellen High-End-Geräte heran, das ist von einem Mittelklasse-Modell aber auch nicht zu erwarten.

Ausgeliefert wird das Xperia XA1 mit vorinstalliertem Android 7.0 Nougat und der aktuellsten Version der bekannten Sony-Oberfläche. Diese kommt mittlerweile recht schlicht daher und sollte nicht nur Sony-Fans eine intuitive Bedienung ermöglichen. Etwas ungewohnt könnte für manch einen höchstens der Verzicht auf einen physischen Home-Button sein. Sony-Smartphones werden seit einiger Zeit vorwiegend mit On-Screen-Buttons bedient.

Kamera: In der Mittelklasse top!

Eine Ausnahme davon bildet die Kamera. Dass Sony ihr eine eigene physische Taste spendiert, unterstreicht nur noch einmal mehr ihre Bedeutung. Dass Sony Kameras kann – und zwar auch in Smartphones, haben wir schon das eine oder andere Mal im Test festgestellt. Für ein Mittelklasse-Modell liefert auch das Xperia XA1 eine beachtliche Bildqualität ab. Die 23-Megapixel-Hauptkamera wartet mit einem 23-mm-Weitwinkelobjektiv und einer f/2.0-Blende auf. Damit ist die Linse zwar nicht so lichtstark wie die von Galaxy S7 oder Galaxy S8 (f/1.7). Dafür verspricht Sony noch ansehnliche Fotos bei ISO 6400. Gegen verwackelte Bewegungsaufnahmen kommt ein schneller hybrider Autofokus zum Einsatz. So viel zur Theorie.

Die Hauptkamera des Xperia XA1 löst mit 23 Megapixeln auf. fullscreen
Die Hauptkamera des Xperia XA1 löst mit 23 Megapixeln auf.
Bei Tageslicht knipst sie ansehnliche Bilder mit kräftigen Farben. fullscreen
Bei Tageslicht knipst sie ansehnliche Bilder mit kräftigen Farben.
Schwieriger wird's bei Gegenlicht. fullscreen
Schwieriger wird's bei Gegenlicht.
Die Bildausschnitte, die sich nahe der Lichtquelle befinden, ... fullscreen
Die Bildausschnitte, die sich nahe der Lichtquelle befinden, ...
... erscheinen zunehmend ausgewaschen. fullscreen
... erscheinen zunehmend ausgewaschen.
Der Autofokus ist manchmal leicht überfordert... fullscreen
Der Autofokus ist manchmal leicht überfordert...
... und das Fokussieren per Fingertipp dauert einen Moment. fullscreen
... und das Fokussieren per Fingertipp dauert einen Moment.
Besonders bei vielen kleinen Objekten hat es der Autofokus schwer. fullscreen
Besonders bei vielen kleinen Objekten hat es der Autofokus schwer.
Mit einzelnen Motiven klappt es besser beziehungsweise schneller. fullscreen
Mit einzelnen Motiven klappt es besser beziehungsweise schneller.
Das Kameraobjektiv ist mit einer f/2.0-Blende zwar nicht das lichtstärkste. fullscreen
Das Kameraobjektiv ist mit einer f/2.0-Blende zwar nicht das lichtstärkste.
In den meisten Alltagssituationen reicht es aber völlig. fullscreen
In den meisten Alltagssituationen reicht es aber völlig.
Auch mit Bewegung kommt der Autofokus klar. fullscreen
Auch mit Bewegung kommt der Autofokus klar.
Bei Dunkelheit setzt Sony auf hohe ISO-Werte, ... fullscreen
Bei Dunkelheit setzt Sony auf hohe ISO-Werte, ...
... was sich in zunehmendem Bildrauschen bemerkbar macht. fullscreen
... was sich in zunehmendem Bildrauschen bemerkbar macht.
Die Selfie-Cam löst mit 8 Megapixeln auf und bietet einige Spielereien. fullscreen
Die Selfie-Cam löst mit 8 Megapixeln auf und bietet einige Spielereien.
Die Hauptkamera des Xperia XA1 löst mit 23 Megapixeln auf.
Bei Tageslicht knipst sie ansehnliche Bilder mit kräftigen Farben.
Schwieriger wird's bei Gegenlicht.
Die Bildausschnitte, die sich nahe der Lichtquelle befinden, ...
... erscheinen zunehmend ausgewaschen.
Der Autofokus ist manchmal leicht überfordert...
... und das Fokussieren per Fingertipp dauert einen Moment.
Besonders bei vielen kleinen Objekten hat es der Autofokus schwer.
Mit einzelnen Motiven klappt es besser beziehungsweise schneller.
Das Kameraobjektiv ist mit einer f/2.0-Blende zwar nicht das lichtstärkste.
In den meisten Alltagssituationen reicht es aber völlig.
Auch mit Bewegung kommt der Autofokus klar.
Bei Dunkelheit setzt Sony auf hohe ISO-Werte, ...
... was sich in zunehmendem Bildrauschen bemerkbar macht.
Die Selfie-Cam löst mit 8 Megapixeln auf und bietet einige Spielereien.

Und in der Praxis? Da zeigt sich dann doch die eine oder andere Schwäche. Besonders bei Gegenlicht bekommt die Kamera des Xperia XA1 Probleme. Je näher ein Bildbereich einer starken Lichtquelle ist, desto ausgewaschener erscheint er. Der Autofokus weiß nicht immer, welches Objekt scharfgestellt werden soll, und manuelles Fokussieren durch Antippen dauert einen Moment. Überhaupt sind Kamera- und Album-App von Sony nicht die schnellsten. Das nimmt man für die insgesamt doch aber lobenswerte Bildqualität dann aber in Kauf. Das gleiche gilt übrigens für die Selfie-Cam: Mit einer 8-Megapixel-Auflösung liefert sie grundsätzlich ordentliche Selbstporträts. Die zusätzlichen AR-Spielereien sind nett, machen das Fotografieren aber nur unnötig langsam.

Akku & Anschlüsse: Akkulaufzeit nur ok

Das Sony Xperia XA1 hat einen stärkeren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher bekommen als das Xperia XA (2016), beim Akku lässt Sony allerdings alles beim Alten. Mit 2300 mAh und dem sogenannten STAMINA-Modus kann man zwar über den Tag kommen, viel mehr ist aber nur bei Wenignutzern drin. Immerhin ist das neue Smartphone dank USB Typ-C-Anschluss und Quick Charging-Funktion auch schnell wieder aufgeladen. Daneben besitzt das XA1 noch einen klassischen 3,5-mm-Audioanschluss – für alle, die noch nicht auf Bluetooth-Kopfhörer umgestiegen sind.

Fazit: Auffällig ist nur die Kamera

Ist das Xperia XA1 also sein Geld wert? Das kommt wohl ganz darauf an, was Dir an einem Smartphone wichtig ist. Für 279 Euro bekommst Du ab Mitte April ein typisches Mittelklasse-Modell mit vernünftiger, aber nicht herausragender Leistung. Sowohl der Prozessor als auch der Akku genügen alltäglichen Ansprüchen, sorgen jedoch nicht für Begeisterungsstürme. Für die Preisklasse bemerkenswert ist lediglich die Kamera des neuen Sony-Modells. Sie liefert ordentliche Bilder mit einer 23-MP-Auflösung und erlaubt sich nur kleinere Schwächen – die zudem fast allen Smartphone-Kameras gemein sind.

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Für uns das Highlight im Test: die Kamera des Xperia XA1.

Wichtige Entscheidungskriterien könnten im Falle des Xperia XA1 der fehlende Fingerabdrucksensor sowie das gewöhnungsbedürftige Design sein, das wohl einfach Geschmackssache ist. Dass es keine seitlichen Displayränder mehr gibt, ist zwar ein Pluspunkt. Aber bitte, Sony, nennt das Display mit den dicken Balken oben und unten doch einfach nicht "randlos"...

Sony Xperia XA1
Sony Xperia XA1
  • Datenblatt
  • Erwartete Hardware und Software
  • Gerätetyp
    Smartphone
  • Betriebssystem
    Android 7.0 Nougat
  • Release
    April 2017
  • Display-Größe
    5,0 Zoll
  • Preis
    279 Euro
  • Display-Auflösung
    720p
  • Prozessor
    MediaTek Helio P20
  • SIM-Karten-Format
    Nano-SIM
  • Anschlüsse und Steckplätze
    USB Typ-C, 3,5-mm Stereo-Audioanschluss
  • Besondere Merkmale
    Speicher per microSD-Karte um bis zu 256 GB erweiterbar, Quick Charge-Funktion, physischer Kamera-Button mit Schnellstart-Funktion
TURN ON Score:
3,1von 5
  • Akkuleistung
    3,0
  • Design
    2,0
  • Handling
    4,0
  • Preis-Leistung
    4,0
  • Hardware
    3,0
  • Ausstattung
    3,0
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